Staubsaugen statt arbeiten

Wir kennen das alle. Eine wichtige Aufgabe wartet am Schreibtisch auf Erledigung und da fällt einem ein, dass man doch auch mal wieder abwaschen könnte. Der Boden gesaugt werden müsste. Und das Bad. Ach wie lange habe ich das Bad schon nicht mehr geputzt?

So ähnlich geht es gerade unserem alten Freund Dr.Dre, der sich mit allem möglichen zu beschäftigen scheint außer mit dem, was wirklich wichtig wäre. Mit seinem Album. Hier also die wöchentlich "Detox und warum es nicht erscheint" News.

Grund eins dürfte sein, dass Dr.Dre wie mittlerweile bekannt sein dürfte unter die Kopfhörerproduzenten gegangen ist. Zumindest befand er sich zur Bewerbung derselben ja sogar schon mal auf der IFA in Berlin, wo ihn die Kollegen der JUICE für ein Kurzinterview abgreifen konnten (nachzulesen in der aktuellen Ausgabe).
Das kostet natürlich Zeit. Nun aber erreicht uns die Meldung, dass Dre auch noch an der Entwicklung von Kopfhörern beteiligt war, die von Puff Daddy also known as P.Diddy im nächsten Jahr auf den Markt gebracht werden.

Die Ohrstöpsel mit dem Namen “Diddy Beats” markieren somit einen offiziellen Schlussstrich unter die einst tödliche East Coast West Coast  Fehde der 90er Jahre. Schließlich waren Puff Daddy’s Plattenfirma Bad Boy und das Dr.Dre Label Death Row Recrds bis aufs Blut verfeindet und die Ermordungen von Tupac und Biggie wurden immer wieder damit in Zusammenhang gebracht.

Nun also traf man sich beim gemeinsamen Geschäftemachen und Diddy betonte gegenüber allhiphop.com, dass die Chemie zwischen beiden Hip Hop Legenden stimmen würde: “We also have an iPod speaker base for your house coming out. That experience as a whole was good, we had a great chemistry with each other.

Grund zwei hingegen ist darin zu suchen, dass Dr.Dre gemeinsam mit Jimmy Iovine, dem Gründer von Interscope Records, nicht nur neue Kopfhörer designt um dem normalen Konsumenten Hörerlebnis zukommen zu lassen, wie es normalerweise nur im Studio möglich ist. Nein, dabei wollen es die beiden Herren nicht bewenden lassen. Sie haben sich auch noch mit diversen Schnittstellen zwischen Musik in ihrer Datenform und dem Ergebnis in Form von Schallwellen beschäftigt und sind dabei darauf gestoßen, dass die Computer die eigentliche Schwachstelle beim Musikhören sind.

Auf einer Pressekonferenz verklärte Iovine die Suche nach dem perfekten Sound mit einer Reise und betonte, dass die meisten Computerproduzenten zwar Laptops für 1.000 Dollar verkaufen würden, aber im Gegensatz dazu nur 50 Cent für das dazugehörige Soundsystem ausgeben würden: "We started this journey with the headphones to improve the transmission of sound between record makers and consumers. What’s out there is not representative of what you hear in the recording studio. As we went on this journey, we found that computers were in the way. Artists and producers want their sound repaired in digital audio. Computer companies charge $1,000 for computers but only spend 50 cents for speakers. With HP, we found a partner willing to take the step to improve the overall sound in the PC. This is for anyone who plays music."

Und da anyone who plays music auch bereit sein dürfte, etwas mehr für ein geiles Klangerlebnis auszugeben, kostet der neue Rechner, der in den USA ab dem 22. Oktober erhältlich sein wird auch schlappe 2.299,- US Dollar.

Und ganz vielleicht kann man sich ja dann auch mal Detox darauf anhören, das wieder einmal auf einen unbestimmten Releasetermin verschoben wurde. 

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