Dr. Dre verklagt Death Row

Wer nur alle gefühlte 20 Jahre ein Album releast, dem fällt natürlich umso mehr auf, wenn Tantiemen-Zahlungen ausbleiben. Ganze 18 Jahre ist es her, dass Dr. Dre sein erstes Nicht-N.W.A. Album "The Chronic" veröffentlichte und damit nicht nur die amerikanische Rap-Szene nachhaltig beeinflusste. Die Platte erschien damals über Death Row und genau dieses Label muss sich nun auch vor Gericht verantworten.

Die Produzenten-Legende verklagt seine ehemalige Release-Heimat auf mindestens 75.000 US-Dollar, da diese ihm seit seinem Weggang 1996 keinen Cent mehr an Tantiemen gezahlt hätten. Laut TMZ.com argumentiert Dre dahingehend, dass das bankrott gegangene und mittlerweile wieder existente Label nach wie vor viele Exemplare von "The Chronic", "Chronic Re-Lit" und seinen Greatest Hits absetzen würde, ohne ihn finanziell daran zu beteiligen.

Labels hingegen klagen ja auch ganz gerne mal, seit neuestem auch bevorzugt gegen Internet-Blogger, die neueste Musikvideos und Download-Mixtapes auf ihren Seiten einbinden (wir berichteten). Hierbei wurden die Betreiber der abgemahnten Websites zur Zahlung eines Strafbetrags sowie zur Löschung der betreffenden Einträge aufgefordert. Letzteres erledigt seit neuestem anscheinend auch Google für Internet-Nutzer. Wie Spiegel Online berichtet, beschwerten sich mehrere Musik-Blogger darüber, dass der Netz-Riese diverse Seiten aufgrund angeblicher Urheberrechtsverletzungen löschte. 

Die Betroffenen selbst zeigen sich absolut überrascht und verärgert über diese Maßnahmen, schließlich bloggten sie ausschließlich Inhalte, die ihnen die Plattenfirmen als Promomaterial zusandten. "Ich versichere, dass ich alle Musikstücke, die ich in den vergangenen zwei Jahren veröffentlicht habe, entweder von den PR-Agenturen, den Plattenfirmen oder den Künstlern direkt zu diesem Zweck erhalten habe.", sagte Bill Lipold, Autor von "Rock Cleveland", gegenüber der britischen Zeitung "The Guardian".

In dieselbe Kerbe schlug auch der Verantwortliche des "Masala"-Blogs, der auf seiner Seite hauptsächlich über Anti-Mainstream Musik wie japanischem Dancehall oder HipHop aus dem Senegal berichtete. Zwar habe er Abmahnungen wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen bekommen, auf seine Nachfrage, welche der Inhalte denn genau zu beanstanden seien, kam allerdings keine Antwort mehr.

Die "Masala"-Seite ist zwar mittlerweile wieder online, der Frust bei vielen anderen Betroffenen bleibt aber. Zumindest wurden auf Seiten des Internetriesen erste Fehler eingeräumt. Google-Manager Rick Klau schrieb im offiziellen Firmenblog: "Wir haben einen Fall entdeckt, in dem Blogger nicht über Beschwerden benachrichtigt wurden, bevor wir ihren Blog gelöscht haben."

Schade um die so interessante und vielseitige Musikblog-Landschaft sind derartige Aktionen allemal.

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