K.I.Z – BöHse Enkelz

Nachdem die netten Vier aus Berlin erst vor kurzem große Teile Rap-Deutschlands bei ihrem Kettensägenmassaker niedergemetzelt haben, sind die böHsen Enkelz nun zurück.
Stellt sich die Frage, ob sie den letzten Überlebenden – oder sollte man sagen Zweiflern – nochmal eine Chance geben wollen und versuchen, sie von ihrer Qualität zu überzeugen, oder ob es den Kritikern nun endgültig an den Kragen geht?

Zwar ist „BöHse Enkelz“ kein vollwertiges Album, sondern nur ein Mixtape, aber es sollte mit dem Teufel zu gehen, wenn sich die Jungs, die ja immerhin beim besten Label der Welt unter Vertrag stehen, nicht doch etwas Besonderes haben einfallen lassen…

Und sie haben sich etwas einfallen lassen. Anstatt Holzfällersteaks, Würstchen und sonstigem Grillvergnügen haben die härtesten Griller Deutschlands diesmal alte Hits von z.B. Den Ärzten (!), Xavier Naidoo, Depeche Mode (!) , den Beginnern, Torch oder auch One auf den Rost geschmissen und, anstatt mit Bier, wurden die freien Beatpassagen mit Texten von KIZ begossen. Wie wird diese Komposition nun munden?

Eigentlich ganz gut, aber wer von KIZ durchweg tiefsinnige Lyrics erwartet, liegt natürlich falsch. Wer erstmal entertaint werden will, wird die Kreuzberger Jungs mögen. Wer zusätzlich auf härteres Vokabular klar kommt und derbe Ansagen mag, wird KIZ wahrscheinlich sogar lieben.
Neben lustigen (aber in 90% der Fälle garantiert niveaulosen) Sprüchen (Dein Konzert ist wie ficken/Ich komme und schlaf ein) werden eifrig Titel, Hooks und Textinhalte uminterpretiert und so wird aus dem One-Hit „Monstershit“ eben „Bong Verkippt“, Eisfeld sing auch kein "Liebeslied" mehr, sondern es geht nun eben um’s "Riesenglied".

Wirklich ernsthaft werden die Jungs dann bei der Interpretation der Xavier Naidoo Hits „Frei Sein“. Dabei geht es um die Freiheiten, die jeder im seinen Leben hat. Das klingt nicht besonders spannend – ist es auch nicht – und wenn ich ehrlich sein soll, sehe ich die Stärken von KIZ eher in Tracks wie „Was Willst Du Machen?!“. Selten wurden Prolls, Assis, oder wie auch immer wir sie nennen wollen, besser persifliert und wahrscheinlich können auch die Jungs am Berliner Kotti über dieses Lied lachen.

Am Ende haben die böHsen Enkelz sicher einige kleine Schwächen, so würde ich mir manchmal doch etwas mehr Inhalt wünschen, aber andererseits sind die Jungs im Sprücheklopfen verdammt stark und wer bei „Bong Verkippt“ oder „Freiwild“ nicht mindestens einmal Lachen muss, macht irgendwas falsch in seinem Leben.
Kritiker der Band werden KIZ die gleichen Schwächen wie bei ihrem Erstling ankreiden, aber wie war das noch: Wenn Du’s magst bist du cool, wenn Du ’s nicht magst bist du ein Bastard.

Zusätzlich zum Mixtape liegt mir noch eine Screwed & Chopped Version des „Rap Deutschland Kettensägen Massaker“ bei. Da ich aber keinesfalls die Drogen konsumiere, die so ein Srewed & Chopped Tape so richtig zu Geltung kommen lassen, ist das eine nette Dreingabe, die mich nun aber nicht sonderlich interessiert.

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