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Germany ohne Reno

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Dem Big Minden’er Denis ‚Germany‚ Lindahl, bekannt durch das gemeinsame Album „Hart aber herzlich“ mit Italo Reno oder als ehemaliges Klan-Mitglied, liegt einiges auf der Zunge. Am 16.11.2007 ist die Zeit für Germany’s Solo-Platte „Die Stunde der Wahrheit“ gekommen, die einen sehr ehrlichen und persönlichen Charakter versprechen soll.

Mitwirkende waren ausschließlich gute und langjährige Freunde, wie Samir und Greis, die jeweils eine Hook beisteuerten oder Claud, SashliQ, Curse und Patrick Ahrend, welche die Beats produzierten. Das Album wird über Alles Real Records, gegründet vom Rapper Curse, erscheinen.

Loud Records die Zweite

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Steve Rifkind, der Mann der 1993 das sagenumwobene Label Loud Records ins Leben rief, will es ein zweites Mal wissen. Nachdem Sony BMG Loud Records 2002 übernahm, sicherte Steve Rifkind sich nun noch einmal den Namen „Loud Records“ die Erfolgsgeschichte des Labels fortzusetzten. Vielleicht sogar mit dem anstehenden Wu-Tang Clan Album „8 Diagrams“ als ersten Release (News vom 4.10.2007). Rifkind hofft an den Erfolg des Klassikers  „Enter  the Wu-Tang (36 chambers)“ von `93 anzuknüpfen: „It`s full circle for all of us. We came in together and now we are going to do it for a second time. 36 Chambers came out in „93, [this time], they“re going to get a whole new audience.„Für alle Rapfans wäre eine ähnliche Erfolgsgeschichte des Labels, wie Anfang der 90er, nur wünschenswert. Lassen wir uns überraschen!

Chamillionaire – Ultimate Victory

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Gibt es nicht momentan eine Diskussion über sogenannte „Ringtone Rapper“ wie dem Newcomer Souljah Boy? Na, wenn einer sich so nennen darf, dann doch wohl Chamillionaire. Und das nicht, weil er kein echter Rapper wäre oder nur Songs rausbringt, die sich speziell für den unschlagbaren Handysound eignen. Natürlich nicht. Fakt ist aber, dass sein Song „Ridin“, einer der großen Hip Hop Hits des letzten Jahres, der am meisten downgeloadete Klingelton aller Zeiten ist! Ansonsten hält es Hakeem Sekiri, so Chamillionaires bürgerlicher Name, doch lieber mit Hifi und bringt nun seinen zweiten Longplayer  – wie auch schon seinen Vorgänger „The Sound of Revenge“ – bei Universal Motown raus.

Es ist erstaunlich, bis 2005 war der selbsternannte „Mixtape Messiah“ kaum über die Stadtgrenzen Houstons hinaus bekannt – aber immerhin: bis er seinen Majordeal unterschrieb, hatte der emsige Musiker und Geschäftsmann schon 250.000 Mixtapes verkauft. Nun sind die Erwartungen plötzlich immens hoch, denn sein Debüt setzte einige Maßstäbe in Sachen Südstaaten-Rap. Und so – und das hört man schon in den ersten Sekunden des Albums – geht „Houston’s Hardest Artist“ zumindest soundmäßig auf Nummer sicher und schlägt altbewährte Klänge an. Synthies in jeglichen Facetten beherrschen das Klangbild und die Produktion und daran ändert sich auch über das gesamte Album hinweg wenig. Zuständig dafür waren eher unbekannte Leute wie Kane (nicht Kanye), JR Rotem oder The Beat Bullies, was einen dann auch wieder den Hut ziehen lässt, denn Chamillionaire hätte sich bestimmt auch von Timbaland produzieren lassen können. Textlich geht es gleich politisch zur Sache, was man von ihm kennt – sehr wohltuend, nicht gleich wieder Nonsens entgegengeschleudert zu bekommen. Es geht weiter mit der ersten Single „Hip Hop Police“, auf der der altehrwürdige MC Slick Rick gefeatured wird, was auch sehr gut reinpasst in den mit fetten Streichern und dramatischen Pianoeinlagen aufgepeppten Clubbanger – eins der Highlights auf diesem Album. Danach versinkt der Rapper erst mal im Einheitsbrei des Dirty South: fette Synthies allerorten, der typische Clapgroove mit nervösen, schnellen Hihatsalven. Skip skip skip. Höhepunkt der Geschmacklosigkeit ist „Industry Groupie“,  ein Track der doch tatsächlich ein Sample von „Final Countdown“ (Europe) benutzt.

Doch zum Glück, es bleibt nicht so. Erstmals wieder interessant wird es bei „Pimp Mode“ und auch wenn hier der Text zu vernachlässigen ist, hört man mal andere musikalische Elemente: da sind plötzlich Gitarren und das Tempo ist ein anderes. Auch „Rock Star“ mit Lil’ Wayne (der mir auf dem Track gut gefällt), schlägt andere Töne an, wie der Titel schon verrät. Verzerrte Gitarren und der gute alte „We will rock you“ Schenkelklopfer sind zu hören – das geht nach vorne!

Weiterhin zu erwähnen sind „The Ultimate Vacation“, ein entspannter Midtempo-Song, der genau die Stimmung des Titels trifft. Urlaub. Bei „Evening News“ holt er zum großen Schlag gegen die amerikanische Politik und Gesellschaft aus, was zwar auch mittlerweile fast schon Mainstream ist, aber er kitzelt ein paar Formulierungen raus, die sehr überzeugend sind und haften bleiben.

Auch „We Breakin Up“ unterscheidet sich angenehm vom Gros der Platte. Zu hören sind hier Bläser und weitere „echte“ Instrumente, ein Mix, auf dem sich sein Gesang und seine Raps sehr gut einfügen – hier flowt er unwiderstehlich. Es folgt ein Skit, der den Sänger Tony Henry – von  Gitarrenklängen begleitet – featured, sehr stimmungsvoll, melancholisch und minimalistisch. „Rocky Road“ ist ein cooler Dirty South Beat, der aber ziemlich melodisch ist und somit auch den Gast Devin The Dude optimal in Szene setzt.

Noch ein Wort zum Textlichen: Chamillionaire hat es geschafft, wenn auch mit Tricks, jedes anstößige Wort auf seinem Album zu vermeiden – untypischerweise ist somit tatsächlich kein "Parental Advisory" auf dem Cover zu finden. Obwohl er die Gefahr nicht abwenden konnte, auf einigen seiner neuen Tracks beliebig und indifferent zu werden, beweist er doch wieder sein großes Talent als Texter, Rapper und vor allem auch als Sänger. Klar ist er nur ein Rapper, der seine Hooks selber singt, doch das macht er fast durchgehend fantastisch – jeweils passend zu seinem Rapflow, der eigentlich auch kaum in Frage gestellt werden kann. 

Fazit: Echte Dirty South- und Chamillionaire Fans werden auf ihre Kosten kommen und der „Mixtape Messiah“ wird auch in Zukunft mit seinen Hits die Anlagen vieler Clubs, aber auch bestimmt wieder einige Handys erzittern lassen. Aber er ist sicherlich kein „Ringtone Rapper“, sondern einer der sich mit den Großen im Game messen kann.

Queen Latifah – Trav’lin Light

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Rapperin, Sängerin und Schauspielerin, Grammy– und Oscarnominierungen, ein Stern auf dem Walk Of Fame in Hollywood (was sonst noch keinem HipHop-Künstler vergönnt war)…was will dieses Multitalent eigentlich noch erreichen? Jetzt also Jazz, jetzt also in die Sphären der (man muss es fast schon so sagen) sogenannten ernsten Musik aufsteigen. Dafür hat sie nichts dem Zufall überlassen. Für ihr neues Album „Trav’lin Light“ hat sie die absolute Oberklasse der amerikanischen  Jazz – und RnB-Szene gewinnen können, die ihr erwartungsgemäß ein sehr feines, edles Produkt lieferten. Namentlich sind es Jerry Hey (der von den 70ern bis heute für alle großen Produktionen – von Frank Sinatra über Elton John bis hin zu Michael Jackson – Arrangements geschrieben hat) und John Clayton (ein so genialer wie vielbeschäftigter Jazzbassist und Arrangeur), die der Queen die passenden Arrangements auf den Leib geschneidert haben.  Diese reichen von großem Big Band Sound bis zu von sanften Gitarrenklängen und luftigen Streichern begleiteten Bossa Nova Nummern.
Die Liste der auf diesem Longplayer mitwirkenden Musiker ist ellenlang, immerhin ist ein ganzes Streichorchester darunter, und es verstecken sich auch bekannte und berüchtigte Namen darunter, wie zum Beispiel George Duke, Joe Sample (beides große Jazzpianisten), Christian McBride (Bassist u.a. bei Sting) und der großartige Stevie Wonder, der ein herrliches Mundharmonikasolo beisteuert.

Das Repertoire besteht aus bodenständigem, typisch amerikanischem Liedgut, zum Teil dem „Great American Songbook“ (in dem alle Evergreens, Jazzstandards, bekannte Broadwayklassiker etc. zusammengefasst sind) entnommen, aber auch eher unbekannten Songs von Nina Simone, Curtis Mayfield und sogar 10cc, denen sie neues Leben einhaucht.
Es ist also ein Album entstanden, das nichts mehr mit der alten Gangsterbraut Latifah zu tun hat, sondern vielmehr mit der „Sophisticated Lady“ Latifah, die hier einmal mehr beweist, was für eine großartige Sängerin sie ist. Ihre Stimme ist glasklar, mit einem leicht rauchigen Timbre und reiht sich ein in die Tradition der großen Jazzsängerinnen wie Ella Fitzgerald oder Billie Holiday; ihr Gesang ist relativ schnörkellos (im Vergleich zu einer Beyoncé oder einer Christina Aguilera, die das Ohr zuweilen überstrapazieren), so dass man über die gesamte Albumlänge entspannt lauschen möchte und trotzdem hier und da sehr berührt wird davon, weil es authentisch ist und sie meint was sie singt.
Höhepunkte sind meiner Meinung nach das schon oben erwähnte 10cc-Cover „I’m Not In Love“, unglaublich geschmackvoll arrangiert, mit großem Sound, vielleicht nicht jedes Klischee auslassend, aber dennoch anrührend. Einen ganz eigenen Charme besitzen „What Love Has Joined Together“ (im Original von Smokey Robinson), sowie auch „How Long“, ein Klassiker der Pointer Sisters, zwei Titel, auf denen eine unglaubliche Energie vom Backgroundchor ausgeht, der es einem ein ums andere Mal eiskalt den Rücken runterlaufen lässt.

Nochmal ist hervorzuheben, dass das Werk durch seine unfassbar professionelle Produktion besticht. Arrangements, Perfomance, Sound Engineering, Mastering – hier stimmt einfach alles. Allenfalls geschmacklich ist der ein oder andere Titel, die ein oder andere Passage streitbar. Aber das ist ja schließlich Geschmacksache.
Klar ist also: es ist kein Hip Hop Album, es ist kein Album zum Abtanzen, aber wer mal etwas Abwechslung sucht und einfach schöner Musik an einem entspannten Abend zuhören möchte, ist hier an der richtigen Adresse. Denn das hier ist allerbeste Qualität.
 
 

Ja Rule

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Wer Murder Inc. sagt, muss auch Ja Rule sagen: Nach sechs Solo Alben und einem Best-Of im Jahre 2005 hat das Warten nun ein Ende und Ja Rule schickt Album Nummer 7 in die Gehörgänge. Für ein paar Konzerte kam der 31jährige New Yorker nach Deutschland und wir hatten das Glück ihn erstaunlich entspannt und ausgesprochen gut gelaunt am Telefon zu haben. Trotz Tumult im Hintergrund nahm Ja Rule sich ein wenig Zeit, war charmant und plauderte mit seiner unverkennbaren Reibeisenstimme über "The Mirror", die L.I.F.E. Foundation und den Musikgeschmack seiner Kinder.

rap.de: Hi, ich freue mich dich am Telefon zu haben…wie geht’s dir, bist du heute erst in Deutschland angekommen?

JaRule: Danke, mir geht’s gut. Ja, ich bin heute angekommen, ich mache ein paar Shows, gebe ein paar Interviews und mache Promo für „The Mirror“, das Übliche, du weißt schon.

rap.de: Damit wären wir natürlich auch schon beim Thema, dein nächstes Album heißt „The Mirror“…wann kommt es in die Läden?

JaRule: Richtig, richtig…“The Mirror“ kommt am 13. November, ich glaube ihr hier drüben bekommt es eine Woche später am 20. November.

rap.de: Würdest du sagen dieses Album ist ein Comeback oder warst du nie weg?

JaRule: (lacht) Das ist eine gute Frage. Nenne es, wie du willst, Baby. Fakt ist, es wird ein Klassiker! (lacht) Nein, ich denke, ich war nie weg, aber irgendwie bin ich auch jetzt umso größer wieder da. Nenne es, wie du willst.

rap.de: Würdest du mir bitte kurz den Albumtitel erklären?

JaRule: Ja, klar, mein Album heißt "The Mirror", weil es persönlich ist; ich spiegel mich also selbst wieder, wie in einem Spiegel. Der Moment der Wahrheit sozusagen.

rap.de: Im Promotion Trailer für „The Mirror“ sagst du, es wird dein bestes Album werden. Was macht es denn anders oder besser als deine anderen Alben?

JaRule: (lacht) Sage ich das? Ich meine es auch so. (lacht) Im Ernst, dieses Album wird sehr persönlich, die Leute werden mich richtig kennen lernen. Ich erzähle viel aus meinem Leben, es ist ein Teil von mir, das unterscheidet es von meinen bisherigen Alben, auf jeden Fall.

rap.de: Wenn du sagst dieses Album wird mein Bestes, ist dann auch der Druck besonders hoch? Oder denkt man über so etwas als Rap-Superstar gar nicht nach, weil es sich vermutlich sowieso ganz gut verkaufen wird, egal was man abliefert?

JaRule: Nein, ich arbeite sogar am liebsten unter Druck. Nur so bekomme ich genug Spannung aufgebaut, genug Adrenalin. Ich brauche das um richtig gut arbeiten zu können und ich hatte diesmal viel Druck, also habe ich auch sehr gut gearbeitet. (lacht)

rap.de: Das ist schön zu hören, fassen wir zusammen: Es wird ein unglaublich persönlicher Klassiker.

JaRule: (lacht) Right.

rap.de: Ok, dann sind wir alle gespannt. Mal ein ganz anderes Thema: Du bist Teil und Gründer der L.I.F.E. Foundation. Erzähl mal…

JaRule: Ich habe die L.I.F.E. Foundation vor einer ganzen Weile gegründet und wir haben sehr viel getan. Wir haben seit der Gründung viele Leben verändert. Wir versuchen unseren Wirkungskreis in Zukunft auf jeden Fall auch noch zu vergrößern und noch mehr Jugendliche zu erreichen, es gibt sehr viele da draußen die dringend unsere Hilfe brauchen.

rap.de: Ich habe gelesen, dass du in diesen Projekten auch aktiv mitarbeitest, also nicht wie viele Künstler nur Geld spendest, sondern auch aktiv dabei bist, mitmachst. Ist das richtig?

JaRule: Ja, ich bin so oft wie möglich vor Ort, rede mit den Kids und versuche ihnen etwas mitzugeben. Ich tue etwas.

rap.de: Was sind die Werte, die du diesen Kindern und Jugendlichen zu vermitteln versuchst?

JaRule: In erster Linie sage ich ihnen: Bleibt weg von der Strasse, stay off the streets, haltet euch aus Gangs raus, fangt nicht an Drogen zu nehmen, keine Waffen. Ich versuche diese Kinder, die mit so viel schlechten Dingen konfrontiert werden und in Kontakt kommen, davon abzuhalten sich auf diese Dinge einzulassen. Wir versuchen ihnen aber auch praktische Dinge beizubringen, wie man Geld verdient, das man dieses Geld auf Konten anlegt, das man in Aktien oder Immobilien investieren kann…viele dieser Kinder bekommen so etwas zu Hause nicht beigebracht, also wie man mit Geld umgeht, vor allem viele schwarze Kinder. Das ist aber wichtig, weil man in seine eigene Zukunft investieren muss. Gleichzeitig versuchen wir aber auch einfach ihnen positive, schöne Dinge, Dinge die Spaß machen anzubieten.

rap.de: Du bringst ihnen also auch bei "Business" zu machen…

JaRule: Ja, aber wir bauen und gründen zum Beispiel auch gerade eine Schule, in der Kinder und Jugendliche Dinge über Musik und Musikproduktionen beigebracht werden, in denen ihnen praktische  Fähigkeiten vermittelt werden, vor allem auf Gebieten an denen ich auch Interesse habe. Dinge über Filme. Da bekommen sie auch einen Überblick darüber, was ich gerne so mache.

rap.de: Diese ehrenamtliche Arbeit hat ja in den USA einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland, was war der für dich emotional bewegendste Moment während dieser Arbeit?

JaRule: Da gab es sehr viele Momente, weißt du? Lass mich überlegen…Eine der Geschichten die mich sehr berührt haben war die, von einem Jungen, der die Schule geschmissen hatte, inzwischen bei Drogen angelangt war und wir haben ihn dazu bekommen an einem Gedichtwettbewerb teilzunehmen, an sich zu arbeiten und seine AP zu bestehen [Advanced Placemet Prüfungen, etwa gleichwertig mit dem Abitur, Anmerkung der Redaktion], diese Art von Geschichten sind es, die Momente in denen man das Leben der Leute zum positiven verändern kann, eigentlich alle diese Geschichten sind sehr wichtig und berühren mich auch.

rap.de: Willst du damit sagen, das du aus dieser gemeinnützigen Arbeit auch Kraft ziehst, sie dich inspiriert?

JaRule: Ich versuche einfach ein paar Leute etwas glücklicher zu machen, das ist alles.

rap.de: Ok. Du veränderst Leben durch deine Arbeit, was glaubst du veränderst du, oder versuchst du durch deine Musik zu verändern?

JaRule: Das kommt darauf an. Es kommt darauf an, wie man meine Musik sieht. Ich verstehe Musik als Entertainment. Vielleicht sind meine Platten nicht unbedingt tiefgründig, aber man kann damit Spaß haben. Und wenn jemand an einem Tag, an dem für ihn alles dunkel und negativ scheint, meine Musik anmacht und dann Lust hat mit dem Booty zu wackeln und seinen Arsch auf der Tanzfläche zu bewegen, dann habe ich das geschafft was ich wollte, ihm etwas Positives geben, dann ist das genauso wichtig wie Lieder mit Massage.

rap.de: (lacht) Da ist was Wahres dran.

JaRule: (lacht) Wir verstehen uns.

rap.de: Ok, anderes Thema: Ich habe gehört, du bist dabei einen autobiographischen Film zu machen, stimmt das?

JaRule: Ja, ich arbeite da im Moment dran.

rap.de: Ist das eine Dokumentation oder ein Spielfilm?

JaRule: Ich verfilme mein Leben, also ein Spielfilm.

rap.de: Wird es ein Film über dein ganzes Leben, also auch deine Kindheit oder nur deine Tage als Musiker.

JaRule: (lacht) Ich mache ja schon eine ganze Weile Musik, eigentlich sollte das für einen Film reichen. Es wird Flashbacks in meine Kindheit geben, aber eigentlich wird er vor allem während meiner Zeit als Rapper spielen.

rap.de: Also deine Karriere nachvollziehen oder wie? Erzähl uns mehr.

JaRule: Ja, zum einen das, zum anderen wird auch viel aus meinem Privatleben erzählt werden. Auch darüber wie ich die Brücke schlage zwischen dem Familienmenschen und dieser wahnsinnigen Karriere. Er ist wahrscheinlich nächstes Jahr fertig, dann werdet ihr es sehen.

rap.de: Du hast sie gerade selbst schon erwähnt, deine Familie. Du hast ja auch Kinder…zwei oder drei?

JaRule: Ich habe drei. Zwei Jungs und ein Mädchen. Sie sind 12, 7 und 4 Jahre alt.

rap.de: Im Moment ist Rap in den USA ja mal wieder wegen diskriminierenden und sexistischen Texten stark in der Diskussion, würdest du deinen Kindern „erlauben“ Rap zu hören?

JaRule: Ja, einiges davon. Sie hören auch einiges. Ich lasse sie Soulja Boy hören und so Sachen, aber sie dürfen sich natürlich nicht Daddys Sachen anhören (lacht).

rap.de: (lacht) Verständlich.

JaRule: (lacht) Na ja, einige Sachen natürlich schon, aber es sind ja auch eine Menge „erwachsenen“ Songs dabei, die dürfen sie nicht hören.

rap.de: Wenn du so zurückblickst auf deine Karriere und hinsichtlich deines Films hast du das ja sicherlich getan, würdest du dich in Situationen dann anders entscheiden?

JaRule: Nein, ich würde nichts anders machen. Alles ist mehr oder weniger so gelaufen wie ich das wollte und ich bereue definitiv nichts davon.

rap.de: Wow. Das ist schön. Für dich auf jeden Fall.

JaRule: (lacht) Ja, besonders für mich.

rap.de: Ok, ich bin fast fertig. Gibt es irgendetwas, was du Deutschland schon immer mal sagen wolltest? Oder zumindest den Fans, die das hier lesen?

JaRule: Haltet Ausschau nach meinem neuen Album und holt es euch! Ich danke für die Unterstützung und die Liebe die ich von euch bekomme. Ich komme nicht nur mit meinem Album sondern werde auch auf Welttournee gehen, haltet auch da nach mir Ausschau!

rap.de: Wirst du eigentlich bei deinen Auftritten in den nächsten Tagen auch schon Songs von „The Mirror“ performen?

JaRule: Ja, auf jeden Fall.

rap.de: Na gut. Dann war es das soweit von mir. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast und viel Spaß in Deutschland weiterhin.

JaRule: Aight! Ok, danke auch an dich, bye bye.

Tony D.

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Nachdem Tony Damager mit seiner ersten Soloscheibe Amok gelaufen ist und in den Köpfen der Menschheit den absoluten Totalschaden verursacht hat, spricht er mit uns über Fußball und Lil`Jon.

rap.de: Hallo Tony, beschreibe uns doch mal die Resonanz und das Feedback zu deinem am 14.10.2007 erschienenem Solo-Album. Den Infos aus dem Aggro Berlin Forum konnten wir entnehmen, dass dein Album bereits sehr schnell ausverkauft war.

Tony D: Ehrlich gesagt, weiss ich gar nicht ob mein Album ausverkauft ist. Wenn es im Forum so steht, ist es auf jeden Fall cool. Die Resonanz war gut. Die meisten Leute rasten immer aus wenn sie mein Album hören. Natürlich gibt es auch wieder irgendwelche Penner die es scheiße finden.

rap.de: Neben dem normalen „Totalschaden" Album gibt es auch eine „Totalschaden" Premium Edition. Was ist der Unterschied zwischen beiden Editionen?

Tony D: Bei der Premium Edition hat Specter für die Aggro-Fans ein sehr aufwendiges Cover designt, musikalisch gesehen ist auf beiden Editionen dasselbe drauf. Der einzige Unterschied zum normalen Album, ist die Bonus CD mit weiteren sieben Tracks und dem „Totalschaden"- Video.

rap.de: Deine erste Single-Auskoppelung heißt „Totalschaden" und zeigt schon einen anderen Tony D als wir ihn sonst kennen. Du hast auch in der Vergangenheit anderen HipHop gemacht als die Masse. Wie kam der Crunk- Rock- Style zustande?

Tony D: Also die Single ist schon anders, allein durch die Videoversion von „Totalschaden" streiten sich die Leute darum ob es Crossover, Crunk oder HipHop ist. Das kann man sehen wie man will. Die Videoversion, die auch auf der Premium Edition enthalten ist, unterscheidet sich wiederum sehr krass von der Albumversion und dem kompletten „Totalschaden"- Album. Mein Album hat in diesem Punkt auch keine crassen Tiefen oder Höhen. Natürlich habe ich mich nach Ansage Nr.5 und diversen Features weiterentwickelt und arbeite auch immer weiter an mir.

rap.de: Wie ist die Zusammenarbeit mit Evil Jared Hasselhoff, dem Bassisten von der Bloodhound Gang, entstanden?

Tony D: Über ein, zwei Ecken. Wir haben für das Video einen Bassisten gesucht und nach ein paar Telefonaten war die Sache auch schon geklärt. Für das Schlagzeug haben wir Sido genommen, weil der wirklich Schlagzeug spielen kann und Bobby stand die Gitarre so gut, dass wir ihn als Gitarristen genommen haben.

rap.de: Was sagst du zu der These: „Tony D ist der Lil`Jon aus Deutschland"?

Tony D: (lacht) Vielleicht denkt ihr das, weil ich immer mehr Action in meinen Videos und meinen Tracks mache als die Anderen oder weil ich manchmal so schreie wie er. Das ist für mich aber kein Grund zu sagen, dass ich der Lil`Jon von Deutschland bin. Aber wenn das irgendjemand so sieht, ist es auf jeden Fall cool.

rap.de: Hörst du Lil`Jon privat?

Tony D: Ja.

rap.de: Welche Musik hörst du noch privat?

Tony D: Ich bin da eigentlich für alles offen. Ich höre gern Filmmusik zum Beispiel von Kill Bill und HipHop natürlich. Ich höre immer das, worauf ich gerade Bock habe.

rap.de: Um noch einmal auf die Single zu kommen, hast du nach deiner ersten Singleauskoppelung „Totalschaden" noch weitere geplant?

Tony D: Kann sein, so wie es aussieht werden wir noch eine zweite Single bringen, um das ganze Rap- Crunk- Ding zu pushen.

rap.de: Wer hat dein Album „Totalschaden" produziert? Und wen hast du dir als Feature geholt?

Tony D: In erster Linie hat Tai Jason produziert. Dann habe ich Sachen von Desue, Don Tone, Djorkaeff, Shuko, Goofiesmackerz und Dan. Djorkaeff produziert momentan auch das neue Album von Fler und weil ich mit ihm auch einen Track gemacht habe, habe ich mitbekommen, dass Djorkaeff auch bei mir mit am Start ist. Als Features habe ich unter anderem Fuhrmann, Massiv, Harris, Frauenarzt, GMZ, K.I.Z. und halt meine Leute von Aggro Berlin.

rap.de: Produzierst du auch selbst Beats?

Tony D: Früher ja, heute jedoch nicht mehr. Wenn ich einen Beat baue, dauert das schon 11 bis 12 Stunden und so viel Zeit habe ich nicht. Ich konzentriere mich lieber auf den Rap Part.


rap.de: Welche Tracks sind deine persönlichen Favoriten auf deinem Album?

Tony D: Heute würde ich sagen, dass „Totalschaden", „Wo Sind Die Gegnaz?", „Mörderrap", „Haus Der Harten Männer" und „Auf Und Ab" mit Sido meine Favoriten sind. Ich glaube, dass man bei meinem Album jeden Tag eine neue Favoritenliste machen könnte, je nachdem, wie man sich fühlt. Natürlich sind alle Tracks meine Favoriten, sonst hätte ich sie nicht auf mein Album getan.

rap.de: Du hast ja schon eine andere Art von der Interpretation deiner Texte und auch inhaltlich unterscheidest du dich sehr von anderen Künstlern der HipHop Szene. Wie entstehen deine Texte und was willst du mit diesen ausdrücken?

Tony D: Also ganz ehrlich, da müsste ich mal zum Psychologen gehen und fragen, was ich in meinen Texten verarbeite. Was ich auf jeden Fall weiß ist, dass ich nicht wie jeder Rapper bestimmte Sachen verarbeite. Da gibt es nichts, was ich erzählen muss. Ich denke in diesem Punkt nur an die Musik. Was jetzt nicht heißen soll, dass ich mir keinen Plan mache. Ich gehe ins Studio, höre den Beat und fange an einen Text zu schreiben. Wenn ich dann ein Thema gefunden habe, bau ich dieses aus zum Beispiel wie bei „Mörderrap". Ich überlege mir nicht, was sage ich damit aus, wem bringe ich zum nachdenken oder was bewirke ich damit. „Mörderrap" kann man wie einen Horrorfilm sehen, wobei ich der Regisseur bin. Das ist gute Musik für mich, fertig.

rap.de: Hast du eigentlich Halsschmerzen, wenn du in deinen Tracks so viel schreist?

Tony D: Also erst mal will ich sagen, dass ich nicht so viel schreie. Ich werde die Leute irgendwann aufklären, indem ich mal ein Making-of bei den Aufnahmen für einen meiner Tracks zeige. Schreien kann ich vielleicht einen Satz und dann bin ich heiser (lacht). Das was sich für euch wie schreien anhört, ist vielleicht  50 oder 60 Prozent und der Rest ist eben meine Technik beim rappen.

rap.de: Wie lange hast du für dein Album „Totalschaden" gebraucht?

Tony D: Das ist sehr schwer zu sagen, einige Tracks sind letztes Jahr entstanden, einige andere wiederum in diesem Jahr. Das Gesamtpaket hat circa sechs Monate gedauert.

rap.de: Vom 05.10.2007 – 12.10.2007 tourst du mit B-Tight auf der „Ich Bins"- Tour durch Deutschland und Österreich. Was erwartest du dir persönlich von der Tour?

Tony D: Ich freue mich krass auf diese Tour, weil ich als Vorgruppe mit meinem eigenem Backup-Rapper Freddy Cool spielen werde. Natürlich ist so eine Tour immer mit arbeit verbunden aber das ist mir egal. Ich werde einige Tracks aus meinem neuen Album performen und versuchen, eine gute Show zu liefern.

rap.de: …was denkst du über eine eigene Tour?

Tony D: Ich werde erst mal diese Tour mit Bobby spielen und dann werde ich sehen, ob und wann ich wieder auf Tour bin. Allein werde ich wohl eher weniger auf Tour gehen, aber mit Bobby oder irgendjemanden von Aggro Berlin könnte ich mir das durchaus vorstellen.

rap.de: Wer würdest du gern sein, wenn du einen Tag die Möglichkeit dazu haben würdest?

Tony D: Leider spielt Tierry Henry nicht mehr bei Arsenal London, sonst wäre ich Tony D der über Stürmer von Arsenal London und würde in jedem Spiel einen Hattrick schießen (lacht)

rap.de: In alter Manier überlasse ich dir, dass letzte Worte für die rap.de-leser.

Tony D: Keine Ahnung, ich hoffe die Leser bei rap.de feiern mich und rap.de berichtet mehr über mich als andere Seiten (lacht).

Weiteres Gerichtsverfahren für Sean Combs

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Laut Anklageschrift war der Promoter James Waldon am 1. Juni diesen Jahres im Club „The Box“ in Manhattan, stellte sich Diddy vor und die beiden hatten eine kurze Unterhaltung. Als der Promoter P. Diddy jedoch bat, sich die Performance einer HipHop-Band anzuschauen, rief der seine Bodyguards, die den Mann auf der Stelle verprügelten und aus dem Club warfen.
Er trug Prellungen, Kratzer und Verletzungen an Mund und Zähnen davon. Nun verklagt er den selbsternannen und diesem Namen immer wieder alle Ehre machenden Bad Boy auf 5 Millionen Dollar Schadensersatz.
Schon am Montag berichteten wir über ein Gerichtsverfahren, das Sean Combs anhängt, da ein ehemaligen Berater von Bad Boy Entertainment Inc. nicht ausreichend für  Musik -und Videomaterial von Notorious B.I.G. entlohnt wurde, dessen Rechte er besessen und an Bad Boy verkauft hatte. (News von 08.10.2007)

Death Row Records in Verruf

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Die Verhandlungen über den Verkauf von Death Row Records, gegründet von Suge Knight und Dr. Dre, an Koch Records, sind zum Stillstand gekommen. 

Anscheinend gibt es allgemeine Unstimmigkeiten über die finanzielle Lage Death Row’s. "What’s really there for sale, what assets do they have, no one knows for sure", stellte auch die New York Post fest.

Bis heute noch sollen offene Zahlungen an Dr.Dre, für dessen Klassiker "The Chronic", nicht beglichen seien. Des Weiteren sind die Rechte an noch unveröffentlichtem Tupac Material nicht geklärt (News vom 20.08.2007).

Am 7. Juli 2006 verlor Suge Knight vor Gericht in Los Angeles seine kompletten Inhaberrechte, das Label wurde anschließend offiziell dem zuständigen Insolvenzverwalter übergeben (News vom 10.07.2006).

Der Momentane Wert von Death Row wird auf ungefähr 4,5 Millionen Dollar geschätzt, der Schuldenberg allerdings liegt konstant bei 130 Millionen Dollar. Dennoch interessiert sind: Evergreen Copyrights und der Independent-Riese Koch Records.

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