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Def Jam geht es gut

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Def Jam-Boss Barry Weiss hat sämtliche Gerüchte, das traditionsreiche Label stehe kurz vor der Pleite, energisch ins Reich der Phantasie erwiesen. Schließlich habe das Label gerade einen Deal mit Kanyes G.O.O.D Music unterschrieben, dessen Künstler Big Sean gerade am Abräumen sei. Darüberhinaus stehe das mir riesiger Spannung erwartete Jay-Z & Kanye West-Album "Watch The Throne" in den Startlöchern und der kürzlich gesignte Frank Ocean von Odd Future sei ebenfalls auf dem besten Weg zum Superstar.

Weiss räumte lediglich ein, dass es natürlich immer das Ziel sei, zu expandieren und man für die Zukunft noch den ein oder anderen Afro-Amerikaner in die Führungsetage holen würde."Of course we are looking to maximize our potential and are in search of additional African-American leadership to take us to the next level."  Auch wenn es im Grunde nichts zur Sache tut, lustig ist dabei schon, dass die Hautfarbe von Mr. Weiss ziemlich genau seinem Nachnamen entspricht. Jjedenfalls sei das Label weiterhin bestens aufgestellt. "But, let me be clear, Def Jam is on fire."

On fire ist offenbar auch der in letzter Zeit leicht verwirrt agierende 50 Cent. Der hatte sich nämlich kürzlich zu Wort gemeldet und via MTV verlautbaren lassen, dass es Def Jam finanziell überhaupt nicht gut gehe und das Label ein Loch von 80 Millionen US-Dollar zu stopfen hätten:"Well, Def Jam, I’m not even sure what that system — that system is not in a good space right now. They’re like $80 million in the hole.

Möglichweise ist 50 einfach immer noch sauer. Der frühere G-Unit-Präsident Sha Money versuchte nämlich, nachdem er von XL zu Def Jam gewechselt war, das G-Unit Gründungsmitglied Lloyd Banks zu seinem neuen Arbeitgeber zu locken. Banks schien laut Posse TV auch nicht gänzlich abgeneigt und verkündete schon mal, er wolle keinesfalls irgendwelche Türen zuschlagen: "If they drop that big bag, then we can talk. I don’t ever want to shut no doors out so we’ll see what happens in the near future."

Ein kleiner Seitenhieb hier, eine nette Stichelei dort, entrüstete Dementis allenthalben – besser als jede Soap-Opera, oder?

Shyne kündigt neue Alben an

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Moses Levi, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Shyne, ist nach 8 Jahren Gefängnis, die er in treuer Loyalität zu seinem Ex-Boss Diddy brav abgesessen hat, der Konvertierung zum Judentum und Auswanderung nach Israel wieder bereit für die Rückkehr ins Rap-Game. Und zwar in musikalischer Begleitung des jüdischen Reggae-Sängers Matisyahu.

In der Vergangenheit, wir berichteten, betonte Shyne noch, dass der übliche Rapper-Lifestyle in keinerlei Konflikt mit den Regeln des orthodoxen Judentums stehe, schließlich stünde in den heiligen Schriften "nothing about the lifestyle (his) live" geschrieben. Dennoch: "Messiah" und "Gangland", jene Alben, die er für das Jahr 2012 angekündigt hat, sollen ganz im Zeichen der jüdischen Religion stehen, wie auch der Erziehung. Die Musik als solche "will reflect his new found love for Judaism", wie Shyne der Jerusalem Chronicle verriet, während insbesondere "Gangland" seine Fans vor den Tücken des Street-Lifes warnen soll.

Sein Kollabo-Partner Matisyahu, der mit einigen Featuresauf den Alben vertreten seien soll, ist in den USA übrigens wegen seiner Verbindung von traditioneller jüdischer Metaphorik mit moderner Reggae und HipHop-Musik ein bekanntes Pop-Phänomen, über das auch Mainstream-Medien wie Time Magazin berichten. Laut allhiphop.com bestehe seit Shynes Konvertierung eine enge Verbindung zwischen den Beiden, auch persönlich habe jeder viel für den anderen getan: "I‚d say he was someone that I’d be there for anything he needs, and he has expressed the same for me," sagte Matisyahu gegenüber der Zeitung "The Jewish Chronicle."

Die Freude an rituellen Handlungen, die jede Religion mit sich bringt, überträgt Shyne auch auf seine Albumvorbereitung: So möchte er bis zur Veröffentlichung "shomer habris" sein, also bis  komplett auf Vergnügen wie Sex und Fluchen verzichten. Verdammte Scheiße! Gut, dass wir bei rap.de Agnostiker sind.

Neue Platte, neuer Sound?

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Gestern traf rap.de den Mann der Stunde zu einem ausführlichen Interview. Dabei war auch Caspers musikalische Entwicklung ein Thema. Und diese ist offenbar noch nicht abgeschlossen. So schloss es der frischgebackene TopTen-Rapper nicht aus, dass sein Sound sich auch zukünftig weiter entwickeln und verändern wird.

"Ich habe zuerst ein Mixtape gemacht, das wahnsinnig rapfixiert war ("Die Welt hört mich" – Anm. d. Verf.) und auf dem wahnsinnig viel gelogen war. Es waren aber zwei oder drei Songs drauf – "Rasierklingenliebe" und "Kippenpause" etwa, hätte man die rausgenommen und daraus ein HipHop-Album gemacht – wow", blickte Casper auf seine Anfänge zurück. "Bei "Hin Zur Sonne" war ich dann auf dem Kanye-Film, da wollte ich nur so ’ne Beats haben und dafür war Shuko perfekt. Zwischendurch habe ich mal auch so eine Art Drake-Platte aufgenommen, Jammern auf hohem Niveau, so: Scheiße, die Leute erkennen mich, weil ich berühmt bin. Gut, dass die nie rausgekommen ist."

Bei "XOXO" wiederum standen andere Vorbilder Pate: "Da wollte ich eben diesen The XX-Sound, aber gepaart mit ein bisschen Editors und Coldplay. Was sich jetzt aber hiervon als Essenz für das nächste Album herauskristallisiert, weiß ich noch nicht. Bisher war alles eine sehr stimmige Entwicklung", ist Casper überzeugt.

Sein bereits angekündigtes Mixtape, auf dem er nur auf Südstaaten-Beats rappen will, ist ebenfalls in der Mache. "Ich habe ja gerade schon mal einen exklusiven Song vorab veröffentlicht", grinste er in Anspielung auf den kürzlich erschienen Track "Wilson Gonzales", zu dem es seit gestern Nacht eine kongeniale Antwort gibt – von wem nun genau, darüber wird noch spekuliert.
"Die nächsten beiden heißen dann "Conny Dachs" und "Daniela Katzenberger"", scherzte Casper weiter. "Eigentlich hätte ich ja Bock, mir einen echten Lex Luger-Beat zu holen, aber die kosten halt 60.000 Euro. Und das finde ich dann doch ein bisschen viel für drei Minuten Fruity Loops." Wo er Recht hat…

Das ganze Interview könnt ihr ab kommenden Montag bei uns lesen. Swag!

Kendrick Lamar – Section 80

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N.W.A. machten in den späten Achtzigern mit ihrem Klassiker „Straight Outta Compton“ den Namen ihres Viertels weltberühmt und prägten wie kaum eine andere Crew das Genre des Gangsta-Raps. Nachdem es lange Jahre etwas ruhiger um Rap aus Compton geworden war, brachte Game den Namen wieder zurück ins Spiel, wobei er sich ganz klar in die Tradition der Gründerväter stellte und vom großen Dr. Dre gefördert wurde.

Auch der 23-jährige Kendrick Lamar, schon seit etwa 2005 aktiv, kann sich der Unterstützung Dres sicher sein. In Interviews lobt ihn der Doctor in höchsten Tönen und auch auf einigen Detox-Leaks war Kendrick zu hören. Doch weder was sein Auftreten, sein Erscheinungsbild,  seine Textinhalte, noch seinen Rapstil angeht, will er ins Bild eines Rappers aus Compton passen. Hier ist ein fast schüchtern wirkender, recht zierlicher, dabei lyrisch und flowtechnisch schwergewichtiger MC am Werk, der mit keinem geringeren Ziel angetreten ist, als seine ganze Generation zu inspirieren. Allerdings auf eine etwas andere Art als damals N.W.A., denen zweifelsohne große Verdienste in musikalischer Hinsicht gebühren, deren Musik aber sicherlich auch den ein oder anderen Drive-By begleitet haben dürfte. In welche Richtung sich die Energien und Aggressionen der Jugend seiner Meinung nach lieber richten sollten, schilderte er in der  schon Anfang des Jahres veröffentlichten Meister-Single „HiiiPower“: „Let’s set it off, cause a riot, throw off molotovs/ Somebody told me them pirates ain’t got lost/ Cause we’ve been off slave ships/ Got our own pyramids, write our own hieroglyphs“

Nach einigen Mixtapes, EP’s und vielen Features nun sein erstes großes Solo-Album „Section 80“, wobei sich der Titel auf das soziale Wohnungs-Programm Section 8 und eben seine Generation der in den Achtzigern Geborenen bezieht.
Kendricks leicht nasale Stimme mag einem auf den ersten Eindruck vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig vorkommen, aber bereits der Opener „Fuck Your Ethnicity“ verdeutlicht, dass man es hier mit einem außergewöhnlichen Künstler zu tun hat. Form und Inhalt ergänzen sich auf eine gänzlich unverkrampfte Art und Weise.  Besonders der gleichzeitige Wechsel von Flow und Stimmlage zur Mitte des ersten Strophe ist absolut magisch und animiert zum sofortigen Rewind.

Später rappt er: „TMI, TSA, man i’m fly/ put wings on my back/ that a plane or angel?/ both, like a pilot with a halo“  – ganz klar, der Junge will hoch hinaus. Allerdings hat er dabei den Anspruch, es aus eigener Kraft zu schaffen, und seine Zeilen im mächtigen „Spiteful Chant“ unterstreichen dies noch mal: „Everybody heard that I fuck with Dre/ And they wanna tell me, I made it/ Nigga I ain’t made shit/ If he gave me a handout I’m a take his wrist and break it“
Kein einziger großer Name ist auf „Section 80“ zu finden, wo ihm doch diesbezüglich alle Türen offenstünden. Features und Produktionen kommen hauptsächlich aus seinem Umfeld, wobei manche Instrumentals für sich genommen recht unspektakulär klingen mögen, doch Kendrick setzt seine Stimme oft wie ein Instrument ein, und man hat das Gefühl, dass er sich auf den Beats einfach zu Hause fühlt.  Besonders Sounwave liefert herausragende Arbeit ab und glänzt in  Hol’ Up“, einem unverschämt entspannten Song,  mit exquisiten Drums und wunderbaren Bläser-Arrangements. Kendrick äußert hier unter anderem genau den Gedanken, der mir schon nach „Fuck Your Ethnicity“ in den Sinn kam: Trotz seiner erst 23 Jahre hat man das Gefühl, einer weisen Stimme zuzuhören: „I live my twenties at two years old, the wiser man/ Truth be told, I’m like eighty-seven/ Wicked as eighty reverends in a pool of fire wit’ devils holdin’ hands/ From the distance, don’t know which one is a Christian, damn!“
Kurz zuvor siniierte er dabei noch, dass man ihn sicherlich für einen Terroristen halten würde,  wenn er mit der mit ihm flirtenden Stewardess  vor den Augen der Passagiere Sex hätte.  Wer jetzt findet, dass solcherlei Aussagen eigentlich nicht zusammenpassen, dem entgegnet er später: „See a lot of y’all don’t understand Kendrick Lamar/ Because you wonder how I could talk about money, hoes, clothes, God, and history all in the same sentence“

Kendrick ist trotz seiner offensichtlichen Bildung und Sprachgewandtweit immer noch ein Kind der Straße. Eines, das flucht, wenn ihm danach ist, eine Bitch eine Bitch nennt und auch nichts gegen eine ordentliche Portion Kush einzuwenden hat. Denn er ist weder „…the next Pop-Star„, noch „… the next socially aware rapper“, er ist einfach „…a human motherfuckin’ beeing“.
Ein Mensch mit guten und schlechten Seiten, der sich nun mal in keine Schublade stecken lässt. Man weiß nie was K-Dot, so sein früherer Name, als nächstes vorhat. Mal entführt er einen in die frühen 90er („Rigamortis“),  gedenkt Aaliyah, Pimp C und Left Eye („Blow My High“), oder liefert eine Spoken-Word-Performance auf einem puren Free-Jazz-Track ab („Ab-Soul’s Outro“). Im zentralen, alles überragenden „Ronald Reagan Era“, zeichnet er Bilder aus der Hochzeit  der Crack-Pest und der Gangkriege: „1987, the children of Ronald Reagan raped the leaves off your front porch with a machine blow torch.“
Dann erzählt er die Geschichte einer Frau, die sich aufgrund von immerwährenden Beziehungs-Enttäuschungen dazu entschließt, es mal mit dem gleichen Geschlecht auszuprobieren („Tammy’s Song“), thematisiert zügellosen Drogenkonsum („A.D.H.D.“), kritisiert das zwanghafte zukleistern mit Schminke („No Make-Up“), oder schildert das traurige Schicksal einer Prostituierten („Keisha’s Song“): „She givin’ all to her daddy but she don’t know her father, that’s ironic […]She play Mr. Shakur, that’s her favorite rapper/ Bumping „Brenda’s Got A Baby“ while a pervert yelling at her.“

Der Geist 2Pac’s höchstpersönlich war es anscheinend auch, der ihm eines Nachts im Schlaf erschien und  ihn bat: „Don’t let me die!“ Auch wenn erstmal kaum Gemeinsamkeiten in ihren Stilen erkennbar sind, so trägt er auf jeden Fall einen Teil seines revolutionären Geistes weiter.

Wie sehr es der HipHop-Welt doch nach wie vor nach reiner, unverfälschter Kunst dürstet, lässt sich an den überschwenglichen Reaktionen seitens der  Fans und der Presse erahnen. Ein Satz, der dabei immer wieder auftaucht: „Kendrick Lamar is the future!“ …. Captain Future!

Bayern Sound – Explosiv-Therapie

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Auch auf dem Land gibt es Verbrecher und harte Typen. Sogar – haha – in Bayern. Zum Beispiel im beschaulichen Landshut, der Hauptstadt des schönen Niederbayerns. Von dort kommen Bayern Sound, die wir euch an dieser Stelle vorstellen wollen. rap.de: Servus! Wer seid ihr, woher kommt ihr, was macht ihr? Bayern Sound: Servus. Wir sind WordWar, Ronan Hawk und Kaveli aka Bayern Sound. Wir kommen aus der niederbayerischen Hauptstadt Landshut und wir machen seit acht Jahren Musik. Uns geht’s soweit gut. rap.de: Ihr wollt mit eurem Bayern Sound für neuen Wind im deutschen Rapgame sorgen. Nach eigener Aussage fehle euch da nämlich das gewisse Etwas – wie würdet ihr dieses gewisse Etwas beschreiben, und wieso habt ausgerechnet ihr es? Ronan Hawk: Also in erster Linie sind wir Musiker die nichts von Anderen abkopieren, weil wir im Grunde genommen wenig Deutschen Rap hören und somit unseren eigenen Stil entwickelt haben. Kaveli: Das gewisse Etwas ist in unserem Falle, dass wir alles selber machen. Wir produzieren unsere Beats, Texte, Videos, Bilder, Homepage, usw. . . alles selbst. Wir arbeiten ohne fremde Unterstützung und das macht uns aus. WordWar: Ich teil die Meinung von Ronan Hawk und Kaveli (Lach)t Außerdem verleugnen wir nicht unsere Herkunft wie manch andere Rapper. Wir sind wie wir sind und bleiben auch so. Das ist unser gewisses Etwas. rap.de: Euer Herkunftsort Landshut, klingt jetzt nicht gerade raptypisch urban. Was geht da so ab? Was gibt es an Bayern außer Bier, Oktoberfest und Alpennähe zu representen?
Kaveli: Hier gibt es alles genauso wie in jeder anderen Groß- oder Kleinstadt in Deutschland. Ich finde das Bild über Bayern wird all zu oft ins lächerliche gezogen, weil es durch die Medien leider so vermittelt wird. Jedoch sollte man wissen, dass Bayern genauso zum Rest von Deutschland gehört und keineswegs anders ist. Ronan Hawk: Hier gibt es genauso einen Ausländeranteil wie in anderen Bundesländern auch. Blocksiedlungen, Ein-Familien Häuser, Bauernhöfe, einfach alles. WordWar: Man sollte bedenken, dass Bayern nicht nur aus dem typischen Brezl und Weißwurst Bild besteht, sonst würde Berlin auch nur aus Currywürsten und Hamburg aus Fischmärkten bestehen. In Sachen Rap: Auch wenn man bei manchen Rap-Songs aus Bayern Akzent hört, ist er nicht gleich minderwertiger. rap.de: Was ist an Bayern hardcore?
Kaveli: In erster Linie unser Sound. Hier geht’s um Musik und mit dieser wollen wir endlich anerkannt werden. WordWar: Das Bier, die meist übertriebene Polizeigewalt und vor allem die Mentalität der Leute Ronan Hawk: Eine Mistgabel im Arsch will auch keiner haben. rap.de: In euren Texten übt ihr auch immer wieder heftige Kritik am Freistaat Bayern und trotzdem repräsentiert ihr ihn auf der anderen Seite. Wir können das zwar verstehen, aber unsere Leser vielleicht nicht. Erklärt mal, wie das zusammen passt? Bayern Sound : Wir kommen aus Bayern, sind hier geboren und können das auch nicht mehr ändern. Somit präsentieren wir unsere Heimat. Und warum wir Kritik an Bayern ausüben: Weil hier auch nicht der Himmel auf Erden ist. Außerdem gönnt dir hier keiner was. In Bayern ist die Rap-Szene und die dazugehörige Unterstützung leider nicht wirklich vorhanden. Als wir mal in Berlin bei Kollegen waren, wurde die Musik wesentlich ernster genommen als es hier der Fall ist. rap.de: Ihr habt bereits in der Vergangenheit unter dem Namen „Rebel Flow“ Musik gemacht – und zwar seit 2003. Was habt ihr in den letzten 8 Jahren (musikalisch) gemacht, und wieso betretet ihr erst jetzt als „Bayern Sound“ die Bühne?
Bayern Sound : Wir haben uns im laufe der Zeit sehr weiterentwickelt. Auf musikalischer Ebene sowie auch menschlich. Wie es im Leben so läuft, passieren unvorhergesehene Dinge. Rebelflow entstand damals in unserer Jugend als wir 17 Jahre alt waren. Damals fehlte uns das nötige Know How, wie man so eine Plattform größer werden lässt. Durch viele Meinungsverschiedenheiten kam es letzten Endes zum Bruch der Truppe. Bayern Sound wurde von den Leuten gegründet die sowohl auf freundschaftlicher und musikalischer Basis am besten miteinander auskommen und jetzt wollen wir zu dritt die Sache professionell angehen. rap.de: Und zum Abschluss: In eurem Exclusive für uns rappt ihr „Therapie aus dem Freistaat“ – was genau therapiert ihr mit eurer Musik? Ronan Hawk : Was wir versuchen zu therapieren, ist der restliche Haufen in diesem gottverlassenen Land (Lach) Kaveli: Stimmt. Und den Rest kann man oben noch mal nachlesen WordWar: Die Zwei haben es gesagt. Es gibt nichts mehr hinzuzufügen. Bayern Sound : Danke für das Interview und geht auf www.bayern-sound.com

Rap über US-Schuldenkrise

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Unser mächtigster Verbündeter, die US of A, steht kurz vor dem Bankrott. Präsident Obama und der Oppositionsführer Boehner streiten weiter über das richtige Konzept zum Schuldenabbau.Einigen sich Regierung und Opposition nicht bald, droht dem nordamerikanischen Land die Zahlungsunfähigkeit.

In solchen Zeiten sind die Ratschläge echter Experten in Sachen Geld einnehmen gefragt – und wer versteht davon schon mehr als, genau, ein Rapper? Immerhin hat diese Berufsgruppe Slogans wie "Bling Bling", "Cash Money" oder "Cash Rules Everything Around Me (C.R.E.A.M.)" hervorgebracht und geprägt.

Nur konsequent also, dass sich nun der Washingtoner Rapper Remy dem Problem annimmt. In seinem YouTube-Video "Raise the debt deiling" (dt.: Erhöht die Schuldengrenze) liefert er brilliante Analysen der verfahrenen Situation: "14 trillion in debt/ but yo we ain’t got no qualms/ droppin $100 bills/ and million dollar bombs" (dt.: 14 Billionen Schulden, und wir haben keine Skrupel. Werfen mit 100 Dollar-Noten um uns und mit millionenschweren Bomben). "Spending money we don’t have/ that’s the name of the game/ they call me cumulo nimbus/ because you know I make it rain" (dt.: Wir geben Geld aus, das wir nicht haben, so läuft das Spiel. Sie nennen mich Gewitterwolke, weil ich es (Geld) regnen lassen kann). "We’re gonna default/ if we follow this road!/I should have thought of this/ 14 trillion dollars ago!" (dt.: Wir gehen pleite, wenn wir so weitermachen. Daran hätte ich schon 14 Billionen früher denken sollen.) 
 

Remys Kommentar zu seinem Video lautet, man könne zwar vielleicht nicht die Regierung erreichen mit der Beschwerde, aber man könne sie wenigstens auf einen guten Beat packen: "We may not be able to address our current debt ceiling woes, but we can at least put them to a good beat."

Der 31jährige Remy Munasifi macht nicht das erste Mal durch witizge Rapvideos auf sich aufmerksam. Bereits im US-Vorwahlkampf 2007 hatte er sich in die politische Debatte eingemischt – mit einer als Rapclip verpackten Frage an die Kandidaten zur Steuerpolitik, die von CNN gesendet wurde.
Außerdem hat Remy sich schon desöfteren kritisch-ironisch mit dem Klischee des bombenwerfenden, integrationsunwilligen arabischen Einwanderers auseinandergesetzt – der Comedian hat slbst einen irakischen Vater und eine libanesische Mutter. Er tritt mit seinen Rapsongs auch regelmäßig beim Arab-American Comedy Festival in New York auf.

50 nimmt Detox-Song als Geisel

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Erst der Streit zwischen Dr. Dre und 50 Cent um die Kopfhörer, und nun dies.

Mit seinem Label Interscope befindet sich Fiddy ja bekanntermaßen seit längerem auf  dem Kriegsfuss. Jetzt wurde seine neue Single "I’m On It" geleakt, wofür laut 50 nur Interscope verantwortlich sein könne, da dies der einzige Song sei, der er ihnen gegeben habe. Also cancelte er via twitter kurzerhand sein sowieso schon etliche Male verschobenes Album und entschuldigte sich bei seinen Fans:

Man I’m not releasing a album i can’t believe interscope is this f*cked up right now. I apologize to all my fans.less than a minute ago via UberSocial Favorite Retweet Reply


Damit nicht genug, drohte er anschließend damit, den Song "Psycho", welchen er mit Dre für Detox aufgenommen hatte, ebenfalls vorab zu veröffentlichen.  Er nannte sogar schon den genauen Zeitpunkt des Leaks:

I LOVE DRE but I’m putting his next single psycho out tomorrow at 2:00 #SKless than a minute ago via UberSocial Favorite Retweet Reply


Anscheinend beruhigte er sich daraufhin aber wieder etwas und ruderte wenig später mit der Bemerkung zurück, Dre und Jimmy Iovine (der Chef von Interscope) hätten ihm in der Vergangenheit ja eigentlich immer unterstützt:

I wouldn’t leak dre’s record he has done nothing but help me in my career. jimmy has always been supportive of me.less than a minute ago via UberSocial Favorite Retweet Reply


Abschließend rät er dann nochmal dazu, den Stein des Anstoßes, "I’m On It", auszuchecken. Was man sich aber als Fan des alten 50 Cent vielleicht verkneifen sollte, handelt es sich doch, mit Verlaub gesagt, um einen veritablen Totalausfall.  Aber überzeugt euch lieber selbst davon. 

Majordeal für die Orsons

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Erfreuliche Nachrichten aus dem Hause Chimperator: Wie das Stuttgarter Label soeben bekannt gab, konnte man für den Chimperator-Act Die Orsons (Tua, Kaas, Maeckes und Plan B) einen langfristigen Kooperationsdeal eintüten. Für die beiden nächsten Alben der "ersten realen Boyband" (Zitat Chimperator) unterzeichnete man mit dem Majorlabel einen Bandübernahmevertrag.

Wie Chimperator-Boss Basti Schweizer rap.de in einem exklusiven Statement mitteilte, war man schon seit längerem auf der Suche nach einem größeren Deal. "Wir haben seit Herbst versucht, für die Orsons eine Kooperation mit einem Major zu finden", erklärte Schweizer. "Universal hat uns ein sehr künstlerfreundliches Angbebot gemacht. Die Solosachen der einzelnen Orsons können wir weiter selbst machen. Aber für die Orsons als Band war es sehr sinnvoll, jetzt den nächsten Schritt zu machen und an Kontakte und Netzwerke heranzukommen, die uns bisher nicht zugänglich waren."

Interessant auch, in welcher Sparte Universal selbst die vier Musiker sieht. "Wir sind nicht bei der HipHop-Abteilung von Neffi (Temur – der u.a. schon A&R von Bushido und Azad war – Anm. d. Verf.) oder der Rock-Abteilung, sondern bei der Pop-Abteilung, was wir absolut gut und richtig finden."
Jochen Schuster, der Chef der Pop-Sparte, kommentierte den Vertragsabschluss in einer gemeinsamen Pressererklärung folgendermaßen: "Die Orsons gehören zu den spannensten Bands im deutschsprachigen HipHop-Bereich, mit dem Potential, noch sehr viel Menschen auch darüber hinaus zu erreichen. Wir sind sehr glücklich, ab jetzt mit der Band und Chimperator loslegen zu können."

Ein Viertel der Orsons, Tua, erwischte rap.de in unausgeschlafener Morgenmuffel-Stimmung. Sein Kommentar im O-Ton: "Verdammt, habe ich einen Kater. Was genau war da jetzt nochmal los?"

Das wird er dann schon noch merken. rap.de jedenfalls gratuliert Chimperator, den Orsons und Universal – und wünscht viel Erfolg bei den anstehenden Projekten.

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