Freestyles from the head of your dome?

Während man sich unter deutschen Rappern ja fast ausschließlich über die immer weniger werdenden Verkaufszahlen streitet, scheint in den USA tatsächlich so etwas wie eine Wertedebatte losgetreten worden zu sein.

Darf man in Freestyles geschrieben Parts verwenden oder nicht?

Während Puristen natürlich mit einem definitivem "No. Not at all!” reagieren, äußern sich Szenegrößen wie Green Lantern etwas flexibler: "Ehrlich gesagt ist es mir egal“ sagte der DJ gegenüber dem XXL Magazin. "So lange das, was du zu sagen hast, heiß ist, kümmert es mich überhaupt nicht, ob es aufgeschrieben ist, oder nicht. Mir ist es egal, ob du beim Rappen auf dein Blackberry schaust. Der berühmte Eminem Freestyle bei Tim Westwood war auch aufgeschrieben. Er hat ihn zwar im Kopf gehabt, aber trotzdem hat er sich kurz Zeit genommen und ihn aufgeschrieben, weil er einfach zu komplex war. Ich verurteile niemanden dafür, wenn er was aufschreibt.

Auch Pusha T von The Clipse ist kein Verfechter der reinen "straight from the dome“-Schule. Der Rapper merkt auch an, dass es nur sehr wenige gute Freestyle MCs gibt und dass Freistilreime ohne Tiefe einfach nichts wert seien. Wer jemals eine Open Mic Session im Anschluss eines Konzertes miterlebt hat, bei der sich das Publikum in minutenschnelle verflüchtigt, der weiß wahrscheinlich wovon Pusha T hier redet.

Selbst ein gefeierter Newcomer wie Drake gibt gerne zu, dass er seine Freestyles vom Blackberry abliest. Er betont, dass nur sehr wenige Menschen für dieses Genre geschaffen seien und erwähnt namentlich Common, den er für diese Gabe und das Talent bewundere, zehn Minuten über alles rappen zu können, was er gerade sieht. 

Rapperin Nicki Minaj, die dafür kritisiert wurde, dass ihr Freestyle bei den BET Hip-Hop Awards  2009 auf geschriebenen Reimen basierte, rechtfertigte sich damit, dass es kaum Leute gäbe, die tatsächlich straight off the top of their head reimen würden. Gegenüber iPower921 fragte sie: "Abgesehen von KRS-One, wen gibt es noch, der tatsächlich direkt aus dem Kopf reimt? – Niemand.

Dies könnte dann auch einer der Gründe sein, warum KRS-One zusammen mit Chuck D am 06. April die Veranstaltung "Hip Hop Immortal“ moderieren wird.
Die Show wird veranstaltet vom "National Museum of Hip-Hop“ (NMoH), die auch Ausrichter der alljährlichen Hall of Hip Hop Awards sind.

Diese Preisverleihung wird in diesem Jahr auch im TV zu sehen sein und der Präsident der Organisation, Craig Wilson betont, dass im Gegensatz zu den Grammys, die ebenfalls mehrere Hip Hop Kategoreien auszeichneten, sehr viel mehr Wert auf die Pionierarbeit der Gründungsväter des Hip Hop gelegt wird.

Wilson
sagte in einem Interview gegenüber Allhiphop.com, dass die Hall of Hip Hop Awards als Signalfeuer gesehen werden sollen, die zu Ehren der wahren Pioniere der Hip Hop Kultur eingerichtet wurden. Wilson wolle an all jene erinnern, die aufgrund von kommerziellen und Majorindustrie-Interessen in Vergessenheit geraten seien: “The Hall of Hip-Hop will exist as the first true beacon of homage for those who created and pioneered this great culture we call Hip-Hop. [It’s] a testament to the prominence of the many who helped spawn this phenomenon but have been long since forgotten via contemporary commercial/corporate interests. We have developed an Induction Committee with enough experience to develop a system that will be world class.

… und an all jene, die tatsächlich noch richtiges und echtes Freestyling praktizieren.

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