HipHop for Charity

Jeden Tag eine gute Tat, so lautet das alte Pfadfinder-Credo. Ob Doug E. Fresh, Jadakiss oder all die Kollaborateure von Gurus "Jazzmatazz"-Projekt in ihrer Freizeit alten Großmüttern über die Straße helfen, ist zwar nicht bekannt, aber hier wird auch in größeren Maßstäben gedacht. Während Jadakiss ein Benefiz-Konzert in Afrika geben wird, lässt das Jazz-HipHop-Label Revive Music Group für einen Abend die "Jazzmatazz"-Serie wiederaufstehen – und Doug E. Fresh sammelte Geld für ein verarmtes Mitglied der Last Poets.

Die 1968 gegründeten Last Poets sind eine Spoken-Word-Gruppe aus New York und gelten als eine der wichtigsten Vorläufer des HipHop. Nicht nur waren sie eine der ersten Formationen, die Sprechgesang auf Instrumentals packten und damit Erfolg hatten, ihre politischen Reime beeinflussten auch frühe Rap-Größen wie KRS-One oder Chuck D von Public Enemy.
In den letzten Jahren verdiente die Gruppe ihr Geld weniger mit Musik als mit Workshops, die sie in Schulen und Kultureinrichtungen abhielt. Da die öffentlichen Gelder für solche Unternehmungen aber mehr und mehr eingespart werden, ist Last-Poets-Mitglied Abiodun Oyewole nun pleite – und kann nicht mal mehr die Miete für sein Apartment bezahlen, in dem er seit 35 Jahren lebt und in dem er seit 1979 einen wöchentlichen Poetry Slam veranstaltet. Dies berichtet die Tageszeitung New York Daily News.

Der 63-Jährige mag vielleicht kein Geld mehr haben, aber dafür hat er viele Freunde. Und so machte sich HipHop-Legende Doug E. Fresh auf und organisierte ein Benefiz-Konzert für Oyewole, das am gestrigen Sonntag im National Black Theatre im New Yorker Stadtteil Harlem stattfand. Mit von der Partie waren außerdem Comedian Paul Mooney und Jazz-Flötistin Bobbi Humphrey. Bei Ticket-Preisen zwischen 25 und 30 Dollar sollte hoffentlich ein hübsches Sümmchen für Oyewole zusammen gekommen sein.

Ebenfalls zu einem guten Zweck zusammenfinden werden die zahllosen Kollaborateure von Gurus legendärem "Jazzmatazz“-Projekt. Der am 19. April 2010 verstorbene MC hatte auf insgesamt vier Alben zwischen 1993 und 2007 HipHop und Jazz fusioniert, mit Hilfe von Jazz-Größen wie Ronny Jordan oder Donald Byrd, aber auch von HipHop-Künstlern wie Common oder The Roots. Eine feine Auswahl der an diesem Projekt beteiligten Musiker wird am 21. April ein Benefiz-Konzert im New Yorker Club "Le Poisson Rouge“ geben – zwei Tage, nachdem sich der Tod des Gang-Starr-MCs zum ersten Mal jährt. 
    
Jadakiss wiederum reist für den guten Zweck sogar um die halbe Welt. Der New Yorker Rapper wird der Headliner für ein Benefiz-Festival in Swasiland sein, das am 23. April in Manzini stattfinden wird. Das musste der gute Jada wohl erstmal googlen, zumindest wir mussten das tun und wissen nun, dass sich Swasiland zwischen Südafrika und Mosambik befindet. 

Der Erlös dieses Events soll der Prince Lindani Foundation zugute kommen, die sich für den Bau und die Versorgung von Schulen einsetzt.  
 

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