Start Blog Seite 3527

Chagome – Freier Fall

0

Berlin beherbergt nicht nur Gangster- und Pornorap. Wem das noch nicht bekannt ist, der hatte wohl ein paar schwerwiegende Probleme in der Jugend seiner Musiksozialisation. Berlin bietet ein Spektrum an verschiedenen Rappern, wie sonst keine andere Stadt in Deutschland. Chagome ist Teil dieses großen Spektrums, und er ist von der sozialkritischen Fraktion.

Der Grundtenor des Albums ist der, dass das Leben hart ist, die Menschen schlecht sind und wohl nur Rap einen Ausweg bietet. Dabei flowt der Protagonist größtenteils solide auf den Takt der mal düsteren-melancholischen und mal elektronisch-synthetischen, aber immer nur durchschnittlichen Beats. Ab und an liegt er aber auch ein wenig daneben und die getripleten Teile einiger Zeilen wirken etwas gezwungen.

Mit den meisten Aussagen haben Chagome und seine Gastrapper unbestritten Recht, keine Frage, und unsere Zeiten benötigen sozialkritischen Rap mehr denn je. Damit wird er sicherlich auch einige Hörer für sich gewinnen können, doch reicht kritisch zu sein, leider einfach nicht aus. Das Lösen der Probleme wird irgendwem anders überlassen und es wird darauf verwiesen, dass jeder sich selbst der nächste ist und alle sehen müssen, wie sie mit dem Arsch an die Wand kommen. Doch gerade dieses Fehlen von Lösungen spiegelt sich in der relativen Einfaltslosigkeit der Musik sehr gut wieder.

Ein halben Pluspunkt gibt es für das letzte Viertel des Albums auf dem sich dann wesentlich interessantere Songkonzepte erahnen lassen. Dadurch gewinnt das Album nach hinten raus noch einmal an Fahrt, doch das kommt für mich einfach ein wenig zu spät. Ich hätte mir das schon viel früher gewünscht.

Über ein „solide“ geht meine Einschätzung dieses Album also nicht hinaus. Das Engagement schätze ich, aber es reicht nicht aus, um mich zu überzeugen. Ich weiß, in so einem Album steckt viel Arbeit, Schweiß, und manchmal auch Tränen, aber in diesem Fall langt es einfach noch nicht. Wirklich schade.

Hip Hop Open 2007

0

Der Sommer kommt und am 21.Juli ist es wieder soweit. Im Reitstadion in Stuttgart Bad-Canstatt findet nach der WM-Pause im letzten Jahr jetzt das siebte MTV Hip Hop Open statt. Mit dem Wu Tang Clan, der 10 Jahre Freundeskreis Jubiläumsshow und Jan Delay zusammen mit Disco No.1 stehen auch schon drein Headliner in den Startlöchern. Das restliche Line-Up des Tages bietet Namen wie Lady Sovereign, Blumentopf, Boundzound, K.I.Z., Prinz Pi, Ceza, Leeroy und noch einige weitere. Der Gewinner des Myspace Most Wanted Acts ist Umse aus Ratingen. Wer vorab schon mehr über den Künstler erfahren möchte, informiert sich auf seiner Myspace-Seite. Die gemeinsame Moderation des Festival übernehmen D-Flame aus Frankfurt und Scratch von den Roots, der für den kurzfristig verhinderten Killa Kela eingesprungen ist. Schlechte Nachrichten gibt es bisher nur von IAM, die wegen der Kehlkopfentzündung von Shurik´N leider "nur" durch Freeman vertreten werden.

Video-Klingeltöne von Universal

0

Eine wirtschaftliche Partnerschaft nach der anderen gehen die großen Labels ein und kommerzialisieren dabei die Musik immer weiter. Nun hat  die Universal Music Group ein Vertrag mit dem Klingeltonentwickler Vringo unterschrieben. Vringo ist eine letztes Jahr gegründete Video-Klingelton Firma, die es möglich macht, dass bei einem Anruf ein bestimmtes dem Empfänger zugeordnetes 2-10 Sekunden langes Musikvideo abgespielt wird. Die UMG hat schon begonnen, ihre erfolgreichsten Musikvideos dafür zu formatieren. Dazu gehört bisher Snoop Doggs "Drop It Like It’s Hot" und 50 Cents "Outta Control".

NAACP Kongress

0

Der HipHop-Mogul und bekehrte Gangsta-Rapper Master P hat am Mittwoch (11.Juli) die Aufgabe von Ex-Präsidenten Bill Clinton übernommen und auf dem jährlichen Kongress der NAACP (National Association for the Advancement of Colored People), einer der ältesten und einflussreichsten Bürgerrechtsorganisationen der USA, vor über 1000 Mitgliedern eine Rede über die Situation der schwarzen Jugend gehalten. Die jungen Leute sollten an sich glauben, das war seine Hauptaussage. Eigentlich stand Clinton für die Rede auf dem Programm, doch nachdem er kurzfristig und ohne Grundangabe abgesagt hatte, wurde der No Limits Records Chef darum gebeten, ihn zu ersetzen.

Hilfsbedürftig

0

Diddy ist mal wieder auf der Suche nach neuen Talenten, aber dieses mal nicht für eine neue Staffel von „Making The Band“, sondern um seinen neuen persönlichen Assistenten zu finden. Und es wird nicht einmal Bewerbungsgespräche geben, da die Suche komplett online ablaufen wird. Am 11. Juli gab Diddy ein Video über youtube.com heraus, in dem er bestätigte, dass er nach einem neuen Assistenten sucht „Wenn du glaubst, du kannst mein persönlicher Assistent sein, möchte ich wissen warum. What better job than that, to have me scream at you, go crazy, keep you up late hours, have you sleep-deprived…Wenn euch diese Stelle interessiert, dann ladet euer Video-Interview hoch und zeigt mir, warum ihr mein Assistent werden wollt.“ Bewerber können ihr Video hier hochladen. Es sollte mit dem Tag „Diddy Assistant“ versehen sein. Am Ende seines Videos sagte Diddy “Ich gehöre zu den Besten und arbeite auch nur mit den Besten, wenn ihr also einer von ihnen seid meldet euch.“

Offizielle Entschuldigung

0

Nachdem die Nachricht um den schwulenfeindlichen Track „Keine Toleranz“ von G-Hot und Boss A (Die Kralle) in den Medien die Runde gemacht hat (auch wir berichteten) und jeder ihn gehört hat, kommt nun eine Stellungnahme von G-Hot.
Darin heißt es unter anderem: „Der Text entstand als böshumorige und satirische Auseinandersetzung mit Vorurteilen gegenüber Homosexuellen. In keinster Weise spiegelt dies die persönliche Einstellung des Verfassers wieder. Die drastische Wortwahl diente einzig und allein der überspitzten Darstellung gängiger Vorurteile und sollte diese so konterkarieren.“
Trotzdem war der Song "nicht zur Veröffentlichung bestimmt. Vielmehr haben G-Hot und Boss A dieses Lied rein privat verfasst.“ Er sei ohne ihres Wissens „durch eine dritte Person in das Internet gestellt“ worden.
Es wird appelliert, „den Inhalt des Songs in keinster Weise ernst zu nehmen.“
„G-Hot und seine Crew vertreten die Einstellung, dass jeder, egal welchen Geschlechts, welcher Herkunft, welcher sexuellen Neigung, etc. gleichberechtigt ist und Toleranz nicht nur ein Schlagwort ist, sondern auch gelebt werden sollte. Sollte der Songtext einen anderen Eindruck vermittelt haben, so entschuldigen sich G-Hot und seine Crew in aller Form und distanzieren sich hiervon ausdrücklich.“
Auf YouTube wurde auch eine Videobotschaft veröffentlicht, in der G-Hot sich mit aufgesetzter Sonnenbrille offiziell bei allen Homosexuellen entschuldigt. Er wolle sie nicht hetzten, sie seien ihm „scheiß egal“.

Mordfall aufgeklärt

0

Lee Woods wurde am Dienstag (10.Juli) in New York festgenommen, da man ihn unter anderem beschuldigt das Fluchtauto bei einer Schießerei am frühen Montagmorgen in Brooklyn gefahren zu haben, bei der zwei Polizisten schwer verletzt wurden. Nach Angaben der New York Daily News ist Woods auch für den Tod des aufstrebenden Rappers und Byrd-Gang Members Stack Bundels verantwortlich. Lee Woods und sein Anwalt Patrick Megaro bestanden bei der Vorladung am Dienstag darauf, dass er zwar bewaffnet im Wagen war, jedoch keinen einzigen Schuss abgegeben hat. Die Anklage lautet bisher auf Mord, schwere Körperverletzung eines Polizisten und Waffenbesitz. Woods plädiert weiterhin auf seine Unschuld und darauf, dass die Polizisten ein falsches Geständnis von ihm erzwungen hätten.

Codemasters – Overlord

0

Willkommen bei Overlord. Hier erwaten euch fröhlich hüpfende Schäfchen, idyllische Landschaften und freundliche Menschen. Und als Overlord seid ihr auf der glorreichen Mission, diese Oase … mal komplett auseinander zu nehmen! Denn der Overlord ist der Herrscher des Bösen und des dunklen Turmes – der leider von ach so strahlenden Helden in eine Ruine verwandelt wurde. Also kann man neben dem Brandschatzen, Plündern und Quälen auch noch dringend benötigte Ersatzteile für den Turmwiederaufbau sammeln. Als neu gewählter Overlord – der alte wurde gemeinerweise von den Helden vernichtet – seid ihr jedoch nicht auf euch allein gestellt: Wichtelartige Wesen namens „Schergen“ stehen euch zur Verfügung und dürsten nach Schandtaten.

Zu Beginn des Spiels hilft euch einer der Wichtel, in der Welt von Overlord Fuß zu fassen. Das Erlernen der Steuerung geht einfach von der Hand und es fällt absolut nicht schwer, Gegner anzugreifen oder Objekte zu zerstören oder zu bedienen. Mit WSAD steuert man den Overlord, mit Q setzt man Wartepunkte für die Schergen, mit Shift fokussiert man Ziele an, mit der linken Maustaste wird ein Scherge (oder mehrere bei längerem Drücken) los geschickt und mit der rechten Maustaste ruft man sie zurück. Hält man beide Maustasten gedrückt, kontrolliert man die Schergen selber.

Man benutzt selber zwar eine dicke Zweihandwaffe (eine Axt und später auch Schwert und Streitkolben) und man kann sogar ein wenig Zaubern (Feuerbälle, Schergenverstärkung und andere, alle in drei Stufen), den Großteil der Arbeit erledigen jedoch die Schergen. Während man am Anfang nur 5 braune Schergen kontrollieren kann, so erhält man später mehr und auch rote, blaue oder grüne Schergen mit verschiedensten Eigenschaften. So sind braune Schergen wie Krieger und können gut einstecken, während rote Schergen viel Schaden mit Feuerbällen machen, aber auch sehr empfindlich sind, lediglich gegen Feuer sind sie immun. Blaue Schergen können heilen, sogar gefallene Schergen wiederbeleben und sind nicht wasserscheu (im Gegensatz zu den anderen). Die grünen zuletzt widerstehen Giften und sind quasi die Assassinen der Overlordarmee. Durch die unterschiedlichen Schergen kommt ein wenig Taktik in die Kämpfe und auch die Rätsel sind meist so aufgebaut, dass man bestimmte Schergen braucht, um diese zu lösen. Manchmal wird man jedoch leicht ratlos vor ein Rätsel gestellt. Erledigt man Aufträge in falscher Reihenfolge, kann man zum Beispiel eine Aufgabe nicht lösen, weil eine Schergenfarbe fehlt oder man keine Schergenenergie für diese Farbe mehr übrig hat. Diese sammelt man von Gegnern auf und wird nicht nur für das Beschwören von neuen Schergen benutzt. So kann man seine Ausrüstung an der Turmschmiede (sobald sie wieder funktioniert) mit den verschiedenen Schergenenergiekugeln weiterentwickeln und verschiedenste Effekte nach Belieben auf Waffe, Helm der Rüstung zaubern. Des Weiteren kann man bestimmte Aufgaben auch so lösen, dass man nicht nur böse, sondern schrecklich böse werden kann. Optisch macht sich tatsächlich bemerkbar, WIE böse man ist. Außerdem verändern sich die Zauber der dritten Stufe je nach Gesinnung. Das ganze Spiel wirkt wie eine Mischung aus normalem Rollenspiel und Strategiespiel, da das Mikromanagement der Schergen zwar gering ausfällt, aber dennoch vorhanden ist. Und man sollte sie auch nicht leichtfertig an Gegner verheizen (auch wenn dies manchmal schneller geschieht, als einem lieb ist), denn sie sammeln von selbst Waffen und Rüstungen auf und werden so immer besser.

An dieser Stelle sollte man den Humor des Spiels auf keinen Fall vergessen zu erwähnen. So sammeln die Schergen auch mal Kochmützen oder Kürbisse auf und setzen sie auf ihre Köpfe. Der Overlord selber erinnert an einen Zwillingsbruder Saurons und auch die Gegner sind bekannten Büchern nicht unähnlich. Am Anfang kämpft man vor allem gegen gewisse Halblinge, die allesamt aus Frodos Schulklasse entsprungen sein könnten. Auch sonst sind viele Fantasyklischees parodiert worden. Die Sprüche eures Tutorialschergen werden euch über eure gesamte Reise begleiten und wertvolle Tipps, aber vor allem herrlich böse Sprüche liefern. Dennoch fehlt vor allem eine Karte, auf der man sehen kann, wo man sich gerade befindet. Trotzdem fällt es relativ leicht, nach und nach seinen Turm wieder zusammen zu flicken, unter anderem auch durch die recht einfache Möglichkeit, zum letzten Dungeon oder in die verschiedenen Städte per Teleport zu reisen. Man kann im Verlauf des Spiel unter anderem eine Duellarena oder ein Modell des Turmes freischalten, an dem man „Pimp my tower“-mäßig optische Upgrades kaufen kann.

Grafisch kann sich das Spiel durchaus sehen lassen. Mit einem etwas schonenderen Detailgrad funktioniert das Spiel auch auf älteren Rechnern noch reibungslos. Die Landschaften, Gegner und Schergen sind auf jeden Fall schön animiert und wirken stimmungsvoll. Der Sound dazu passt hervorragend. Die Musik ist selten nervig und sparsam eingesetzt worden, die Schergen haben immer einen Spruch auf den Lippen und die Soundeffekte sind ebenfalls stimmig.

Alles in allem macht Codemasters genug richtig, um mit Overlord ein spaßiges Spiel auf dem Markt zu bringen. Kleine Bedienungsdefizite sind zwar vorhanden, sind aber nicht gravierend, sodass man nicht nur als Rollenspieler Gefallen finden kann. Das Spielkonzept ist nämlich richtig innovativ und mal etwas Frisches neben den ganzen Fortsetzungen. Und wo sonst kann man wählen zwischen böse und schrecklich böse?

Featured