Chuck D spricht über Kunstprojekt

Chuck D und der US-Bundesstaat Arizona – das ist eine lange Geschichte. Bereits 1991 hatte der Rapper mit seiner Gruppe Public Enemy den Song "By The Time I Get To Arizona“ veröffentlicht, um die Abschaffung des Martin-Luther-King-Feiertages anzuprangern. 20 Jahre später sieht Chuck D wieder Grund zum Protest – und machte seinem Ärger mit einem Kunstprojekt Luft (wir berichteten). Die auf 300 Stück limitierten Bilder mit demselben Namen wie der damalige Public-Enemy-Song können interessierte Kunstfreunde nun vorbestellen.

Im Juni 2010 hatte der Kongress von Arizona den "Support Our Law Enforcement and Safe Neighborhoods Act“ verabschiedet, eine der strengsten Maßnahmen gegen illegale Einwanderer in der jüngeren Geschichte der USA. Das Gesetz verpflichtet Immigranten, ständig ihre Ausweispapiere bei sich zu tragen und erlaubt es der Polizei allein auf der Basis eines "begründeten Verdachts“, eine Person festzuhalten und ihren Status zu überprüfen.

Vor allem die afro- und latinoamerikanischen Gemeinschaften übten scharfe Kritik an dieser Verordnung, die als diskriminierend empfunden wird, da somit allein das Aussehen über die Zugehörigkeit zur Gruppe der Verdächtigen entscheidet.
Chuck D tat sich daraufhin mit dem Künstler Ravi Dosage zusammen, um ein auf 300 Exemplare limitiertes Bild zu malen. Darauf ist zu sehen, wie der Public-Enemy-Frontmann zusammen mit Menschen verschiedener Herkunft in blutroten Farben vor einem verschlossenen Tor steht.

Das Bild sei eine Collage, die auf viele bekannte Figuren aus der Geschichte der USA zurückgreife, um zu zeigen, wie eine Welt ohne Immigranten aussehen würde, so die beiden Künstler: "The concept details a future Arizona border created in a sophisticated collage utilizing a cache of recognizable figures (created over the last 100 years) to show how our ’nation of immigrants‘ has been lost to legislation.”
 

In dem Interview mit der Los Angeles Times erklärte Chuck D nun die Hintergründe seines Projekts. So sei der 50-Jährige schon immer kunstinteressiert gewesen und habe darin sogar einen Universitätsabschluss. Kunst erleichtere außerdem die Völkerverständigung: "A lot of people are still holding on to what this was rather than opening up to what it is, rather than sharing culture. Art allows people to come together to share the planet. Government has an entirely different point of view.“

Wer sich jetzt dafür interessiert, sein Kunst-Portfolio aufzustocken und sich einen echten Chuck D ins Wohnzimmer zu hängen, der kann das Bild nun vorbestellen. Kostenpunkt: 500 Dollar, dafür aber auch mit persönlicher Widmung des Public-Enemy-Frontmanns.

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