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Albino – Überlebenstraining

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Starten wir zu einer Zeitreise: Der Lübecker Rapper Albino führt uns in das letzte Jahrtausend, in eine Zeit, in der nachdenklicher Rap und Storytelling anfingen, Buhwörter zu werden und dem Straßenrap Platz zu machen. In diese Zeit hätte das mir vorliegende Album hundertprozentig reingepasst. Doch fehlende thematische Aktualität kann man Albino wiederum auch nicht vorwerfen. Er hat also ein Album veröffentlicht, das wie die Filme von Michael J. Fox geworden ist: Eine Zeitreise von der Vergangenheit zurück in die Zukunft.

Das wird allein schon deutlich an den Beats. Klanglich gehören 12 Finger Dan, D-Base und DJ MikeMadcap, die Beatschrauber des Albums, eindeutig zu Premos Erben und machen ihm auch alle Ehre. Melodiöse Instrumentale, deren Drums es zu keinem Zeitpunkt an Druck und Punch fehlt, geben den Soundteppich für Albino und die geladenen Gäste vor. Und mit dabei ist neben Chaoze One, Holger Burner, Ole, Tokin One, KET und Call Ya vor allem Rudi Dutschke.

Ja genau, der Rudi Dutschke. DER deutsche Weltverbesserer, DER deutsche Revolutionär und Idealist. Dieser kommt gleich im Intro zu Wort und gibt die politische, positiv engagierte Grundrichtung des Albums vor. Dieses ist sozialkritisch auf allen Ebenen. Von der abartigen Tierindustrie bis hin zu globalen Machtmonopolen ist kein Thema vor Albino sicher. Und für dieses Engagement gibt es auf jeden Fall einen Pluspunkt, da auch die musikalischen Umsetzungen in diesen Songs überzeugen. Doch persönliche Texte auf mal mehr und mal weniger geglückten Konzeptsongs lassen sich hier ebenfalls finden und die Liebe zum Rap und zum HipHop im Allgemeinen wird auch immer wieder ausdrücklich betont. Einzig die zwar ziemlich seltenen, aber eben doch vorhandenen Betonungen auf eigentlich unbetonte Silben, einzig und allein des Reimes wegen, wirken etwas krampfhaft und befremdlich und auch die wenigen Doubletime-Zeilen sitzen nicht wirklich sicher.

Dies soll aber nicht über ein ansonsten sehr rundes und gelungenes Album hinwegtäuschen, das sicherlich nichts Neues ist vom Standpunkt des Jahres 1999 aus, aber ein Novum im Jahre 2007. Und nun ist die Frage, warum ein solches Album im Jahre 2007 nicht endlich wieder Geltungsanspruch erheben darf. Es klingt wie oldschoolig neu aufgelegt. Und wenn man mal Lust auf die gute alte Schule hat, warum soll man dann nur alte Platten hören? Diese Scheibe ist dann genau das Richtige.

Flying Steps

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Wenn man in Deutschland über Breakdance spricht, gelangt man zwangsläufig zur Berliner Formation Flying Steps. Nachdem sie in diesem Jahr zum zweiten Mal die Red Bull Beat Battle  gewonnen hatten, wollten wir mehr wissen. Wir trafen die Flying Steps in unserem Kreuzberger Büro, um mit ihnen über den diesjährigen Wettbewerb und ihre Zukunft zu sprechen.


Rap.de: Erstmal im Namen von rap.de herzlichen Glückwunsch zum ersten Platz bei der Red Bull Beat Battle. War die Konkurrenz in diesem Jahr härter als im Jahr zuvor?

Flying Steps: Die Konkurrenz war auf jeden Fall härter. Die Leute wussten ja vom ersten Jahr, was auf sie zukommt. Im ersten Jahr war es noch so, dass keiner wusste, was das für ein Event werden würde, auf was achtet die Jury und die Zuschauer. Wir waren die ersten, die angefangen haben, mit Gegenständen zu arbeiten und einfach eine ganz andere Show gemacht haben, als alle anderen Crews. Die meisten haben ganz normale VIVA-Shows gemacht und wir kamen dann gleich mit einer Story an. Wir haben unsere Story „Living Room“ genannt und haben einfach mal andere Sachen als gewöhnlich eingebaut. In diesem Jahr war es dann so, dass alle Gruppen, die dazu eingeladen wurden, wussten, auf was sie achten müssen, um zu punkten. Für uns war natürlich das Problem, was machen wir, wo wir jetzt noch einen drauf setzen müssen. Das haben wir zwar geschafft, dabei aber auch gemerkt, dass die Konkurrenz ziemlich stark war. Da waren drei bis vier Gruppen, die in der engeren Auswahl waren, die ganz oben mitgespielt haben.

          

Rap.de: Woran habt ihr mehr Spass? Macht ihr lieber Shows oder Battles? Vielleicht beides?

Flying Steps: Am Anfang, wenn man als B-Boy anfängt, will man natürlich nur battlen, hauptsache zeigen, wer der Bessere ist. Mittlerweile ist es so, dass es neue Events gibt, bei denen es darum geht, nicht nur zu battlen, sondern auch Shows und Kreativität zu zeigen. Das liegt uns gerade mehr. Wir haben eine Zeit lang viele Battles gemacht und jetzt ist unsere neue Ära gekommen, in der wir sagen, dass wir nicht nur battlen, sondern den Leuten auch etwas geben wollen. Wir wollen aus B-Boying und Breakdance mehr machen als nur diesen Urban Dance. Das man diese Sache entwickelt und auf eine andere Ebene bringt, vielleicht ins Theater. Und da liegt für uns zur Zeit showtechnisch der Fokus, in diesem Bereich einer der besten zu sein.

 
Rap.de: In den letzten Jahren habt ihr als Gruppe schon eine Menge geschafft. Gibt es Sachen, die ihr unbedingt noch erreichen wollt?

Flying Steps: Unser größtes Ziel ist, mit der Musik wieder an den Start zu kommen. Unsere Tanzschule gehört auf jeden Fall zu den nächsten Dingen, die wir angehen werden. Richtige Ziele haben wir nicht. Das einzige, was wir wirklich wollen, ist, vielleicht mal mit mehreren Tänzern so eine Art Musical auf die Beine zu stellen. So was ganz großes aufbauen. Ich denke mir, das ist der nächste Schritt, den wir irgendwann gehen werden.

Rap.de: Am 1.06. erscheint eure Single „Operator“. Wie kam es dazu, dass ihr als Tänzer eine Single aufnehmt?

Flying Steps: Man darf ja auch nicht vergessen, dass wir da einen gewissen Background haben. Wir haben 1998 das erste Mal Musik rausgebracht, da wurden wir noch gefeatured mit dem Song „Supersonic“. Das war ein super Erfolg. Das Ding war in den Charts, auf Top 10, wir haben dafür Platin bekommen. Auf diesem Weg sind wir in das ganze Musikbusiness reingerutscht, aber es macht ja auch Spaß, weil für uns geht es nicht nur darum, die Musik zu transportieren, sondern diesen Tanz, den wir machen, das B-Boying, nach außen hin kommerziell zu präsentieren und den Leuten zu zeigen, worum es dabei eigentlich geht. Andererseits wollen wir natürlich auch davon leben, man muss ja ganz ehrlich sein, dass man es nicht immer nur aus Spaß macht, sondern es auch ein hartes Business ist.

        

Rap.de: Welche Musikrichtung wird das sein, gibt es ein bestimmtes Thema und worum geht es in dem Video?

Flying Steps: Die Musikrichtung ist eher poppig, elektronisch, ein bisschen von Hip Hop angehaucht. In dem Song geht es darum, das eine Frau bei dem Operator anruft und um Hilfe bittet. Es ist auf jeden Fall ein cooles Video geworden. Wir werden jeder einzeln bei der Arbeit angerufen und eilen ihr dann zur Hilfe, während sie in einem Club bei einem Tanzwettbewerb ist. Wir schreiten dann ein, machen unser Ding und am Schluss wird es eine coole Party.

Rap.de: Wann wird das Video zu sehen sein? Oder ist es schon irgendwo zu sehen?

Flying Steps: Wir warten jetzt nur noch auf die Reaktionen von VIVA und MTV. Sobald die es annehmen, geht es los. Wenn nicht, wird es auf jeden Fall auf unsere Seite  www.flying-steps.de zu sehen sein. Wir haben viele Tänzer eingeladen, haben viele Locations gehabt, an denen wir gedreht haben und wir hoffen, dass es jetzt bald bei VIVA und MTV zu sehen sein wird.

Rap.de: Wer hat die Single produziert? Ihr selbst, oder jemand anderes?

Flying Steps: Jürgen Wind ist ein Produzent von uns, dann Roc-Fam, die uns unterstützen und helfen. Es wird ein richtig fettes Album werden, auf dem es viele Features geben wird, wie zum Beispiel die Sängerin Martay aus dem Video. Dann Lil Steph, die ist auch eine sehr bekannte Tänzerin im Urban Dance, sie hat dieses Jahr die Weltmeisterschaft gewonnen als Hip Hop Tänzerin und dann haben wir noch  Master Blaster. Wir wollten, dass das Album mit vielen Künstlern gefeatured wird, damit es nicht so eintönig wird. Es werden auch krasse Breakbeats für unsere Leute mit rein kommen, also ein richtig fettes Album, das dann auch Ende Juni rauskommen wird.

Rap.de: Du nimmst mir meine Fragen vorweg.  Wird es ein Album geben, wenn ja, wann?

Flying Steps: Unser Album wird gerade produziert, es ist auch schon zur Hälfte fertig und wird, wenn die Single am 01.06. erscheint, wie gesagt Ende Juni rauskommen

Rap.de: Abhängig vom Erfolg?

Flying Steps: Sowieso, egal was kommt.

 

Rap.de: Ihr habt ja jetzt auch eine eigene Tanzschule. Ihr könnt uns ja mal kurz erzählen, wo man die findet, was ihr unterrichtet und wer dort unterrichtet?

Flying Steps: Es war schon immer ein Traum von uns gewesen, eine eigene Tanzschule aufzumachen, wie wahrscheinlich für jeden Tänzer oder B-Boy. Wir haben es endlich geschafft, diesen Schritt zu wagen und die Tanzschule wird am 01.06. ihre Türen öffnen. Die Schule ist am Tempelhofer Ufer 10, das ist etwa zwischen den U-Bahnhaltestellen Möckernbrücke und Hallesches Tor. Wir unterrichten dort als erstes vor allem B-Boying, wo wir auch sehr viel Wert darauf legen, selbst vor Ort zu sein, aber auch Sachen wie House, Hip Hop, Popping, Locking. Das sind natürlich auch wichtige Elemente, die da unterrichtet werden sollen. Wir haben auch schon ein sehr gutes Trainerteam für diesen Bereich zusammengestellt.

        

Rap.de: Was sind die nächsten Projekte, wenn das mit der Tanzschule und dem Album erst mal fertig ist? Gibt es da noch neue Projekte? Oder reicht das erst mal für die nächsten zehn Jahre?

Flying Steps: Deswegen heißt es ja auch nicht die "Flying Steps Tanzschule“, sondern die „Flying Steps Academy“. Wir werden da viel mehr machen. Wir wollen die Leute nicht nur unterrichten, sondern uns wirklich einer breiten Masse anbieten und denen zeigen, welche Tanzform wir machen, wie das aussieht und was wir damit erreichen wollen. Den Leuten soll so einfach die ganze Kultur besser vorgestellt werden. Das werden einige weitere Projekte sein, zum Beispiel Theaterprojekte oder dass wir ein Musical aufbauen wollen. Es wird sich alles andere mit der Academy weiter aufbauen. Daran sind dann die nächsten Projekte gebunden.

Rap.de: Wer kann zu euch kommen? Muss man bestimmte körperliche Vorraussetzungen mitbringen oder ein bestimmtes Alter?

Flying Steps: Ich denke mir, dass jeder, der Spaß am Tanzen und ein bisschen Rhythmusgefühl hat, kommen kann, ob der jetzt fünf Jahre alt ist oder 80, spielt eigentlich keine große Rolle. Die Frage ist, wie man Leute  in den Unterricht einbindet. Wir werden dann schauen, wie groß die Nachfrage ist. Wenn viele Leute Tanzen lernen möchten, müssen wir die Schule vielleicht erweitern.

Flying Steps: Es ist wichtig zu betonen, dass die Tanzschule nicht nur für Profis ist, denn dann braucht man ja nicht mehr zu uns zu kommen.

Rap.de: Aber auch die können kommen?

Flying Steps: Sie können natürlich gerne, wenn sie sich weiter entwickeln möchten. Es kann wirklich jeder in jeder Altersgruppe hinkommen. Wir werden Anfängerkurse, Fortgeschrittenenkurse und Kurse für die professionellen, die sich weiterentwickeln wollen anbieten, weil wir in unseren Workshops festgestellt haben, dass die Kurse sehr gemixt waren und manche sich benachteiligt gefühlt haben. Die Kurse an der Akademie werden wir auf jeden Fall so gut aufteilen, dass für jeden etwas dabei ist.

Flying Steps: Was wir auch auf jeden Fall machen werden, ist, dass wir andere Tanzlehrer, die auf einen bestimmten Stil spezialisiert sind, einladen werden, von denen wir vielleicht selbst noch etwas lernen. So dass Profis andere Profis unterrichten und die Leute besser voneinander lernen können.

Rap.de Für die Leute, die es nicht zu eurer Tanzakademie schaffen: Was gebt ihr denen auf den Weg, was ratet ihr denen?

Flying Steps: Fangt einfach an, egal wie. Wir haben das auch so gemacht. Wir haben uns Videos angeguckt, haben uns das sonst irgendwo abgeschaut, sind dann nach Hause oder in Jugendclubs gegangen und haben es da trainiert. Am besten lernt man natürlich von Leuten, die einem zeigen, wie was geht. So lernt man es dann in der Regel auch richtig. Einfach den Mut aufbringen, den ersten Schritt zu gehen.

 

 

Rap.de: Habt ihr sonst noch etwas, dass ihr unbedingt los werden wollt?

Flying Steps: Auf jeden Fall noch mal zurück zu unserer Eröffnung am 01.06. Es wird bei freiem Eintritt ein großes Hoffest geben. Die Tanzschule hat etwa 300qm. Es wird  für jeden etwas dabei sein, so dass auch Eltern mit ihren Kindern kommen können. An diesem Tag ist auch die Record-Releaseparty von unserer Single.

Rap.de: Ihr werdet da auch performen?

Flying Steps: Das ist noch nicht wirklich klar, ob wir das machen werden, aber wir sind natürlich alle vor Ort und feiern unsere neue Single „Operator“. Grüße an alle Tänzer da draußen – kommt und schaut euch mal das ganze an.
Auf jeden Fall wollen wir allen noch mal danken, die uns dabei unterstützt haben oder weiterhin unterstützen. Das ist unser Management, Hauptstadt Management, weiterhin Leute wie Amok, die uns sehr unterstützen und die ganzen Jungs, die gerade bei uns in der Tanzschule arbeiten, damit wir dieses Ding am ersten nach vorne bringen können. Den Leuten müssen wir wirklich danken, denn ganz alleine hätten wir es niemals geschafft und wir sind stolz darauf dass wir es gemeinsam geschafft haben.

Rock On

Zu oft zu schlecht

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Sinkende Verkaufszahlen in der Musikindustrie, HipHop-Boykotte von Pfarrern und Radiosendern, immer mehr Rapper werden zu Mode- oder Saftverkäufern … dass es zurzeit nicht gerade sehr gut um HipHop steht, wird wohl keiner bestreiten. Eine Umfrage des US-amerikanischen HipHop-Magazins SOHH ergab jetzt, dass 70% der befragten Musik-Konsumenten nicht mehr so viele CDs wie früher kaufen, da sie „durch viele Alben nicht mehr inspiriert“ werden. Die Leute wollen Alben mit durchwegs vielen guten Songs, das habe der Umfrage nach für die Mehrheit (76%) höchste Priorität bei einem Kauf, und nicht etwa die „Beziehung zum Künstler außerhalb der Musik“, was nur 18% als wichtigsten Faktor nannten. Der Inhalt zählt halt doch noch mehr als die Verpackung. Und dass dieser zu oft einfach nicht gut ist, haben schon viele festgestellt (u.a. Talib Kweli, wir berichteten).

Auf in die letzte Runde

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Der Beef zwischen den Chefs von Dipset und G-Unit, Cam´ron und 50 Cent, ist inzwischen schon ein relativ alter Hut und während Cam´ron ganz heiß darauf zu sein scheint, den Streit weiter zu führen gibt sich Fifty bei momentaner Lage mehr als entspannt und erklärt Cam für irrelevant. Cam hatte zuletzt ein Urlaubsvideo gesendet, in dem er mit Unterhemd und Boxershorts vor seinem Swimmingpool zu sehen ist. Er droht Fifty damit „Es wird ein verdammt heißer Sommer werden, wenn ich am 1. Juni von hier zurück komme.“ Fiftys Antwort hierzu war lediglich, das allein sein Whirlpool schon größer sei als sein Pool und sich Cam nur noch lächerlicher mache, wen er in Boxershorts vor der Kamera posiert. Er sieht den Dipsetchef als völlig unbedeutend „Sein letztes Album hat sich 270.00 mal verkauft. Ich habe dagegen 9,8 Millionen Einheiten abgesetzt und werde mein Publikum doch nicht mit einem Typen langweilen, der keinen mehr interessiert.“

Trennung von Jive

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Drei Jahre lang hatten die Rap-Brüder Clipse aus Virginia viele Probleme und Zoff mit dem Label Jive. Letztes Jahr war Pusha T in einem Interview über sie hergezogen, nannte sie „motherfuckers“ und wollte die ganze Mitarbeiterschaft lynchen. Jetzt haben die beiden es wahrscheinlich geschafft, loszukommen. „Zur Zeit sind wir ‚free agents’. Es gibt ein paar Labels, die Interesse haben.“, sagte Rapper Malice. Eine offizielle Kundgebung, dass der Vertrag mitJive Records gekündigt ist, gab es jedoch noch nicht.

Lloyd – Streetlove

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Nein – ein Newcomer ist Lloyd nicht mehr. 2004 releaste er seinen Erstling "Southside" über Irv Gotti’s The INC-Imprint, dass zur damaligen Zeit gerade auf dem absteigenden Ast rangierte. Auch "Street Love" kommt noch über The INC raus, obgleich Sho’Nuff Records (Label von Jazze Pha) auch einen Kontrakt mit Lloyd abgeschlossen hat. Ein rundes Werk ist "Street Love" geworden, dem es zwar hier und da an lyrischer Aussagekraft bzw. Flexibilität fehlt, in Bezug auf den künstlerischen Entwicklungsprozess doch schon deutlich weiter ist als "Southside".  Stimmlich hat der Mann jedenfalls einige Schippen drauf gelegt.

"Valentine" weiß dies eindrucksvoll zu belegen. Bei genauerer Betrachtung kann man hier und da – speziell in der Hook – einige Parallelen zu J.T. oder Robin Thicke ziehen. Amerikanische Rezensenten tendieren dazu gar den Namen "Michael Jackson" als Parallele herbeizuziehen, was jedoch nach vollständigem Studium des Albums als vollkommen überzogen abgetan werden darf. Viel Spaß bereitet auch "I don’t mind" bei welchem die neuerliche "Make It Rain"-Thematik nochmals Anklang findet. Spendin‘ doe für seine Chai und so halt… ‚caus money ain’t a thang. Usher’s junger Bruder J Lack erfreut sich jüngst in den USA einer regen Beliebtheit – spätestens seit "Get It Shawty", welches er für eben jenen Lloyd gelacet hat. Da geht definitiv Einiges – tanzmässig. Mit annehmbaren 130 Bpm.

Ziemlich schmachtend und absolut überzogen kommt hingegen "Players Prayer" daher. Slow-Jam mit Emotionalität und tiefsitzendem Schmerz. Trotzdem die Skip-Taste für die schwache dramaturgische Leistung. "Killing Me", "Take You Home" & "What You Wanna Do" sind jetzt auch nicht das Non plus ultra der neuzeitlichen RnB-Ästhetik aber okayes Mittelmaß. Zu "You" mit Lil Wayne und dem Remix mit Andre 3000 & NAS braucht man nicht allzuviele Worte zu verlieren. Die Songs sind ohnehin seit geraumer Zeit in aller Munde und Ohren. Für die Digger: Spandau Ballet mit "True" wurden hier recyclet. Weiteres Recycling wurde bei "One For Me" betrieben. Das Ganze jedoch nicht ganz so glücklich. Da sehen Art of Noise mit ihrer ursprünglichen Version "Moments In Time" doch besser aus. Und auch die 69 Boyz haben mit "Tootsee Roll" mehr rausgeholt.

Wie schon erörtert, geht das Album über weite Strecken klar. Man muss sich jedoch darauf gefasst machen, dass ab und an ein kleiner Skip notwendig ist. In Amerika hat das Album übrigens innerhalb eines Monats Gold eingefahren (500.000 verkaufte Exemplare).

Timbaland – Shock Value

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Woran soll Timbaland scheitern? Aus dem Meisterschreiner, der schon Bretter für jeden Rapper, Sänger und sonst was geschnitzt hat, wurde in den letzten Monaten der No.1 Hitgarant. Und dies ist ein Umstand, der mittlerweile ja mehr zählt, als Alles andere. Dennoch kann man Timbaland auch cool finden, wenn man Verkaufszahlen und Billboardchats uninteressant und einen Dilla oder Madlib gut findet. Doch noch mal ganz kurz zurück zu den Charts und damit in die Gegenwart. In der gelang es Timbo ja immerhin im Falle von Justin Timberlake das Erbe der Neptunes anzutreten und, so will man doch meinen, dieses sogar zu vermehren. Den weitaus schwierigeren Fall der Popröhre Nelly Furtado (gibt es da noch jemand, dem diese Stimme so auf’n Sack geht wie mir?) wusste er ebenso zu meistern. Mittlerweile hoppelt Frau Furtado –Timbo sei Dank, dann doch sehr erfolgreich durch die Chartlandschaft.

Und jetzt also Timbo auf Solopfaden, oder wie man das auch immer nennen mag, wenn ein Star-Producer die Topp R’n’B-Poppsterne und Sternchen (und völlig überbewertete Pussycat-Sängerinnen) gemeinsam mit einigen MCs, „The Hives“ und „Elton John“ auf einem Album versammelt. Ich schlage wahlweise großes Kino im Club und Auto vor, oder Albtraum im Wohnzimmer. Zumindest dann, wenn man eben kein BET/MTV-Videoliebhaber ist. Aber sind wir mal ehrlich: Was Timbo anfasst, wird zu Gold, zumindest im Augenblick. Kann gut sein, dass bald Swizzbeatz wieder auf 1 kommt oder die Neptunes, aber momentan ist eben Timbalandzeit (Auch wenn Prince kein Bock auf ihn hat). Und seinen Erfolg hat Timbo völlig zurecht. Zwar finde ich immer noch, dass er das mit dem Rappen sein lassen sollte, aber die Produktionen auf diesem Album, gehen allemal klar, oder sagen wir mal so, sie gehen steil. Egal ob bei "Release“ mit J.T. „Bounce“ mit dem Doktor Dre oder bei „Come & Get me“ mit Fiddy und Tony Yayo, was Cuuuuuurtis Rufe hin oder her, ein scheissguter Track geworden ist. Für mich sogar der Track auf dem Album. Punkt aus fertig.
Über Ausfälle brauche ich nicht zu sprechen: Man muss sich schlichtweg vorher überlegen, ob man auf die Scherzinger, Nicole, die Furtado, Nelly oder eben  Elton John oder und die Hives Lust hat. Also ich habe die selten, gebe ich zu. Aber das ändert nichts daran, dass Timbaland der Produzent der Stunde ist und das, wie schon mal gesagt, zurecht. Und das ändert auch nichts daran, dass aus einer nervenden Sängerin mit dem richtigen Beat ein Hit werden kann- und das übrigens ebenfalls völlig zurecht.

Original Phoenix – „Operation Phoenix“

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Eine Stadt, die man sicher nicht mehr vorstellen muss, ist Hannover. Viele Jahre schon agieren hier diverse Rapacts und halten die Fahne hoch für ihre Heimatstadt. Und es scheint nicht stiller zu werden in Niedersachsen. Eine neue Formation betritt die Manege und presentiert sich mit einem Mixtape, welches die Aufmerksamkeit auf die „roten Krieger“ Hannovers lenken soll.
Die Rede ist von Original Phoenix mit ihrem Werk „Operation Phoenix“. Bei Original Phoenix handelt es sich um ein seit 2005 existierendes Indielabel, bestehend aus den Rappern Carlito the Chief, Rap-T, Mortis-one und Jonny Bockmist sowie dem DJ Seven sun. Jonny Bockmist dürfte einigen noch unter anderem Namen bekannt sein: Phillie MC. Doch was man auf den 25 Tracks von „Operation Phoenix“ hört, hat vernichtend wenig mit seiner Zeit bei DefJam Germany zu tun.
Von den Livequalitäten der Jungs konnte man sich bereits bei den diesjährigen Jamsessions überzeugen. Bei dem deutschlandweit stattfindenden Wettbewerb für Newcomer, kamen Original Phoenix bis in das Halbfinale und konnten so einige Anhänger dazu gewinnen.
Ihre erste Veröffentlichung „warm up“, eine 7-Track-E.P., wurde schnell zum Gassenhauer in Hannover. Nun folgt „Operation Phoenix“ mit Deutschlandvertrieb und einer langen Liste von Featuregästen. So gib es Parts von Oldschoolgrößen wie Pure Dose (Too Strong) und Rasputin, dem Who-is-who aus Hannover (Maze, Illvibe Allstars, Phrase), sowie Moe Mitchell, Siamak, Asek und Morlockk Dilemma.
Für die musikalische Untermalung sorgten Mortis, Illvibehausproduzent Spekbeatz, Testical, Mik2K,Ilck 24, Ümitkampfbeats und Rap-T. Insgesamt gesehen, sind die Produktionen sehr straight und fast schon bombastisch-anmutend geworden. Hier wird nicht gekleckert.
Bereits das „Operation Intro“ rollt wie eine Lawine auf den Hörer zu. Die synthie-lastigen Abfahrten sind auf keinen Fall etwas für ruhige Stunden. Es ist der ideale Soundtrack, um sich aufzuputschen, bevor es am Wochenende auf die Piste geht.
Wer aber meint, dass es auf „Operation Phoenix“ nur inhaltslose Ansagen zu hören gibt, liegt falsch.
„Meine Story“ von Rap-T, beschreibt sein Leben, und wie es stets von HipHop, auch jenseits vom Mcing, geprägt wurde. Genauso geht auch „Die Welt“ inhaltlich in die Tiefe und zeigt eben jene aus der Sicht von Carlito the Chief und Rap-T.
Ein weiterer Anspieltipp ist „Schubidu“: Jonny Bockmist auf Sauftour. Mit dem Mut, auch über sich selbst lachen zu können, zeichnet er einen typischen Absturzabend. Zitat Bockmist: „Wenn du weggehst, denkst du ein Zehner reicht/ wir kaufen für Hundert Euro Jägermeister“ Das klingt nach Schädelkirmes.
Hier jetzt jeden Track zu analysieren wäre zeitrahmensprengend. Alles in allem ist es ein Mixtape voller Adrenalin und Power geworden. Die kraftvolle Stimme von Carlito the Chief, die Spitzen lines von Mortis-one, und überhaupt die Formation in ihrer Gesamtheit machen „Operation Phoenix“ durchaus hörenswert.

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