Jurassic Park Operation Genesis

Whoa – wisst ihr noch, damals, 1993, wie wir alle wie verrückt ins Kino gerannt sind, um uns Stefan Spielbergs Computer-Dinos anzuschauen? Wie uns allen die Kinnlade auf Regenwurmhöhe gefallen ist? Wer wollte denn damals nicht selber so ´nen Park haben, mit Velociraptoren, Brachiosauriern etc. pp.? In diesen Tagen gibt euch Vivendi Universal Interactive Pictures die Gelegenheit dazu, selber in die Haut von John Hammond zu schlüpfen und Hand an euren persönlichen Jurassic Park zu legen.

Dabei läuft das ganze ganz ähnlich wie bei den Klassikern Theme Park oder etwa Theme Park World für PS2, soll heißen, ihr beginnt gerade einmal mit dem Grundstück (in diesem Fall eine Insel, die ihr euch vorher einigermaßen komfortabel designen dürft) und ein wenig Startkapital und müsst damit den Grundstein für DEN Park schlechthin legen. Anders als bei obengenannten Vertretern sind eure Attraktionen selbstverständlich die eigentlich längst ausgestorbenen Dilopho, Brachio, Tyranno- und-wie-sie-alle-heißen-Saurier, die ihr (bekannt aus den Filmen) erstmal per DNA-Extraktion aus Bernstein oder Fossilien gewinnen müsst. Hierzu schickt ihr eure Knochenwühl-Teams (anfangs nur ein einziges) an verschiedene Locations quer über den Globus verteilt, um nach diesen wertvollen Dino-Genen zu suchen. Habt ihr dann endlich mehr als 50% der DNA einer Spezies „erforscht“, geht es an das Züchten von euren Dinos. Je mehr Informationen (sprich Erbmaterial) ihr findet und analysiert, desto höher wird dann zum Beispiel die Lebenserwartung eurer Dinos. Dann nochschnell eine Brutstation gebaut, einen Zaun drum, fertig ist unser erstes Gehege mit Paläotierchen. Natürlich wollen eure Besucher mehr als nur Dinos sehen, sie wollen sie kaufen, essen, einpacken und nach Hause mitnehmen. Aus diesem Grund könnt ihr in eurer Forschungsabteilung neue Attraktionen wie etwa Souvenirläden oder eben Fressbuden „erfinden“, um sie später dann gewinnbringend in eurem Park zu platzieren.

Natürlich könnt ihr dann alles per Hand einstellen, welches Essen zum Beispiel serviert wird und wie teuerdies sein soll. Trotz der Komplexität und der mannigfaltigen Optionen erleichtert einem dasSpiel den Zugang durch die zahlreichen Assistenten sowie die einfache Point-and-Click-Steuerung, mit der sich eigentlich alles schnell bewerkstelligen lässt. Immer wieder werdet ihr per E-Mail über die wichtigsten Geschehnisse in eurem Park informiert, sei es von Dr. Ellie Sattler, dass ein Dino verreckt ist, oder von Robert Muldoon, der für die Sicherheit im Parkzuständig ist.

Apropos Sicherheit: Ganz neu im Genre der Theme Park Simulationen ist, dass man jetzt auch das eine oder andere Mal selber Hand anlegen muss, wenn es darum geht, ausgerastete Dinos mit Tranquilizern vollzupumpen oder eingekesselte Geiseln per Heli zu retten. Diese Actionelemente reihen sich stets nahtlos in den „normalen“ Parkaufbau ein und sorgen für ständige Präsenz an der Maus. Langweilig wird hier sicher niemandem. Auch die KI, vor allem die der Dinos, ist gut umgesetzt: Jeder Dino besitzt eine eigene Persönlichkeit, per einfachem Mausklick erfahrt ihr alles über seinen jetzigen Gemütszustand sowie seineBedürfnisse.

Die Grafik ist, für eine Theme Park Sim zumindest, mehr als gut, hat jedoch mit einigenMacken zu kämpfen. Die höchsten Detaileinstellungen zum Beispiel laufen nicht auf allen PCs einwandfrei und führen öfter mal zu sehr seltsamen Abstürzen zu sehr unpassendenMomenten. Aber alles in allem wissen vor allem die schmucke Darstellung der Dinos sowie die Umgebungsdarstellung zu gefallen. Seinem Rudel Raptoren zuzuschauen, während es eine (wirklich) dumm guckende Kuh umkreist und dann zerfetzt, lässt einen innerlich schmunzeln (zumindest, wenn man etwas gegen Kühe hat und mit Spielen klarkommt, in denen Gewalt dargestellt wird, weil ein Jäger seine Beute schlägt – was eigentlich ganz natürlich ist und nurein Bild der Wirklichkeit ist, aber bei einigen Menschen als schlimmer angesehen wird als 10 Minuten Tagesschau…
Befehlen-und-Erobern-Generäle wissen, wovon ich rede…).

Man merkt, dass hinter der bloßen Themenparksimulation eine gehörige Portion KI steckt und es wirklich darauf ankommt, ob man Beute und Jäger oder Jäger und Konkurrenten oder verfeindete Pflanzenfresser oder, oder, oder zusammensteckt. Eure Tiere werden schnell an Herzversagen eingehen, wenn sie zum Beispiel nicht genügend Bäume zurDeckung haben, und eure Besucher werden gehen, wenn sie vor lauter Bäumen keine Dinos mehr sehen können. Hier ist Feinabstimmung angesagt.

Fazit: Insgesamt ist das Spiel sehr komplex angelegt, scheitert jedoch im Endeffekt an dem geringen Schwierigkeitsgrad. Auch stimmt es hier und da mit einigen Spielmechanismen nicht. Wieso kann ich zum Beispiel die Brutstationen der Dinos automatisieren? Trotz allem ist Jurassic Park Operation Genesis allen Aufbauspielfans ans Herz zu legen und allen Dinofans sowieso, denn realistischer ist nur schwedische Sauna mit Velociraptoren. Der Nachfolger (den es sicherlich geben wird) wird diese Schwachpunkte ausgleichen und DAS Aufbauspiel im Theme-Park-Sinne schlechthin sein.

Singleplayer: 4-5

Pro:
– Für ein Aufbauspiel tolle Grafik
– Dinos interagieren mit Umgebung, mit Zuschauern, mit anderen Dinos sehr realistisch
– Extrem komplex, doch seltsamerweise sehr einfach zu bedienen.Top-Interface halt.
– Die Atmosphäre des (ersten) Films wird erreicht
– Stimmiger Wechsel zwischen Action und Aufbau
– Viel, viel, viel, viel, viel, viel, viel Freiheit bei allem, was man tut
– Handelelemente (Fossilienverkauf) bringen einen neuen Aspekt ein
– Extrem detailverliebt (Jeder Besucher hat ein anderes Profil, genauso wie jeder Dinoeinzigartig ist etc.)
– Hilfreiche Assistenten machen die vielen Optionen zugänglich
– Gute Tutorials
– Das Spielsystem ist einfach gut ausgetüftelt, es geht vom Makro- in den Mikrokosmos und bleibt stets perfekt spielbar!
– Eigentlich das, worauf alle JP-Fans gewartet haben

Contra:
– Grafik macht auf manchen PCs Stress mit unerklärlichen Abstürzen
– Kein Multiplayermodus
– Das Game ist zwar detailverliebt und auch komplex, im Endeffekt scheint sich dasaber auszugleichen, und alles klappt zur völligen Zufriedenheit.

Kurz: Es ist zu leicht!!! (Ein Tag zum Beenden des Spiels? C´mon…)
– Wieso kann ich nur 5 von 9 Ausgrabungsstätten freispielen? Wieso wird mir dadurch der Zugang zu manchen Dinos verwehrt?

Developer: Blue Tongue / Universal Interactive
Publisher: Vivendi Universal Interactive Publishing
Spieler: 1
Empfehlung: 800 MHz, 256 MB Ram, Geforce2

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