Nachdem Busta Rhymes sich in der letzten Zeit mehr um seine eigenen Belange kümmert als um die seines Flipmode Squads, äußerte sich Rampage nun leicht angesäuert in einem Interview über Bustas Verhalten seinem Squad gegenüber. Ob es in naher Zukunft wieder gemeinsame Sachen geben wird? "Nah, we just decided to do our own thing…It’s not under Flipmode anymore. It’s under FMS, just me, Sham, Digga, and Starr […]." war die Antwort des Crewmitglieds, die keine Fragen mehr offen lässt. Unter FMS (Famous Millionaire Squad) wollen sie nun ohne Busta weiter Musik machen. Angesprochen auf Rhymes unzählige Gerichtstermine sagte Rampage nur, dass die Gerichte schon wissen würden wen sie für schuldig erklärten und dass er auch nichts mit Videosets zu tun haben möchte bei denen Menschen umgebracht werden, er wolle nur Musik machen. Wenn das mal keine klare Ansage ist!
Aggro & Universal
Gerüchte kursierten ja schon einige Zeit. Manche User denunzierten rap.de ja geradezu, wir würden nicht auf dem neusten Stand sein. Doch was nicht offiziell ist, kann auch nicht als solches verkauft werden.
Nun ist es das, laut einer Pressemitteilung seitens Aggro, jedoch. UNIVERSAL MUSIC DEUTSCHLAND kooperiert von jetzt an mit Aggro Berlin. Seit der Gründung des Independent Labels im Jahre 2001, gilt es als das deutsche Rap & HipHop Label überhaupt. Universal Music und Aggro gehen eine gleichberechtigte Partnerschaft ein, wobei Aggro Berlin in seiner Eigenständigkeit als Label und seinen kreativen Entscheidungen auch weiterhin unabhängig bleibt. Die ersten gemeinsamen Veröffentlichungen werden die beiden neuen Alben von Fler im Januar und Sido im März sein.
Frank Briegmann, CEO Universal Music Group: "Aggro Berlin hat als Indie Label den deutschen Hip Hop Markt in den letzten sechs Jahren maßgeblich beeinflusst. Wir freuen uns sehr, dass sie Universal als optimalen Partner für die Zukunft sehen."
Tom Bohne, Managing Director Universal Domestic Division: "Aggro Berlin und Universal Music passen in der jetzigen Zeit als Partner ideal zusammen. Wir freuen uns sehr über die gemeinsame Zukunft und sind uns sicher, dass wir uns hervorragend ergänzen werden."
Spaiche, Aggro Berlin: "Wir machen diesen Deal weil er sich lohnt. Die Zeit ist reif."
Sido, Rap Star: "Das Label Nr.1 geht mit dem Label Nr.2. Mal sehen ob die Typen was von uns gelernt haben."
Ehemaliger Bad Boy Mitarbeiter verdächtig
Wieder einmal Aufregung im Fall 2Pac/Biggie. Jetzt hat der in diesem Zusammenhang schon hinlänglich bekannte James Sabatiano (ehemaliger Mitarbeiter von Bad Boy) einen Antrag gestellt, der verbieten soll, dass P.Diddy FBI-Aufzeichnungen von einer Zeugenbefragung betreffend den Mord 2Pacs, in der er, Sabatiano, ausdrücklich genannt wird, einsehen darf. Sabatiano, der gerade in Pennsylvania wegen Betrugs einsitzt, bezeichnet dies als Teil einer „andauernden Schmutzkampagne“ gegen ihn. Wie wir schon einmal berichteten, hatte dieser lezten Monat Diddy auf 19 Mil. Dollar Schadensersatz verklagt, weil der ihm angeblich für ausstehende Rechnungen Audio- und Videomaterial Biggie betreffend noch mehrere tausend Dollar schulde. Puff hingegen hatte betont, mit der Bezahlung deswegen so zögerlich zu sein, weil Sabatiano als Person von großem Interesse für den Fall B.I.G. gilt.
In der FBI-Befragung hat ein Informant, der Verbindungen zu Sabatiano und 2Pac gehabt haben soll, behauptet, dass er in den Quad Studios gewesen sei, als 2Pac 1994 angeschossen wurde (zwei Jahre später wurde er dann bei einem sogenannten „Drive-by Shooting“ getötet). Der Informant erzählte, dass Sabatiano ganz ungerührt und unbesorgt gewesen sei, als von draußen Schüsse zu hören gewesen seien. „Get that piece of shit out of here“, soll er gerufen haben, als der blutende Tupac ins Studio kam. Außerdem soll er gesagt haben, dass man mit 2Pac „fertig werden müsse“.
Eine Sprecherin von Sabatianos Firma „Sound Storm Entertainment“ beteuerte, dass „er nichts mit den Schießereien auf Tupac und Christopher Wallace (Biggie), mit dem ihn eine tiefe Freundschaft verband,“ zu tun habe.
Keiner der Anwälte oder Sprecher, weder von Sabatiano noch von Sean Combs waren zu einer Stellungnahme bereit.
Olli Banjo & SP
Das Producerteam SP, bestehend aus Soulmind & Paradigm, erregte in der Vergangenheit vor allem mit US-Remixes Aufsehen in der Szene. Nun steht auch eine größere deutsche Produktion in den Startblöcken: Der Olli Banjo „Lifeshow“ Remix soll nur der Anfang sein, weitere sind schon in Arbeit, sowie noch ein anderes aber gut gehütetes Projekt mit Olli.. . Den ersten Remix könnt ihr hier hören und zugleich bestaunen. Viel Spaß.
Na das ist etwas und entschädigt euch dafür, dass das neueste Release „Lost Tapes“ von Olli nicht am 9. sondern erst am 23. November zu haben ist.
Tribute Konzert für Dilla
Am 21. Januar, dem Martin Luther King Day, wird Mos Def mit seiner experimentellen Jazz Band „The Mos Def Big Band“ ein Tribute Konzert für J Dilla geben. Das ganze soll im legendären Hill Auditorium in Detroit, in dem schon Größen wie Bob Marley, Pink Floyd oder Bob Dylan aufgetreten sind, stattfinden und den allseits bekannten, innovativen Hip Hop Producer Jay Dee ehren, dessen Einfluss auf die Musik heute nicht mehr wegzudenken ist.
J Dilla (geboren als James Yancey) war im Februar 2006 an der seltenen Autoimmunkrankheit Lupus gestorben. Kurz zuvor hatte er noch sein letztes Soloalbum „Donuts“ im Krankenhaus aufgenommen. Dilla Beats tauchen auch heute noch auf vielen aktuellen Releases auf, wie zuletzt auf Commons „Finding Forever“ oder auf Ghostfaces „Fishscale“. Wen gibt es geeigneteres als den nicht minder innovativen Mos Def, der dieses musikalische Schwergewicht ehren könnte…
Problemkind – Das Album
Nach etlichen Featureparts auf Alben wie z.B. „Willkommen In Abschaumcity“ von MC Bogy kommt nun das Soloalbum vom aus Berlin Lankwitz stammende Rapper Problemkind. Der Silberling heißt simpel und einfach nur „Das Album“ und wird über Bogys Label „Noch Mehr Ketten Entertainment“ veröffentlicht. Problemkind, der zu Berlin Crime gehört, repräsentiert genau wie sein Labelboss Bogy den Südlichen Teil der Hauptstadt.
Der Titel-Track„Problemkind“ wurde von Amun (Ilyrix), der überwiegend für alle Beats des Albums verantwortlich ist, produziert und liefert einen kurzen Anhaltspunkt, mit wem man es auf diesen Album zu tun hat. Das er ein Berliner Straßenjunge ist, wird in Zeilen wie „Ich bin ein elternloses Kind, mein Zuhause ist die Strasse. Ich bin auch gerne Berlin Crime und breche dir gerne die Nase!“, mehr als deutlich.
Ein persönlicher Track ist „Gib Nicht Auf“! Auf diesem wird Problemkind von der Sängerin Kamila (Illyrix) unterstützt. Sie zeigt sich für die Hook verantwortlich. Problemkind spricht sich gegen den Index, die Politiker und alle aus, die ihm Steine in den Weg legen wollen. „Es gab einen Freund, dem ich vertraute, doch er nutzte es aus. Ich habe versucht mich zu beherrschen, doch ich rastete aus.“ „Es gibt Steine und Berge ,sie machen den Weg sehr schwer. Ich weiß das Leben ist nicht fair, doch es bietet viel mehr.“
Das erfolgreiche Produzententeam Beathoavenz ist ebenfalls auf „Das Album“ mit einem Beat vertreten. Auf dem Battle-Track „Unantastbar“ rappt Problemkind „Ich bin Deutschlands Alptraum mit einem Drang zur Poesie. Doch habe ich für das alles noch keine gute Strategie. Pläne sind noch ungeschliffen, ich gebe noch keine Garantie. Doch bald wird alles laufen, weil ab dann herrscht Krieg!“
Der 20 jährige Problemkind liefert ein für Berliner typisches Straßen-Album ab, welches für Fans des Berliner Sounds sicher ein gutes Werk darstellt. Reimtechnisch ist Problemkind noch nicht auf der Höhe des Geschehens. Er benutzt ausschließlich „simple Rhymes“ a là sehen, stehen, gehen. Inhaltlich und thematisch hat er durchaus große Momente auf „Das Album“. So z.B. sind „Heisser Als Die Hölle“, „Gegen Jede Regel“ und „Gib Nicht Auf“ die stärkeren Tracks auf dem Album.
T-Pain – Epiphany
Der 1985 in Tallahassee, Florida, geborene Faheem Najm aka T-Pain begann seine Karriere als Mitglied der kurzlebigen, aber extrem talentierten und innovativen Nappy Headz. Auf seinem neuen, zweiten, Solo-Album führt er seinen eingeschlagenen Weg zwischen Crunk, Creep und Southern Flavas fort. Die Auskopplung „Buy U A Drank (Shawty Snappin‘)“ erreichte in den Staaten den ersten Platz der Billboard-Charts, was nicht überrascht. Denn T-Pain bedient die an ihn gerichtete Erwartungshaltung mit Bravour. Sicher haben wir es auch hier einmal mehr nicht mit einem Meisterwerk im Musikalischen Sinne zu tun, obwohl T-Pains Rapskills mit hohem Wiedererkennungswert einiges auszubügeln vermögen. Gäste wie Shawwnna, Cham oder Akon (darf dieser Tage nirgendwo fehlen) sind zwar nicht das Salz in der Suppe, garantieren jedoch den erwünschten Erfolg und Respekt. Die üblichen R-Rated Lyrics („69“ featuring J Lyriq), selbstproduzierte Beats, Anleihen beim Reggae („Reggae Night“) und die optische Stilisierung auf massentauglichen Crunk-Hop unterstreichen den stimmigen, zugleich etwas eingefahrenen Gesamteindruck des Albums. Wie sagt T-Pain am Ende des üblichen Danksagungsgeplänkel im Booklet: „Peace Bitches!“
Blu & Exile – Below The Heavens
Ganz andere Ware, das erste Blu & Exile-Studioalbum. Schon beim ersten Track werden wir von weichen, direkten Beats in den butterweichen Sprechgesang von West Coast-Rapper Blu getragen. Produzent und zweite Hälfte des Duos, Exile, versorgt das Album mit einem Teppich aus einfachen, dabei deepen Beats, die mehr als einmal an bessere Tracks von Digital Underground, den Jungle Brothers oder De La Soul erinnern. Man merkt Blu & Exile die Erfahrung an, trotz Soloalbum. Blu arbeitete bereits mit Slum Village, X-Clan, Lyrics Born oder den Platinum Pied Pipers zusammen. Raffiniert eingewobene Scratches, funky Keylicks, soulgetränkte Songstrukturen und ein Trackübergreifendes Albumkonzept überzeugen auf ganzer Linie. „Below The Heavens“ wurde von Blu und seinem Produzenten Exile nicht umsonst und sicher nicht unverdient als Albumtitel gewählt: Ein bisschen besser, und die 14 Stücke wären göttlich. Das wirklich schöne am Longplayer ist das kribbeln im Finger am Ende des Albums, wenn man sich dem erneuten Drücken der Play-Taste nicht entziehen kann. Ein kleines Meisterwerk, auf dem es auch nach wiederholtem Hören Neues zu entdecken gibt.




