Review: LGoony – Lightcore

LGoony war zu Beginn seiner Karriere noch mit der Glo Up Dinero Gang unterwegs. Schon damals war er ein Early Adopter der Trap-Entwicklungen aus den Staaten. Und der autotunelastige Sound und das Faible für absurd teure Luxusgüter sind bis heute geblieben. Doch was vor ein paar Jahren noch für viel Hohn und Spott sorgte, ist mittlerweile im Mainstream angekommen.

Manch einer mag behaupten, LGoony sei auf seinem Film hängengeblieben und hätte sich nicht weiterentwickelt. In der Tat ähneln die Projekte von vor vier oder fünf Jahren dem aktuellen Werk sehr. Doch auch wenn sich stilistisch nicht allzu viel verändert hat, ist „Lightcore“ nicht aus der Zeit gefallen. Zwischen den vielen, mittlerweile deutlich populäreren Nachahmern, die das Genre inzwischen in den Mainstream gebracht haben, geht er jedoch etwas unter.

Meister der Melodie

Die meisten Beats wurden von In-House-Producer und Lichtgang-Member Dj Heroin produziert, aber auch SOTT und die Drunken Masters haben ihren Teil beigetragen. Alle Instrumentale bilden ein sattes, oft spaciges Fundament, dass wie die Faust aufs Auge zu LGoonys Autotune-verzerrten Vocals passt. Während er auf älteren Tracks wie „Ich bin nice“ noch sehr monoton klang, ist der variable Einsatz seiner Stimme mittlerweile charakteristisch für sein Klangbild.

Das wird zum Beispiel auf „Neu geboren“ und „Hobby“ deutlich, bei denen er zwischendurch immer wieder die Stimmlage wechselt. LGoonys große Stärke liegt in seinem Melodieverständnis, dass besonders in den Hooks zur Geltung kommt. Absolutes Ohrwurmpotential. Allerdings hat man seine ohnehin schon hohe Stimme in einigen Songs so hoch gepitcht, dass sie in schneller vorgetragenen Parts unangenehm klirrt.

Variabel zeigt sich der Kölner auch in Sachen Flows. Auf „Grünweiße Scheine“ beispielsweise spielt er souverän mit verschiedenen Kadenzen, ohne dabei gezwungen zu klingen. Für Lyrik-Fanatiker gibt es hingegen kaum Feinkost. LGoony thematisiert immer wieder seinen unendlichen Schein-Reichtum, was sich meistens im mittlerweile obligatorischen Flexen mit teurem Schmuck äußert.

Insgesamt herrscht in LGoonys Texten eine kalkulierte Belanglosigkeit, die häufig humorvoll auf die Spitze getrieben wird. Dabei den Spagat zwischen witzig und albern zu meistern, gelingt ihm jedoch nicht immer. Der Kölner ist aufgrund seines Auftretens niemand, dem man den propagierten Lifestyle auch nur ansatzweise abkaufen würde. Klar ist das so gewollt. Der Witz hat auch seine Berechtigung. Aber um nicht nur der Typ zu sein, den man ironisch feiert, fehlt es textlich einfach an Tiefgang, Gefühl oder Substanz.

Solide mit Abstrichen

Mit „Lightcore“ hat LGoony ein Mixtape veröffentlicht, dass sich seiner bisherigen Diskografie nahtlos anschließt. Besonders positiv fallen die qualitativ hochwertigen Beats und die melodischen Hooks auf. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack, da LGoony zwar ein Händchen für Melodien hat, dieses Talent aber den insgesamt oft zu albernen Texten zum Opfer fällt.

Lightcore [Explicit]
  • Airforce Luna
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