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Jeru the Damaja

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Vor fast zwei Jahren redeten wir mit dem New Yorker Rapper Jeru the Damaja. "Findet eure Gemeinsamkeiten!" wurde das Interview damals zusammenfassend genannt. Warum dieses jetzt "Kämpft um eure Individualtität" heißt, wie diese Titel zusammenpassen und dass sie sich ganz und gar nicht widersprechen, da alles aber auch alles zum "Weg" gehört, auch scheinbare Widersprüche, darüber und noch viel mehr könnt ihr im folgenden Interview lesen, das wir am 18. Juli mit Jeru vor seinem Konzert in Berlin führten.

rap.de: Jeru the Damaja, was zerstörst du, was willst du zerstören?

Jeru: Ich will Unwissenheit zerstören. Aber beim Damaja geht es nicht allein um das Zerstören, sondern vielmehr ums Aufbauen. Du hast sicher schon bemerkt: wenn ein Gebäude oder irgendetwas anderes aufgebaut wird, müssen Dinge zerstört werden, der Boden muss geebnet werden. Und das ist, was ich mache. Den Boden erst ebnen, um dann neues darauf zu bauen.
rap.de: Was hasst du noch abgesehen von Unwissenheit?

Jeru: Ich hasse eigentlich nichts auf der Welt. Es ist halt so, dass es Unwissenheit den Leuten schwer macht, klar zu kommen, zu leben. Es ist der Grund, weshalb wir Kriege haben, weshalb wir Völkermorde haben, weshalb wir dieses ganze negative System haben, in dem wir hier leben. Der Grund ist Unwissenheit.
rap.de: Und das beste Mittel gegen Unwissenheit ist Bildung.

Jeru: Natürlich. Denn nicht jeder ist unwissend. Diejenigen, die die Fäden ziehen, die das System kontrollieren, wissen, was abgeht. Es sind diejenigen, die nicht wissen, der normale Mensch, du und ich, die unwissend sind, die nicht wissen, was abgeht. Also akzeptieren wir die Dinge, die wir in den Medien sehen, wir akzeptieren die Dinge, die wir hören. Darum geht es.

         
rap.de: Du liebst Bücher, nicht wahr?

Jeru: Ja, ich liebe Bücher.
rap.de: Ich habe heute etwas lustiges – oder auch weniger lustiges – im Internet gelesen. 50 Cent soll in einem Interview gesagt haben, dass wer Bücher liest arm bleibt.

Jeru: Das ist auf jeden Fall lustig.
rap.de: Was meinst du zu der Aussage?

Jeru: Ich stimme ihm absolut nicht zu. Wie lernt man, Geld zu machen? Indem man Bücher liest. Wie lernt man irgendetwas im Leben? Durch Bücher. Meine Mutter sagte mir, wenn man lesen kann, kann man alles andere auch tun. Und daran glaube ich.
rap.de: Aber 50 Cent ist kommerziell sehr erfolgreich.

Jeru: Es passiert. Manchmal kann man halt auch erfolgreich sein, ohne zu lesen. Aber das gilt nicht für alle. Manche kriegen eben den Lottogewinn, habe ich recht? (Lacht) Nicht jeder gewinnt ihn. Das ist halt eine Sache der Wahrscheinlichkeit. Die Chance, reich zu werden, ohne zu lesen, ist … nun ja, in den USA ist sie ziemlich groß. (Lacht)
rap.de: Das glaube ich nämlich auch. Es herrscht, finde ich, sogar der Trend, dass Bildung immer unbeliebter wird. Die Menschen scheinen irgendwie Angst vor Bildung zu haben.

Jeru: Ich denke nicht, dass sie Angst davor haben. Ich glaube, dass Bildung nicht gleichmäßig innerhalb der Gemeinschaft verteilt ist. Wenn du in arme Viertel gehst, haben sie eine schlechte Bildung, in den reicheren haben sie eine bessere. Und die Kinder mit der schlechten Bildung, werden wahrscheinlich arm bleiben und die Kinder mit der guten Bildung werden wahrscheinlich reich. Natürlich gibt es auch gebildete Leute, die arm sind. Es ist also deine Sache! Es liegt an dir, da ein Gleichgewicht rein zu bringen. Du musst dich bilden und gleichzeitig ein bisschen Kohle machen.
rap.de: Hier in Deutschland gibt es negative Begriffe für "gebildeten" Rap, wie „Zeigefinger-Rap“ oder „Studenten-Rap“.

Jeru: Es ist nicht gut, wenn jemand predigt. Daher versuche ich, meine Erfahrungen zu bündlen und diese Erfahrungen weiter zu geben, damit man daraus lernen kann. Ich versuche, nicht zu predigen. Manchmal tu ich es, es passiert halt, aber ich versuche mein bestes.

rap.de: Es gibt grob gesehen zwei Arten von Rappern, die zwei verschiedene Wege zeigen, aus dem Ghetto heraus zu kommen. Einerseits gibt es da die "Gangsta", die es durch Drogen und Kriminaltität versuchen, andererseits die „Conscious-Rapper“, die es durch Bücher und Bildung versuchen. Was ist dein Weg?

Jeru: Weißt du, du musst ein Gleichgewicht finden. Ich sage nicht, dass du Drogen verkaufen musst. Du sollst niemals Drogen verkaufen! Wissen ist die Grundlage für alles auf dem Planeten Erde. Ohne Wissen wäre ich nicht hier, ohne Wissen gäbe es keine Flugzeuge, die in am Himmel fliegen. Du brauchst Wissen, du brauchst Weisheit, du brauchst Verständnis. Aber wenn das alles ist, was du hast und du es nicht anwendest, dann musst du ein Mönch werden. Und ich will nicht so ein Mönch sein. Ich bin zwar ein Mönch, aber ein "Perverted Monch".
rap.de: Du bist außerdem Daoist. „Dao“ heißt Weg, nicht wahr? Kannst du diesen Weg erklären?

Jeru: Der Weg ist der Weg. Das ist die Sache am „Dao“, die die Menschen nicht verstehen. Alles ist Teil dieses Weges. Ich und du, die hier sitzen und sprechen, sind ein Teil des Weges, am Morgen aufzuwachen ist ein Teil des Weges. Was du tun musst, ist dein Gleichgewicht zu finden. Denn sobald du den Weg kennst, sobald du weißt, dass alles ein Teil von allem Existierenden ist, dann kannst du herausfinden, dann kannst du dein Gleichgewicht finden und deinen Weg durchs Leben. Es ist nicht für irgend jemanden anderes, es ist für dich selber. Ich kann dir nicht sagen, was du tun musst, ich kann dich nirgendwohin führen, denn was für mich gut sein mag, ist für dich vielleicht schrecklich. Das ist der Weg. Dem Weg zu folgen bedeutet: Das Leben ist der Weg. Atmen, Luft, Bäume, das ist alles Teil des Weges. Christentum ist Teil des Weges. Hass ist Teil des Weges…

          
rap.de: Ja, ich verstehe… Ich habe den Eindruck, dass viele amerikanische Rapper – wie du auch – sich für asiatische Kulturen und Traditionen interessieren, was zum Beispiel auch an der Beliebtheit von Kung-Fu-Filmen sichtbar wird.

Jeru: Wir sind alle mit Kung-Fu-Filmen aufgewachsen, das ist schon ein Teil unserer Kultur geworden. Schau dir allein die Lieder in den Siebzigern an, Lieder wie „Kung-Fu Fighting“…
rap.de: Mir ist aber immer noch unklar, wie diese Kulturen zusammenpassen.

Jeru: Also, ursprünglich hieß die ganze Welt Asien. Indien, China und Afrika, damals war alles Asien. Und wir handelten miteinander, daher gibt es in Afrika einige ähnliche Dinge wie in China und ähnliche Dinge wie in Indien. Daher, denke ich, ist ihre Kultur uns vielleicht näher als die europäische. Europa ist auf der anderen Globushälfte. Und zu Martial Arts: Jeder liebt Kung-Fu-Filme! (Lacht)

rap.de: Hat der Titel deines ersten Albums „The Sun rises in the East“ etwas mit Asien zu tun?

Jeru: „The Sun Rises In The East“ hat etwas mit mir zu tun. Viele Menschen verstanden den Titel auf einem metaphorischen oder übernatürlichen Level. Ich sehe ihn auf einem persönlichen Level, denn ich bin die Sonne und ich komme von einem Ort in Brooklyn, der East New York genannt wird. Und daher der Titel.
rap.de: Dein neues Album hast du jetzt „Still Rising“ genannt.

Jeru: Ja, das ist eine Fortsetzung, denn nach all diesen Jahren, all dem was ich durch gemacht habe, steige ich immer noch auf, ich höre nie auf. Denn wenn du aufhörst, ist der Zeitpunkt gekommen, dass es kein Leben mehr auf dem Planeten Erde gibt.

rap.de: Kannst du irgend etwas über das Album erzählen? Irgendeine Hauptbotschaft?

Jeru: Die Botschaft ist das Leben und die Liebe. Man muss es wirklich hören, denn viele Lieder sind sehr persönliche Stücke, viele gesellschaftliche Themen…  And it is popping shit, a little bit, you know what I mean! Es dreht sich um alles. Das ist das Leben, Leben ist alles. Leben ist scheiße zu labern, Leben ist cool zu sein, Leben ist dein soziales Umfeld zu betrachten, es ist ausgewogen.
rap.de: Verstehe. Wer hat das Album produziert?

Jeru: Mein Mann Sabor und ich, wir beide haben das ganze Album hauptsächlich produziert, aber das ist nicht wirklich der Punkt, weißt du. Der Punkt ist, ob es dope ist.
rap.de: Ist es dope?

Jeru: Es ist dope! (Lacht) It’s mad dope! It’s dope as the dopest dopest dope you get!

rap.de: Ich werde es mir anhören.
Jeru: Das solltest du! Es wird wirklich verrückt!

        

rap.de: In deinem letzten Interview mit rap.de hast du etwas von deinen Film-Plänen erzählt.

Jeru: Ja, ich mache es immer noch. Arbeite an Drehbüchern, halte es versteckt, aber das Rappen zahlt die Rechnungen. (Lacht)
rap.de: Würdest du dich dann eher als Rapper oder als Künstler bezeichnen?

Jeru: Beides.
rap.de: Cool, dann bedanke ich mich für das Interview…

Jeru: Ich möchte noch was sagen, wie ich es immer mach, wie ich es in jedem Interview mache. Für jeden der das hier auf rap.de liest: Erkenne, dich selbst, sei, du selbst! Kämpf um Individualität! Denn wenn du nicht für Individualität kämpfst, wirst du ein Klon und wenn du ein Klon wirst, heißt das, du hast keinen eigenen Style und wenn du keinen eigenen Style hast, kannst du nichts zur Welt beitragen. Du wirst ein Teil der Matrix, nur noch ein anderer kleiner Punkt. Sei der Störfaktor! Das ist alles, was ich sagen wollte … Und mein neues Album „Still Rising“ kommt am 2. Oktober. Wenn du zu iTunes gehst, kannst du die erste im voraus veröffentlichte Single bekommen. Sie heißt „The Crack“, denn meine Reime sind wie Crack. One hit and you’re feeling down! (Lacht) One Love! Hold it up! Keep the faith! Peace!

K´Naan

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Nachdem der gebürtige Somalier K´Naan im Jahr 2005 sein Debütalbum "The Dusty Foot Philosopher" und danach viel Zeit auf Tour verbracht hat, bringt er jetzt ein Live-Album heraus. Es trägt den Titel "The Dusty Foot On The Road" und enthält neben neun Songs des Studioalbums auch vier bisher noch nicht auf Platte gepresste Tracks.
Zu einem Live-Album gehört natürlich auch eine Tour, die K´Naan auch nach Deuschland führt und mir die Chance für ein Interview gibt. Ich treffe ihn im Hinterzimmer eines kleinen Hotels in Berlin zu einem entspannten Gespräch über seinen kulturellen Hintergrund, die Musik und die Beziehung zu seiner Heimat Somalia.

Rap.de: Du benutzt den Begriff „Dusty Foot Philosopher“ auch um dich selbst zu beschreiben. Was bedeutet der Begriff für dich?

K´Naan: Den Begriff habe ich benutzt, um zu beschreiben wie wir als Kinder aufgewachsen sind und was es bedeutete auf Privilegien wie Erziehung und philosophische Träume zu verzichten. Und trotzdem in der Lage zu sein, sich richtig artikulieren zu können, während wir in einer Gesellschaft lebten in der es sehr schwer war sich als sich als Denker und junger Intellektueller zu behaupten. Deswegen wurden wir zu den Dusty Foot Philosophers.

Rap.de: Zu deiner eigenen Musik. Du bist in zwei unterschiedlichen Welten aufgewachsen. Die eine Hälfte deines Lebens in Afrika, die andere in Nordamerika. Kombinierst du diese beiden Einflüsse in deiner Musik?

K´Naan: Genau. Das ist, was auf natürlichem Weg aus dieser Mischung entsteht. Das Normalste was ich hätte tun können, ist die Musik zu machen, die ich heute produziere. Ich glaube, wenn du dir jemanden vorstellst, der in diesen beiden Welten gelebt hat, dann ist das die Musik, die du von ihm zu hören bekommen würdest.

          

Rap.de: Wenn du deine Musik in eine bestimmte Schublade stecken müsstest, welche wäre das? World music, Hip Hop, Spoken Word, Reggae…

K´Naan: Ich will die Leute ein bisschen durcheinander bringen und lieber nicht in eine bestimmte Kategorie passen. Ich mache Musik, die sich für mich gut anfühlt. Das ist für mich auch schon das Wesentliche, wenn ein Lied gut ist, ist es gut. Aber andere Menschen brauchen diese ganzen Schubladen wie “Folk” “Hip Hop” usw. Ich glaube meine Musik ist einfach ein ehrlicher Ausdruck all der verschiedenen Erfahrungen, die ich gemacht habe.

Rap.de: Wie sieht´s mit deinem eigenen Geschmack aus? Was hörst du für Musik?

K´Naan: Eine Menge verschiedenes Zeug. Ich höre viel alte und neue Musik. Ich mag Fela Kuti, Bob Marley, Bob Dylan, Nina Simone und so weiter, Musik aus Somalia und ich mag Mos Def. Also sehr unterschiedliches Zeug.

Rap.de: Das hätte ich mir fast aus deiner Antwort auf die letzte Frage vorstellen können. Es ist schwer dich irgendwo ein zu ordnen

K´Naan: lacht

Rap.de: Du bist schon in vielen verschiedenen Ländern auf Tour gewesen. Siehst du einen Unterschied darin, wie dich die Fans in verschiedenen Ländern aufnehmen, sagen wir, in Europa oder Amerika, oder natürlich Afrika?

K´Naan: Die Art und Weise, wie uns die Leute empfangen ist überall fantastisch. Wir spielen an einem Abend in Colorado, am nächsten in New York City und dann in London und Afrika und es ist überall das Gleiche. Es gibt verschiedene Gründe, warum sich manche Leute  mehr mit meiner Musik verbunden fühlen. Wenn du aus einer ghetto-ähnlichen Gegend in den USA kommst, verstehst du es wahrscheinlich etwas besser, wenn du aus Afrika kommst, verstehst du es wahrscheinlich ganz. Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, warum die Leute tiefer mit der Musik verbunden sind, aber die spontanen Reaktionen der Menschen waren immer sehr schön.

Rap.de: Ist das die gleiche Idee, die du mit dem Live-Album umsetzen wolltest, auf dem du Aufnahmen von verschiedenen Orten gesammelt hast?

K´Naan: Das ist eine Aussage über die Menschen. Es ist ein Statement darüber, was es heißt ein Mensch zu sein. Von mir aus hätte man auch die vollständigen Aufnahmen einer Show in New York nehmen können und hätte dabei immer noch das gleiche Ergebnis erzielt. So hast du Aufnahmen von Ost Afrika und all den anderen Orten. Ich habe es erlebt und wollte die Menschen daran teilhaben lassen.

 


Rap.de: Wie läuft die aktuelle Tour bisher?

K´Naan: Am ersten Tag haben wir in London zusammen mit Stephen and Damien Marley gespielt, mit denen ich eng befreundet bin. Ich war eigentlich nur Gast bei der Show mit einem kleinen Auftritt. Dann spielten wir beim Glastonbury Musik Festival. It was a mess in that place, the festival is crazy. Da sind 200,000 Menschen im Matsch und der Schlamm reicht ihnen dabei bis zu den Knien. Für die Engländer, die da jedes Jahr hingehen, entstehen vielleicht romantische Gefühle, aber für mich war es einfach nur nass und unangenehm. Es gab aber ein paar magische Momente, die wirklich herausragend waren. Wir spielten in einer Show mit dem Titel “The Africa Express” und eine große Menge von Musikern kam vorbei, um daran Teil zu nehmen. Sogar auf meiner Bühne waren Leute wie Rashid Taha, der als eine der innovativsten Personen im Rai gilt. Als nächstes kam Fela Kuti´s Drummer Toni Allen auf die Bühne und Damon Albarn von Blur und den Gorillaz war am Bühnenrand und spielte Keyboard für mich, während andere auf die Bühne kamen und tanzten. Einer der Musiker sagte zu mir “Deine Musik ist etwas ganz besonderes”, worauf ich antwortete ”Danke, deine auch.” “Nein, nein, wir warten hier nur wegen dir. Diese ganzen Künstler hier warten nur darauf, dass du spielst.” Das war großartig, aber wegen dem ganzen Matsch und dem Regen und so weiter würde ich es nicht noch einmal machen wollen.

           

Rap.de: Gibt es jemanden in Amerika mit dem du in Zukunft gerne zusammen arbeiten möchtest?

K`Naan: Ich bin kein großer Fan von Kollabos.

Rap.de: Wenn man sich das Album anschaut kriegt man schon so den Eindruck.

K´Naan: Stimmt, genau (lacht) Es gibt sehr wenige Künstler, die ich genug schätze und viele sind leider schon tot. Ich mache keine Musik, die darauf zielt, mit irgendwelchen Kollabos ins Radio zu kommen. Im Radio läuft meine Musik so oder so nicht. Also warum sollte ich so etwas machen? Warum sollte ich mit jemandem arbeiten wollen, der mir nichts bedeutet. Ich habe schon mit fast allen Leuten gearbeitet, die mir etwas bedeuten. Ich bin in großer Fan von Mos Def´s Musik. Genauso bei Dead Prez, mit denen habe ich auch schon gearbeitet. Ich bin bin ein Fan der Marley Brüder und von Youssou N´ Dour mit denen ich auch schon aufgenommen habe. Ich weiß nicht, mit wem ich sonst gerne zusammen arbeiten würde.

Rap.de: Vielleicht jemand in Afrika?

K´Naan: Amadou and Mariam gehören zu meinen Lieblingskünstlern aus Afrika, mit denen habe ich aber schon gearbeitet. Ich kann mich glücklich schätzen, sehr glücklich. Es gibt immer mal neue Projekte und man ruft mich an, damit wir etwas aufnehmen. Wir waren oft einfach auch zur gleichen Zeit am gleichen Ort und es entstand ein Song, aber es gab nie feste Pläne, wann und wo etwas aufgenommen werden sollte.

Rap.de: Wann hast du angefangen, auf einer professionellen Ebene Musik zu machen?

K´Naan: So vor etwa neun, oder zehn Jahren. Zuerst hatte ich immer die Idee für eine Melodie oder eine bestimmte Tonfolge im Kopf. Ich entwickelte die Ideen für neue Melodien und überlegte mir, was es bedeuten würde, diese Ideen umzusetzen. Ich habe dann meine Freunde gefragt, wie sie meine Songs finden und sie sagten mir, sie seien großartig. Ich wusste nicht, ob sie das nur gesagt haben, weil sie meine Freunde waren, damit muss man schließlich sehr vorsichtig sein. Auf jeden Fall habe ich dann angefangen, meine ersten Ideen für Songs aufzunehmen. Ich habe aber erst mehr Selbstvertrauen bekommen, nachdem einige meiner Lieblingskünstler meine Musik gehört hatten und ich in einem Interview eines anderen Künstlers über mich selbst lesen konnte. Ich habe zum Beispiel einmal im Billboard Magazine über mich gelesen. In einem Interview mit Nelly Furtado und sie sagte: “…einer meiner Lieblingskünstler ist K´Naan…”. Ab diesem Punkt dachte ich dann, dass ich ja vielleicht doch ganz gut bin.

Rap.de: Gab es irgendjemanden oder irgendetwas, dass dich dazu angetrieben hat, Musik zu machen, außer Nelly Furtado?

Razak kommt herein

K´Naan: Ihn (zeigt zur Tür) Das ist Razak the Conspirator. Er war eine der ersten Inspirationen für meine Musik, er sagte immer wieder “Du hast das nötige Zeug, wir müssen das zusammen machen”

Rap.de: Hast du heute noch irgendwelche Vorbilder oder Einflüsse außerhalb der Musik?

K´Naan: Keine echten Vorbilder, aber ich habe starke Einflüsse aus der Literatur. Eduardo Galeaono, ist einer meiner Lieblingsautoren. Eine Sammlung anderer Dichter, Autoren, Musiker und sonstiger Kulturschaffender.

Rap.de: Als Einwandererkind in Amerika, wie hast du es geschafft Leute wie Mos Def und die ganzen anderen zu treffen?

K´Naan: Ich hab natürlich Blackstar gehört, Talib und Mos, wie sonst jeder, den ich kenne, habe mich in die Platte verliebt. Dann habe ich einige von Mos´ Soloaufnahmen gehört und etwa zur gleichen Zeit auch angefangen Musik aufzunehmen, die irgendwie bis zu Mos Def gelangte. Eines Tages ruft er mich an und sagt einfach nur “Hi, hier spricht Mos Def” und ich konnte es kaum glauben. Er sagte weiter “Ich liebe deine Musik, du hast genau, was uns im Moment fehlt.“ Wir haben uns eines Tages getroffen und er hat mir einen meiner Songs auf dem Keyboard vorgespielt. Das hat mich komplett umgehauen. So haben wir uns getroffen.


Rap.de: Da du ja heute immer noch in Kanada lebst, wollte ich fragen, wie du die Verbindung zu deiner Heimat Somalia aufrecht erhältst?

K´Naan: Ich habe schon immer eine sehr enge Verbindung, weil ein großer Teil meiner engen Familie noch dort ist. Uns bleiben zwar in er Regel nur Telefongespräche. Wenn ich es mir leisten kann, schicke ich jeden Monat Geld nach Hause, um das Überleben der Leute zu sichern. Ich weiß was dort passiert, wie die Zustände in dem Land und die politische Situation aussehen. Alles betrifft mich fast so, also würde ich tatsächlich dort leben.

Rap.de: Wenn du irgendwann zurück ziehen könntest, würdest du wahrscheinlich, oder?

K´Naan: Ja, auf jeden Fall.

Rap.de: OK, die nächste Frage dürfte etwas schwieriger werden: Bist du religiös?

K´Naan: Religion wird heute in so vielen verschiedenen Wegen gesehen. Einerseits, wenn ich religiös wäre, wäre es sehr unfromm es auch zu sagen. Wenn du ein religiöser Mensch bist kannst du das nicht wirklich sagen. Es geht um Bescheidenheit, du musst bescheiden sein. Für uns ist religiös zu sein ein Kompliment. Auf der anderen Seite kann man niemals religiös genug sein.

Rap.de: Ich hatte mir diese Frage überlegt, weil ich gelesen hatte, dass der Hauptteil der Bevölkerung von Somalia Muslime sind und ich irgendwo anders gehört habe, dass diese Religion etwas gegen Musik hat

K´Naan: Ohh, ist sie nicht. Das ist mehr ein kulturelles, gesellschaftliches Ding. Dass das ganze auf Musik bezogen wird, kommt hierher: Heute kennen wir viele Dinge, die mit Musik in Zusammenhang stehen die unislamisch sind und daher vom Islam verboten werden. Es gibt verschiedene Arten von Luxus und Exzess, von denen man sich spirituell fern halten sollte wie zum Beispiel Alkohol, harte Drogen oder Sex mit verschiedenen Frauen. Aber diese Dinge stehen alle in enger Verbindung mit dem Leben eines Musikers. Das ist der Grund, warum Musik so ein schlechtes Ansehen genießt, aber es ist nicht so, dass der Islam sagt, ”Macht keine Musik!”

Rap.de: Danke, dass du dieses Missverständnis aufgeklärt hast.

        

Rap.de: Was ist deine wichtigste Inspiration beim Schreiben eines Liedes?

K´Naan: Meine Inspiration ist es immer einen neuen Blickwinkel auf einen Gedanken oder eine Idee zu bringen. Die Menschen haben ja in der Regel ein bestimmtes Bild von Musik und ich möchte das ein bisschen durcheinander bringen. Was auch immer Veränderung bringt, ist Teil meiner Inspiration.

Rap.de: Ich würde dich gerne nach den Ideen hinter drei von deinen Songs fragen, oder glaubst du, dass wir es dem Hörer vielleicht zu einfach machen könnten, wenn wir jetzt schon zuviel verraten?

K´Naan: Mein wichtigstes Ziel ist es gute Musik zu machen, alles andere kommt an zweiter Stelle. In der Regel sogar unterbewusst. Zuerst suche ich mir eine Inspiration, überlege mir ein bestimmtes Problem. Als nächstes entstehet eine Melodie, die ich für mich Summe und letztendlich zu Worten forme. Dann frage ich ihn (Razak) “Ist das gut” und wenn er dann sagt “Ja, so ist es gut” ist der Rest meistens unwichtig, die anderen Hörer sind normaler Weise unserer Meinung

Rap.de: Du machst dir offenbar keine Sorgen um irgendwelche Diss-Tracks von Gangsta Rappern, die du auf dem Song “What´s Hardcore” ansprichst, Leute wie 50 Cent und so weiter

K´Naan: Was ist mit ihm?

Rap.de: Er könnte auf deinen Song antworten?

K´Naan: Er ist zu beschäftigt (lacht). Ich bin mir auch nicht sicher, ob er sich durch meinen Song angegriffen fühlt.

Rap.de: Wenn ich er wäre, würde ich nicht mit Fred Durst verglichen werden wollen.

K´Naan und Razak: lachen

K´Naan: Da könntest du recht haben. Aber im direkten Vergleich zu meinem Leben in Somalia habe ich meine Grenzen glaube ich nicht überschritten. Ich habe nichts gesagt von dem ich glaube, dass es völlig falsch ist. Ich habe Freunde, die mit ihm befreundet sind und weiß daher, dass er das Stück wahrscheinlich gehört hat und sich eventuell darüber amüsiert hat. Und er hat noch nicht geantwortet, denn was soll er schon groß sagen, es ist alles wahr.

Rap.de: In dem Track “Until The Lion Learns To Speak”. Wer ist für dich der Löwe?

K´Naan: Wer ist der Löwe? Völker die unterdrückt wurden. Die Unterdrückten sind der Löwe. Egal ob in Afrika, Latein Amerika, Europe oder sonst wo. Bevor sie über ihr Leben und ihre eigenen Angelegenheiten komplett selbst bestimmen können. Der G-8 Gipfel ist dann der Jäger. Wenn diese Länder für sich selbst verantwortlich sein können, könnten sie uns vielleicht komplett andere Geschichten darüber erzählen, was passierte, als der Jäger kam. The hunter might have left his pants and run.


Rap.de:   Kannst du die Message von “Smile” noch etwas genauer erklären. Das ist einer meiner Lieblingssongs

K´Naan: Das ist eines der ersten Stücke, die ich geschrieben habe. “Smile” handelt von der unzerbrechlichen Seele. Immer, wenn du dich in einer Situation befindest in der es dir vorkommt, als ob man dich herunterziehen will, musst du beweisen, dass das nicht so einfach ist. Deshalb ist die Idee, dass man niemals zeigen sollte, dass man verletzt ist, sondern stattdessen besser lächelt  so ein starker Ausdruck. Für uns ist das auch kulturell bedingt, denn die Somalier werden egal wie viel sie auch durchmachen müssen niemals zu Opfern. Wenn du schon mal einen Somalier gesehen hast, der irgendwo Einwanderer ist, wird er immer lächeln und versuchen einen Job zu kriegen oder etwas zu reparieren, anstatt sich darüber zu beschweren wie schlecht es ihm geht. Also mache ich das auch nicht in meiner Musik.

Rap.de: Planst du in der Zukunft den Schritt in Richtung Politik? Auch wenn dir diese Frage vielleicht schon zu häufig gestellt wurde.

K´Naan: Mir wurde diese Frage tatsächlich schon in einem seriöseren Kontext gestellt. Die Somalier wollten wissen, ob ich es mir vorstellen könnte an der Politik des Landes teilzuhaben, aber nein, nicht wirklich. (kurze Pause) Wenn es einen Deckmantel gibt und er wurde bisher immer von einem Lügner getragen, warum sollte ich ihn anziehen wollen. Meiner Meinung nach gab es in der Geschichte nur sehr wenige Politiker, die ehrliche Menschen und gleichzeitig große Führer waren. Politiker waren schon immer als Lügner bekannt, also warum sollte ich mich ihnen anschließen wollen.

         

Rap.de: Du kannst also eine ehrlichere Botschaft mit deiner Musik vermitteln?

K´Naan: Es gibt ja den Begriff der Kultur-Epistemologie, richtig? Er besagt, dass das Medium glaichbedeutend mit der Nachricht ist, das heißt also der Kanal, den du benutzt, ist der gleiche wie die Nachricht die du vermittelst. Wenn du jetzt also einen Kanal verwendest der eine Lüge ist, wird deine Nachricht auch zur Lüge.

Rap.de: Was bringt uns der Dusty Foot Philosopher in der Zukunft?

K´Naan: Noch mehr Musik, mehr von allem was es bisher schon gibt. Ich werde permanent versuchen etwas ehrliches und frisches zu erschaffen.

Rap.de: Wenn es sonst noch etwas gibt, das du uns wissen lassen möchtest, dann hast du jetzt die Chance.

K´Naan: Oh, ich glaube du hast schon eine ganze Menge von mir, die einfach großartig ist.

Rap.de: OK, dann vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit der Tour.

Kanye mal ganz anders

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Im Netz und auf der Homepage von Kanye West kursiert im Moment eine alternative Version zum Video seiner Single „Can´t Tell Me Nothing“, bei dem sich viele vielleicht schon gefragt haben, was das ganze soll. Das Video zeigt ein paar bärtige Typen mit ihren Tracktoren, die irgendwie versuchen zu einem Playback den Song zu performen, während Kanye selbst kein einziges Mal selbst in Erscheinung tritt. Für all das verantwortlich ist ein Mann mit dem Namen Zach Galifianakis, der Kanye West über dessen Trainer Harley Pasternak kennen gelernt hatte. Nachdem Kanye die Show des Komikers gesehen hatte, fragte er in ob er bei einem seiner Videos Regie führen würde.  Zach Galifianakis: „Am nächsten Morgen bin ich zu meiner Farm in North Carolina geflogn und sagte ihm, wenn ich da drehen könnte, würde ich es machen. Es gab keine Vorsprechen und ich hatte die volle Freiheit. Er sagte mir, ich sollte einfach das machen, was meiner Meinung nach funktionieren kann.“  Ein besonderer Gast im Video ist Folksänger Will Oldham, der aber nur zu Besuch war und sich spontan entschied an dem Videodreh teilzunehmen. Galifianakis setzt große Hoffnungen in den Clip und darein, dass er es aus dem Web ins Fernsehen schafft, um ihn sebst auch etwas populärer zu machen "I think it will make it on TV. My dream has to be getting it on BET. I don’t have a career. So I will make one up for myself." Wer das Video noch nicht gesehen hat kann das hier nachholen.

It´s me snitches

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Die Polizei von Camden, New Jersey will das Auftreten des Produzenten Swizz Beatz bei der Veranstaltung "Peace on the Streets" verhindern. Der Grund dafür ist der Text seines Songs "It’s Me Snitches." Die Polizei hatte Swizz bereits am 24. Juli aufgefordert sich von der "anti-snitching" Bewegung zu distanzieren, da sein Song und andere es ihnen angeblich erschweren Verbrechen aufzuklären. In einer Antwort gegenüber der Associated Press verteidigte Swizz Beatz seine Texte: “The use of the word ’snitches’ in the song was just an edit for radio. If I supported violence or the ‘Stop Snitching’ campaign, I wouldn’t have agreed to be a part of the event.” Camden zählt neben Memphis und Baltimore zu den Städten Amerikas mit der höchsten Kriminalitätsrate und Swizz sollte durch seinen Auftritt eine positive Botschaft übermitteln. Nach Angaben der Polizei wollen sie nun aber den Auftritt absagen, sollte sich der Künstler weigern seine Aussagen zu ändern.

Alter Sound – ganz fresh

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Chuck D hat Geburtstag! Apropos: Seine Crew Public Enemy feiert dieses Jahr ihren 20. und bringen ein neues Album raus. „How You Sell Soul To A Soulless People Who Have Sold Their Soul” ist der lange Titel des neuesten Werkes, das hoffentlich so rough und direkt kommt, wie in den alten Tagen. Grund zur Hoffnung besteht allemal, denn Gary G-Wiz, altes Mitglied der Produzentencrew Bomb Squad (bestehend aus Chuck D, Hank Shocklee, Keith Shocklee, Eric “Vietnam” Sadler und eben Gary G-Wiz) und damit maßgeblich für den klassischen PE-Sound verantwortlich, hat das Album hauptsächlich produziert – zusammen mit seinem Produzentenpartner Amani K. Smith, der auch schon für Public Enemy gearbeitet hat. Außerdem wird KRS-One, sowie Redman als Produzent auf dem Album vertreten sein, das am 7. August über SlamJamz rauskommt.

Welt-Aids-Tag

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Wie im vergangenen Jahr zählt Samy Deluxe auch 2007 wieder zu den prominenten Botschaftern des Welt-Aids-Tages und wird dafür sorgen, die Aufklärung besonders bei Jugendlichen oder Jüngeren im Bereich Aids und HIV zu fördern. Zur übrigen Prominenz gehören dieses Jahr die Eisschnellläuferin Anni Friesinger, Schauspielerin Christiane Paul und Fußball-Nationalspieler Philipp Lahm. Die vier wollen nicht nur aufklären, sondern werben auch für mehr Toleranz gegenüber HIV-Infizierten. Der Welt-Aids-Tag findet wie jedes Jahr am 1. Dezember statt und wird  von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Kooperation mit der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) und der Deutschen AIDS-Stiftung (DAS) getragen. Samy Deluxe über die Begegnung mit Aidskranken in Hamburg letztes Jahr: „Sie erzählen nicht einmal ihren engsten Freunden von der Krankheit, nehmen ihre Medikamente heimlich. Die Storys hinter den Kulissen sind unglaublich.“ Deshalb lautet seine Botschaft vor allem. „Mach dein Ding heute Nacht, aber wenn du nicht aufpasst, dann lebst du ab morgen bis zum Ende deines Lebens mit einem ganz großen Fehler, den du gemacht hast.“

Belleruche – Turntable Soul Music

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Belleruche ist das neueste Signing des mehr als innovativen englischen Vorzeigelabels Tru Thoughts. Das Trio besteht aus Ricky Fabulous (Gitarre), DJ Modest (na ja, die Teller eben) sowie Kathrin DeBoer, die stimmlich stark an Amy Winehouse erinnert. Die Stimme ist dabei bei weitem nicht das einzige, das an Skandalspuckerin Winehouse erinnert. Der wunderbar stimmige Mix aus Beats, Funk, Jazz, Pop und immer wieder Soul, Soul, Soul pumpt herrlich durch und lullt zu einem Monster an Konzeptalbum ein. Dabei ist der Albumtitel absolutes Programm – ein besserer Name hätte sicher nicht gefunden werden können.  
Ich wage zu behaupten, dass es garantiert keine Absicht war, Amy Winehouse Gesangs- und Musikstil, zu kopieren. Dafür hat „Turntable Soul Music“ eindeutig zu viel Bissigkeit; Hand und Fuß. Charakter nennt man das wohl. Allerdings wird das Trio sicher mit einem lächelnden Auge auf den gerade explodierenden Musiktrend schielen, den Leute wie Frau Winehouse als Pop- und Funklastige Nachgeburt der Spätneunziger-Nu Soul-Bewegung (wir erinnern uns: Badu, Scott, D’Angelo, Stone, Arie, etc.) kreiert haben. Denn das hebt die Verkaufszahlen. Wie es aussieht befinden wir uns also nun endgültig auf dem Terrain eines neuen Soul-Subgenres. Hoffen wir, dass es langlebiger ist als sein Muttergenre Nu Soul.  
Fazit: Die elf Stücke verschmelzen bei allen Ecken und Kanten auffällig unkompliziert zu einer Einheit, überzeugen zugleich bis ins Mark, machen Spaß, und, ich bin mir nicht zu schade, es auszusprechen, sind cool. „Turntable Soul Music“ ist ein Gewinner auf ganzer Linie, ehrlich, erdig, direkt, rotzig, rund.

Lady Saw – Walk Out

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Die dem Album beigelegte Presseinfo beginnt mit einem Lady Saw-Zitat, das im Genre zwar nicht unüblich ist, allerdings zugleich als Fazit zum vorliegenden Album durchgehen würde: „My level right now is untouchable, my spot can’t be taken.“.  
Auf ihrem letzten Album auf dem VP-Label, gibt sie noch einmal alles und baut ihren Status als unangefochtene Nr.1 des Female Dancehall brutal aus. Auch nach über einer Dekade und acht Studioalben im Dancehall geht Lady Saw noch immer knüppelhart nach vorne. Vom ersten Track „Hello Lady Saw“ kriegt man die Urgewalt des Dancehalls in Reinform um die Ohren geknallt. „Choose Me“ zeigt, dass Marion „Lady Saw“ Hall es auch softer kann, und auch politisch kann sie’s wie am ersten Tag: So handelt „No Less Than A Woman“ etwa vom sensiblen Thema Unfruchtbarkeit.  
Produzentenlegenden Sly Dunbar und Robbie Shakespeare (Sly & Robbie) steuern „Not The World’s Prettiest“ bei. „You Need Me“ ist gar ein waschechter, sehr gut funktionierender Grenzgänger zwischen Reggae und Country (!!!). Eine Handvoll Tracks hat die Lady mit fester Hand selbst produziert, was ihren Status nur noch mehr zementiert. Die 14 Stücke überzeugen durchweg, sind mal krank, mal konkret, mal verspielt, mal wie ein Schlag ins Gesicht.  
Bleibt abzuwarten, wo es für Lady Saw nach VP Records, immerhin eines der drei Leading Top-Labels in Sachen Dancehall, weitergeht. Denn eine Dancehall-Welt ohne Lady Saw funktioniert einfach nicht. „My crew push the hottest ride“, rotzt sie einem auf „Me And My Crew“ entgegen. Stimmt. Und wie!

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