Echo 2011: Ein Abend ohne Rap

Auf einem ihrer letzten großen Hurras hat sich die Musikindustrie noch einmal kräftig amüsiert, aber für den HipHop war die Verleihung des Echo 2011 kein guter Abend. In beinahe allen Kategorien gingen Rap-Künstler leer aus – bis auf Eminem, der einen Preis in der Sparte „HipHop/Urban“ erhielt, aber leider gar nicht anwesend war.Aufgrund des Fernbleibens des amerikanischen Stars wurde die Verleihung des Hip Hop Preises dann auch kurzerhand aus dem Hauptprogramm des Abends gestrichen. Sehr zur Verärgerung der anderen Nominierten (darunter Sido, Bushido, Culcha Candela und Gentleman), die deshalb noch nicht einmal mehr in der dafür eingerichteten „Nominee Area“ Platz nehmen durften. Culcha Candela blieben aus diesem Grund der Veranstaltung gleich ganz fern. Aus Protest. Ob die Gruppe allerdings vermisst wurde, oder ob sie sich selbst einen Gefallen getan hat, weil sie sich eine weitere langatmige Gala ersparte, ist nicht bekannt.

Die größten Hoffnungen der HipHop-Gemeinde lagen indessen auf Marteria, der mit „Verstrahlt“ in der Kategorie „Bestes Video National“ nominiert war. Da in dieser Sparte die Fans im Internet über den Gewinner abstimmen konnten, startete Marteria eine Kampagne, um sich gegen Unheilig, Bakkushan, Monrose und Rammstein durchzusetzen (wir berichteten). Doch Letztere wiesen den Berliner mit ihrem Video zu „Ich tu dir weh“ anscheinend äußerst knapp in die Schranken.

In der Kategorie „Gruppe National Rock/Pop“ hatte der HipHop mit Die Fantastischen Vier und Die Atzen gleich zwei Eisen im Feuer, aber beide Gruppen mussten sich Adel Tawil und Annette Humpe alias Ich + Ich geschlagen geben.

Wenigstens live auf der Bühne wurde zumindest ein wenig Hip Hop repräsentiert. Die Atzen waren Teil einer Supergroup mit weiteren Künstlern wie Cassandra Steen, Max Mutzke und H.P. Baxxter, die ein Medley mit Hits aus 20 Jahren Echo zum Besten gab und auch das frisch wiedervereinte Traumpaar Joy Denalane und Max Herre gab sich die Ehre und präsentierte mit Unterstützung von Marteria den Song „Niemand (was wir nicht tun)“. Die anerkannten Kulturexperten vom Berliner Springerblatt B.Z. äußerten sich dazu mit gewohnt durchdachter Kritik: „Die Frau kann singen, aber die Rap-Einlage von Max Herre hätte man sich sparen können…“

Fazit: Der Echo 2012 kann eigentlich nur besser werden.

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