Aceyalone – Magnificent City

Da ich mir schwerlich vorstellen kann, dass in den kommenden März-Wochen noch etwas völlig Überraschendes passiert, küre ich das neue Aceyalone-Album „Magnificent City“ kurzerhand zum besten Longplayer im ersten Quartal. Daran können auch Halbklassiker wie die neue Roots Manuva-Scheibe „Alternately Deep“ nichts ändern. Was Ace One und DefJux-Producer RJD2, der die gesamte Platte produziert hat, mit „Magnificent City“ vorlegen, ist in Sachen Rap und Musik zurzeit untoppable top nodge.  

Auch wenn es Aceyalone-Fans aus den Freestyle Fellowship-Tagen möglicherweise unangenehm aufstößt – ich finde es äußerst entspannend, dass Acey auf diesem Album durchweg relaxet flowt, und die Technik-Fraktion unter den Hörern inzwischen eher mit Seitenprojekten wie Haiku D´ Etat bedient. Das Album wird dadurch als Ganzes am Stück genießbar und hat das Potential, sich eine Fangemeinde außerhalb der Hardcore-Heads zu erschließen. Abgesehen davon wartet Acey auf Song wie „Mooore“ immer noch mit Double-Time-Raps auf. Textlich bietet „Magnificent City“ alles. Partytracks wie die Single „Fire“, konsum- und gesellschaftskritische Sachen wie „Mooore“ oder „Supahero“ und Storys wie die von der Saloonschießerei in „Solomon Jones“ oder die von „Junior“. „High Lights“ liefert dann einen der wenigen Songs zum Thema Weed, die ich nicht nur ertragen kann, sondern musikalisch großartig finde.  

Was RJD2s Beitrag für „Magnificent City“ angeht, kann man nur auf die Knie gehen. Definitiv hat er die Herausforderung, einen der besten MCs aller Zeiten mit angemessenen Instrumentals zu versorgen, brilliant gemeistert. Hier noch von „Beats“ zu reden, würde den Kompositionen und Arrangements in den meisten Fällen nicht gerecht. Unfassbar, mit wie viel Gefühl er für „Supahero“ elektronische Elemente mit einer im Mittelpart äußerst warmen Orgel kombiniert, die von einer weichen Gitarre begleitet wird. Auch „Here & Now“, auf dem RJ übrigens auch eine kleine Gesangseinlage gibt, ist ein kompositorisches Meisterwerk. Wie bei vielen anderen Songs macht es auch hier Spaß zu hören, wie er Samples – etwa die schon von Jake One bei Gift Of Gabs „The Ride Of Your Life“ verwendete Harfe – mit eingespielten Elementen kombiniert. Dancefloor-tauglich dann wieder die schon ausgekoppelten “Fire“ und „Heaven“.  

Ein einziger Traum das.

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