Skinnys Abrechnung #Extrablatt: Die neuen Midweek-Charts (Kolumne)

gfk

Eigentlich erscheint meine Kolumne ja jeden Sonntag – aber in diesem Fall fühle ich mich berufen, ein Extrablatt herauszugeben. Warum? Weil ich mal wieder angepisst bin. Von der Gfk, die offenbar den Hals nicht voll kriegt. Dass ich kein Fan der Charts bin, habe ich ja bereits in meinem Kommentar „Verkaufszahlen? Schafft lieber die Charts ab! in aller Deutlichkeit klar gestellt. Umso erfreulicher, dass ich soeben erfahre, dass es von nun an die so genannten „Midweek-Charts“ geben soll. Wollt ihr mich eigentlich verarschen? Zwei Tage vor Bekanntgabe der regulären Charts auch noch einen Zwischenstand? Ich finde die HipHop-Charts schon maßlos sinnentleert, aber das schlägt dem Fass den Boden aus. Klar das ist ihr Job und klar, die Kommentare zu diesem Artikel werden mich alle zurecht weisen, dass ich mich doch nur aufregen will und das einfach ignorieren solle. Mir egal. Ignorieren kann ich das in meinem Job leider nicht und ich rege mich darüber auf, wie die Damen und Herren ihren Job machen.

Führt doch gleich für jeden Tag die Charts ein! Gibt bestimmt genug Trottel, die da drauf klicken. Für die Midweek-Scheiße gibt’s ja auch Zuspruch. Ich wäre jedem einzelnen da draußen sehr verbunden, wenn er/sie/es verdammt nochmal einfach auf die Musik statt die Verkäufe schauen würde. Charts sagen ohnehin nichts aus! Weder über die Qualität noch über die wahren Verkaufszahlen. Und selbst wenn jemand gut verkauft und in einer starken Woche auf eins chartet – kann die Musik trotzdem ein riesiger, qualmender Haufen Scheiße sein. Beispiele spare ich mir an dieser Stelle, stattdessen frage ich: Was genau ist der Sinn von Midweek-Charts?

Die kommen ja nicht mal zur Halbzeit der Verkaufswoche, sondern zwei Tage bevor die richtigen Charts erscheinen. Die richtigen Charts, ja. Das sind keine richtigen Charts, das ist irgendein zwanghafter Output, einfach um eben Output zu haben. Fiese Unterstellung, jaja. Erklärt’s mir, vielleicht bin ich ja zu blöd. Als ob sich in den zwei Tagen großartig etwas ändert. Aber, liebe GfK, ihr schießt euch damit auch selbst in’s Knie, das werdet ihr merken. Mit euren HipHop-Charts und Midweek-Charts und wasweißichichwillsgarnichtwissen-Charts. Denn auch die Leute, die sich für die Platzierungen ach so brennend interessieren  werden mit der Zeit übersättigt. Ich kann mir schwer vorstellen, dass irgendjemand sich all diese brandaktuellen Updates zum Zwischenstand und dann noch die richtigen Charts und die HipHop-Charts reinzieht. Nicht auf Dauer. Ein gelegentlicher Blick am Freitag reicht. Die HipHop-Charts erscheinen mir ja schon dämlich – die Platzierungen sind doch die gleichen und sich einen Einblick in die schwindend geringen Verkaufszahlen irgendwelcher Monate alten Alben braucht kein Mensch, außer es ist beruflich relevant. Und dann hat man einen GfK-Zugang.

Wobei ihr ja auch immer mehr dazu beitragt, euer Kapital, die Konten, obsolet zu machen. Mit ein bisschen Recherche ist das alles so transparent, dass man sich als Otto Normal-Interessierter ein gutes Bild machen kann. Das ist natürlich nichts Schlechtes für Otto, aber ihr schafft euch selbst ab. Wo ich an dem Punkt angelange, an dem  ich doch Gefallen daran finde. Weiter so. Veröffentlicht jeden Tag irgendwelche Charts! Am besten die Morgens- , Mittags- und Abendcharts! Und für jedes Genre! Damit die Leute entweder gar keine Musik mehr hören und sich nur noch Zahlen anschauen, oder – und das erhoffe ich mir – so übersättigt sind, dass sie anfangen Chartplatzierungen zu ignorieren und sich verdammt nochmal aufs Wesentliche konzentrieren – Musik. Was ihr da macht ist kein Drahtseilakt mehr, das ist Fallen auf niedrigem Niveau. Und das, muss ich gestehen, amüsiert mich wieder.

2 KOMMENTARE

  1. Ist echt so, wobei man sowieso sagen muss das allgemein kommerzieller Erfolg nichts über die Qualität der Musik aussagt. Daher sind die Charts auch allgemein Sinnlos da ich persönlich höre was mir gefällt und nicht das was alle aus irgend einem Grund gerade hören.

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