Das Internet – der Zerstörer des Urheberrechts?

Die Frage nach dem Schutz des Urheberrechts zieht immer weitere Kreise, das musste jetzt auch Curtis Jackson aka 50 Cent spüren. Robert Poindexter, Bandmitglied der Persuaders will den Rapper aus Queens auf 600.000 Dollar verklagen, da dieser auf dem Track "Redrum" ein Sample des Persuaders Songs "Love Gonna Pack Up And Walk Away" nutzte.

Der Fall wird in Amerika zur Zeit heiß diskutiert, da es sich bei "War Angel" um ein kostenloses Mixtape handelt, welches jeder legal aus dem Internet beziehen kann. 50 Cent hat dadurch keinerlei kommerziellen Vorteile. Pointdexter antwortete darauf hin, das diese Tatsache für ihn unerheblich
sei, er sieht seine Rechte als Urheber trotzdem verletzt. Wie der Fall letztendlich ausgeht steht noch in den Sternen.

Das Beispiel zeigt, dass das Thema Urheberrecht und in dem Zusammenhang Inernetnutzung präsenter ist als je zuvor ist. Auch in Deutschland wird zur Zeit heftig über das Thema rechtlich geschützte Musik diskutiert. Nachdem vor wenige Tagen das Oberlandesgericht Hamburg ein Urteil um den Streit zwischen Gema und Youtube gefällt hat, (rap.de berichtete) haben sich nun der Bundesverband der Musikindustrie (BVMI) sowie Universal Music zu dem Urteil geäußert. Beide Unternehmen sehen die Entscheidung des OLG Hamburgs als ersten Schritt in die richtige Richtung.
"Es ist der lange erhoffte Anstoß, die beiden streitenden Parteien wieder an den Verhandlungstisch zu bringen, um nun eine schnelle Lösung zu finden.", kommentierte Markus Wenzel von Universal.
Prof. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender der BVMI, Gründer der Popkomm und Chef des Musiksenders VIVA äußerte sich ebenfalls zum Urteil. "Das Urteil des Hamburger Landgerichts ist mit Blick auf die Haftung von Diensteanbietern von wesentlicher Bedeutung. Wir hoffen, dass es nun
zu einer baldigen Einigung zwischen YouTube und GEMA kommt.
"

Das die Gema schon länger bei vielen Künstlern für gespaltene Lager sorgt ist kein Geheimnis mehr, so äußerte sich Jan Delay erst neulich im Streitgespräch mit einem Parteimitglied der Piraten zur rechtlichen Lage von geschützter Musik in Deutschland und sagte aus das gute Musik nicht aus
dem Netz kostenfrei bezogen werden sollte. (rap.de Bericht vom 19.04.2012) Die Hamburger Jungs von Deichkind stellen ihre Abneigung gegen die Gema nicht nur in ihren Songs, wie Illegale Fans, exzessiv zur Schau sondern äußern sich auch regelmäßig in Interviews und auf Facebook zur aktuellen Urheberrechtslage in Deutschland. Als ihr YouTube-Video "Leider Geil" im März von der Verwertungsgesellschaft Gema gesperrt wurde, schrieben die Deichkinder auf Facebook: "Ob Plattenfirma, Youtube oder Gema, egal wer dafür verantwortlich ist. Wir wollen, dass unsere Videos zu sehen sind. Regelt euren Scheiß jetzt endlich mal und macht eure Hausaufgaben. Ihr seid Evolutionsbremsen und nervt uns alle gewaltig" Schon nach 2 Tagen hatte der Post über 1300 Beiträge und 25.000 Likes. Das Video wurde nach kürzester Zeit von YouTube wieder freigeschalten.

Der Reaktionen zeigen, dass sich auch die Gema nicht immer gegen den massiven Protest von Künstlern und "illegalen Fans" durchsetzen kann. Ob es bald eine Einigung zum Thema Urheberrecht gibt wird sich zeigen. Google, die Inhaber des Viedeoportals YouTube, hat vor kurzem bekannt gegeben die Verhandlungen mit der Gema wieder aufzunehmen. Die übereinstimmende Meinung lautet, Künstler sollen für ihre Arbeit entlohnt werden. Nur die Frage, wie und in welcher Form sie entlohnt werden sollen, bleibt weiter umstritten.

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