Anfang Februar geht ein recht interessantes Trio in Sachen Rap in gemeinsamer Sache auf Tour. Der Supermix, bestehend aus Last Emperor (Lyricist Lounge), Maylay Sparks (Rapster Rec. & K7!) und Chief Kamachi (Eastern Conference), wird auf der gemeinsamen Europa Tour 2005 durch die Eventagentur Street Bookings supported, welche sich aus zwei altbekannten Schlachtschiffen – Fächerstadt Beats & Snowgoons („Clip Full Of Ammo“) – zusammensetzt. Will sagen: Man darf aus dieser Richtung sicher noch Einiges an fitten Kollaborationen erwarten. In Kürze geht die Web-Page der Mannschaft an den Start. Wer heute schon Infos zur aktuellen Tour haben möchte, checkt vorerst unseren rap.de-Eventkalender. Da sind alle Dates von Last Emperor, Maylay Sparks und Chief Kamachi im Überblick.
Webpage für Ladys on!
Die First Lady der New Yorker Graffiti-Szene – Lady Pink – musste Ende der Siebziger zunächst mit den Dawgs ins Yard, um zu beweisen, dass sie tatsächlich ihre Kannen selbst schleppt und auch ihre Pieces eigenmächtig rocken kann. In der Breakdance-Szene sah die weibliche Beteiligung ebenfalls lange Zeit dünn aus und auch im Rap-Bizz haben sich die Ladys anfangs schwerlich, inzwischen jedoch recht gut verteilen können. Nun war es quasi nur noch eine Frage der Zeit, bis die Mädels sich ein eigenes Internet-Portal erschaffen würden. Ab sofort ist dieses Thema beschlossene Sache, die Web-Page femalehiphop.net ist ab sofort ein internationales Netzwerk für Frauen im HipHop. Nun gibt es also eine Spielwiese von HipHop und urbaner Kultur aus der Perspektive und von Frauen für gleich gesinnte. Da diese Seite weltweit von den Usern selbst gestaltet wird, dürfte sie sich in Kürze zu einem vielseitigen und festen Informationspunkt für Female-Activists mausern.
Lenny dropt neues Mixtape auf eigenem Label
Lenny ist „schon wieder da“! Und zwar mit einem freshen Mixtape mit dem großartigen Namen „Homies & Huren“, welches Ende Januar als Nachfolger des ziemlich erfolgreichen „Boss Musik“-Tapes vom letzten Jahr an den Start geht. Neben zwei eigenen Medleys gibt soll es wieder eine Top-Featureliste zu präsentieren geben. Unter anderem dabei: Jonesmann (Bozz Music), Ralf Richter, Tatwaffe & G-Style (No Limit), Pitza (BADB), Axl, Geis&PS, Mirko, Vendetta, Borga und Achtung: Bruce Willis! Gewohntermaßen wird es natürlich auch ein passendes Video zum Release geben. Neu ist allerdings der Name, welcher hinter dieser Tape-VÖ steckt. Mit „Mutant Musik“ wurde ein eigenes Label gegründet, auf dem zukünftig Lenny und Konsorten funktionieren werden.
Jesse Al Malik – 100 Gunz/Ear To The Streets
So kann es gehen: Jahrelang im Geschäft, Kontakte zu Leuten wie Guru oder Godfather (Terror Squad), bereits jede Menge Auftritte im Vorprogramm von Leuten wie A Tribe Called Quest, Rakim oder auch Gang Starr und trotz alledem kommt Jesse Al Malik, der bereits Mitte der 90er als New Yorker B-Boy von sich reden machte, erst jetzt mit seiner ersten Dreitrack-EP „100 Gunz/Ear To The Streets” – erschienen auf dem Schweizer Label Full One.Die A-Seite „100 Gunz“ widerspricht musikalisch voll und ganz ihrem Namen. Der Beat absolut „laid back“, der Text nachdenklich und besonnen. Malik rappt über die heutige HipHop-Landschaft und deren Koryphäen. „Rappers talk a lot shit / but it doesn’t matter / with a 100 gunz on the scene / you even look better / it’s all about the fame.” Word! Gratis dazu gibt’s das Instrumental und Acapellas.Um einiges beachtenswerter ist nun aber die B-Seite auf der Lil’ Dap (Group Home) gefeaturet wird. Der Name des Titels: „Ear To The Streets“ und genau so klingt das Ganze dann auch. Ein Hardcore-HipHop-Track, wie es eigentlich schon viele vor ihm gab, aber derart gut gemacht, dass ich mich frage ob man von solchen Tracks überhaupt jemals genug bekommen kann! Außerdem sehr erfreulich: Ein Lil’ Dap, der sich nach langer Zeit mal wieder in bestechender Form präsentiert.Etwas zwiespältiger sehe ich den dritten Track „I Got The Hood“ mit DJ Camilo (Beatnuts). Da wirkt leider alles zu gewollt ungewöhnlich, elektronisch angehaucht, doch ohne echtes Konzept. Einzig der Part des französischen Rappers Ironie weiß voll zu überzeugen.Alles in allem aber ist „100 Gunz/Ear To The Streets” eine EP, die Lust auf mehr macht. Am besten in Form eines Albums. Was bisher zu hören war ist uneingeschränkt empfehlenswert.
Snoop Dogg – Bigg Snoop Dogg´s Puff Puff Pass Tour
Vor ein paar Jahren ging ein großes Hallo durch die Medienlandschaft. Grund: Snoop „You know how me roll“ Dogg gab vor dem Kiffen ab sofort abzuschwören. Was damals schon keiner wirklich glauben wollte, wird nun auch offiziell widerlegt – die DVD „Bigg Snoop Dogg´s Puff Puff Pass Tour“ bringt den ziemlich eindeutigen Beweis!
Die einen schlürfen Hennessy, die anderen füllen sich die Taschen und die Rübe mit Weed. Vor allem Master Snoop ist da mächtig in seinem Metier! Während der DVD-Titel ansich noch eher nach Tour-Report klingt, belehrt uns das gezeigte Material eines Besseren und zeigt mehr als ausführlich, welchem Hobby die Doggy-Bunch am liebsten frönt. Man raucht Ganja und alle machen mit. Vor allem aber erzählt man sehr gern davon. Eigentlich wird hier die ganze Zeit von nichts anderem erzählt, wenn man ganz genau ist. Nur Bishop hält ab und an mal sein Bling, das er an Kleidung, Gliedmaßen, Drinkbechern und Zahnersatz befestigt hat in die Kamera, der ein oder andere Korb wird geworfen und ab und an wird ein weiblicher Backstage-Besuch unter die Lupe genommen wird.
Dann wäre da noch ein pädagogisch hochwertvoller NORML-Konferenz-Besuch. Das ganze ist eine Veranstaltung, auf der sich Highgrade-Auskenner und -Konsumenten, mit den Pros und Kontras (eigentlich nur mit den Pros), dieser Form von Bewusstseinerweiterung auseinander setzen. Doch wo das Wissen eines Uniprofessors eben fundiert ist, lahmen die Argumente des Editors eines Weed-Fachblattes schon ganz erheblich. Dieser wird an „fundierter Fachkenntnis“ auch nur noch von einem scheinbar grenzdebilen Endverbraucher getoppt.. Dieser Part nimmt gut ein Drittel der DVD ein, was im Vergleich zu höchstens so viel Live-Material eine wirklich schwache Kür ist.Auch die Bild- und Ton-Qualität der gezeigten Live-Aufnahmen überzeugen nicht wirklich. Dafür hat man sich aber bei den Interviews und Backstage-Gesprächen viel Mühe gegeben, um Nate Dogg, Warren G, The Eastsider, Daz, Bad Azz und den Rest der Crew nett in Szene zu setzen.
Mein persönliches Highlight der DVD-Doku – wie übrigens auch bei etlichen anderen Snoop Reportagen – ist definitiv Uncle June Bugg!! Denn wer die unendliche Coolness Snoops, und die berühmt berüchtigten Farbkombis von Bishop Don Juan´s Anzügen explizit hervorhebt, sollte sich mal reinziehen, wie June – der alte Haudegen – das Tanzbein schwingt. Da wird Cool noch einmal völlig neu definiert und der ein oder andere kann sich noch eine ordentliche Scheibe anschneiden!
Ludacris – The Red Light District
Nach drei durchschlagenden Alben erscheint nunmehr der vierte Longplayer des Dirty South-Protagonisten Ludacris. Er trägt den Namen „The Red Light District“ und kann mit einer Gesamtspiellänge von ca. 65 Minuten aufwarten. Sicher sind viele Erwartungen an das neuste Release, des vielfach mit Platin ausgezeichneten Künstlers geknüpft – und sicher nicht ganz unberechtigt.So erwartet man z.B. wieder bouncende Clubtunes, wie „Stand Up“ („Chicken N Beer“) oder „Move Bitch“ („Word Of Mouf“). (Ihr erinnert euch sicher an diesen Clubtrack. Das ist dieser Song zu dem die Fellas, sollten sie denn alt genug gewesen sein um überhaupt in den Clubs dieser Republik zu feiern, lauthals mitgrölten und abweisende Hand- und Armbewegung machten – „Move Bitch, get out the way…“ usw.!)Diese Erwartungen werden auf „The Red Light District“, in meinen Augen, aber nur teilweise erfüllt. Zwar sind die Tracks „Get Back“ oder „The Potion“ ganz gute Clubsongs, doch hätten sie es nicht zwingend verdient monatelang ein warmes Plätzchen in den Plattenkisten der Resident DJs zu finden. Für mein Empfinden fehlt es ihnen einfach an Durchschlagskraft. Da ist man von Luda eigentlich anderes gewöhnt. Vielleicht liegt es ja daran, dass er mal etwas völlig anderes machen wollte und teilweise Songs entstanden sind, die man einfach nicht von ihm erwartet hätte. Ludacris selbst sagt über sein neustes Werk, dass dies der beste und persönlichste Longplayer sei, den er bis jetzt recorded hat. Und durch Tracks wie „Child of the Night“ feat. Nate Dogg mag man ihm das auch abnehmen. „Now I’ve tried plenty of times to get rid of my bad habits / Livin´ life on the cuttin edge, takin a stab at it. / And learnin from my mistakes, try not to make ‚em twice / Just admittin when I’m wrong, tryin hard to make it right“, heisst es da. Das sind Zeilen, die durchaus auf persönliche Erfahrungen und inhaltliche Tiefe hindeuten. Zu meinen Favoriten auf der CD zählen „Put Your Money“ feat. DMX, „The Potion“, und „Get Back“. Ich weiß es ist verwunderlich, dass ich die zwei zuletztgenannten Tracks zu meinen Favoriten zähle, obwohl ich diese im dritten Absatz noch kritisiere. Der Grund dafür: Diese Tracks erinnern noch am ehesten an das, was ich standardgemäß von Ludacris hören will, während der Rest auf „The Red Light District“ von mir in die Kategorie „geringfügig“ eingestuft wird.>br>
Aber ich bin mir sicher, dass auch diese Scheibe Edelmetall erhalten wird. Im Großen und Ganzen ist sie ja auch hörenswert, aber gefallen haben mir die letzten Alben im Gesamtbild eben besser. Mein absoluter Lieblings-Luda-Track „Ho“ (“Back For The First Time”) konnte bis jetzt noch nicht getoppt werden.
Ali A$ – Ali’s brandneue HipHop-Mischkassette
Als ich am Morgen, noch halb besoffen von der Sylvesterparty des Vorabends, nach Hause komme, liegt auf meinem Schreibtisch folgende Scheibe: „Ali’s brandneue HipHop-Mischkassette – A$talavista Baby“. Wer Ali A$ nicht kennt: Der Typ kommt aus dem Süden, genauer gesagt aus Bayern, und ist Member des Flava Club Camps. Jedenfalls nehme ich den Tonträger aus seiner eher lustlos gestalteten Hülle und füttere meinen hungrigen Compact Disc Player damit.Das Intro entwickelt sich nach einer kurzen verbalen Einleitung zu einem guten Stück Musik und lässt mich mit Zuversicht die nächsten Tracks in Angriff nehmen. Doch meine gute Laune sinkt, nach zwei eher durchschnittlichen Bootlegs, die sich mit zwei dünnen, selbst produzierten Stücken abwechseln. Glücklicher Weise folgt als nächstes der Track „Immer Näher“. Der Beat ist kraftvoll sowie Aggressionsgeladen und Ali beweist, dass er rappen kann. Auf der Suche nach weiteren Highlights bleibe ich bei Titel 11 „Crown Me“ hängen. Leider wird hier eine wahre Schönheit von Beat, durch etwas dürftige Performances der Artists getrübt. Ali kommt auf dem Half Time-Beat noch einigermaßen klar, aber Tai Jason, der sich auf Englisch auszudrücken probiert, hinterlässt einen eher schlechten Eindruck. Doch ich will mich damit gar nicht zu lange aufhalten, skippe weiter und stoße auf eine gut gelungene Story. Ali meint „Let The Thugs In Da Club“ und wird trotzdem vom diensthabenden Türsteher abgewiesen. Textlich gesehen ist dieser Titel ein Lichtblick mit hohem Spassfaktor. Nach einigen Hochs, aber auch einigen Tiefs, springe ich mit gemischten Gefühlen weiter von Track zu Track und lande im „Irrenhaus“. Die musikalische Begleitung erinnert stark an Seeed. Ali glänzt hier erneut durch seine Lyrics und zwingt mich förmlich den Repeat- Knopf zu drücken. Doch bis zum Ende ist es noch ein Stück, also zappe ich weiter. Das erste gute Bootleg erreicht mein Gehör: „I Shit On You“ von D12. Zum Inhalt muss ich nicht viel sagen, denn der Titel spricht für sich. Fünf mittelmäßige Musikalien später leuchten meine Ohren wieder und verfolgen gierig einen gelungenen Remix. Die Hook in „Overnight Celebrity” verleitet zum mitsingen und ist, so kurz vor Schluss, noch mal ein richtiger Ohrenschmaus. Zusammengefasst kann man sagen: Diese CD ist durchwachsen wie ein unberührtes Stück Urwald. Mein Favorit ist eindeutig der Titel „Irrenhaus“. Ali A$ hat auf jeden Fall das Talent, einen mit verrückten Story’s zu entertainen. Ich bin auf ein Soloalbum gespannt und hoffe, dass er auf diesem mehr davon zeigt.
Lil Jon und Usher – best friends
In letzter Zeit gab es das Gerücht, dass Lil Jon Usher nicht ausstehen kann, da dieser die ganzen Props für den Hit "Yeah" einheimste. Doch nun meldete sich Jon zu Wort um alles klar zu stellen. Er sagte: "Usher und ich, wir sind dicke Freunde. Leider gibt es auf dieser Erde einen Haufen Neider, die ein Problem mit unserem Erfolg haben und irgendwelche Lügen verbreiten um uns zu schaden. Wir hatten no.1 Hits und haben jede Menge Awards abgeräumt, und das wird im neuen Jahr nicht anders laufen". Die nächste Nummer 1 ist auch schon im Anmarsch. Die Single-Auskopplung "Lovers & Friends" des aktuellen Lil Jon Albums "Crunk Juice", steht nämlich derzeit in den amerikanischen Billbordcharts auf 4.




