Wiener Wahlkampf spitzt sich zu

Nachdem der Generalsekretär der Freiheitlichen Partei Österreichs Harald Vilimsky bereits vor mehreren Tagen angekündigt hat, dass er gegen den Rapper Nazar gerichtlich vorgehen wolle, ist nun anscheinend auch eine Strafanzeige bei der österreichischen Staatsanwaltschaft eingegangen. Darin wird dem in Teheran geborenen Rapper "gefährliche Drohung", "Verhetzung" sowie "Aufforderungen zu mit Strafe bedrohten Handlungen" vorgeworfen. Ebenfalls geprüft werden soll mit diesem Schritt, inwieweit der Wiener Jugendstadtrat Peko Baxant zur Verantwortung gezogen werden könnte und inwieweit die Sozialdemokratische Partei Österreichs in die selbstgemachte Affäre verwickelt werden kann.

Wahlkampf also as it’s best. Nazar selbst ist von dieser Entwicklung etwas überrascht. Gegenüber rap.de ließ er durchblicken, dass er doch sehr verwundert darüber sei, dass sich eine Partei, die bei der Bürgermeisterwahl kandidiere sich derart auf ihn und seine Arbeit stürzen würde. Auf der anderen Seite freue ihn das ja aber auch ein bisschen. Schließlich sei das Ganze auch ein wenig Promoarbeit für ihn.

Gerüchten zufolge habe die FPÖ mittlerweile vier Mitarbeiter abkommandiert, das Leben und Werk des Iranischstämmigen Österreichers zu durchforsten um gerichtlich verwertbares Material auszugraben.

Vilimsky selbst stützt seine Anzeige hauptsächlich auf eine Textzeile aus Nazars Stück "Präsidentenwahl“ in der es heißt: "Ich bleibe Straße, feier weiterhin den 11. September.“ Diese zeige die tiefe Verstrickung des Hip Hoppers in Islamistische Kreise und der Generalsekretär betonte in einem Videostatement, dass dies auch ein Angriff auf die jüdische Gemeinde Österreichs darstellen würde. In einer Hetzkampagne versuchen die Freiheitlichen nun dem Rapper Kontakte zu Islamistischen Hasspredigern zu unterstellen, was dieser aber weit von sich weist. 

Gegenüber rap.de betonte Nazar, dass er keinen Umgang mit Islamistischen Kräften pflege und auch niemals gemeinsam mit einem sogenannten Hassprediger auf einer Anti-Israel Demonstration war, wie ihm anscheinend unterstellt wird.
Wörtlich sagte der Rapper gegenüber rap.de: "Kein Mensch darf mich Islamist nennen. Das ist einfach nicht wahr!“   

Beeindrucken lässt sich Nazar durch die Kampagne der FPÖ und auch durch juristische Schritte ohnehin nicht. Am Sonntag den 05. September wird es dann auch unter dem Titel "Meine Stadt“ ein gemeinsames Konzert der Rapper Kamp, Chakuza, Raf Camora und Nazar geben, wo er noch einmal klar Stellung gegen die fremdenfeindliche Politik der FPÖ beziehen will. Das Konzert ist gratis, beginnt um 19 Uhr und findet im Wiener "Flex“ statt.

"Nie und nimmer werde ich mich von diesen Leuten oder so einer Kampagne einschüchtern lassen. Nie und nimmer!“, sagte Nazar gegenüber rap.de, bevor er sich aufmachte um weiter zu einem TV-Interview zu eilen.
 

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