Ludacris – Disturbing Tha Peace

Bitte nicht!  

Bitte nicht schon wieder!  

Bitte nicht schon wieder so ein Sampler, auf dem ein sehr talentierte Rapper seine „Homies“, die ihm niemals werden das Wasser reichen können, mit voller Überzeugung als tight präsentiert. Das hat, meines Erachtens nach noch nie geklappt.  

Eminem und D12?  NO!  

Nelly und die St. Lunatics? HELL NO.  

Das gleiche mit den Headliners in Germany. Oder Azad`s „Wahrheit“. Bis auf – vielleicht – G-Unit hat es noch nie eine qualitativ in Ordnung gehende, sich um einen Star aufbauende Gruppe von ebenso rappenden Menschen gegeben. Aber wollen wir nicht zu schnell urteilen. Es gibt eine 50/50 Chance, dass „Disturbing Tha Peace“ uns voll fresh über den kalten Winter bringt!  

Es ist also wieder so weit: Ein sehr guter, intelligenter Mann (in diesem Falle Ludacris), hat sich also gedacht, er schickt seine Freunde aus dem Süden ins Game (deren IQ, allein das Rappen begutachtend, ungefähr vierzig Prozentpunkte unter dem ihres Mentors liegt). Kein schwieriges Unterfangen. Man kann sich als Ludacris auch einfach mal genüsslich in den Hintergrund zurückziehen und nur einen Solo-Track und fünf kurze Parts schreiben. Der Rest erledigt sich von selbst…  

Nach dem Intro geht es los mit „Georgia“, der Hymne an jenen Bundesstaat, der ja hier zu Lande nicht gerade im selben Atemzug mit den Rapmetropolen wie New York oder Atlanta genannt wird. Durch das cool von Jamie Foxx eingesungene „Georgia“ ist das Ding auf jeden Fall zumindest anhörbar, auch für Leute, die aus anderen Gefilden kommen. Dann folgt ein ziemlich nach vorne gehendes „Put Ya Hands Up“, bei dem man durchaus bereit ist, mit dem Kopf das internationale Zeichen für ja zu machen. Doch schon ab dem folgenden Track fängt es an nicht mehr interessant zu sein, oder aber interessanter zu werden. Die typisch idiotischen South-Brunftschreie a la „I Get Head, I Get Head“, oder „Break A N***a Off!” werden hier über nicht allzu beeindruckende Beats ins Mic gespuckt. Bis jetzt nichts Besonderes. Jedoch steht Luda`s Solo-Track als nächstes an! Leider ist dieser auch nicht mehr als Durchschnitt, obwohl allemal besser als sämtliche kreativen Ergüsse der anderen Künstler auf der Platte.  

Und diese „Sweet Revenge“ bleibt eigentlich auch das Highlight auf dem mittlerweile zweiten Release der Disturbing da Peace-Posse. Da kann auch Luda´s guter Part auf dem offiziell letzten Track (vor der Bonus-Rocknummer, die überhaupt nicht auf das Album passt) keinen Head mehr umstimmen. Diesem Silberling hat sicher keiner, der darauf rappenden Friedensstörer sonderlich viel Zeit gewidmet. Schade!    

Fazit: Es ist nichts Herausragendes oder Überdurchschnittliches auf dieser Platte zu finden. Eventuell ganz harte Süden-Fans werden etwas Schönes darauf finden können. Hier zu Lande sollte das Ding auf jeden Fall im Plattenregal liegen bleiben, bis es von dem für 2006 angekündigten Ludacris-Album „ Release Therapy“ ersetzt wird.        

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