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Trikotversteigerung für Galla

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Vor fast genau einem Monat, am 09. August 2011, verstarb im Alter von nur 38 Jahren der Rapper Heinz Michael Galla.  Aus diesem Grund gedachten am letzten Sonntag, auf einer großen Memorial Jam in Bochum, dann auch Hip Hop-Aktivisten aus ganz Deutschland dem Urgestein aus dem Ruhrgebiet. Deutschrap-Legenden wie Too Strong, Cora E und die Stieber Twins, aber natürlich auch die Ruhrpott-AG, bei der Galla selbst Mitglied war, enterten die Bühne und sorgten für stimmungsvolle und berührende Momente.

Mitglieder der erweiterten RAG-Familie, sowie der Rapper Donato, haben sich in den letzten Wochen auch um ein würdevolles Begräbnis für den verstorbenen MC gekümmert und Kontakt zu den Hinterbliebenen gesucht. Für diese soll dann auch das Geld gespendet werden, das durch die Memorial-Jam eingespielt wurde und das mit einer Versteigerung der ganz besonderen Art noch aufgestockt werden soll.

Hip Hop-Stars aus der ganzen Welt haben sich auf einem Trikot, das der Verein VFL Bochum zur Verfügung gestellt hat, mit ihren Unterschriften verewigt und so ein Fan-T-Shirt der Extraklasse geschaffen. Dieses Trikot soll heute Abend ab 20 Uhr auf der speziell eingerichteten Trikot-Auktions-Seite versteigert werden, wobei die Auktion genau 10 Tage später am 18.09.2011 enden wird.

Zu den Unterzeichnern auf dem Shirt mit der Rückennummer 9 gehören langjährige Weggefährten wie Aphroe, Mr. Wiz und Pahel, aber auch befreundete Künstler wie die Stieber Twins, Cora E., Tatwaffe, Pure Doze und Der Lange (Too Strong), Laki und Flipstar (Creutzfeld & Jakob), Torch, Olli Banjo, Rheza, Funky Chris sowie Terence Chill (OnAnOn). National und international bekannten Acts wie Method Man & Redman, Pharoahe Monch, Ill Bill, Vinnie Paz, Sean Price, Guilty Simpson, Black Milk. , K.I.Z., Looptroop Rockers, Billy von M.O.P., DJ Vadim, Hulk Hodn, Suff Daddy, Pierre Sonality (Funkverteidiger) und Herr von Grau verewigten sich ebenfalls darauf.
Auch einige VfL-Profis, darunter der stellvertretende Kapitän Marcel Maltritz, Junioren-Nationalspieler Kevin Vogt und Ex-Nationalspieler Slawo Freier, steuerten ihre Unterschriften auf dem Trikot bei.

Zu den Beweggründen, warum sich Donato, als Fan und Freund für Jam und Auktion so stark macht, spricht der Rapper aus Dortmund sehr ausführlich auf seiner Internetseite und in einem offiziellen Statement: 
"Mit ihrem musikalischen Wirken haben Galla und die Ruhrpott AG in erheblichem Maße zu meiner musikalischen Sozialisation beigetragen und indirekt meinen Wunsch bestärkt, selbst Rapper zu werden. Deshalb wollte ich im Rahmen meiner Möglichkeiten etwas zurückgeben.

Gallas langjähriger Bandkollege Aphroe wiederum ergänzt: "Das Trikot und die ganze A(u)ktion von unserem Fan und Freund Donato ist eine wahnsinnig gute Idee und soll die Memorial Jam und die letzten Wochen der Anstrengungen und Aufwendungen nun  beenden. Egal, wie viel Geld diese Auktion am 18. September einspielen wird, eines ist sicher: Die Rückennummer 9 im ewigen Kader von Bochums Eleven trägt nun unser Himmelsstürmer Michael Galla.

In diesem Sinne: 3-2-1-meins! Diesmal auch für einen guten Zweck. 

 

50 Cent rettet die Welt

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50 Cent meldet sich zurück. Via Videobotschaft wendet sich der Rapper in einer ernsten Angelegenheit an seine Fans. Darin erläutert er Einzelheiten zu seinem Projekt Streetking, welches vor einigen Wochen publik wurde und demnächst anläuft.
Bei dem Projekt handelt es sich um einen neuen Energy Shot, den Fiddy in Zusammenarbeit mit der Pure Growth Partners Company etablieren will. Der Clou ist jedoch, dass für jeden verkauften Energy Shot, ein Kind in der dritten Welt eine Mahlzeit bekommt. So will 50 über die nächsten fünf Jahre an die eine Milliarde Kinder versorgen.
Das in New York ansässige Unternehmen konzipiert und vermarktet Produkte unter einem humanitären Aspekt. Nach Bekanntwerden der Kollaboration drückte 50 seinen Enthusiasmus und seine Bewunderung für die Arbeit Pure Growths aus:

"I'm inspired by the vision and innovative approaches to tackling serious issues. It's our mission with Street King to really change children's lives around the world"  so 50 (Bev Industry).

In der Video Ansage bezog er sich auch auf seinen Trip durch Afrika, auf dem er ungeahnte Verwüstung und Verzweiflung sah. Er forderte alle Menschen, die in der Lage sind zu helfen, auf, dies auch zu tun.
Dass Curtis Jackson ein großes Herz hat ist schon länger bekannt. Vor kurzem erst spielte er ein Benefizkonzert zu Gunsten der Opfer des Massakers in Norwegen. Zur Zeit befindet sich 50 auf Tour durch Australien. Hier das Video:

Lil Wayne – Tha Carter IV

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Dieses Album steckt so voller ungenutzter Möglichkeiten, dass es schon fast ärgerlich ist. „Hätte“, „müsste“, „könnte“ und „wäre“, sind die entscheidenden Hilfsverben für Tha Carter IV, doch statt dem großen, wirklich großen Comeback-Album, bekommen wir nur einen weiteren Nachschlag des bewährten Lil Wayne Rezepts.
Das ist beileibe nicht alles schlecht. Das ist solide. Da weiß man, was man bekommt, aber warten wir nicht alle, auf das Große, das Unerwartete, das Überraschende?

Dabei waren die Voraussetzungen doch perfekt. Der King kommt nach hause. Nach einem Jahr in Haft, das seiner Popularität in keinster Weise Abbruch getan hat. Das Rockexperiment ist mit dem sehr belanglosen Rebirth auch abgehakt worden, und nach drei Jahren Pause seit Tha Carter III, wäre somit der Weg frei für Lil Wayne der Rapwelt, dem Game, der Industrie und der Konkurrenz zu zeigen, wo der Hammer hängt. Nicht zuletzt ist Weezy aufgrund einer staatlich verordneten Abstinenz zum ersten mal in seinem Leben drogenfrei und vielleicht völlig klar im Kopf. Da müsste doch eigentlich ein Innovationsschub drin sein. Da hätte man doch so viel draus machen können. Da wäre doch was drin gewesen. Da müsste doch was gehen. Tja. Ist es aber anscheinend nicht.     

Zwar rappt sich D. Carter mit einiger Begeisterung durch seine 15 Tracks und das ist in der Regel wirklich auch durchweg sehr anhörbar, aber wohlwollend gesprochen überlässt er die wirklichen Glanzparaden seinen Featuregästen wie Cory Gunz, Drake, einem glänzend aufgelegten Tech9 oder sogar seinem dicken Kumpel Ricky Rauss. Noch wohlwollender gesprochen könnte man auch sagen: Er lässt seine Gäste scheinen und hält sich gentlemanmäßig zurück. Gehässig gesprochen lautet die Frage dann allerdings eher: Will er oder kann er nicht besser? Oder noch gehässiger: Kann Herr Wayne tatsächlich nur diesen einen Flow? Und lebt sein Rap wirklich nur vom Druck der Emotionen, die er in seine Zeilen packt?
Das trägt zwar ziemlich weit und Angebergeschichten, wie fett sein Label ist, gemischt mit echter Verzweiflung, Enttäuschung über falsche Freunde und Frauen, die ihn während seiner Knast-Zeit hinter seinem Rücken verraten haben sollen sowie einer ausgeprägten Todessehnsucht ergeben auch durchaus stimmungsvolle Momente auf Tha Carter IV – aber so echte Highlights?
6 Foot 7 Foot“ ist vielleicht eines, aber eigentlich eher wegen dem Cory Gunz Part und dem Harry Belafonte Klassiker „Day O“, der da als Sample im Hintergrund dudelt.
John“ ist auf jeden Fall ein Höhepunkt, aber eigentlich auch eher wegen des Rick Ross Parts, der zumindest mich ein wenig überrascht hat, indem er den Andy Warhol Zögling und früh verstorbenen Maler Jean Michel Basquiat in einem Reim erwähnt, nur um ihn gleich darauf wieder mit einem roten Lamborghini zu verwursten. – Assoziatives Reimen. Manchmal steigt man da wirklich nicht durch: „The bigger the bullet, the mo‘ that bitch gon‘ bang!/ Red on the wall, Basquiat when I paint/ Red Lamborghini ‚til I gave it to my bitch/ My first home invasion, pocket gave me forty bricks.

Tatsächlich gibt es jede menge gute Stücke auf der Platte, allen voran „Blunt Blowin“ mit seiner einprägsamen Hook, aber das war’s dann irgendwie auch mit den Lil Wayne Solo-Tracks.
It’s good“ ist mit Sicherheit ein echtes Rap-Brett, wobei Jadakiss dem Angry-Wayne mit seinem aggressiven Part eine exzellente Steilvorlage liefert.
Auch das Outro muss man erwähnen. Mit dem „Outro“ kommt nämlich endlich wieder einmal echter Südstaatenflavour auf und somit auch echte Freude. Ein nervöser Beat mit diesen schönen hektische High Hats und einem wirklich extraordinären NAS-Part, neben den ebenfalls sehr guten Bun B, Shyne und Busta Rhymes ABER ohne Lil Wayne!!!!! Das ist ein echter Kracher, ABER, und das sollte zu denken geben, ABER eben ohne Lil Wayne.

Das Gefühl der Mut- und Kreativlosigkeit ergibt sich wahrscheinlich weitestgehendst aus der konventionellen Instrumentierung des Albums. Was Mr. Bangledesh, Megaman und wie sie alle heißen hier produziert haben, ist halt eben überhaupt nicht neu und spannend und anders und Wahnsinn und verrückt sondern irgendwie alles ganz solide, nach vorwärts marschierende, abgehende Beats – nicht mehr und nicht weniger.

Mit „How To Love“ gibt es einen gitarrelastigen, singersongwriter-attitude-mäßigen kleinen, ganz kleinen musikalischen Ausbruchsversuch, aber das alles ist viel zu harm- und mutlos, zu konventionell, zu zaghaft um wirklich ins Gewicht zu fallen. Dabei hätte man da doch so viel rausholen können. Müssen, sollen, dürfen.   

Insgesamt wird man schon satt von „Tha Carter IV“ und die Qualität des Essens ist durchaus korrekt, aber so eine echte Südstaatenküche mit Okras, Gumbo, Süßkartoffeln, Eintöpfen aus Schweinefüßen, Jambalaya und anderen kulinarischen Wahnsinnigkeiten ist das Album eben auch nicht. Eher so Kentucky Fried Chicken. Da kann man auf der ganzen Welt hingehen und weiß immer, was man bekommt. Das ist gut, aber besonders ist es nicht.

Und eins noch zum Schluss: „How To Hate“ mit T-Pain ist wirklich schrott. Zumindest den sollte Herr Carter auf dem nächsten Album als Featuregast einfach mal weglassen. Reicht ja jetzt auch.  

Laas chartet auf Platz 37

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"Blackbook" wird mittlerweile jedem Deutschrap- Hörer ein Begriff sein. Für sein aktuelles Album ist Laas Unltd. seit Wochen und Monaten ununterbrochen unterwegs. Ob Auftritte oder Promotermine, Laasen war am Start. Nun hat sich die Mühe scheinbar gelohnt. Mit dem Einstieg auf Platz 37 ist ihm sein erster Charterfolg überhaupt gelungen. Via Twitter bedankte er sich nach Bekanntwerden der Platzierung bei seinen Fans.

Vielen Dank für die vielen Glückwünsche!!!Niiiice!!!Ich feier euch!!! #Blackbook #37less than a minute ago via Twitter for Android Favorite Retweet Reply

rap.de gegenüber äußerte sich Fat Lace heute exklusiv zu seiner Chartplatzierung.

rap.de: Du bist mit "Blackbook" auf Platz 37 gechartet. Herzlichen Glückwunsch dazu. Wie zufrieden bist du?

Laas: Danke schön. Ich bin sehr zufrieden. In Zahlen lässt sich das schwer ausdrücken, aber 37 ist viel besser als erwartet. Wenn man mich vor drei Monaten gefragt hätte, hätte ich geschätzt, dass wir irgendwo in dern 80ern einsteigen, aber so ist natürlich Hammer. Es ist ja meine erste Chartplatzierung überhaupt, von daher.

rap.de: Wie hast du den Erfolg gefeiert?

Laas: Als ich es erfahren habe, war ich gerade unterwegs. Ich hab mich natürlich tierisch gefreut. Aber anscheindend so sehr, dass ich in die falsche Bahn gestiegen bin und ganz woanders rauskam als beabsichtigt. Dann hatte ich erstmal genug Zeit darüber nachzudenken. Auf dem 30minütigen Fußmarsch zurück. Viele Freunde haben auch gratuliert. Dick gefeiert wurde aber nicht, eher in kleiner Runde

rap.de: Wie motiviert bist du, weiterzumachen?

Laas: Zu 100 Prozent. Ich bin eigentlich sogar noch heißer als vorher, weil ich sehe, dass was zurückkommt. Ich werde meine Füße jetzt sicher nicht hochlegen und mich auf den Lorbeeren ausruhen. Macht euch auf einiges gefasst.

rap.de: Du sagst du bist Savas' Thronfolger. Welche anderen Anwärter siehst du neben dir?

Laas: Es geht ja nicht darum, welche Rapper ich neben mir als Thronanwärter oder was auch immer sehe. Nach meinem Weltbild, sollte jeder Rapper der Beste sein wollen. Und ich bin sicher, im Innern will auch jeder der Beste sein. Das Selbstvertrauen, es öffentlich zu sagen, haben die wenigsten. Aber meiner Meinung nach, sollte jeder versuchen auf den Thron zu steigen.

rap.de: Was hat sich für dich seit "Backpack Inferno" verändert? Wirst du öfter erkannt?

Laas: Komischerweise ist das erst seit ein Paar Wochen so. Also seitdem die Promophase für "Blackbook" läuft eigentlich erst. Auf Konzerten oder so wurde ich ja auch vorher schon teilweise erkannt, aber dann waren das halt irgendwelche Leute aus der Szene. Mittlerweile ist mir das aber auch schon in der Bahn oder auf der Straße passiert.

rap.de: Wie empfindest du deine öffentliche Wahrnehmung? Teilweise gab es ja nicht nur positives Feedback. Dir wurde vorgeworfen zuviel Welle zu machen.

Laas: Ich sage dazu nur soviel: andere Rapper wollen nach ihrem ersten Track Props haben, rasieren angeblich mit dem ersten Mixtape den Markt, bevor sie diesen dann mit dem zweiten Release nach eigenen Angaben zu f***en gedenken. Ich hingegen investiere zehn Jahre lang Blut und Schweiß und halte komplett die Fresse. So lange habe ich mich konsequent vorbereitet um mit meinem Produkt wettbewerbsfähig zu sein. Jetzt wo ich der Meinung, bin bereit zu sein, sage ich es auch. Ich finde meine Variante besser.

rap.de: Word! Viel Erfolg weiterhin!

K.I.Z. Wahlwerbespot für Die Partei

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Gestern Abend im Rundfunk Berlin Brandenburg. Parteien stellen sich vor, denn schließlich soll am 18.09. in Berlin ein neuer Senat gewählt werden und in diesem Zusammenhang sind die öffentlichen Rundfunkanstalten verpflichtet, den Parteien Sendezeit zur Verfügung zu stellen.
So auch der Partei "Die Partei“, die mit ihren Spitzenkandidaten Nico Seyfrid und Maxim Drüner beide von K.I.Z. und dem ehemaligen Rapper Rufmord, auch bekannt unter seinem bürgerlichen Namen Bastian Badran zur Wahl antreten.
Auch wenn der Werbeclip bislang nicht den erhofften, empörten Aufschrei der bürgerlichen Medien nach sich zog, so verstört er den typischen Konsumenten von Wahlwerbespots durch seine ganz eigenen Inhalte doch erheblich.
Wir sprachen mit Nico Seyfrid über die eigenwillige Bildsprache und Symbolik der einzelnen Szenen  und ließen uns diese Schritt für Schritt erklären.

Nico, In der ersten Szene sieht man Euch, wie Ihr an einer Tür klingelt, ein Gespräch über Politik anbietet und die Person an der Gegensprechanlage einfach auflegt. Hältst Du das für ein Zeichen der Politikverdrossenheit in Deutschland?

Nico: Wir machen das ungefähr zwei Stunden täglich und tatsächlich gehen nur 10% der Leute überhaupt an die Sprechanlage. Der Rest stellt sich tot. Ich glaube, das ist so ein bisschen wie beim Tyrannosaurus Rex. Die Leute hoffen, dass wenn sie sich nicht bewegen, die Gefahr an ihnen vorbei geht.
Dass jemand aufgemacht hat, ist noch nie passiert. Ich glaube die Leute haben Angst davor, dass wir am Ende doch Zeugen Jehovas sind, die gar nicht mit ihnen über Politik sprechen wollen, sondern über Religion. Insofern ist es eine Mischung aus Politikverdrossenheit und eben der Angst vor Zeugen Jehovas.

In einer anderen Szene sieht man Euch, wie Ihr die Scheiben an einer Berliner U-Bahn putzt und die Scheiße eines kackenden Hundes wegräumt. Steht das für eine neue Serviceoffensive in der Politik?

Nico: Auf jeden Fall. Wir wollen den Leuten zeigen, dass wir uns um ihre Belange kümmern und nicht nur einfach faul im Adagio sitzen oder bei irgendwelchen Nuttenpartys von der ergo-Versicherung abhängen.
Wir sind ja der Meinung, dass man im Wahlkampf nicht lügen sollte und deshalb sind das auch keine Wahlkampfaufnahmen. Diese Aufnahmen sind teilweise schon zwei Jahre alt und die Szene mit dem U-Bahnfahrer ist in Wirklichkeit ein bisschen länger. Der wollte mir für das Scheibe-Putzen tatsächlich Geld geben, aber das habe ich natürlich nicht genommen. Ich mache das ja nicht wegen des Geldes. Ich mache das für Berlin.

Dann sieht man wie Maxim über ein Geländer springt. Wofür steht diese Szene?

Nico: Die steht dafür, dass wir die jugendliche Dynamik in die Politik zurück bringen wollen. Auch diese Szene war im Original viel länger. Zuerst sah man da eigentlich, wie zwei Politiker der anderen Spaßparteien unter dem Geländer durchkriechen und dann Maxim drüber springt. Aber ich denke, das Bild vermittelt sich auch so.

Wofür steht Zähneputzen mit Bier?

Nico: Das steht dafür, dass wir mit den geringsten Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, das Beste rausholen. Wenn wir kein Wasser haben, dann putzen wir uns eben auch mit Bier die Zähne.

Dann gibt es eine Szene, die wir nicht ganz verstanden haben. Offensichtlich kann man Euch bei der Durchführung eines Klingelstreichs beobachten. Wo grenzt Ihr Euch da noch gegenüber den anderen Spaßparteien ab?

Nico: Ach so. Das haben wir gar nicht so politisch gemeint. Das war nichts Politisches. Das haben wir nur zur persönlichen Auflockerung gemacht.

Die letzte Szene im Spot sieht dann aber wiederum leicht depressiv und resignativ aus. Ist das auch so gemeint?

Nico: Nein überhaupt nicht. Das ist lediglich das Gegenteil von Dynamik und soll verdeutlichen, dass wir uns auch locker machen können und irgendwann auch mal Feierabend haben und ein Bierchen trinken. Allerdings ist das am Kotti (U-Bhf Kottbusser Tor, Anm. d. Redaktion) gar nicht so einfach und es gelingt uns gar nicht wirklich zu 100% abzuschalten. Wenn man sich dort umguckt, dann sieht man ja doch wieder, wie irgendwo ein Hund hinkackt oder ein paar Scheiben nicht geputzt sind. Eigentlich wirkt nur Rufmord richtig entspannt. Ich finde, dem gelingt das ganz gut.

Wer sich nun ein eigenes Bild vom Wahlkampf der Partei "Die Partei“ machen will, der kann sich an dieser Stelle das Video anschauen. Bitteschön:

         

 

Lena Stoehrfaktor – Ich bin das was du studierst

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Lena Stoehrfaktor ist weder Bling Bling, noch kennt sie diesen Swag. Will sie auch gar nicht. Mit ihren Freunden produziert sie, mal im Mauerpark sitzend, mal über den Dächern Berlins, ehrliche Mucke ohne kommeziellen Anspruch. In Zusammenarbeit mit MC Josh und Act Bloom entstand das neueste Live- Machwerk "Ich bin das was du studierst" ist , das wir euch nicht vorenthalten wollen.
 

BadKat – Get up and Go! (prod. von LMNZ)

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BadKat nennt sich die Amerikanerin aus Florida, die seit einigen Jahren in Berlin residiert und mit ihrem zweiten Solo Album "Knuckle Sandwich" für Furore sorgen will. Sie stand schon mit Größen wie KRS One und De La Soul auf der Bühne und ist definitiv eine FeMC, mit der man rechnen muss. Zu ihrer exklusiven Videopremiere "Get up and go"(prod. By LMNZ) gaben wir ihr die Gelegenheit in einem kurzen Interview, ihre Sicht auf ihre Musik und HipHop im Allgemeinen kundzutun.
rap.de: Was motiviert dich, Musik zu machen?
BadKat: Meistens ist es einfach für meinen inneren Seelenfrieden. Früher wollte ich die Welt ändern. Den Hoffnungslosen Hoffnung geben usw. aber irgendwann habe ich gemerkt, dass Musik einfach das ist, was mich beschäftigt. Musik hat mein Leben mehrfach gerettet. Sie hat mir an manchen Tagen extreme Freude bereitet und mich an anderen aus dunklen Tälern geholt. Während ich anderen mit meiner Musik helfen wollte, hat die Musik mir geholfen. Wahrscheinlich werde ich noch mit achtzig rappen, wenn auch nur in Gedanken.
rap.de: Was macht dich bzw. deine Musik zu etwas besonderem?
BadKat: Ich denke das erste, was den Leuten auffällt ist, dass ich ehrliche Musik mache. Ich war schon immer der Ansicht, dass man nur Dinge sagen sollte, die man wirklich meint, und Prinzipien durch Taten untermauert werden müssen. Das hat sich schon immer irgendwie in meiner Musik widergespiegelt. Wenn ich rappe, dann merken die Leute, dass ich die Wahrheit sage, zumindest soweit ich sie kenne. Es gibt nichts Schlimmeres als einen "false poet".
rap.de: Welche Rapper und Musiker allgemein haben dich beeinflusst?
BadKat: Ich wuchs mit allen möglichen Arten von Musik auf. Von Jazz über Klassik und Rock N Roll bis hin zu elektronischer Musik. Zuhause oder im Autoradio wurden damals Größen wie Jimmy Hendrix, Led Zeppelin oder die Beatles rauf und runter gespielt. Als ich mich dann in den basslastigen Hiphop verliebte, waren KRS One, De la Soul und Mobb Deep meine Vorbilder. Mit der Zeit wurden diese dann von Missy Elliot, Lauryn Hill und Mos Def abgelöst. Der letztgenannte ist übrigens mein All Time Favourite.
rap.de: Du lebst seit einigen Jahren in Berlin, was sind die größten Unterschiede zum Leben in den Staaten?
BadKat: Es gibt so viele Aspekte die das tägliche Leben beeinflussen. Das öffentliche Verkehrssystem Berlins zum Beispiel, ist vielleicht das beste weltweit. Das bietet den Menschen unzählige Möglichkeiten. Auch der Zugang zu Lebensmitteln und anderen Produkten ist hier viel besser. In Berlin laufe ich 15 Minuten und kann alles kriegen, was ich für die Woche brauche. In den Staaten planst du besser eine halbe, dreiviertelstunde extra Zeit ein, in der du, auf dem Weg zur Mall, im Stau stehst. Einmal im Laden angekommen, erwarten dich meist minderwertige Billigprodukte, die man einem Kind besser nicht zu essen gibt. Allerdings vermisse ich manchmal die typische Südstaaten- Freundlichkeit.
rap.de: Welche Botschaft willst du deinen Hörern mit auf den Weg geben?
BadKat: Ich will die Menschen ermutigen, einen positiven Einfluss auf ihre Umwelt auszuüben. Die Leute sollen selbstbewusst sein und auf ihr Herz hören. Sie sollen ihre Kraft und Möglichkeiten nicht verschwenden.
rap.de: Was ist Hip Hop für dich (in maximal fünf Worten!)?
BadKat: Die Macht, dich zu befreien.
Das Album "Knuckle Sandwich“ könnt ihr auf BadKats Bandcamp-Seite Probe hören sowie herunterladen und hier bei uns, exklusiv auf rap.de gibt es jetzt erstmal "Get up and go" zu sehen und zu hören. Viel Spaß dabei!

Master P & Jay-Z haben Problemchen

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Immer Ärger mit den Angestellten. Selbst wenn man schon lange nichts mehr mit ihnen zu tun hat, machen sie immer noch Schwierigkeiten. Das dürfte sich derzeit Master P, selbsternanntes Business-Genie und ehemals Chef von No Limit Records, denken, der von ehemaligen

Arbeitnehmern verfolgt wird, die noch  ausstehende Gehälter von ihm einfordern. Der Mann, der nach eigenem Bekunden in seinen besten Zeiten ein Vermögen von 600 Millionen US-Dollar angehäuft hat, kommt nun vor ein Insolvenzgericht, weil seine Ex-Mitarbeiter ihn auf die Summe von 240.000 Dollar verklagen.

Nach Angaben verschiedener amerikanischer Webseiten und unter Berufung auf Dokumente, die der Gossipplattform TMZ vorliegen sollen, hätten mehrere Mitglieder der Produktionsfirma für den Film "Uncle P“ aus dem Jahr 2003 ihren Lohn nicht erhalten. Bereits im Jahr 2005 waren die geprellten Angestellten vor Gericht gezogen, wo sie auch Recht bekamen, das Geld allerdings, das ihnen Percy Miller, so der bürgerliche Name des Rap-Moguls, schuldig geblieben ist, wurde bis heute nicht ausgezahlt.

Nun wird der Fall also an ein Insolvenzgericht in Los Angeles verwiesen, mit dem Ziel, Master P zu einem Offenbarungseid zu zwingen, so dass ein Insolvenzverwalter die Geschäfte übernehmen und die Angelegenheit regeln kann.   

Ebenfalls Ärger, allerdings eher mit der Arbeitnehmer-Vertretung hat derzeit Jay-Z, seineszeichens Glückspilz Nummer 1, erfolgreicher Rap-Superstar und natürlich erfolgreicher Besitzer mehrerer    Nachtclubs mit dem Namen 40/40.

Da das New Yorker Etablissement der Kette zur Zeit umgebaut wird, sind dort auch Zimmerleute beschäftigt, was wiederum die New Yorker Gewerkschaft der Zimmerleute auf den Plan rief. Diese schauten sich die Baustelle nun genauer an und entdeckten, dass dort Zimmerleute beschäftigt sind, die erstens nicht gewerkschaftlich organisiert seien und zweitens unter Mindestlohn bezahlt würden, worauf es zu Protesten kam. Ein Sprecher betonte zwar, dass sich der Club in einem Gebäude befinde, das nicht unter Gewerkschaftlicher Aufsicht stehe, weshalb man auch nicht verpflichtet sei, gewerkschaftlich organisierten Arbeiter zu beschäftigen, was den New York City District Council of Carpenters aber nicht daran hinderte, große Protest-Transparente vor der Baustelle aufzustellen.

Was nun allerdings eher zum Politikum wird, ist die Behauptung, dass die protestierenden Gewerkschaftsmitglieder die 40/40 Arbeiter mit rassistischen Beleidigungen verunglimpft hätten. Ein Sprecher des Jay-Z Unternehmens bezeichnete das Vorgehen wörtlich als "poor tactic“, während sich der NYCDC auch auf Anfragen der Website TMZ nicht zu dem Vorfall äußern wollte.

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