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Marteria – Base Ventura

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Auf ein Album wie "Base Ventura“ von Marteria hat nicht nur Jan Delay schon ein paar Jahre gewartet. Auch ich als Rezensent musste viele viele Platten rezensieren, die entweder gut oder schlecht oder überragend oder abgrundtief wack oder bloßer Standard waren. Nun liegt mir aber eine Platte vor, die es mir aufgrund ihres ungeheuren Einflusses auf mich sehr schwer macht, sie objektiv zu beurteilen, und darüber freue ich mich sehr. Ich will gar keinen Hehl daraus machen: Ich finde die „Base Ventura“ genial! Doch wie soll ich das begründen? Warum sollte das Album es tatsächlich sein, nur weil ich es sage? Wie das bei allem Genialen so ist, ist es oft schwierig dieses geniale Charakteristikum sofort bei Auftauchen des vermeintlich genialen Phänomens zu erkennen oder zu begründen, oftmals wird es unter Andersartigkeit abgestempelt und nicht selten geächtet und links liegen gelassen. Die Geschichte lehrt uns, dass Genies zu ihrer Zeit oft verkannt wurden.

Mit Marteria verhält es sich nun aber ganz anders. Kaum jemand geht momentan so steil wie er. Tour mit Jan Delay, Tour mit Orgi, Bundesvision Song Contest-Teilnahme und zu allem Überfluss noch dieses (geniale) Album. Sein Erfolg wird kommen, dafür bürge ich!

Sein Produzententeam, bestehend aus Dead Rabbit, Dirty Dasmo, DJ Focut und Johnny Mo, hat einen völlig neuen Sound entwickelt, der Deutschlands Rapszene schon jetzt nachhaltig beeinflusst. Alle wollen auf die Beats der Jungs rappen. Doch nützen die besten Beats nichts, wenn nicht der passende Rapper darüber rollt. Naja, und was soll ich sagen? Marteria ist dieser rollende Rapper. Alles passt. Reime, Flow, Stimme, Performance, Attitüde, Inhalt und Abwechslung. Er bringt einfach alles mit, was ein exzellenter Rapper braucht. Er macht immer genau das Gegenteil von dem was man erwartet, er bricht mit allen puristischen HipHop-Konventionen, er macht nur sein Ding und ist dabei so stimmig in all seinem musikalischen Handeln, dass man nur verdutzt zuhören kann und gestehen muss: das Album ist runder als ein Reifen.

Aber wie soll ich das hier sprachlich verdeutlich? Ich kann es nicht. Nach dem zehnten Durchlauf hat mich das Album auf die zehnte Reise mitgenommen, und ich habe immer wieder andere Sachen bestaunt und bin woanders gelandet. Ich halte „Base Ventura“ für genial, weit über dem Durchschnitt, doch ich kann hier rein gar nichts beweisen. Ich kann das Album noch nicht einmal richtig beschreiben, da es sich immer wieder verändert. Hat es mir etwas geschenkt und ich möchte mehr davon, dann wartet es beim nächsten mit einer anderen kleinen Sensation auf, die mich fasziniert. Es bleibt in Bewegung. Es lässt sich nicht kategorisieren, denn es bedient alle Sparten wie Conscious-, Straßen-, Kiffer-, Battle-, Storyteller- und Representer-Rap, und im grunde doch auch wieder keine davon. Und trotzdem wirkt das Album absolut natürlich, wie aus einem Guss, und alles manifestiert sich in dieser schillernden Persönlichkeit Marteria, die vielleicht streitbar ist, aber das auch unbedingt sein will. Mehr kann ich dazu nicht mehr sagen.

Also nur nochmal zur Orientierung: Ich entledige mich bei der Einschätzung dieses Albums komplett meiner kritischen Objektivität. Ich will, dass ihr dieses Album hört und ich will, das ihr es ebenso genial findet wie ich. Also, bitte, gebt diesem Album eine Chance, denn es hat es sich wirkich verdient.

Postman – Green

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Der niederländische Mc Postman, aka The Anonymous Mis, ist in seiner Heimat längst ein Superstar. Dort hat er mit seiner alten Band den Postmen, zu der neben ihm noch der Sänger Rollarocka und DJ G-Boah gehörten bereits drei Alben veröffentlicht. Darunter auch „Documents“, das nach wie vor das meistverkaufte holländische Hip Hop Album ist. Nach dem dritten Werk der Gruppe mit dem Titel „Era“ (2003) trennten sich ihre Wege und Postman steht jetzt erstmals alleine da, sieht sich dabei aber völlig gewappnet für diesen musikalischen Neuanfang und will mit dem neuen Album „Green“ jetzt auch ein internationales Publikum für sich gewinnen. Das bisherige Erfolgsrezept der Postmen war eine entspannte Mischung aus Hip Hop, Reggae, Soul und Funk und auch beim dem nun vorliegenden Alleingang des früheren Frontmannes hat sich am Grundrezept wenig geändert, es ist lediglich noch weiter verfeinert worden. Auf „Green“  kombiniert Postman Hip Hop mit klassischem Songwriting, einer ordentlichen Menge Soul, Reggae, Gospel und allem was ihm sonst noch in den Sinn kommt.
Direkt auf dem zweiten Song des Albums lässt Postman auch schon die stärkste Nummer vom Stapel. „Downhill“ das Duett mit seiner Frau Anouk, zu gutem Recht die erste Single-Auskopplung aus „Green“ macht absolut Vorfreude auf die nächsten 12 Tracks.
Songs, in denen aktuellere oder politische Themen im Vordergrund stehen, spielen auf „Green“ nur eine untergeordnete Rolle. Wer nach solchen Tracks sucht, „Insight“ und „Dutch“ sind sicher schon mal ein Anfang. Postman´s eigene Begründung zu dieser Themenwahl: „Als es mit Postman losging war ich 22 Jahre alt und wollte die Welt verändern. "Heute will ich in allererster Linie meine eigene Welt verändern…Vater zu werden hat meine komplette Weltsicht verändert.“  Dementsprechend haben also auf „Green“ die privaten und persönlichen Themen Vorrang. Es gibt Liebesgeschichten wie „All Gone“ und „Conflict“, von denen „Conflict“  besonders heraus sticht. Postman rappt über das Verhältnis zwischen ihm und einer früheren Geliebten und passt Melodie und Beat der Stimmung des Sungs entsprechend an, während eine Frauenstimme dazu die passenden Töne anschlägt, in der Hook gemeinsam mit dem Mc. Ein weiterer Anspieltip ist „Rendezvous Point“, das schon allein durch die geniale Melodie und seine eingängige Hook überzeugen kann. Mein persönliches Highlight der Platte, neben dem eingangs erwähnten „Downhill“,  ist aber „Confrontation“. Hier hat Postman für mich alles richtig gemacht. Der Track hat durch den Gesang und dem Reggae-Rhythmus im Beat das nötige Pop-Feeling, um erfolgreich werden zu können, ist aber keineswegs nur eine seichte Pop-Nummer. Passend zum Beat versucht sich Postman in der Hook in leichtem Patois, während er in den Strophen gegen einen imaginären Gegner ankämpft.
„Green“ ist ein rundum gelungenes Album, mit nur sehr wenigen wirklich unnötigen Tracks („They Know“ „Firing“) und dafür einigen überdurchschnittlich guten Songs, die man in dieser Art auch öfter mal aus den USA oder sonst wo gerne hören würde.
Alle die gerne mal wieder etwas „erwachsenen“ Hip Hop – auch wenn er das jetzt vielleicht nicht gerne über sich selbst lesen wird – hören möchten, sollten dem sympathischen Holländer eine Chance geben. Dann sollten Postman auch im Rest der Welt alle Grenzen zum Erfolg offen stehen.

Marteria

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Es ist ein sonniger Sonntagnachmittag auf dem Splash! und ich sitze zusammen mit Marteria aka Marsimoto, dem deutschrappenden Tausendsassa, der im Dezember erst mit Jan Delay und dann mit Orgi zusammen auf Tour sein wird, und 28. September sein Album "Base Ventura" veröffentlicht, an dem idyllischen See der Halbinsel Pouch. Hinter uns pumpen die Beats der Hauptbühne und vor uns spiegelt sich die Sonne in leicht welligem Wasser. Ein schöneres Ambiente ist für ein Interview nicht denkbar. Bei ein paar Zigaretten, mit den nackten Füßen im Gras, entspannen wir und quatschen über dies und das und noch vieles, vieles mehr…

rap.de: Du bist ja Samstag erst hier auf dem Splash! eingetroffen. Was hast du bisher gemacht? Wie findest du es hier?

Marteria: Splash! ist Rock ’n Roll, Alter. (lacht) Ich hab heute Nacht wieder auf dem Zeltplatz gepennt. Zum siebenten Mal hintereinander Hotel und zum siebenten Mal hintereinander nicht genutzt. Die Tasche wieder völlig umsonst mitgenommen. Das letzte, was ich weiß ist, dass ich heute früh um 7:00 Trichter mit einer Bier-Korn-Mische gesoffen habe und dann bin ich in irgendeinem Zelt aufgewacht. Das war bisher mein Splash! Mehr kann man dazu nicht sagen.

rap.de: Das Splash! ist ja auch immer ein Ort, an dem man mit Leuten zusammentrifft, die man lange nicht mehr gesehen hat, oder, die man schon lange mal kennenlernen wollte. Über welchen Kontakt hast du dich am meisten gefreut?

Marteria: Mit den Jungs von der Juice war ich unterwegs und habe Party gemacht. Es gab Jägermeisterrunden ohne Ende. Und außerdem natürlich Maeckes & Plan B. Das sind echt Hammer Jungs. Da habe ich mich sehr drüber gefreut.

rap.de: Und was gefällt dir an den beiden Jungs besonders? Dass die auch schauspielern zum Beispiel?

Marteria: Das ist natürlich eine coole Verbindung, wenn man darüber reden kann, aber das steht nicht im Vordergrund. Das sind einfach coole Jungs, die so sind wie sie sind, die ehrlich sind, die easy sind.

rap.de: Triffst du in der HipHop-Welt von diesen Leuten eher mehr oder eher weniger an?

Marteria: Ich finde das alles sehr lustig. Viele Leute reden zwar immer von Image und so weiter, aber wenn du dann mal auf einer Party bist oder so, dann lernst du die Rapper alle mal kennen. Und die meisten sind wirklich so wie sie sich in den Songs geben, egal ob den Hörern die Musik jetzt gefällt, oder nicht. So lange die Sachen authentisch sind, finde ich sie Hammer.

rap.de: Dann lass uns doch mal über deine Sachen reden. Kannst du was zu den Einflüssen auf dem Album sagen? Ich habe da textlich wieder ein wenig Jaylib rausgehört, auch abseits von Marsimoto. Kann das sein?

Marteria: Also dieses Mal gab es eben nicht so ein Konzept wie beim Marsimoto-Album. Ich habe viel alleine gemacht. Ich habe viel John Legend und Busta Rhymes gehört, also viel Gesunges, wie auch bei Busta zusammen mit Stevie Wonder. Das ist ja schon sehr soulig, im Gegensatz zu meinem Album. Ich würde also nicht sagen, dass das ein Einfluß war. Ich habe mich einfach hingesetzt, in einem Monat das Ding fertig geschrieben und aufgenommen und fertig.

rap.de: Und was hat es mit dem Intro auf sich, dass ja fast identisch ist mit Jay-Z’s Intro.

Marteria: Also zum Intro muss ich sagen, dass ist ganz klar an Jigga orientiert. Seine Mutter sagt ja auch: „Sean Carter is born on december, 4th.“ und meine sagt eben: „Marten Laciny ist am 4.12.Dezember geboren“. Das habe ich natürlich genau deshalb gemacht, selbst das mit dem Sport, was bei mir ja der Fußball war. Ich habe das einfach auf Deutsch gedropt, weil ich da halt eine geile Verbindung habe. Ich kenne nur vier Leute, die am 4. Dezember geboren sind: Jay-Z, Maite Kelly, Ulf Kirsten und ich.

rap.de: Und wie war eure Herangehensweise an das Album. Seid ihr diesmal nüchterner gewesen, oder gehörte es wieder zum Konzept vor Arbeitsbeginn drei Becks und vier Joints klein zu machen?

Marteria: Naja, ein bißchen hart ist man halt immer wenn man ins Studio fährt (lacht). Also das angesprochene Konzept haben wir nicht weiter verfolgt. Es gibt auf dem Album vier Marsimoto-Features und auch so ist er in den Songs immer irgendwie mit dabei, und alles, was Marsimoto gemacht hat, ist natürlich wieder extrem steif und zugeknallt. Die Marteria-Parts waren aber ganz gechillt. (lacht)

rap.de: Was würdest du sagen, wenn ich dich als den deutschen Dizzee Rascal bezeichnen würde?

Marteria: Das wäre falsch, da ich ja keinen Grime mache.

rap.de: Aber die gewaltige Innovation, die in seinem Album steckt und der enorme Einfluß, den er damit wieder für Jahre ausüben wird, das alles lässt sich für mich eins zu eins mit deiner Platte vergleichen.

Marteria: Also ich scheue diesen Vergleich eher. Das Ding ist, dass die Innovation für mich als Rapper das Leichteste ist, das ist die Bedingung für das, was ich mache. Ich feiere zum Beispiel Missy, sie hat so viele verschiedene Sounds in ihrem Leben etabliert und war deswegen immer innovativ und neu. Es gibt doch nichts Schlimmeres als Stillstand.

rap.de: Wie hast du es eigentlich hingekriegt in einem Monat kreativ zu sein für 17 Songs? Das macht bei 22 Arbeitstagen fast einen Song pro Tag.

Marteria: Wenn du Rapper bist, dann sammelt sich ständig was in deinem Kopf an. Ich habe da, glaube ich, eine externe Speicherplatte. Du machst dir schon das ganze Jahr vorher Gedanken und die Beats stehen natürlich auch meistens schon vorher. Ich sauge jede Situation auf. Selbst wenn du jetzt mit mir redest, dann sauge ich alles auf und verwende vielleicht was davon. Alles, was ich so aufschnappe verarbeite ich halt in meinen Texten, und deshalb mache ich so einen geilen, ehrlichen Sound.

rap.de: Schreibst du denn in diesem ganzen Jahr, in dem du Ideen sammelst gar nichts?

Marteria: Nee, ich sammele da nur Ideen und Lines. Ich setze mich dann immer konkret für ein Album hin und schreibe das dann alles auf einmal runter. Ich kann auch nicht ohne Beat schreiben. Ich setze mir dann einen Zeitplan, mache mir damit ordentlich Druck und dann muss es halt fließen, und das tut es dann eigentlich auch.

rap.de: Und du schreibst auch nichts anderes? Gedichte oder Kolumnen oder irgendwas?

Marteria: Naja, wenn ich abends nach Hause komme, dann gucke ich Fußball oder surfe im Internet oder so. Und wenn ich nicht businessmäßig unterwegs bin, dann chille ich halt lieber oder mache Party. Ich habe dafür also gar keine Zeit und auch keine Muße.

rap.de: Wenn du die Ideen und die Lines sammelst, wo bist du denn am kreativsten?

Marteria: Also, ich schreibe grundsätzlich nur in meinen kreativen Phasen. Es gab eine Zeit, da habe ich ein Jahr lang nichts geschrieben. Dann bin ich nach New York gezogen, hab dort einmal aus dem Fenster der Bahn geguckt und sofort einen kompletten Text runtergeschrieben in zehn Minuten, ohne viel darüber nachzudenken. Das schrieb sich von ganz alleine. Davon zehre ich jetzt noch. Das sind wirklich die besten Texte, die du schreiben kannst. Wenn die Entstehungsphase zu lange ist und du zuviel über die Sachen nachdenkst, dann kannst du sie, wenn sie gut gemacht sind im Endeffekt auch feiern, aber sie werden nie so gut sein wie die spontanen Sachen, die den Zeitpunkt dann perfekt widerspiegeln.

rap.de: Du hast in unserem letzten Gespräch gesagt, dass du die Zeit jetzt, in der du jung bist, nutzen willst, und so viel wie möglich veröffentlichen willst. Damals hast du von einem Kollabo-Album mit Orgi und einem zweiten Marsimoto-Album gesprochen. Wie sieht es aus, erscheinen die Alben noch dieses Jahr?

Marteria: Also bei dem Album mit Orgi müssen wir sehen wie sich das entwickelt. Ich feiere das ganze Camp um Orgi sehr, da die Jungs alle sehr authentisch sind, aber es gibt halt auf beiden Seiten viel zu tun. Ich arbeite gerade intensiv an dem zweiten Marsimoto-Album. Die Hälfte davon ist bereits aufgenommen. Ende des Jahres wird das Album also erscheinen.

rap.de: Und wo wird das erscheinen? Magnum12 befindet sich ja quasi in der Auflösung, oder?

Marteria: Naja, das klingt ganz schön hart. Die Arbeit des Teams Magnum12 wird wohl so fortgesetzt, bloß auf einer anderen Ebene. Der Tobi (Labelchef, Anm. d. Red.) wird immer mein Chef bleiben, egal wo das sein wird, egal ob auf einem Major oder nicht. Ihm vertraue ich hundertprozentig und mit ihm kann ich produktiv zusammenarbeiten. Wir haben meine Sachen an viele Labels geschickt und bisher ein unglaublich positives Feedback bekommen. Alle feiern die Songs und sagen sie hätten in Deutschland so etwas Geiles schon lange nicht mehr gehört, oder auch noch gar nicht gehört. Also das fühlt sich alles sehr gut an, wenn man so viel Bestätigung bekommt, für diese innovative, geile Rapmucke, die man von Herzen macht. Und außerdem haben wir die hammerkrassen Überbeats, die es so auch noch nicht gab. Wer die Augen nicht verschließt, der muss anerkennen, dass die Leute sich in unsere Musik wiedererkennen können, dass das Musik ist, die den Leuten aus der Seele spricht.

rap.de: A propos Überbeats. Dieses Mal hat Dead Rabbit ja nicht alleine produziert, sondern Johnny Mo, Dirty Dasmo und dein DJ Focut haben mitproduziert. Trotzdem klingt das Album wie aus einem Guss. Liegt das einer deiner Beatauswahl oder haben sich die Jungs untereinander abgesprochen?

Marteria: Also die sind alle miteinander befreundet. Das ist praktisch unsere Crew. Wir sind eine Musikfamilie. Ich picke Musik nach Farben. Eine Platte muss für mich immer verschiedene Farben haben. Fehlt mir eine Farbe und ich höre dann einen Beat mit der passende Klangfarbe, dann picke ich den eben. Darüber hinaus achte ich halt darauf, dass alles trotzdem homogen bleibt und, dass das Album flüssige Übergänge hat.

rap.de: Du bist ja jetzt gerade Vater geworden. Wie siehst du da deine künstlerische Verantwortung gegenüber deinem eigenen Kind. Ich stelle es mir ziemlich schwierig vor meinem Kind zu erklären, wie ich mir das Drogennehmen legitimiere. Hast du dir darüber schonmal Gedanken gemacht?

Marteria: Man wäre ein ziemlich dummer Mensch wenn man sich darüber keine Gedanken machen würde, das ist ja ganz klar. Aber wenn man sein Leben aufschreibt, dann darf man eben auch nichts aufschreiben, was nicht stimmt. Und Rap ist meine Ausdrucksform, in der ich mein Leben aufschreibe. Und wir haben in unserer Demokratie die Möglichkeit alles zu sagen, was wir wollen. Also sehe ich keinen Grund, warum ich nicht sagen sollte, dass ich kiffe. Du kannst nur gut sein, wenn du ehrlich bist und ich werde nichts schreiben, was ich nicht bin. In dem Moment kann ich einfach nicht an die Verantwortung denken. Ich halte mich da auf jeden Fall aus einem großen Pro und Contra raus. Ich denke aber, dass die Welt um einiges entspannter wäre, wenn die Leute eher mal einen kiffen würden, als ständig nur zu saufen. Doch ich spreche nur für mich und für niemand anderen, jeder soll sich seine eigene Meinung bilden.

rap.de: Du hast auch kein Problem damit, deinem Sohn später zu sagen, dass wenn er alt genug ist, er ruhig mal einen rauchen kann?

Marteria: Auf keinen Fall. Den ersten Joint, den mein Sohn raucht, den raucht er mit mir. (lacht)

rap.de: Und wie fühlt es sich an jetzt Papa zu sein?

Marteria: Das fühlt sich super an. Es ist ein geiles Gefühl, ein geiles Ziel und eine geile Verantwortung, die man hat. Man sollte halt nicht so dumm sein, dass man das nicht nutzt. Ich kann das wirklich nur jedem empfehlen.

rap.de: Was hat es eigentlich mit deiner Babymama Ninavigation auf sich? Die überzeugt auf deiner Platte ja mit einem ziemlich freshen Part. Die vorher aber noch nicht gerappt, oder?

Marteria: Nein hat sie nicht. Sie hat das jetzt nur für das Album gemacht und wird auch nur noch auf dem nächsten Weedlingsrapper-Album drauf sein. Die ist halt einfach heiß. Damit haben wir den Leuten und vor allem den wenigen guten Female-MCs, außer zum Beispiel Kitty Kat in Deutschland, gezeigt, dass es auch guten Rap von Frauen geben kann mit einem geilen Flow und einer sexy Stimme.

rap.de: Wenn sie die Rap-Geschichte nur nebenbei ab und zu mal macht, kann man trotzdem nicht gleich auf eine traditionelle Rollenverteilung bei euch beiden schließen, oder?

Marteria: Nein, auf keinen Fall. Wir ziehen das zusammen durch und sind was die Pflichten und Rechte angeht auch vollkommen geleichberechtigt. Ich koche sogar. (lächelt)

rap.de: Also bist du ein Romantiker?

Marteria: Nein, das bin ich auf keinen Fall. Mit mir ist es schon schwierig. Ich bin mehr so der Couchpotato, der sich im Fernsehen Fußball anguckt. Aber ein Idiot bin ich auch nicht, damit kann man sich auf jeden Fall arrangieren. (lacht)

rap.de: Nochmal zurück zum Album. Mit der Halloziehnation bist du derbe eingeschlagen. Momentan sind alle heiß auf dich. Bei welcher Verkaufszahl würdest du sagen, dass du das so nicht erwartest hättest.

Marteria: 100.000. Also die Platte hat es auf jeden Fall verdient 100.000 mal verkauft zu werden, aber dazu sind ganz andere Werbemittel und eine ganz andere Medienpräsenz von Nöten.

rap.de: Würdest du diese neue Art von Rapmusik, die kreativ, ehrlich und anspruchsvoll ist, ich zähle da dich, Maeckes & Plan B, K.I.Z., Sir Serch, Mädness und so weiter dazu, würdest du sagen, dass das eine neue Bewegung in der deutschen Rap-Landschaft ist, die sich eventuell langfristig gegen die Vorherrschaft des, teils sehr aufgesetzten, Straßenraps etablieren kann?

Marteria: Meiner Meinung nach muss es alles geben, den Straßenrap genauso wie den Atzenrap und alles andere auch, was nicht plump ist. Ich sehe das schon so als neue Bewegung, als die Newcomer in dem Geschäft. Es gibt so viele geile neue Gruppen, dass Deutschrap momentan einfach die geilste Musik aller Musiken ist.

rap.de: Diesen ganzen Rummel um dich, vor allem nach dem Marsimoto-Album und auch jetzt die Sache mit Jan Delay, kannst und konntest du das genießen oder ist das einfach Business für dich?

Marteria: Man ich genieße das total. Wir zwei zum Beispiel sitzen hier im Nirgendwo an einem See und chillen, besser geht es doch gar nicht. Das ist mein Leben, das ziehe ich durch. Und alleine schon, um so etwas zu erleben, habe ich den Ansporn immer weiter zu machen und an der ganzen Sache zu arbeiten. Das ist das was ihr da draußen wollt, und niemals schaffen werdet. (lacht) Nein, war nur ein Scherz.

rap.de: Du nennst das Kind gerne beim Namen, oder? Bei dir stößt man immer wieder auf Aussagen, die zwar einerseits provokant rüberkommen, aber immer auch wie aus dem Bauch heraus und ehrlich wirken. Und die Wahrheit tut manchmal dann einfach, oder wie siehst du das?

Marteria: Ich finde, dass sollte jeder machen. Man ist halt nur einzigartig wenn man sagt, was man denkt. Jeder Musiker, jeder Künstler sollte so drauf sein und sich nicht für irgendetwas verstellen. Da besteht doch an sich keine Schwierigkeit.

rap.de: Lass uns zum Abschluss nochmal auf die Schauspielerei zu sprechen kommen. Das ist schon eine Leidenschaft von dir, oder? Du hast ja zumindest eine umfassende Schauspielausbildung hinter dir.

Marteria: Naja, eine Leidenschaft ist es nicht wirklich. Ich bin kein wirklich krasser Schauspiel-Atze. Für mich ist es einfach nur ein cooler Job mit dem ich gutes Geld verdienen kann. Die Leidenschaften meines Herzens sind auf jeden Fall Musik und Fußball.

rap.de: Du hast ja jetzt auch mit Maeckes und Plan B gesprochen. Würdest du dir wünschen mal denen für ihre Rap-Up-Comedy auf der Bühne zu stehen?

Marteria: Mit den beiden auf jeden Fall. Also wenn die das weiter machen, dann will ich da unbedingt mal mit dabei sein. Und wenn die für ihr jetziges Stück wirklich auf Tour kommen, gucke ich mir das auf jeden Fall an.

rap.de: Vielen Dank für das entspannte Interview.

Marteria: Ja, ich bedanke mich mich auch. Marteria – Base Ventura – Kaufen!!!

Ab in die Plattenläden

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Hier also das Wort zum Sonntag mit den neu angekündigten US Releases…

Den Anfang macht "Hell Razah: Razah’s Ladder", was am 23. Oktober über Babygrande Records erscheinen wird. Dieses Album ist eine Kooperationsarbeit zwischen dem Rapper Hell Razah und dem Produzenten Duo Blue Sky Black Death. Feature Parts kommen von Ill Bill, Sabac Red, Crooked I, und Prodigal Sunn.

Fat Joe bringt sein inzwischen 8. (!) Album in die Läden und wird dieses Gerüchten zufolge mit "The Elephant in the Room" betiteln. Musik kommt von Scott Storch, Cool & Dre, DJ Khaled, Danjahandz und the Runners, Rap Parts von Diddy, Rick Ross und Fabolous. Fans müssen sich noch wenig gedulden, angekündigt ist "The Elephant in the Room" erst für Anfang nächsten Jahres.

Nicht ganz so weit weg ist der Release des ersten Gucci Mane Albums, es soll bereits am 13. November erscheinen.  "Back To The Traphouse" ist der Titel und featured als Gäste unter anderem Rich Boy, Pimp C von UGK und Shawnna. Erscheinen wird das Werk über Icey Entertainment/Asylum/Atlantic Records.

Zu Gangster…

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Auch diese Woche haben die US Rapper wieder für Aufsehen gesorgt:

Snoop Dogg wurde gestern in Orange County zu drei Jahren auf Bewährung und 160 Stunden Gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Dieses Urteil resultiert aus einem Vorfall im Jahre 2006, als Snoop Dogg versuchte mit einem Schlagstock an Bord eines Flugzeuges zu gehen. Es handelte sich hierbei um einen Polizei Schlagstock, der als illegale Waffe eingestuft wird.

Laut Urteil darf Snoop seine gemeinnützige Arbeit allerdings nicht mit Gangs, Kindern oder in seiner Jugend Football League ableisten. Der Richter begründete dies folgendermaßen: “The spirit of the community service offer is for him to do the work in a manner in which he isn’t glorified in the eyes of children,”

Snoop protestierte im Gericht und der Richter machte seinen Standpunkt noch etwas deutlicher: „There has to be pain in the punishment.” Es sei aber möglich, die Strafe nach einem Jahr neu, und damit als geringfügiges Vergehen, einstufen zu lassen.

Auch Lil’Wayne hat eine weitere Klage am Hals. Eine Studentin der Morgan State University verklagt den Rapper auf 1 Millionen Dollar Schmerzensgeld, weil sie bei seinem Konzert an der Universität von der Menge in die Absperrung gedrängt und verwundet wurde. Das Resultat davon waren mehrere Operationen und "the embarrassment of scarring and disfigurement,". Lil’Wayne habe wohl Geld ins Publikum geworfen, woraufhin die Menge ausgerastet sein soll. 
Kein Vergehen hat Twista begangen, der Verdacht darauf hat allerdings trotzdem den Verkehr auf der Interstate 94 bei Detroit für über zwei Stunden lahm gelegt. Mehrere Polizisten haben seinen Tourbus nach Drogen durchsucht weil es mit dem Busunternehmen und Rappern angeblich schon mehrer Vorfälle des Drogentransportes gegeben habe. Twista und Gefolge waren allerdings clean.

Funky statt fascho!

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Nächste Woche läuft ein Film in den deutschen Kinos an, der mindestens im Soundtrack HipHop Herzen höher schlagen lassen wird.

Auf der Grundlage des preisgekrönten Kurzfilms „Leroy räumt auf“ erscheint am 27.09.2007 Armin Völckers satirische Liebeskomödie „Leroy“. „Leroy“ ist ein Film der beweist, dass Rassismus und Gewalt auch mal frech und frei von moralischem Ballast thematisiert werden kann.

Zum Inhalt:
Leroy ist 17 Jahre, deutsch – und schwarz. Auf dem Kopf hat er einen großen Afro. Er spielt  Cello und hängt mit seinen Kumpels, dem Halbgriechen Dimi und dem Palästinenser Achmed, ab. Und alle haben eine Freundin, nur Leroy nicht. Als sich ausgerechnet Eva auf dem Schulhof in ihn verguckt, ist niemand überraschter und beglückter als Leroy selbst. Doch das erste Verliebtsein entpuppt sich als ganz schön kompliziert. Evas Familie ist so rechts, dass sie selbst ihre Wellensittiche nach Hitlers Generälen benannt hat. Ihre fünf glatzköpfigen Brüder wollen sich den schwarzen Freund der Schwester natürlich lieber heute als morgen vorknöpfen. Doch so einfach gibt Leroy nicht auf. Er trommelt seine Leute zusammen, kämpft um seine Liebe und lässt auf seine ganz eigene Art die Black-Power-Bewegung wieder aufleben, getreu dem Motto: "Werdet funky statt fascho!"

Den Trailer könnt ihr hier sehen.

Für den Soundtrack wurden deutsche Hiphopper wie Afrob, der auch in einer Nebenrolle auftaucht, Curse, Harris, Jan Delay, Torch, Clueso und Seeed rekrutiert. Eben diesen Soundtrack könnt ihr auch von uns für lau kriegen, checkt das Gewinnspiel!

Werde „Part of the New Era“

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Die New Era Cap Company wurde im Jahr 1920 von dem Deutschen Erhardt Koch in Buffalo, New York, gegründet. Mit dem Modell Gatsby, einem klassischen Pacer-Style-Cap für Männer, startete das Unternehmen seine Erfolgsgeschichte, heute, über 80 Jahre später, ist New Era weltweiter Headwear Marktführer und wird noch immer in Familienbesitz gehalten. Du kannst jetzt Teil dieser Erfolgsgeschichte werden, denn New Era und Foot Locker Europe suchen das Gesicht für die neue Werbekampagne! Der glückliche Gewinner wird der Star der New Era Werbekampagne, er/ sie wird außerdem bundesweit auf Postern in den Foot Locker-Stores zu sehen sein und gewinnt einen Foot Locker-Gutschein im Wert von 350.- Euro.

Wer sich bewerben möchte hat zwei Möglichkeiten, nämlich:

1. Ihr kommt persönlich mit eurem Lieblings New Era Cap in München oder Berlin vorbei und lasst euch dort von einem professionellen Fotografen ablichten, die Termine hierfür sind:

BERLIN: Foot Locker, Kurfürstendamm 225, Berlin, Freitag, 28.09. & Samstag, 29.09. von 10.00-19.00 Uhr

und

MÜNCHEN, Foot Locker, Neuhauserstrasse 41, München, Freitag, 05.10. & Samstag, 06.10. von 10.00-19.00 Uhr

Die ersten 50 Teilnehmer pro Location erhalten eines der limitierten Aypne Goodie Bags im Wert von je 50 Euro. Zudem wird Jan Delay, der Godfather des guten Geschmacks, in München vor Ort sein und die Caps der 50 ersten Teilnehmer persönlich signieren.

2. Du kannst dein Foto aber auch einfach hier hochladen. Die Aktion ist noch bis zum 07. November 2007 online.

Das Gewinnerbild wird von einer Jury der Foot Locker Europe und New Era Cap Company ausgewählt.

Wir haben außerdem für euch 4 New Era Caps zu gewinnen, die eigentlich  in einer exklusiven Kollektion im Oktober zu Footlocker kommen. Checkt das Gewinnspiel hier.

 

Papoose trennt sich von Jive

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Papoose hatte eigentlich einen ziemlich guten Deal in der Tasche: Letztes Jahr wurde er für 1,5 Millionen US Dollar bei  Jive Records gesigned, das ging laut DJ Kay Slay aber komplett daneben: Man sei erleichtert nach einem „year of hell“ wieder freigegeben zu sein, es habe wohl massive Probleme in der Zusammenarbeit gegeben, in denVisionen über die Arbeit kam man einfach nicht auf einen Nenner.

Papoose hat sich bisher vor allem einen Namen durch Feature Parts und diverse Mixtapes gemacht, wann und über welches Label sein angekündigtes Debütalbum "Nacirema Dream" kommen soll, ist noch nicht bekannt

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