Ali A$ – Ali’s brandneue HipHop-Mischkassette

Als ich am Morgen, noch halb besoffen von der Sylvesterparty des Vorabends, nach Hause komme, liegt auf meinem Schreibtisch folgende Scheibe: „Ali’s brandneue HipHop-Mischkassette – A$talavista Baby“. Wer Ali A$ nicht kennt: Der Typ kommt aus dem Süden, genauer gesagt aus Bayern, und ist Member des Flava Club Camps. Jedenfalls nehme ich den Tonträger aus seiner eher lustlos gestalteten Hülle und füttere meinen hungrigen Compact Disc Player damit.Das Intro entwickelt sich nach einer kurzen verbalen Einleitung zu einem guten Stück Musik und lässt mich mit Zuversicht die nächsten Tracks in Angriff nehmen. Doch meine gute Laune sinkt, nach zwei eher durchschnittlichen Bootlegs, die sich mit zwei dünnen, selbst produzierten Stücken abwechseln. Glücklicher Weise folgt als nächstes der Track „Immer Näher“. Der Beat ist kraftvoll sowie Aggressionsgeladen und Ali beweist, dass er rappen kann. Auf der Suche nach weiteren Highlights bleibe ich bei Titel 11 „Crown Me“ hängen. Leider wird hier eine wahre Schönheit von Beat, durch etwas dürftige Performances der Artists getrübt. Ali kommt auf dem Half Time-Beat noch einigermaßen klar, aber Tai Jason, der sich auf Englisch auszudrücken probiert, hinterlässt einen eher schlechten Eindruck. Doch ich will mich damit gar nicht zu lange aufhalten, skippe weiter und stoße auf eine gut gelungene Story. Ali meint „Let The Thugs In Da Club“ und wird trotzdem vom diensthabenden Türsteher abgewiesen. Textlich gesehen ist dieser Titel ein Lichtblick mit hohem Spassfaktor. Nach einigen Hochs, aber auch einigen Tiefs, springe ich mit gemischten Gefühlen weiter von Track zu Track und lande im „Irrenhaus“. Die musikalische Begleitung erinnert stark an Seeed. Ali glänzt hier erneut durch seine Lyrics und zwingt mich förmlich den Repeat- Knopf zu drücken. Doch bis zum Ende ist es noch ein Stück, also zappe ich weiter. Das erste gute Bootleg erreicht mein Gehör: „I Shit On You“ von D12. Zum Inhalt muss ich nicht viel sagen, denn der Titel spricht für sich. Fünf mittelmäßige Musikalien später leuchten meine Ohren wieder und verfolgen gierig einen gelungenen Remix. Die Hook in „Overnight Celebrity” verleitet zum mitsingen und ist, so kurz vor Schluss, noch mal ein richtiger Ohrenschmaus. Zusammengefasst kann man sagen: Diese CD ist durchwachsen wie ein unberührtes Stück Urwald. Mein Favorit ist eindeutig der Titel „Irrenhaus“. Ali A$ hat auf jeden Fall das Talent, einen mit verrückten Story’s zu entertainen. Ich bin auf ein Soloalbum gespannt und hoffe, dass er auf diesem mehr davon zeigt.

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