Wir schreiben das Jahr 2018. Ganz Deutschrap spekuliert, wie es bei Shindy weitergehen wird. Sein alter Mentor Bushido hat sich von einem wichtigen Geschäftspartner getrennt – wo und wann neue Musik des Bietigheimers erscheinen wird, steht derzeit noch in den Sternen. Wir nutzen diesen Moment der Unklarheit, um zurückzublicken auf den steilen Aufstieg des jungen Michael Schindlers.
Früh übt sich
„Und es geht Mic check ye-ye ye-ye yeaa, Mama ich mach wieder in meinem Kinderzimmer Lärm!“ – lauten die Zeilen von Shindy aus dem Jahr 2013. Damit umschrieb er auf dem Track „Immer immer mehr“ mit Bushido und Sido den weiten musikalischen Weg, den er bereits zu diesem Zeitpunkt gegangen war. Der auf den bürgerlichem Namen Michael Schindler hörende Rapper wurde am 7. September 1988 in Bietigheim-Bissingen geboren. Mit lediglich zwölf Jahren begann der Grieche aus dem Süden damit, seine Rapskills zu optimieren.
Zudem saß Shindy stundenlang an der MPC. Von der Pike auf erlernte er die Kunst des Produzierens. Die harte Arbeit trug erste Früchte: Mit 17 kreierte er das Instrumental zu der Chablife-Single „Nette Kanacken“, aus dem Jahr 2005.
Said ist konsequenter Realkeeper, akribischer Talentscout, loyaler Freund und anerkannter Kiez-Kurator. In erster Linie ist er aber eines: Ein begnadeter Musiker. In den vier Jahren, die seit dem Erscheinen seines letzten Soloalbums »Hoodrich« verstrichen sind, ist viel passiert. Said hat große Sprünge in Sachen Weisheit durch massig Lebenserfahrung gemacht und hat mit der Army of Brothers seit einiger Zeit eine neue Nachwuchs-Crew im Rücken. Auf einer gemeinsamen Platte mit Producer-Legende Brenk Sinatra aus Wien zieht Said nun bestechend ehrlich Bilanz und entdeckt dabei völlig neue lyrische und technische Schwerpunkte und Eigenarten. Ich habe die »Berliner Schnauze« in dessen naher Nachbarschaft getroffen. Wir unternahmen in beißender Hitze einen bereichernden Spaziergang auf die Spitze des Kreuzbergs und führten dabei ein spannendes Gespräch über die Entwicklungen der letzten Jahre, Pech, Selbstreflexion und unangenehme Starallüren. Have fun!





