Cherrywine – Bright Black

Digable Planets. Ich hoffe doch sehr, dass sich einige unter euch noch an diese Band erinnern kann. Es ist nun schon ein Jahrzehnt her, dass sie mit ihrem Debütalbum Reachin die HipHop-Szene aufmischten, Platin bekamen und mit einem Grammy ausgezeichnet wurden. Die jazzige Single Rebirth Of Slick wurde zum Soundtrack des Sommers.

Ein Jahr später kam der Nachfolger Blowout Comb, der musikalisch gesehen dem Debüt im nichts nachstand. Nur hatte sich die HipHop-Welt in diesem einen Jahr stark verändert.G-Funk dominierte den Markt, und der jazzige Anteil im HipHop war nicht mehr der Verkaufsschlager. 1996 schließlich löste sich die Crew auf.

Die drei Mitglieder, Ishmael Butterfly Butler, Mary Ann Ladybug Viera und Craig Doodlebug Irving verschwanden eine Weile von der Bildfläche.Ishmael machte zwischenzeitlich als Gast bei Camp Lo auf sich aufmerksam, dann war aber auch wieder Ruhe.

Im letzten Jahr brachte Doodlebug a.k.a. Cee Knowledge eine neue 12 heraus und startete somit die Rückkehr der Protaginisten von damals.Mecca Ladybug, inzwischen dreifache Mutter, wird im Herbst mit einem Soloalbum rauskommen, und Ishmael startet nun durch, mit dem Album Bright Black!

Er wechselte die Stadt und zog von New York nach Seattle, lernte Gitarre und Keyboard spielen und wurde durch die Freundschaft zu den Musikern Thaddeus und Gerald Turner an die Welt des Blues und Funk herangebracht.

Man gründete die Band Cherrywine, mit Thaddeus am der Gitarre, Keys, Vox und Talkbox, seinem Bruder Gerald am Bass und Vox, einem weiteren Gitarristen mit Namen Bubba Jones und Ish selbst an der Gitarre, einer speziellen Keyboard-Art mit Namen Nude Fantom, und natürlich steuert er die Vocals bei.

Seine ruhige, warme und prägnante Stimme hypnotisiert noch wie zu Digable-Zeiten.Aber dies ist sicherlich kein neues Album der Digable Planets, dies ist Cherrywine, und das bedeutet ein funky und soulful Trip über den Tellerrand von HipHop hinaus.

Seinen Umgang mit Sprache hat Ish schon bei Digable unter Beweis gestellt.Er hat sich weiterentwickelt, schreibt einfache aber tiefgründige Songs, die musikalisch passend untermalt werden. Die Mischung aus warmem Bass und funkigen Gitarrenriffs und elektronisch verzerrten Synthie-Klängen und letztlich Ishmaels Gesang bzw. Rap verhelfen Cherrywine zu einem ganz eigenständigen Sound.

Ob bei dem funkigen Einstieg What I´m Talking, dem langsam groovenden Anchorman Blues, in dem Ishmael seiner Freundin klarmacht, warum er so häufig lügen muss: I had to lie because if I saw your face you wouldn´t believe what I´ve done girl&.Eine Kritik über Rapper, die sich gerne hart geben und auf MTV rumposen, wird in Dazzlement formuliert.

Funkige Basslines und Gitarrenriffs bekommt man zu Genüge zu hören, auf Garcefully, So Glad For Baby oder American Drip. Die Songs sind gut strukturiert, und es lohnt sich, die Produktionen genauer unter die Lupe zu nehmen.
Auch nach mehrfachem Hören entdeckt man noch Neues! Open your mind for Cherrywine!

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