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Marvin Gaye – Midnight Love (25th Anniversary Deluxe 2-CD Edition)

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Es gibt bereits so vieles, dass zu Marvin Gaye und “Midnight Love” gesagt und geschrieben wurde. Dass „Midnight Love“ sicher nicht das Beste unter den Gayeschen Meisterwerken („What’s Going On“ 1971, „Let’s Get It On“ 1973 und besonders „I Want You“ 1976 sprechen Bände) ist, ist allgemein anerkannt. Das Album pendelte im Erscheinungsjahr 1982 allzu stark in den Pop, und begrub die erdverbundene, bodenständige Spiritualität unter einem eher schlichten Popmusikteppich.  
Warum also wird gerade dieses Album mit einer liebevoll in Szene gesetzten Deluxe-Ausgabe gefeiert? Es gibt wohl dreierlei Gründe: Zum einen beinhaltet das Album den weltweit wohl populärsten Marvin Gaye-Song, „Sexual Healing“, den besonders in der Popwelt jedes Kind mitsummen kann (obwohl der Text sich dazu eigentlich und offensichtlich weniger eignet). Zweitens ist „Midnight Love“ das letzte, offizielle Studioalbum des Meisters, der 1984 in einem Streit von seinem Vater erschossen wurde. Zwar wurden nach seinem Tod fleißig weitere Alben veröffentlicht, die jedoch alle nur in Rohfassungen existierten. Drittens jährt sich, der Titel lässt es vermuten, das Erscheinungsdatum nun bereits zum 25. Mal. Zusammenfassend also ein Grund zum Feiern? Jein.  
Doch bleiben wir bei dem Produkt – über Geschmack lässt sich schließlich streiten. Neben dem Original-Album auf CD1 gibt es auf der zweiten CD 14 Tracks, die alle bisher unveröffentlicht sind, die meisten alternative Versionen der bekannten Tracks. Darunter zum Beispiel ein original Rehearsal Tape von „Sexual Healing“ des Marvin Gaye-Biografen David Ritz, der auch die überzeugenden Liner Notes im umfangreichen, ansprechend gestalteten Booklet beisteuerte. Jede Menge Fotos, Lyrics und eine Fülle an Infos machen die Doppel-CD zu einem echten und absolutem Muss für Fans und alle, die besonders „Sexual Healing“ als einen Meilenstein des Souls empfinden. 9 von 10!

Amerie – Because I Love It

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Ameries drittes Album ist ein Geniestreich. Ihre Entwicklung zum heißesten Vertreter und Trendsetter des supermodernen R’n’B der Gegenwart ist vom ersten Album 2002 („All I Have“) über das „Touch“-Set von 2005 bis heute sehr schön abzulesen und nachzuvollziehen. Die Beats auf „Because I Love It“ sind innovativ, aber nie überproduziert („Take Control“). Etliche Anleihen aus den Achtziger Jahren („Some Like It“), verschachtelte Soundspielereien („Make Me Believe“), irre Hooklines („Crazy Wonderful“) und Ameries ausgeklügelter Gesang machen das Set klar zu einem Anwärter zum Album des Jahres.
Das interessante an Amerie ist dabei wie immer ihre Stimme. Denn die ist eigentlich nicht besonders gut, sogar eher etwas dünn (vorsichtige Erinnerungen an die Soul-Magie von Diana Ross werden wach, obwohl die zu ihrer Zeit, mal ganz ehrlich, bei weitem nicht so innovativ wie Amerie war, lediglich erfolgreicher). Doch Amerie weiß genau, dieses Manko für sich einzusetzen. Nicht umsonst hat sie alle Songs selbst geschrieben und arrangiert (!), viele davon sogar produziert. Und sie hat ein Händchen, wo genau sie das bisschen Schmacht, dass ihre Stimme hervorzubringen vermag, präzise einsetzen kann („Paint Me Over“). Es ist offenkundig: Amerie Mi Marie Rogers, so ihr vollständiger Name, weiß, was sie will.
Auch wenn Ameries ersten beiden Alben in vielen Ländern mehrfachen Goldstatus erreichten, ist ihr Name zumindest auf dem europäischen Kontinent nicht gerade der einer Beyoncé. Das muss anders werden. Denn „Because I Love It“ vereint gleich mehrere Alben in sich: Ein Musikalisches, eins für den Dancefloor, und, last but not least, eines, das hoffentlich einen neuen musikalischen Trend setzt. 
„Because I Love It“ ist ganz groß, neu, ehrlich und einfach gut. So sollte Musik sein.

Maeckes & Plan B

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Maeckes und Plan B aus Stuttgart sind mittlerweile für weit mehr bekannt als für ihre Rapmusik. Die Jungs sind gleichermaßen Schauspieler, die mit ihrer Rap-Up-Comedy nicht nur ein eigenes Schauspiel-Genre entwickelt haben, sondern auch ihre eigenen Stücke auf die Theaterbühnen bringen. Die Erfahrungen, die die beiden Rapper dabei in den letzten Jahren gesammelt haben, lässt ihre Live-Shows zu unvergesslichen Entertainment-Erlebnissen werden. Das prall gefüllte Samoa-Zelt auf dem diesjährigen Splash! ist mein Zeuge. Der Bekanntheitsgrad, den die Zwei durch ihre Musik und unter anderem auch durch ihre Moderationsarbeit auf dem eben genannten Festival erlangt haben, hat zur Folge, dass die Menge an Autogrammjägern für sie in der letzten Zeit enorm zugenommen hat, sie also begehrter sind denn je, was nicht nur positive Auswirkungen hat. Ich hatte die Möglichkeit Maeckes und Plan B während der drei Splash!-Tage zu begleiten und ihnen immer wieder Fragen zu stellen zu den Geschehnissen während des Festivals und zu ihrer Zukunft in Rap und Theater.

Freitag:

rap.de: Plan B, du wurdest ja schon gleich zu Beginn des Festivals von der Polizei angehalten und musstest eine Geldstrafe bezahlen. Was ist genau passiert?

Plan B: Also erst einmal sind es ja nur knappe 80 Meter vom Check-in zum Festivalgelände. Auf diesen 80 Metern war halt eine Kontrolle und wir, in meinem Ford Fiesta, sind angehalten worden. Mein Beifahrer und ich mussten dann jeweils 30 Euro berappen, weil wir nicht angeschnallt waren. Als wir dann unsere Personalien angegeben haben, ich gesagt habe, dass ich 1985 in Breslau geboren bin, da machte der Polizist auch noch Witze in Form von: „1985? Da hieß das aber noch nicht Breslau.“ Das hat mich echt richtig angekotzt.

rap.de: Ihr hattet ja gerade einen eher tragikomischen ersten Moderationsauftritt. Erst hat man euch vergessen und dann habt nur Kabelmics bekommen, die dann fast zur Stolperfalle wurden und dann durftet ihr noch nicht mal in das Aufenthaltszelt der Künstler, obwohl es ziemlich gestürmt hat. Nachdem man euch im letzten Jahr nur fünfmal hat moderieren lassen, fing es in diesem Jahr wieder ähnlich respektlos an, oder?

Maeckes: Also zu Beginn hielt es sich mit dem Respekt wirklich in Grenzen, um es mal ganz zaghaft auszudrücken. Ich will nicht den Riesenhype um uns oder einen roten Teppich, aber überhaupt zur Kenntnis nehmen, dass wir da sind, das wäre schon ganz nett. Wir machen das wirklich gerne und haben Spaß dabei, aber ohne Mikros oder eben mit Stolperfallenmikros, die gerade so bis zur Hälfte der Bühne reichen und uns aufgrund der kurzen Kabel fast aus den Händen gerissen werden, geht es eben nicht. Das hat nicht viel mit Respekt zu tun.
Plan B: Ja, es ist schon ein Glück, dass wir überhaupt aufs Gelände durften und zumindest mal kurz auf die Hauptbühne. Ansonsten dürfen wir hier gar nichts. So ist das Splash!


rap.de: Jetzt, eine halbe Stunde vor eurem Auftritt im Samoa-Zelt scheint ihr ja wieder etwas entspannter zu sein. Woran liegt das?

Plan B: Also der Soundmann, der auch im letzten Jahr schon da war scheint seine Einstellung gegenüber uns Moderatoren jetzt grundsätzlich geändert zu haben. Er hat sich die letzten zwei, drei Ansagen sehr vorbildlich um uns gekümmert und ordentliche Mikros, etc. besorgt. Ich bin aber erstmal etwas skeptisch und warte den morgigen Tag ab. Meine Stimmung steigt aber, weil wir gleich unseren Auftritt haben und danach die Record-Release-Party am DeinDesign-Stand. Unser Album „Als Waeren Wir Freunde“ ist nun endlich draußen. Darüber bin ich echt froh, denn wir haben lange daran gefeilt und lange darauf gewartet.

rap.de: Und jetzt, nach dem Auftritt, ist eure Stimmung ja endlich wieder on top. Wie war der Gig?

Plan B: Die Stimmung war Wahnsinn. Alle haben mitgemacht, alle Arme waren oben. Ich bin meine Stimme komplett los. Ich muss das alles erst einmal verarbeiten.
Maeckes: Ich habe mir auch beim vierten Track oder so die Stimme komplett abgeschossen. Es ging wirklich übelst ab. Das ganze Zelt war voll. Die Stimmung war super. Wir haben echt alles gegeben und obwohl wir keine Stimmen mehr haben, hat es sich sehr gelohnt. Das Publikum ging sehr gut ab.

Samstag:

rap.de: Bevor nun der zweite Tag  beginnt, wie ist euer Resümee des gestrigen Tages? Was waren so eure Highlights?

Plan B: (an Heiserkeit kaum zu überbieten, außer von Tefla, wie sich später dann herausstellen sollte) Der gestrige Tag war ganz komisch. So richtiges Splash!-Feeling wollte noch nicht aufkommen., weil dass Gelände noch so neu ist, und mir kommt alles so klein vor. Höhepunkte gestern waren auf jeden Fall, dass wir ein paar Mal moderieren durften, unser sehr erfolgreicher Auftritt und die Release-Party. Und außerdem hat mir der Savas-Auftritt sehr gefallen. Ich bin gespannt, was der neue Tag so bringt. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Acts, die heute spielen.
Maeckes: Meine Highlights waren gleich zu Beginn die Tornadowarnung und die Unterbrechung des Programms und, dass wir aufgrund von Boxen-Absturz-Gefahr den Bühnenbereich verlassen mussten. Dann auf der Release-Party habe ich gefühlte 847000 Autogramme geschrieben. Dafür ein Dank an alle Leute, die da waren. Wir haben die ganze Zeit Wodka-Redbull getrunken und in einem Zwei-Stunden-Marathon Autogramme geschrieben und Fotos gemacht. Das war sehr schön. Jetzt muss in den nächsten zwei Tagen nur noch das Splash!-Feeling aufkommen und dann ist alles gut.

rap.de: Nun gegen Ende des zweiten Tages und wiederum etlichen Autogrammen und Fotos, und zwischendurch non stop entweder Anmoderationen oder Interviews, könnt ihr mal einen Eindruck davon geben, wie sich das anfühlt?

Maeckes: Also, immer, wenn man so ein direktes Feedback bekommt, dass die Musik, die man macht, die Menschen auch berührt, dann ist das schon sehr schön und man fühlt sich geehrt. Wenn es wie hier auf dem Splash! so geballt kommt, dann ist es aber schon ziemlich anstrengend.

rap.de: Könnt ihr das ganze Lob und die Aufmerksamkeit bei der Anstrengung denn überhaupt genießen?

Maeckes: Ich würde sagen, immer mal wieder kurz. Man freut sich schon darüber. In den Gesprächen selbst, vergisst man die Anstrengung dann eigentlich auch. Nur hinterher wenn man zur Ruhe kommt wird einem der Stress richtig bewusst.
Plan B: Also währenddessen kann ich das gar nicht genießen. Ich werde immer hin und her gezerrt und muss dann bestimmte Sachen machen. Ich denke dann später erst darüber nach. Im Endeffekt finde ich die Interviews und Pressetermine meistens nicht so toll, denn die Interviewer kennen uns oft gar nicht und haben auf ihrer Interviewliste unseren Namen nur stehen, weil wir das Festival moderieren. Die wissen teilweise gar nicht, dass wir ein Album draußen haben und stellen dann größtenteils nur langweilige bis dämliche Fragen. Das ist für die meist auch nur Arbeit. Etwas anderes ist es wenn man in Ruhe ein Interview macht und nicht nur die Standardfragen gestellt bekommt. Dann kann man das auch schonmal genießen.

rap.de: Lohnt sich dieser Stress?

Maeckes: Ja, auf jeden Fall. Du fragst mich zwar gerade an einem Punkt, an dem ich sehr abgekämpft bin, aber doch, ich denke, dass sich das alles lohnt.

rap.de: Wenn ihr noch bekannter werden solltet, dann würde das ja noch zunehmen. Träumt ihr für die Zukunft auch von der Hauptbühne, riesigen Fanscharen und großen Plattenverkäufen? Oder denkt ihr da vielleicht noch gar nicht dran?

Plan B: Es wäre natürlich schön, wenn so viele Menschen wie möglich unsere Musik sehen und hören würden. Und jeder, der mal die Fade To Black-DVD von Jay-Z gesehen hat, der träumt von solchen Sachen. Also ich kann mich mir schon vorstellen auf der Mainstage. Zu dem Erfolg, kann ich nur schwer was sagen. Also es gibt in den Charts so Leute wie Peter Maffay, die sind nicht ständig im Fernsehen bei irgendwelchen Shows, oder mit Videos. Und trotzdem hat der eine riesige Fangemeinde und füllt auf Tournee immer die größten Hallen. Das hat der sich über die Jahre aufgebaut. Der macht sein eigenes Ding, ist eben nicht Mainstream und trotzdem erfolgreich. Also das zeigt, dass es noch so einen Plan B zum Erfolg gibt, der nicht nur über ständige Charts- und Medienpräsenz mit Videos und Singles funktioniert. Wir haben noch nicht ein einziges Video und trotzdem unglaublich viele Fans, wie wir feststellen konnten. Rosenstolz zum Beispiel waren erst erfolgreich und dann stürzten sich die Medien auf die Band, oder die Beatsteaks sind auch ein gutes Beispiel, die schon derbe viel veröffentlicht haben vor ihrer Rotation im Fernsehen und Radio. Also ich bin, glaube ich, eher so der Mensch für diesen Weg.

rap.de: Schreckt euch so ein riesiger Medienhype um euch also eher ab?

Maeckes: Naja, ich kenne diesen Medienhype bis jetzt nur als Ausnahmesituation, wie jetzt zum Beispiel beim Splash! So etwas auf Dauer und in noch größeren Dimension in Zukunft zu machen übersteigt momentan noch mein Vorstellungsvermögen. Wir hätten, denke ich, aber auch kein Problem da reinzuwachsen. Wir sind sehr belastbar und das würde schon irgendwie funktionieren. Aber darüber mache ich mir erst Gedanken, wenn es soweit ist.
Plan B: Der Medienhype ist uns noch nicht so wichtig. Wir machen erstmal so weiter wie bisher und freuen uns über jeden weiteren Fan. Wir haben uns zwar entschieden, dass das hier unsere Arbeit ist, aber das mit dem Reinwachsen trifft es schon ziemlich gut.
Basti(Labelchef von Chimperator): Also wenn du von Charts und Erfolg redest, dann muss ich sagen, dass die Jungs auf jeden Fall erstmal das Potenzial dazu haben. Ich vergleiche das rein vom Entertainment-Level her mal mit den Fantastischen Vier. Und außerdem machen die etwas völlig Neues. Die machen weder Studenten-, noch Gangsterrap, und trotzdem kannst du auf ihren Konzerten eben jene in bunter Mischung antreffen. Das kann in Deutschland bisher noch niemand vorweisen. Und dabei verbiegen die Jungs sich nicht. Sie sind eben wie sie sind. Und deshalb haben sie auch ein enormes Erfolgspotenzial.


rap.de: Wenn euer Labelchef, der wirklich sehr hinter euch steht, euch als Vermittler zwischen diesen gegensätzlichen Polen betrachtet, seht ihr euch selbst auch irgendwie als die Vorreiter oder auch Vorbilder für eine neue Art von Rapmusik, von HipHop?

Maeckes: Also ich sehe mich nicht als Vermittler zwischen irgendwelchen Schubladen. Ich will meine eigene, sich ständig verändernde, Schublade kreieren. Wenn ich in eine andere Schublade reinpassen würde, dann würde ich aufhören und eine Metzgerlehre machen.

rap.de: Mir ist aufgefallen, dass ihr ungeheuer gut harmoniert, und zwar in allem: auf der Bühne, bei den Interviews, aber auch wenn der andere mal etwas durchhängt oder angespannt ist. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass es bei euch überhaupt zu Streit kommt. Gibt es solchen bei euch? Und wenn ja, wie läuft der dann ab?

Maeckes: Also diese Phase, in der es Streits gab und so, die haben wir momentan hinter uns gelassen. Bei dem aktuellen Album gab es zwar Meinungsverschiedenheiten, aber gar keine Streits mehr. Als wir angefangen haben Musik zu machen, war das anders. Vorher haben wir beide alleine Musik gemacht und standen immer alleine im Spotlight. In Interviews gab es dann öfter mal Gezerre und Kampf um das Mikro, was auch in Streits und Stress endete. Das war schon hart. Nun nach drei bis vier Jahren intensiver Zusammenarbeit weiß man aber, wie man miteinander umgeht. Das Verständnis auf der Bühne hat da entscheidend zu beigetragen. Zu wissen, wie der andere sich wann verhält, und dann genau und auch richtig einzusetzen, hatte auf jeden Fall auch Auswirkung auf unser Verhältnis abseits der Bühne. Kleine Streits gibt es aber immer noch, ansonsten würde das Album ja „Freunde“ heißen. (lächelt erschöpft)

rap.de: Wenn wir schonmal bei dem Album sind, dann lasst uns auch darüber reden. Wie seid ihr an das Album rangegangen. Es ist ja ziemlich lyrisch und trotzdem sehr Rap. Welches Konzept steckt dahinter?

Maeckes: Unser sprachlicher Anspruch an uns selber war wirklich enorm hoch. Wir wollten nicht irgendetwas veröffentlichen, sondern gute, mit der jeweils richtigen Sprache gefüllte, Ideen. Auf der anderen Seite wollten wir aber immer noch guten Rap machen und nicht künstlich versuchen oberlyrisch zu sein. Wenn die Technik nicht stimmt hört sich das keine Sau an. Und weil es so lange gedauert hat, den Mittelweg zu finden, hat es auch mit dem Album so lange gedauert. Unsere Herangehensweise war geprägt von Kreativität, sowie musikalischer Ausarbeitung und Umsetzung unserer Persönlichkeiten. Wir haben das ganze aber auch nicht totgedacht, sondern eher laufen lassen.

rap.de: Wie kam es zu dem Savas-Feature? Ihr freut euch ja schon sehr darüber.

Maeckes: Ja, das war schon ziemlich cool. Es ist auch schon ein bißchen her, dass der Songs entstanden ist. Wir haben uns irgendwann mal kennengelernt und fanden unsere Sachen gegenseitig sehr gut. Dann haben wir uns mal getroffen, waren im Studio, haben geschrieben und aufgenommen und dabei ist dieser Track entstanden. Es gibt sogar noch einen zweiten Song. Mal schauen wo wir den unterkriegen.

rap.de: Ihr seid ja Schauspieler, Rapper, Autoren, Produzenten und Regisseure, alles gleichzeitig. Was fordert euch davon eigentlich am meisten heraus?

Plan B: (lacht) Immer noch man selbst zu bleiben.
Maeckes: Also die Musik ist eigentlich mittlerweile ein Selbstläufer, weil wir das schon so lange machen. Am meisten fordert einen heraus, dann noch Dramaturg, Produzent und Schauspieler, also alles andere gleichzeitig zu sein. Die einzelnen Bereiche sind zu bewältigen und man lernt ja auch mit jedem Tag dazu, aber alles zusammenzubringen und dabei immer noch einen Bezug zur Realität zu wahren, das ist das Schwierigste. Wir wollen auf keinen Fall in einen Zustand verfallen, in dem wir uns dann ungeheuer gut und witzig finden, aber längst keinen wirklichen Blick von außen auf die Sache haben.

rap.de: Was sind eure weiteren Pläne mit dem der Rap-Up-Comedy?

Maeckes: Wir wollen auf jeden Fall mit dem Stück „Zimmer 601“ auf Tour gehen. Wir wollen nicht jedes Jahr ein neues Stück schreiben und das dann dreimal hier bei uns performen. Wir wollen raus in die Welt. Also wenn es da draußen irgendwelche Beleuchter gibt oder Techniker oder Barpersonal oder Theaterleiter, die bereit wären mit uns auf Tour zu gehen oder uns zu unterstützen, dann würde uns das schon ein Stück weiter bringen. Jeder, der interessiert ist, kann sich bei uns melden und uns unter die Arme greifen. Das wäre großartig, denn wir sind mit einer Tour für ein Theaterstück wirklich auf Hilfe von außen angewiesen. Ende des Jahres wird es wohl soweit sein, oder zu Beginn des nächsten Jahres. Außerdem werden wir eine DVD zu dem Stück produzieren. Ob diese dann in den Handel kommt, wissen wir aber noch nicht genau.

Diesem Gespräch sollte ein gefeierter Redman-Auftritt und eine Menge Wodka-Redbull folgen, was zur Beendigung der Nacht im Hotel erst morgens früh um fünf führte.

Sonntag:

rap.de: Es ist der ungeliebte Morgen danach, gebt doch mal ein Statement zu dem Getränk der Stunde, dem Wodka-Redbull.

Maeckes: Also mich führt der Wodka-Redbull in eine Art Vorhölle, die wunderschön ausgeschmückt ist. Und ich kann jedem nur raten in dieser Vorhölle mal vorbei zu schauen, wenn Wodka-Redbull in der Nähe ist. Ich lasse mir das nicht entgehen. Aber leider ist man dann am nächsten Tag in der richtigen Hölle und das ist gar nicht gut.
Plan B: Ich habe gestern sogar noch ein anderes Getränk für mich entdeckt: Jägermeister-Redbull. Das belässt alles so wie es ist und führt nochmal in ganz andere Gefilde. Das war auch nicht schlecht.

rap.de: Und wie schätzt ihr den gestrigen Festival-Tag ein?

Plan B: Also Redman war super. Der hat echt so ein geiles Konzert gespielt. Ich habe das sehr gefeiert, denn Redman ist mit der Grund dafür, dass ich so rappe, wie ich es tue.
Maeckes: Also ich hätte gerne Papoose und Olli Banjo ganz gesehen, was aber aufgrund von Interviewterminen nur häppchenweise ging. Und Redman natürlich. Meiner Meinung hätte er „Rockwilder“ nicht nur zweimal spielen können, sondern dreimal oder mehr spielen sollen. Meinetwegen auch das gesamte Konzert nur „Rockwilder“. Von der Stimmung habe ich leider auch nicht so viel mitgekriegt, da mich die Interviews, wie beim Skippen von Radiosendern, immer nur kurz daran teilhaben liessen.

rap.de: Kommt für euch denn immer noch keine „Splash!“-Stimmung auf?

Plan B: Also wenn man die letzten Jahre in die Menge geschaut hat, dann hat man irgendwie noch mehr Glitzern in den Augen der Leute gesehen, mehr Gefühl, mehr Community. Das fing im letzten Jahr schon an aufzuhören, obwohl dort auch der Regen Schuld war. Und hier auf diesem neuen Gelände in Leipzig will sich einfach nicht die richtige Chemistry aufbauen. Vielleicht mal abends in den letzten Stunden wie bei Savas oder Redman. Da sind dann wirklich alle da und haben die Arme oben. Da wollen alle das Gleiche.

rap.de: Ihr hattet jetzt am Sonntagnachmittag zum ersten Mal etwas Zeit und habt den Zeltplatz besucht und seid dort mit einigen Festivalbesuchern in Kontakt, habt ein wenig mit ihnen erzählt und euch wurde sogar etwas vorgerappt. Wie war das?

Plan B: (sehr euphorisch) Ich fand das sehr gut gerade, ich fand das prima. Ich bin gerade zum ersten Mal auf dem Zeltplatz hier in Leipzig und ich habe noch nie so krass viel Müll auf einem Zeltplatz gesehen, und ich liebe es. Das ist HipHop-Community-Müll, der nur so vor Liebe sprüht, was mich zu der Vermutung bringt, dass diese Chemistry, von der ich heute morgen gesprochen habe, wohl doch schon ihren Platz in den Reihen der Fans gefunden hat. Also wenn viel Müll liegt, wurde viel gefeiert und somit ist auch die Stimmung gut.

rap.de: Nach einem entspannt ausgeklungenen Sonntag hat das Splash!-Festival nun mit Freundeskreis gerade seinen offiziellen Schlusspunkt in diesem Jahr gesetzt und es war ein sehr gut besuchtes, erfolgreiches und vor allem sehr emotionales Konzert. Wie fühlt man sich so als Stuttgarter Junge, wenn man sowas im Jahre 2007 noch erleben darf?

Plan B: Alter, ich könnte sofort anfangen zu heulen. In der letzten Stunde habe ich mich mit Freundeskreis komplett allein gefühlt. Mir war alles um mich herum egal. Das hat mir gerade krass viel bedeutet. Jeder einzelne Song hat soviel Erinnerungen in mir wachgerufen, weil ich alle Alben von Freundeskreis früher so oft gehört und mit Max Herre auf Tour war. Aber ehrlich, ich habe als Fan kein Konzert hier so intensiv gefühlt wie das von Freundeskreis gerade. Redman hat mir auch viel bedeutet, aber ich habe mich schon lange nicht mehr so gefühlt wie jetzt. Vielleicht vergleichbar mit einem Achtjährigen, der auf ein Konzert seines Idols Michael Jackson geht oder so. Und das war sehr schön. Und außerdem wundere ich mich immer noch, warum Max Herre nicht genannt wird bei den besten Rappern überhaupt. Für mich ist er einer der besten und das hat er auch heute wieder gezeigt. Selbst die ganz jungen Fans, die mit Freundeskreis noch gar nichts anfangen können, müssen das heute gemerkt haben.

rap.de: Schönes Schlusswort zu einem interessanten Wochenende. Word.

Jay-Z verlässt Def Jam?

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Nachdem es schon viele Gerüchte darum gab, ist es jetzt anscheinend sicher: Der Rapper und Geschäftsmann Jay-Z und Präsident von Def Jam will das Label verlassen, um mit dem Def Jam Mitbegründer Rick Rubin zusammen bei Columbia Records zu arbeiten. Rick Rubin, der das Label seit Mai zusammen mit Steve Barnett leitet, plant, eine Supergruppe zu schaffen, bei der Jay-Z mehr als willkommen wäre. Rubin und Jay-Z haben in der Vergangenheit schon erfolgreich zusammengearbeitet. Auch Jiggas Partnerin Beyoncé Knowles ist bei Columbia unter Vertrag. Ein anderer Grund für sein Verlassen von Def Jam soll der Antritt Jermaine Dupris als Präsident des Sublabels Island Records Urban Music Group sein. Jay-Z sieht sich möglicherweise verdrängt. Im Herbst läuft sein Vertrag bei Def Jam aus, spätestens dann wird Klarheit herrschen.

Im Dirty South wirds dreckig

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Gegenüber dem auf Südstaaten-Hiphop spezialisierten Ozone Magazine hat Rapper und Mitglied des Duos UGK Pimp C all seiner Wut Luft gemacht. Zu Pimp C´s Opfern gehörten Russell Simmons, Ne-Yo, einige andere Down South Artists, die selbsternannten Drogenverkäufer im Rap-Game und er ging sogar so weit zu behaupten, dass Atlanta nicht zu den Südstaaten gezählt werden sollte. Hier gibt es schon mal ein paar Auszüge des Interviews zu lesen. Über Russell Simmons sagte er: “I just made peace with the lil n—- Short Dawg (Too Short, Anmerk. des Verf.) cause on the cool, it really wasn’t his fault. It was ol‘ d—-in-the-booty-Russell Simmons fault for not taking the message back to him and telling him to change his name…” Über Atlanta: “Atlanta gehört nicht zum Süden, verdammt. Wenn du in Atlanta bist, wie spät ist es da? Wenn du in Texas oder in  La aus dem Flugzeug steigst, welche Zeit hast du dort? In Atlanta ist East Coast Zeit. Ihr Typen habt im Süden nichts zu melden.“ Ein Thema, das ihn besonders aufregt, scheinen die ganzen so genannten D-Boys im heutigen Hip Hop zu sein, „All y’all n—-s talking about selling dope? If y’all n—-s was some d-boys, guess what, man? I don’t believe you n—-s no more cause I’m seeing you n—-s in button up shirts getting cute and pretty trying to look sexy. n—-, f— you. n—-, and I ain’t gotta say your name.”  Einige haben schon spekuliert, dass er mit diesen Aussagen direkt Young Jeezy ansprach. Da das Interview auch im Netz zu lesen war, schaltete sich ein Radiosender in Atlanta ein, um ein Live-Interview mit der lebenden Raplegende zu bekommen. Dieses ist nun als Download für jeden verfügbar

Comedy gegen Terrorismus

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Seit 2004 touren drei muslimische Komiker durch Nordamerika, Europa, Asien und Australien, um die gerade nach dem 11. September immer stärker gewordene Abgrenzung zum Islam in der westlichen Welt zu überwinden – durch Comedy. Der beliebte, aber auch umstrittene amerikanische Komiker Dave Chapelle, schon länger ein Muslim und überzeugter Fan ihrer Show „Allah made me Funny“, hat jetzt die Produktionsleitung eines Films übernommen, der die drei Komiker Preacher Moss, Azhar Usman und Mohammed Amer in Aktion zeigt, sowie auch dokumentarische Inhalte haben wird.

Icke & Er – Mach Et Einfach

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Das größte Unrecht, das man Icke & Er tun kann, ist, sie nicht ernstzunehmen. Klar, im letzten Sommer haben wir „Richtig Geil“ alle gefeiert, weil wir es lustig fanden, aber Potenzial hat doch darin eigentlich niemand gesehen. Nun sind die Jungs bei Four Music gelandet und haben einen kompletten Longplayer produziert. Wirklich erstaunlich ist die Ambition der beiden, Musik zu machen, die nicht als Mediengag angesehen, sondern ernstgenommen werden soll. Icke & Er vertreten einen Anspruch auf gehaltvolle Musik. Auch wenn man sich das nur schwer vorstellen kann.

Geblieben ist Ickes Berlinerisch und eine gehörige Portion Humor. Dazu gekommen sind viel Nachdenklichkeit und entwaffnend offene Ehrlichkeit ohne jegliche Pathos. Absolut glaubwürdig breitet Icke sein Leben vor seinen Hörern aus, ohne mit zuviel Nähe zu verschrecken. Selbst die Party- und Frauenhymnen verstecken immer auch Persönliches und Kritisches. Inhaltlich ist dieses Album als absolut gelungen zu betrachten.

Rein von der Berufsbezeichnung her sieht Icke sich selbst als Rapper, doch was er macht, ist eher Spoken Word-Gesang, wie Mike Skinner ihn salonfähig gemacht. Und das passt auch viel besser zu ihm, als irgendein Gespitte mit Berliner Akzent. Das gibt einem als Hörer auch die Möglichkeit sich von seinen Rap-Erwartungen zu lösen und mit freierem Kopf und einer eher musikalischen Sichtweise an das Album ranzugehen, was sich schon nach dem ersten Durchlauf auf jeden Fall auszahlt, denn das Album hat Seele.

Für die Musik ist Er zuständig, und Er baut richtig schöne Beats, mal Sample-lastig und mal elektronisch, aber immer irgendwie oldschoolig und dreckig. Icke & Er harmonieren also kongenial an Tastatur und Mikrofon. Er weiß seinen Partner immer richtig in Szene zu setzen.

Fazit: Das Album lädt zum Wohlfühlen, Lachen, Nachdenken und Feiern ein, und was will man eigentlich mehr?

JAM´s Rapublik

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Deutschrap-Fans aufgehorcht! Unter dem Titel "JAM´s Rapublik" präsentiert der Radiosender JAM FM jeden Mittwoch Abend von 22 bis 24 Uhr Deutschrap vom Feinsten. Wer nicht in Berlin oder Brandenburg wohnt, kann die Sendung auch über Net-Stream und im Kabel verfolgen. Die Frequenz in eurer Region erfahrt ihr hier. In Zukunft werden wir euch wöchentlich an selber Stelle über die aktuelle Sendung von Nico Bielefeld (Bild) berichten.

In der aktuellen Sendung wird Die Firma zu Gast sein und sich dem Moderator Nico Bielefeld zum Interview stellen sowie exklusiv und damit in Weltpremiere einige Tracks aus dem neuen Album „Goldene Zeiten“ präsentieren. Wer schon vorher Lust auf die drei Kölner hat, kann sich bei uns unter der Sparte „Features“ schon mal das ausführliche und durchaus unterhaltsame Interview durchlesen. Ein weiteres großes Thema ist das von vielen heiß erwartete neue Album von Separate „Ein Guter Tag Zum Sterben“, das ausführlich besprochen werden wird. Das Album des Mainzers erschien am 06.07.2007. Schaltet das Radio ein und checkt das ab! Bis nächste Woche!

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