Prince Paul – Politics Of The Business

Prince Paul ist auf jeden Fall einer der ganz Großen im Game, da gibt es keinen Zweifel. Nachdem er zunächst De La Soul unsterblich machte, indem er den drei Jungs aus Long Island die beiden Klassiker Three Feet High And Rising und De La Soul Is Dead produzierte, begann er  nach kleineren Umwegen (dazu im Feature)  auch als Solokünstler unter seinem eigenen Namen zu releasen.

Sowohl sein Solo-Debüt Psychoanalysis: What Is It? (überwiegend instrumental) als auch A Prince Among Thieves haben seinen Fame in der Szene noch mal deutlich wachsen lassen. Nun kommt mit Politics Of The Business sein drittes Solo-Album, und erneut liegt dem Ganzen ein Konzept zugrunde.

Nachdem A Prince Among Thieves  die Story um Nachwuchsrapper Tariq  der kommerzielle Erfolg weitgehend versagt blieb, erklärte ihm sein damaliges Label Tommy Boy in einem Meeting, woran das gelegen haben könnte. Kurz zusammengefasst wurde ihm sinngemäß vorgehalten, seine Musik sei vielleicht etwas zu smart und liefere außerdem zu wenig Singles. Das wollte sich Paul nicht zweimal sagen lassen und beschloss, eine ironische Antwort auf diese Ansage zu liefern.
Mit Politics Of The Business hatte er sich ein Album in den Kopf gesetzt, auf dem er  natürlich mit einigen humorvollen Kommentaren gespickt  den gängigen Mainstreamstyle auf die Schippe nehmen wollte, indem er etwa cheesy Keyboards einsetzt und massig Featuregäste auffährt. Die Idee an sich ist ja erst mal nicht schlecht  leider bedingt ihr kozeptmäßiger Ansatz allerdings, dass die Platte dann eben auch entsprechend klingt und Pauls eigener Zugang zur Produktion in den Hintergrund rückt.

Aus den wenigen netten Stücken sticht vor allem Beautifully Absurd feat. Ellington Felton noch mal ein wenig heraus, in dem der Sänger und Gitarrist eine nette Liebesgeschichte über einem synthetischen Beat zum Besten gibt. Selbst dieser Track ist aber auch weit vom Classics-Status vergangener Tage Prince Pauls entfernt. Im Übrigen wird die Platte von simplen (und wie beabsichtigt) synthielastigen Beats wie etwa auf Make Room feat. Molly Gee, Erick Sermon und Keith Murray oder Not Trying To Hear feat. Guru & Planet Asia dominiert, die einen noch nicht mal ansatzweise aus dem Sessel reißen können.

Teilweise werden die Loops wie beispielsweise auf So What feat. Kokane, Masta Ace & Pretty Ugly so langweilig, dass man anfängt, sich zu ärgern.
Wenn Biz Markie dann zwischendurch so was ähnliches wie the music you are listening to ist he funkiest you ever heard sagt, ist man sich nicht ganz sicher, wie ironisch das gemeint ist.

Mit dieser Scheibe hat sich Paul definitiv keinen Gefallen getan  wer eine gute Prince Paul Platte kaufen möchte, sollte zu A Prince Among Thieves greifen oder ein Reissue der alten De La Scheiben auf Vinyl kaufen. Hoffen wir, dass er mit der nächsten Platte wieder zur alten Form zurückfindet.

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