Easy Mo Bee ist traurig

Dass der Prophet im eigenen Lande nichts gilt und die wahren Gründerväter gerne vergessen werden, das ist wahrscheinlich das Problem von allen echten Pionieren.

Dass aber Easy Mo Bee nicht in die Arbeit zur neuen Halbdokumentation "Notorious“, dem Film über Biggie Smalls eingebunden wurde, das grenzt schon fast an Geschichtsfälschung.

In mehreren Interviews gegenüber den amerikanischen Hip Hop Seiten allhiphop.com und hiphopdx.com zeigt sich der Produzent verletzt und enttäuscht über die Entwicklungen. Zwar wurde er nach längerem Hin und Her als Berater für den Film engagiert und auch bezahlt, aber letztendlich wurde der Vertrag relativ formlos aufgelöst und ihm wurde mitgeteilt, dass seine Dienste nicht vonnöten seien.
Das ist schade, denn schließlich war Easy Mo Bee eine der Schlüsselfiguren im musikalischen Schaffen der Rap Legende und verantwortlich dafür, dass Biggie überhaupt jemals in einem richtigen Studio aufnehmen konnte: “The world knows that Biggie’s beginnings, especially with the connection with production, started with me. I’m the first real producer that Biggie went into a real studio with. I’m not saying that before that he wasn’t recording, doing demos at people’s houses and different stuff like that. But when he worked with me, the stuff that we came up with on Ready to Die, ended up being half of that album.

Easy
Mo Bee arbeitete in den 90er Jahren für das aufstrebende Label Bad Boy Records, das auch den Grundstein für die Karriere von Hip Hop Mogul Sean "P.Diddy“ Combs legte, damals besser bekannt als Puffy.
Diese Zusammenarbeit gestaltete sich allerdings zunehmend schwieriger, vor allem nachdem Easy Mo Bee seinen Chef zu Rede stellte, weil sich dieser auf dem Craig Mack Remix zu „Flava In Ya Ear“ als Producer auf dem Plattencover verewigen ließ, ohne einen einzigen Handschalg dafür getan zu haben. Danach erhielt Bee keine weiteren Aufträge mehr von Bad Boy.

Der Produzent betont, dass es ihm nicht darum geht, Geld oder materielle Güter abzugreifen sondern lediglich darum, dass seine Rolle in der Hip Hop Geschichte nicht vergessen wird. Folgerichtig sagt er denn auch:  “This kind of stuff has happened before. And when you just leave it undone and unexplained, people can fill in their own blanks.”

"Notorious"
  wird am 16. Januar in den amerikanischen Kinos anlaufen und unter Umständen bei den Berliner Filmfestspielen im Januar präsentiert werden.
Wir halten Euch auf dem Laufenden und wenn Diddy auf dem roten Teppich der Berlinale auftaucht, dann werden wir neben ihm stehen.

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