Opus Akoben – Raw Life

Schon mal was von HipHop made in Washington, D.C. gehört? Ich bisher nicht. Das ist aber nicht alles: HipHop made in Washington wird auch noch auf einem französischen Label veröffentlicht, das normalerweise Jazzscheiben rausbringt. Label Bleu heißt es, und die Combo Opus Akoben. Leider ist es mit neuen Schallplatten ja oft genauso wie mit neuen Leuten, die einem im Freundeskreis vorgestellt werden. Da gibt es einige, die man sofort als absolute Kracher einschätzt und sich sagt, Den/ Die muss ich unbedingt wiedersehen. Blöd ist es immer dann, wenn man nicht so richtig ne Meinung zu dem/der Neuen hat und man Fragen wie Na, wie findest Du ihn/ sie? beantworten muss: Och, is schon nett, sagt man da. Tja, und dabei hat man im Vorfeld doch durchaus Gutes gehört, so geht es den MCs Black Indian, Kokayi und Sub-Z auch nicht um irgendwelche Battle-Belanglosgkeiten. Z. B. Forgive Me, eingeleitet durch einen Streit zwischen Männlein und Weiblein (She Said That She And Me/ Can Simply Not Be), der dann von einem nachdenklichen Akustikbass abgelöst wird. Außerdem besteht die Band nicht nur aus drei MCs, sondern aus fünf weiteren Musikern. Das macht das Ganze funky und jazzig, aber manchmal eben nur nett.

Oft ist es mit dem/der Neuen ja aber auch so, dass man durchaus ein, zwei Begegnungen mehr braucht, um festzustellen, dass es hier und da doch Eigenschaften gibt, die mehr als nur nett sind. Anfänglich wirkt die Scheibe eben wie die einer weiteren Liveband-HipHop-Combo, doch da ist schon mehr. So etwa die Nummer Metro:Paris, ein reines Instrumental-Stück mit programmierten Drums, das ordentlich rollt, eben wie eine U-Bahn. Oder Place To Place, da ist ordentlich Zug drin. Bemerkenswert ist auch der Gastmusiker an der Flöte, Magic Malik. Vor allem lassen die MCs sich nicht nur aufs Rappen beschränken, sondern singen auch oft, was wie z.B. bei EPO auch gut funktioniert. Und wie oben schon erwähnt geht es hier nicht um Battleraps, hier ist alles Mögliche los. Wie der Titel schon sagt, geht es um Raw Life oder auch um Sentimental Thing (Sentimental Thing/ You Are My Precious Little Queen/ You Are My Lalalala…). Wenn man sich also mal darauf einlässt, hat man hier ein angenehmes Album für den Sommer. Ruhig zweimal treffen.

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