Kool Savas – Rap Genius (Review)

Mit seinem letzten Album „Märtyrer“ legte Kool Savas eines der Alben 2014 vor. Wie in der zugehörigen Review bereits ausgeführt, halte ich es sogar für sein bislang bestes Soloalbum. Der Grund, kurz umrissen: Die konsequente Fokussierung auf die hervorstechendste Stärke. Battle-Rap in seiner reinen Form. Mit dem Mixtape „Rap Genius“ legt Savas nun pünktlich zu seiner Tour neues Material vor, das auch exklusiv bei ebendieser zu kaufen ist. Das Mixtape zur Tour also.

Es gibt ja inzwischen viele Definitionen von Mixtape, die von Remix-Sammlungen bis hin zu Quasi-Alben reichen. „Rap Genius“ ist vor allem ein Ansammlung bereits veröffentlichter Savas-Parts, die aber zu einem großen Teil höchstwahrscheinlich nicht jeder mitbekommen hat. So finden sich etwa Savas‚ Strophen von „Solche Rapper“ (vom Mädness-Album „Zuckerbrot & Peitsche„), „Bergkrone“ (vom Liquit Walker-Album „Unter Wölfen„), „Kings of Rap“ (vom Azad-Album „Azphalt Inferno„) oder „Goliath“ (vom Amar-Album „Amargeddon„).

Dazu kommen Parts von Songs aus dem Back-Katalog des Berliners, etwa eine Strophe von „Exedrin„, das auf der „Haus & Boot„-EP zu hören war oder „Du siehst es doch selbst“ vom Optik Schweiz-Mixtape „Wer hatz erfunden?„. Schließlich gibt es diverse Remixe und ein paar Juice– sowie andere schon veröffentlichte Exclusives. Cool zudem, dass er dem Frankfurter Credibil, den er einst als „Deutschraps Zukunft“ bezeichnete, einen ganzen Track performen lässt: Dessen Neuinterpretation von „Der Beweis“ im Megamix.

Größtenteils ist „Rap Genius“ also eine Sammlung rarer Savas-Parts, und wer sich mal kurz daran erinnern möchte, wieviele Features der gute Mann in seiner Karriere bereits rausgelassen hat, der kommt auf einiges an Material – wenn SAV will, kann er damit locker noch drei bis vier Mixtapes füllen.

Neues und exklusives Material findet sich auf dem Mixtape indes kaum. Nach dem Intro gibt es den Titeltrack, der mit 1:12 nicht unbedingt lange ausfällt. Das war’s dann aber auch schon. Klingt jetzt vielleicht ’n bisschen wenig, aber andererseits bietet „Rap Genius“ mit 57 Anspielpunkten (einer davon das Intro, ein weiterer ein Skit) jede Menge Kurzweil und Abwechslung und vor allem jede Menge rare Verses von Savas. Ein bisschen schade ist es dennoch, dass auf Exclusives so gut wie ganz verzichtet wurde. Wird vielen Hörern allerdings eh kaum auffallen, da man schon ein absoluter Die-Hard-Fan sein muss, um tatsächlich alle der teilweise obskuren Parts zu kennen. Kurzum: Nix neues, aber viel kaum bekanntes.

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