Brothers in Arms: Earned in Blood

Bereits im März erfreute Ubisoft mit „Brothers in Arms: Road to Hill 30“ in Anlehnung an die Fernsehserie "Band of Brothers" die Spielewelt. Mit dem nun erschienen Nachfolger „Brothers in Arms: Earned in Blood“ schnürt Ubisoft abermals ein großes Paket an authentischem Kriegserlebnis.

Zu Zeiten des 2. Weltkriegs, genauer gesagt 15 volle Tage nach dem D-Day und der Landung der Alliierten in der Normandie, schlüpft ihr in die Rolle von Sergeant Joe "Red" Hartsock, aus dessen Perspektive ihr das Kommando über den 2. Zug führt. In einer Art Retrospektive schildert ihr einem eurer vorgesetzten Offiziere die Erlebnisse der vergangenen Tage und durchlebt so allerlei knifflige Kriegsszenarien in denen ihre eure taktischen Fähigkeiten unter Beweis stellen müsst.

In insgesamt 42 neuen Missionen gilt es den Nazis den Gar auszumachen. Hierzu steht einem ein gut strukturiertes und leicht bedienbares Befehlssystem zu Verfügung. Bis zu zwei Teams mit je maximal drei Mann oder phasenweise auch einem Panzer stehen euch zur Seite und folgen euren Befehlen. Die in BiA EiB gängigste Methode den Feind auszuschalten ist, ihn durch das Sperrfeuer eures Belagerungsteams in der Deckung zu halten (über den Köpfen der Gegner erscheint eine rote „Zielscheibe“, die sich bei fortwährendem Beschuss von euch zunehmend grau färbt – eine komplett graue Zielscheibe bedeutet somit, dass der Gegner in der Deckung bleibt und nur selten und ungenau zurück schießt) und durch euer Angriffsteam von der Flanke her auszuheben. Eine ordentliche KI und Gegner, die mit jedem Schwierigkeitsgrad spürbar stärker und schlauer werden, wissen allerdings, wie sie euch in zahlreichen Situationen einen Strich durch die Rechnung machen können. Anstatt hastigem „nach-vorne-Gaming“ ist also ein wenig Geduld und kluges Vorantasten gefragt bei der Manövrierung über das Schlachtfeld ebenso wie eine gute Portion Überblick, der euch mittels der Funktion "Situationsansicht" gewährt wird. Hierbei stoppt kurzeitig das Spielgeschehen und bietet eine strategische Ansicht der Gefechtssituation in der man sich quasi einen Plan für sein weiteres Vorgehen zurechtlegen kann. Da die Checkpoints an denen das Spiel gespeichert wird in respektablen Abständen zu einander liegen, wird diese Funktion besonders nützlich wenn sich das Kampfgetümmel in der Stadt abspielt und im verwinkelten Straßenkampf der ein oder andere Gegner hinter der Ecke wartet und euch und euren Mannen nach dem Leben trachtet.

Am eigentlichen Sound des Spiels gibt es an keiner Stelle des Spiels etwas auszusetzen. Im Gegenteil, 1a Gefechtslärm mit Allem was dazu gehört entzückt die Ohren. Von authentisch knatternden Maschinengewehren über Artillerie, die nahe einem einschlägt bis hin zu Sprüchen und Ausrufen eurer KI-Kameraden oder des Gegners ist alles dabei was für eine realistische und gut in Szene gesetzte Kriegsatmosphäre sorgt. Auf grafischer Seite sollte man die gut gelungenen Charaktermodelle nicht unerwähnt lassen. Die meist ländliche Umgebung macht zwar insgesamt einen wirklich guten und sehr „weichgezeichneten“ Eindruck; einige Texturen z.B. Gras ist an einigen Stellen allerdings ein wenig grob.

„Brothers in Arms: Earned in Blood“ kann auf taktischer Ebene voll überzeugen und besticht durch eine sehr fühlbare Kriegsatmosphäre, die sicherlich durch den hervorragenden Sound getragen wird, aber auch durch kurze Sequenzen, die ihr nach jedem erfolgreichen Kapitel freispielt und euch im Theater-Modus ansehen könnt. Bei einer so realistischen Darbietung muss gesagt werden, dass BiA den Krieg keinesfalls glorifiziert sondern einfach gekonnt in Szene setzt. Das zeigt auch die KI eurer „Freunde von der Wehrmacht“, die an vielen Stellen für ordentlich Herausforderung sorgt, besonders auf höheren Schwierigkeitsgraden.
Nicht außer Acht zu lassen ist auch der Multiplayer-Modus und sogar einen neuer Modus, der so genannte Skirmish-Mode. In diesen Missionen könnt ihr alleine, oder im Coop-Modus auf deutscher oder amerikanischer Seite verschiedenste Angriffs- sowie Defensiv-Missionen erfüllen. Hervorzuheben sind die detaillierten Einstellungsmöglichkeiten des Skirmish-Modus wie bspw. den Parameter, ob der Gegner besonders gut zielt und sich z.B. andererseits dafür weniger taktisch verhält.

Alles in allem kann man sagen: Wer als Hobbykommandeur etwas auf sich hält und ein taktisches Kriegerlebnis sucht, kann mit BiA EiB nicht viel falsch machen. Selten war Krieg so gut inszeniert !

Konsole: PC
Player:  Single- und Multiplayer

Hinterlasse einen Kommentar

Please enter your comment!
Please enter your name here