Botschafter verteidigt Wyclef Jean

Seit dem grausamen Erdbeben der Stärke 7, das im Januar das Leben tausender Menschen in Haiti zerstörte, sie obdachlos machte oder schwer verletzte, spendet die Welt scheinbar mehr denn je. Auf dem Konto der von Wyclef Jean ins Leben gerufenen Spendenorganisation Yele Haiti befinden sich wohl aktuell knapp zehn Millionen Dollar (um genau zu sein 9.139.324).

Allerdings steht die Organisation unter starker Beobachtung, denn schon mehrere Male wurde  Yele Haiti und Wyclef Jean persönlich unterstellt, private Einkünfte und die der Organisation zu vermischen (wir berichteten).

Yele Haiti ist nicht die einzige Organisation, die bei diesem Katastrophenfall beobachtet wird. Medienberichten zufolge wurden wohl insgesamt über zwei Milliarden Dollar an verschiedene Einrichtungen gespendet, wobei die Regierung Haitis, nach eigenen Angaben, bislang nur knapp zehn Millionen US Dollar erhalten habe.

Raymond Alcide Joseph
, der Botschafter Haitis, äußerte sich nun während eines Besuches der Nashville’s Mt. Olive Missionary Baptist Kirche zu den Vorwürfen gegen Wyclef, der zufälligerweise auch sein Neffe ist.

Der Botschafter vertrat die Meinung, andere Spendenorganisationen hätten diese Gerüchte ins Leben gerufen, weil sie eifersüchtig darauf seien, dass der Musiker im Gegensatz zu ihren Organisationen so viel Geld mit seiner Stiftung eingenommen habe.

Laut Allhiphop.com äußerte sich Joseph allerdings dahingehend, dass es möglicherweise Unregelmäßigkeiten in den Büchern gegeben haben könnte, die es auszugleichen gilt. Er selbst sei kein Buchhalter, aber dass es sich hierbei um Korruption handle, könne er sich nicht vorstellen.

Der Botschafter betonte, dass er dies nicht nur deshalb sage, weil Wyclef sein Neffe sei. Er verteidige den Musiker, weil er wisse, dass dieser ein gutes Herz habe und den Haitianern im Gegensatz zu anderen schon seit geraumer Zeit helfen würde:

"I’m not a financial accountant, I haven’t seen everything, but I think they had people go through the books and they did find some irregularities that were repaired, but as far as wholesale corruption – I say no! It’s not because Wyclef Jean is my nephew and I’m defending him but I know his heart is good and he’s been doing good work in Haiti long, long before these people who have appeared on the scene. "

Außer Wyclef setzt sich übrigens auch Master P. für die Erdbebenopfer ein. Der Rapper wird am kommenden Freitag, dem 9. April, als Juror beim WGC Fight for Haiti MMA (Mixed Martial Arts) in Pasadena, Texas teilnehmen.

Neben ihm werden noch sein Rap-Kollege Chamillionaire, Dallas Cowboys Spieler Marcus Spears, die ehemalige Profiwrestlerin Torrie Wilson, Ex-Destinys Child Sängerin LeToya Luckett, der Basketballer Kyle Lowry und andere Berühmtheiten an dieser Veranstaltung teilnehmen und hoffentlich viel Geld für Haiti zusammen bekommen.

Im Vorfeld wird Master P. zusammen mit WGC (Worldwide Gladiators Championship) Kämpfer Sam Hoger durch Schulen in Houston und Pasadena touren, um mit Kindern darüber zu sprechen, wie wichtig eine gute Ausbildung für das Leben ist.

Gegenüber Allhiphop.com äußerte der Rapper seine Begeisterung für den schnell wachsenden MMA Sport und betonte nochmals, wie wichtig es sei, den Kindern in Haiti schnellstmöglich zu helfen wieder in die Schule gehen zu können. Er sei davon überzeugt, dass man zusammen etwas verändern kann:

"Mixed martial arts is the fastest growing sports in the world. And to have the WGC bring awareness to education and helping the kids in Haiti get back into the school systems, I’m in. Together we can make a difference."

Sam Hoger
selbst wird bei dem Kampf seinen Schwergewichtstitel verteidigen. Er sagte, dass es unsere Pflicht sei, das Leben dieser benachteiligten Kinder durch Bildung zu verändern: "We are dedicated to making a real difference in the lives of these underprivileged kids through education."

Wir hoffen diese Gelder landen da, wo sie hingehören – nämlich in Haiti.