Jonesmann – Macht, Käse, Flows, Cash Mixtape

Nach Hamburg, Stuttgart, Berlin und Köln, tritt nun eine weitere Stadt in den Wettkampf ein, um die Krönung zur Deutschen HipHop-Hochburg zu erringen: Frankfurt am Main. Zwar gab es in Frankfurt schon immer einen guten Output für HipHop-Musik, was man vor allen Dingen dem Rödelheim Hartreim Projekt zu Gute schreiben muss. Moses Pelham und Thomas H. gründeten in den 90ern dann ihr eigenes Label 3P und brachten lokale Größen wie Sabrina Setlur (vormals Schwester S), Illmatic, J-Luv, Xavier Naidoo und Azad auf den großen Bildschirm. Zuletztgenannter verließ 3P im Jahre 2003 und gründete das Label Bozz Music. Nach Azad’s „Der Bozz“ und dem überragenden Bozz-Sampler wird nun Jonesmann’s „Macht, Käse, Flows,Cash“-Mixtape, welches den ehemaligen HR-XXL DopeBeats-Moderator und offiziellen Bozz-DJ Kitsune featuret, die Straßen in Wallung bringen. Das Jonesmann einer der Guten ist, dass steht ganz außer Frage. Mit seinem ehemaligen Partner Pal One hatte er bereits ein Album am Start, 2003 kam sein „Best Of“-Mixtape raus und auf dem Bozz-Sampler stellte er mit dem Roey Marquis produzierten „Staubige Straßen“ und der absoluten Playerhymne „Fick Dich“ zwei der zahlreichen Highlights. Mit seinem neuen Mixtape zieht er nun aus, um Deutsch-Rap zu revolutionieren.

Nein, Jones bedient hier keine Stereotypen. Sein Style und sein Flow sind unverwechselbar, grade wenn er auf „Horizont“ in tiefer Melancholie über das Leben philosophiert und dabei noch sehr gekonnt die Hook singt. Und wenn Jones singt, sollte man keinen Vergleich zu anderen Rappern suchen die auch ihre Hooks einsingen. J’s Gesang spielt nicht in der Liga eines Curse, eher in der eines J-Luv. Der Mann ist mit einer ziemlich harmonischen Stimme gesegnet und versteht es die Melancholie seiner Songs gekonnt in Szene zu setzen.Auf „Brüderliebe Part 2“, dass mit Michael Jackson’s „Lady In My Life“ unterlegt ist, stellt er dies ein weiteres Mal unter Beweis. Echtes Gänsehaut-Feeling! Erinnert etwas an Pac’s „I Ain’t Mad At Cha“. Wenn er dann auf dem Remix zu „Fick Dich“ weit ausholt und mit seiner Ex in harter Playermanier ins Gericht geht, hat er mich, was seine Gesangskünste angeht, völlig überzeugt. Doch Jones hat nicht nur eine Mördergesangsstimme, nein der Junge killt mal so ganz nebenbei jeden MC der ihm über den Weg läuft. Sein Flow dürfte jeden Wannabe-MC, der dachte er hätte Skills am Mic, zum Verzweifeln und Weinen bringen.

Auf dem Skit zu „Nice Chai“ , flext J dermaßen schnell über Busta Rhymes’ „Gimme Some Mo“, dass dagegen selbst die Originalversion wie ein Slow Jam hinterher hinkt. Jones berappt seine Neigung zum Hinterteil der Damenwelt und hinterlässt mit Zeilen wie „Nenn mich Walfänger, weil die dicken Nutten sind dope“ nichts als verbrannte Erde. Dann noch die Flexer-Kollabo „Lolli & Pint“ mit Flex-König Olli Banjo. Das Köln und Frankfurt harmonieren, bekam man schon auf Banjo’s „Sparring“-Album zu spüren, und das orientalisch anmutende „Lolli & Pint“ steht dem in keinster Weise hinterher. Auch Azad und die Bozz-Crew um Sezai, Jeyz und Sti dürfen natürlich nicht fehlen. Der Remix zu „Kopf Hoch“ , mit Azad und Bushido , sowie „Staubige Straßen“ vom Bozz-Sampler, dürfte jedem schon bekannt sein . Auch Jones hat sich Jada’s „Why“ angenommen und philosophiert hier extrem deep über das Leben, Chai’s (in Frankfurt Bezeichnung für das weibliche Geschlecht) und Käse (J’s Bezeichnung für Geld). Mit Jamal, PS und Geis nimmt er sich Mobb Deep’s „One Of Ours Part 2“ vor, und baut auf dem Beat den nicen Battle-Track „Traktor“.Mit einem Jonesmann in dieser Form muss sich Frankfurt in naher Zukunft nicht hinter anderen Städten verstecken. 2005 könnte das Jahr von Bozz Music sein!

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