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Azzis mit Herz – Ich will die Zeit zurück

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AZZIS MIT HERZ – ein Gegensatz mit Hintergrund. Daniel Sahib und Don Bene, beide aus Frankfurt am Main, sind in den eher glanzlosen Vierteln der Bankenmetropole aufgewachsen, galten als "asi", haben dabei aber ihr Herz nicht vergessen. Unsere Frankfurt am Main Expertin Xenia Hügel sprach mit den beiden Musikern und klärte auf, ob Hip Hop Deutschland für Asoziale mit Gefühl überhaupt Platz hat.

Was versteht ihr unter Asis, warum tituliert ihr euch so?

Wir sind ja mittlerweile aus dem Jugendalter raus, aber wenn wir früher auf der Straße waren, wurde uns halt oft nachgesagt: “kuck dir mal die Asis an” – Dann haben wir gedacht, wenn ihr uns schon als Asis tituliert, dann wenigstens als “Azzis mit Herz“ –  das hat in keinster Weise was mit Azzlacks zu tun!

Ihr habt euch gegen Gangster Rap entschieden!

Genau, und deshalb werden wir auch gehatet!! Die eine Seite der Hip Hop Szene bezeichnet uns gar nicht als Rapper, die anderen sagen “da vorne kommen die Hip- Hopper!” Wir können dazu nur sagen, dass wir älter geworden sind und irgendwann kommen eure Fans zu uns.

Auf welchem Label seid ihr?

Unser Manager ist Matthias Blohm (Ex- Management bei Yassir), er hat hier das Mainority Entertainment, das ist allerdings kein Label. Wir sind seit vier Jahren auf eigene Faust unterwegs. Wir haben zwei Singles über ein kleines Label rausgebracht um einfach diesen Labelcode zu bekommen. Es läuft momentan auch ohne Label, heutzutage ist das gar nicht mehr so wichtig. Man leistet auch mehr wenn man kein Label hat, an dem man sich hochziehen kann! Wenn ein Angebot vorliegt und es passt, dann sind wir auch offen dafür. Also wir suchen schon, aber es muss halt eine entsprechende Stärke am Markt sein – 3P zum Beispiel, aber ich denke nicht, dass Moses an uns interessiert ist…

Aber ihr hab schon mit einigen Größen zusammen gearbeitet:  Torch. D-Flame, Olli Banjo, Eko Fresh, Vega, Caput & Moe Mitchell, etc…Wer ist für euch die Créme de la Créme?  

Ich denke die Hip Hop Szene – wenn man das grobe Unkraut entfernt –  kennt uns!
Wir sind mit fast jedem mal auf der Bühne gestanden, dennoch werden wir nicht richtig angenommen, was traurig ist, denn wir machen echt gute Musik!!!
Wir haben gestern sogar eine Liste geschrieben, mit wem wir gern mal arbeiten würden und es sind Namen wie Casper, Marteria, Herbert Grönemeyer und Xavier Naidoo gefallen. Eine große Ehre wäre für uns allerdings Azad und Kool Savas, aber es ist eben so, dass wir eine Nische abdecken und da passen wir vielleicht nicht ins Bild. Aber wir haben schon mit Franz Lambert gearbeitet, der kommt aus dem klassischen Bereich und ist als "Orgelonkel“ bekannt und er hat die FIFA Hymne geschrieben.

Wie ist es dazu gekommen, dass ihr bei der Hymne für die Frauen-Fußball-WM beteiligt wart?

Der Track wurde nicht extra für die WM produziert, wir haben Franz nur auf der Benefizveranstaltung von Manuel Neuer getroffen und die Chemie hat gleich gestimmt. Wir haben erst später herausgefunden, dass er die offizielle FIFA Hymne geschrieben hat, wir wollten uns daran beteiligen und dann haben wir uns musiktechnisch in der Mitte getroffen. Erst später haben wir gedacht, das könnte die Motivationshymne für die Frauen sein. Manuel Neuer hat den Song “Nichts hält dich auf” auch schon gehört und er feiert ihn.

Ihr habt euch bei Manuel Neuers Kidsfoundation beteiligt?

Da waren sehr viele Leute geladen, jeder konnte eine Sachspende für die Foundation geben und eine Woche später war Manuel hier in Frankfurt bei “Kick für Kinder”.
Wir finden, dass jeder, der genug Menschenverstand und Gedankengut hat, etwas für andere Menschen tun sollte!! Wir hatten ja auch unser eigenes Projekt im Club “Nachtleben” in Frankfurt. Wir haben da unbekannte Rapper auftreten lassen und dann zwei ausgewählt, denen konnten wir dann eine Plattform bieten und ihnen helfen.

Wann kann man euer Album erwarten und vor allem, was können wir da erwarten?

Unser erstes Album ist in Arbeit. Wir sind relativ weit und es wird im ersten Halbjahr 2012 kommen. Es wird von allem was dabei sein, wir wollen dem Namen “Azzis mit Herz” gerecht werden auch in Sachen Sound, das heißt wir werden auch Hooks singen, Comedy, deepe Dinger und Live-Elemente werden auch mit einfließen – die Hip Hop Landschaft braucht mehr live –  wir gehen mit einem Orchester ins Studio!
Wenn jemand schon vor dem Album was hören möchte, dann haben wir was für euch! Wir machen eine Aktion auf unserer Facebook-Seite. Wenn wir in der Gruppe 2222 Leute haben, gibt es ein Live-Album für umsonst. Einen Vorgeschmack auf das Unplugged Album bekommt ihr hier exklusiv auf rap.de mit unserem live eingespielten Song: "Ich will die Zeit zurück".
 

Rap und Jugendgefährdung

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Wenn sich ehemalige böse Jungs geläutert zeigen, ist das etwas Schönes. Noch schöner, wenn sie ihre Energie dann in positive, zukunftsfördernde Projekte stecken.
Jugendarbeit ist hier ein großes Steckenpferd. Hinzu kommt dann auch, dass sich Kinder und Jugendliche aufgrund ähnlicher Lebensumstände besser mit dem ehemaligen Rapper, als mit einem Anzugträger identifizieren können.

Der Weg schien also geebnet für Byron Amos, seineszeichens ehemaliger Manager der Hip Hop Formation UGK, eine Karriere im Bildungswesen einzuschlagen. Der langjährige Weggefährte von Bun B und Pimp C ist seit Jahren in die Schulpolitik von Atlanta involviert und bewarb sich nun um ein höheres Amt.
Nur leider hat er die Rechnung ohne eine konservative Elternvereinigung gemacht, die ihm infolge seiner Bewerbung, sowie angesichts seines Backgrounds ihre Unterstützung entzog.
Im Rahmen eines Interviews, das mit allen Kandidaten geführt wurde, stand Shawna Hayes Tavarez, Präsidentin der einflussreichen "Southwest Northwest Atlanta Parents and Partners for Schools“ dem ehemaligen Musikaktivisten mehr als skeptisch gegenüber.
Für Jemanden, der sich um ein solches Amt bewerbe und vorgebe sich um die Kinder zu sorgen, gehöre sich solche Musik nicht. Solche Musik sei genauso schlimm, wie Kinder zu bestehlen oder zu töten, so Taverez in einem Statement: "For him to actually want to run for the board and say that he cares about children, when what he's doing is using this music to do the worst for our children. It's like robbing them and killing them. It's like cheating for them" so Tavarez.

Etwas anders sieht das Verdaillia Turner. Die Vorsitzende der Lehrervereinigung von Atlanta betont, dass Amos sehr engagiert und zudem der einzige Kandidat ist, der ein Kind auf einer öffentlichen Schule in Atlanta habe: "Mr. Amos stood out as the only candidate with children in Atlanta Public Schools. He's been very actively engaged."

Diese Faktenlage sollte doch etwas wichtiger sein, als die Tatsache, dass Byron Amos irgendwann mal in ein paar UGK Videos zu sehen war.

Rapper und ihre jugendgefährdende Wirkung ist und bleibt aber anscheinend ein länderübergreifendes Thema.
So hat Deutschrap mal wieder eine eigene kleine "Gefährdet Rap die Jugend?“-Kontroverse, diesmal im beschaulichen Koblenz. Bushido hat am Wochenende ein Konzert in der schönen Stadt am Rhein gespielt, bei dem es im Vorfeld ziemlich drunter und drüber ging.
Das Jugendamt wollte Bus jugendlichen Fans nämlich den Zutritt verbieten. 14-16 Jährige sollten nur in Begleitung der Eltern, Jüngere gar nicht zum Konzert dürfen.
Der Veranstalter legte allerdings Widerspruch ein und das Verwaltungsgericht gab ihm am Freitag schließlich Recht. So durften 10-13 Jährige in Begleitung eines Erziehungsberechtigten, 14-16 Jährige uneingeschränkt zum Konzert. Einige Texte würden zwar durchaus "derbe Gossensprache“ beinhalten, deren Zumutbarkeit liege allerdings im Ermessen der Eltern, so das Gericht. Das Jugendamt müsse erst eingreifen, wenn die Grenze zur Gefährdung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls der Kindes überschritten ist, heißt es in der Urteilsbegründung.

Diesen rechtsstaatlichen Erfolg nahm der Ersguterjunge-Chef natürlich wohlwollend zur Kenntnis und kommentierte das Ganze während seines Auftritts mit offensichtlicher Häme, indem er dem Jugendamt vorschlug, sich um die wichtigen Probleme in diesem Land zu kümmern, zum Beispiel um Menschen, die ihre Kinder verhungern lassen. Hier der Video-Mitschnitt eines Fans:
 

Gelungene Beginner Reunion

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Mit dem ersten offiziellen Wiedervereinigungsauftritt der Beginner, endete am Samstag Abend/frühen Morgen das Berlin Festival auf dem Flughafen Tempelhof. Zum letzten mal traten die Beginner gemeinsam unter dem Namen Beginner im Herbst 2004 auf, also vor knapp sieben Jahren, doch als Eizi Eiz, Denyo und DJ Mad am Samstag gegen 23 Uhr die Bühne betraten, war alles wie früher. Rührselig nostalgische Stimmung bei den Fans, entspannte Lockerheit und routinierte Wortspielereien auf der Bühne. Warum auch nicht (?!), beliebten es die Herren Beginner ja auch nur Songs aus eben jener Vergangenheit zu spielen, nach der sich ein Großteil der Crowd wohl zurück sehnte. 
 
Alles war dabei von "Liebes Lied“ bis zu "Rock On“ und eigentlich hätten die drei Hamburger auch größtenteils gar nicht selbst rappen müssen, das erledigte das Publikum von ganz alleine. 
Lediglich die Aufführung des Nike Werbesongs "Air Max“ mit Special Guest D-Flame sorgte bei einigen unverbesserlich konsumkritischen Menschen für leichtes Kopfschütteln. Der Großteil der Masse feierte aber auch das und schlug mit ihren Nike Schuhen Adidas Schuh Trägern sachte auf den Kopf, ganz so wie Eißfeldt dies von der Bühne aus eingefordert hatte. In aller Freundschaft natürlich und ganz sanft. Schließlich war man ja trotz Turnschuh-Style Differenzen unter Freunden.
Ebenfalls unter Freunden, wenn auch nicht ganz so vielen, trat eine Runde zuvor gegen 21:30 Casper auf der etwas kleineren Bühne auf. Zwar war die Reaktion des Publikums, auch wegen der etwas teigigen Akkustik, zunächst verhalten, aber Casper wäre nicht Casper, wenn er mit seiner grandiosen Liveshow nicht doch noch den Stimmungsumschwung geschafft hätte.
Etwas außergewöhnlich für ein Festival, aber sicher nicht ungewöhnlich für die Organisation selbst, nutze "Die ParteiCaspers Auftritt für einen kleinen Wahlkampfauftritt – zumindest waren Damen und Herren der Partei vor Ort und zeigten Präsenz.
Alles in allem war das Berlin Festival mit knapp über 15.000 Besuchern ein großer Erfolg, auch wenn sich mehrere Bands über den Sound beschweren mussten. So begann Santigold ihren Auftritt aufgrund von Technikproblemen erst mit einer dreiviertel Stunde Verspätung und beendete diesen dann auch schon nach 20 Minuten, da offenbar die Monitorboxen nicht funktionierten. Das verärgerte dann wiederum das Publikum, das seinen Frust dann aber am Autoscooter oder im Kunstbereich des Festivals ausleben konnte, wo sich auch Sprüherlegenden wie Poet von den Glorious Five Artists präsentierten durften. 
Dass dabei die ausgestellte Mercedes-Limousine, nach Berliner Manier, NICHT abgefackelt wurde, ist bedauerlich. Mit einem zusätzlichen und schönen "Schwaben Raus!“ Graffiti an der Werbewand hätte dies für einen durchaus medienwirksamen, politischen und leicht ironischen Kontrapunkt zum ansonsten (fast) perfekten Berlin-Festival gesorgt.   

Mikel Cole feat. Yassir – Die Music

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Aufgewachsen in Rödelheim, lebt Mikel Cole mittlerweile in den USA und hat sich dort eine Karriere als Sänger, Produzent und Manager aufgebaut. Zusammen mit Yassir wird Cole in absehbarer Zeit dessen neues Album veröffentlichen. Unsere Mitarbeiterin Xenia Hügel sprach mit dem Multitalent über eine möglichen Karriereschub in der alten Heimat, Arbeitsalltag und die Schattenseiten der Musikindustrie.
 
Du bist unter Vertrag bei 1 on 1 Entertainment Group und arbeitest für die NGU Music Group. Erkläre uns das ein bisschen genauer!
El Soldato und ich sind die beiden Künstler bei dem Label 1 on 1, er macht Latin / Pop & Reggae und ich Rap und Urban Pop. Allerdings bin ich als Rapper und Sänger etwas kürzer getreten, da ich für viele Künstler im Rap Bereich Beats produziere und die Songs schreibe. Dieser Job geht über die NGU Music Group und er bringt mir einfach mehr Geld.
 
Du arbeitest aber schon einige Zeit an deinem ersten deutschen Album. Yassir ist ja auch dabei!
 
Ja, nächstes Jahr ist das Album fertig und Krayzie Bone von Sony Music arbeitet die ganze Zeit mit mir zusammen. Der deutsche Produzent Mozee aus Neustadt hat die Beats gemacht und ich rappe, singe und schreibe die Tracks. Außerdem werden Features und Tracks von Yassir, Eko und Farid Bang dabei sein. Mit Kay One verhandele ich noch! Auch das kommende Album von Yassir produziere ich komplett.
 
Wie ist es dazu gekommen, dass du Yassirs Album produzierst?
 
Ich fand seine Texte krass und sehr ehrlich, er hat genauso viel durchgemacht wie ich und er ist Frankfurter, das waren für mich genug Gründe um ihm einen Beat plus Refrain von mir zu schicken!! Er hat dann innerhalb einer Woche aufgenommen und das Resultat wird demnächst erscheinen. Das Snippet geben wir rap.de als Exklusive. Ich habe ihm dann angeboten sein neues Album zu produzieren, weil ich der Meinung bin, dass Deutschland diesen MC braucht.
 
Warum konntest du nicht in Frankfurt bleiben und wenn du dort geblieben wärst, meinst du deine Karriere hätte hier auch funktioniert? 
 
Ich bin in Rödelheim aufgewachsen, ich war vierzehn und dumm, hab viel Scheiße gebaut und bin dann letztendlich bei einem Raubüberfall geschnappt worden. Der Richter wollte mir nur eine zweite Chance geben, wenn ich innerhalb einer Woche Deutschland verlasse und zu meiner Oma in die USA ziehe. Mit Musik hatte ich zu diesem Zeitpunkt nichts am Hut, nur mit Kriminalität.
Ich habe erst spät gemerkt, dass mir Musik im Blut liegt, erst als ich in den USA war hab ich erlebt wie an fast jeder Ecke gefreestylt wurde. Außerdem habe ich hier meinen Cousin Marcus Houston, ein bekannter RnB Sänger und so bin ich dann auch an Leute wie D-Harper gekommen. Von ihnen konnte ich viel lernen!! Mein Herz ist dennoch deutsch und da ich mir jetzt einiges aufgebaut habe könnte ich mir schon vorstellen wieder zurück nach Rödelheim zu kommen.
 
Du hörst dich auf jeden Fall sehr beschäftigt an, wie ist so ein Tag in deinem Leben?
 
Ich gehe morgens um sechs Uhr schlafen, wache so um zehn auf und fange an für NGU Verträge zu regeln, schreibe Lieder, schaue dass die Lyriks ok sind, arbeite mit anderen Songwritern zusammen, arbeite an verschiedenen Alben und manage noch einen Künstler. 
Mein Wunsch ist es die Brücke zum internationalen Markt zu sein. Ich wünsche mir, dass deutsche Rapper  hier auch im Radio gespielt werden. Ich bin halb schwarz halb weiß, ich denke ich wäre die ideale Brücke zwischen Deutschland und den USA. Ich denke da an die deutsche Nationalhymne “Einigkeit und Recht und Freiheit”.
 
Ich habe mir vorhin deinen Song "Can´t live without you" angehört – Sag uns was zur Message!!
 
Was ich hier sehe in den USA, wie die Künstler hier versklavt werden, z.B.  2 Pac ist mit Null auf seiner Bank gestorben und Michael Jackson ist gestorben mit Schulden!! Wie kann man Millionen verdienen und dann so broke sein?
Es ist so schade, dass keiner dagegen spricht, die Stars bekommen einen Vorschuss bis die Platte Geld bringt und dann werden die ein halbes Jahr später ausbezahlt.
Das was das Auge sieht ist nicht das, was es ist. Die Plattenfirmen geben den Leuten auch Drogen und die einzige Liebe, die viele bekommen ist die Liebe ihrer Fans.
Doch wenn sie Backstage sind, haben sie nicht viele Freunde und damit sie nicht deprimiert sind, nehmen sie eben Drogen. Die Plattenbosse sind praktisch die offene Tür für Drogen und das gebrochene Herz. Dieser Song musste es mal aussprechen!! 
 
Um euch zu zeigen, wovon Mikel Cole hier spricht, präsentieren wir an dieser Stelle auch "Cant't live without you" zusätzlich zu unserem rap.de-Exclusive "Die Music" feat. Yassir.
 

Mikel Cole and Yassir (Die Music) New Mix by rap.de1

Kamikaze – Kamikaze

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Wer sich etwas aufmerksamer mit der ostdeutschen Hip Hop Szene und vor allem dem Label NewDEF auseinander gesetzt hat, dem dürfte Killer Kami oder Kamikaze vielleicht ein Begriff sein. Bereits im Jahr 2007 veröffentlichte der Dresdner nämlich sein Album „Profile“ Nach Ausbildung und kleiner Auszeit steht Kamikaze ab dem 23.09.2011 mit seinem neuen Album „Kritisch aber stabil“ in den Startlöchern. Wir zeigen euch heute, exklusiv das Video „Kamikaze“ als Premiere und haben dem kritischen aber stabilen MC ein paar Fragen gestellt.  
Du bist beim Dresdner Label NewDEF gesignt und kommst selbst aus Dresden. Erzähl mal, was gerade in der ostdeutschen Hip Hop Szene so abgeht!
Was ich so mitbekomme ist, dass viele in der Szene hier die Fahne für Ostdeutschland hochhalten. Allen voran natürlich die Rapper, aber auch in der Graffiti- und Breakdance-Szene ist zu sehen, dass viele Artists gemeinsam an einem Strang ziehen und Projekte auf die Beine stellen. Obwohl es auch hier Menschen gibt, die sich dissen müssen und auf die Kacke hauen, ist doch ein gewisser Zusammenhalt zu spüren. Ich finde das gut. Man trifft immer wieder auf aktive Leute, die eine Menge Talent haben. Egal ob sie bekannt sind oder nicht. Das spielt keine Rolle. Wir halten HipHop in Ostdeutschland am Laufen und da rede ich nicht nur von NewDEF, sondern von allen, die ihren Beitrag leisten. Ich bin stolz auf unsere Szene.
Passen all deine Gedanken, Gefühle, deine gesamte Liebe und dein Hass, tatsächlich auf nur 17 Tracks, wie in eurem Presseschreiben geschrieben steht?
Nein natürlich nicht. Aber auf ein Doppelalbum mit 40 Liedern passen sie auch nicht. Dann sollte ich lieber ein Buch schreiben. Das Album ist quasi ein Mitschnitt meines Lebens aus den letzten 3 Jahren und aus dieser Zeit habe ich Emotionen und Gedanken in Lieder gepackt. An einem gewissen Punkt hatte ich dann das Gefühl, dass es reicht. Ich habe gesagt was mir wichtig ist. Also habe ich es etwas kürzer gehalten. Ich möchte mir nicht irgendwas aus den Fingern saugen, nur um fünf Lieder mehr auf der CD zu haben.
Warum denkst du, dass in der heutigen Hip Hop Szene Werte wie Ehrlichkeit und Respekt "fast" verloren gegangen sind? Woran erkennst du das?
Ich bin der Meinung, Respekt muss man sich verdienen und den verdient man sich in dem man etwas kann oder eine bestimmte Sache gut macht. Also "Skillz" hat, wie man so schön sagt. Heute aber greifen viele erstmalig zum Mikro und eine Woche später fällt ihnen ein, sie müssen ein Album rausbringen, andere Rapper dissen, oder sonst wie auf "Chef" machen, obwohl sie gar nichts können. Sicherlich ist das auch einem gewissen Geltungsbedürfnis geschuldet, das die Menschen einfach haben, schließlich will jeder respektiert und bewundert werden, aber in meinen Augen kann es nicht sein, dass ein 30 Jähriger, der schon drei oder vier Alben am Start und 15 Jahre Bühnenerfahrung hat, sich von einem 16 Jährigen Pimpf anhören muss, dass er ein Hurensohn sei. Da fehlt einfach der Respekt. Genauso wenig verstehe ich, wie mancher MC einem anderen aufs Maul haut und Stress macht, nur weil ihm sein Sound oder Style nicht gefällt.
Ich trage auch keinen Heiligenschein, aber das hat nichts mit Hip Hop oder Respekt zu tun. Zu viele schieben heute den "Getto Gangster" Film, obwohl sie gar nicht so leben. Ich will nicht alle über einen Kamm scheren und auch nicht über Leute urteilen, von denen ich nichts weiß, aber vielen kaufe ich diese Attitüde nicht ab. Das sehe ich sicher nicht alleine so. Fakt ist, dass ich mir das einfach nicht mehr anhören und anschauen kann. Deshalb sage ich auch: "Ich hab mich von vielen Dingen abgegrenzt!", weil die Ehrlichkeit und der Respekt auf der Strecke bleiben.
Daher picke ich mir von der heutigen Szene das raus, was mich wirklich kickt und inspiriert. Und davon gibt es zum Glück mehr als genug, aber das ist eine andere Geschichte.
Du hast selbst in den letzten Jahren deine Ausbildung gemacht und kritisierst faule und gewaltbereit Kids. Geht die Gesellschaft zu lasch mit der verwahrlosten Jugend um?
Ich habe neulich erst ein interessantes Gespräch geführt, mit jemandem der auf Grund seines Jobs mit diesen Kids zu tun hat. Wenn ich höre, dass ein 13-Jähriger bis zu 30 mal vorbestraft wurde, unter anderem wegen schwerer Körperverletzung, und der Staatsanwalt ihn nach Hause schicken muss, weil die Rechtslage es nicht anders zulässt, dann denke ich, dass die Rechtsprechung viel zu lasch damit umgeht.
Anderseits muss man auch die Wurzel der Probleme beleuchten. Wie sagt man so schön? Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Wo sollen gewisse Verhaltensregeln oder Anstand herkommen, wenn die Eltern es nicht mit auf den Weg geben.
Man sollte schon etwas härter durchgreifen, aber auch die Eltern etwas mehr zur Verantwortung ziehen.
Was würdest du einem Jugendlichen raten, der seine Wunsch-Lehrstelle nicht bekommen hat, obwohl er 60 Bewerbungen geschrieben hat? Soll er eine anderen Ausbildung anfangen, die ihm nicht so viel Spaß macht? Ist das alles alleine seine Schuld?
Mittlerweile bin ich selbstständig und führe eine KFZ Werkstatt. Jede Woche bekomme ich Bewerbungen von Jugendlichen, deren Traum es ist eine Mechatroniker-Lehre zu absolvieren. Eine Ausbildung kostet den Betrieb immer viel Geld, das erwirtschaftet werden muss. Wenn die Firma die Umsätze nicht einfährt, die diese Kosten deckt, dann kann sie keinen Azubi einstellen. Also ist es nicht immer seine Schuld, wenn er eine Absage kassiert. Anderseits stelle ich immer wieder fest, dass manche nicht mal in der Lage sind, eine vernünftige Bewerbung zu schreiben. So etwas wirft dann auf Anhieb ein schlechtes Licht auf die Person.
Ich rate deshalb nach den Ursachen vermehrter Absagen zu suchen und diese zu beseitigen. Entweder ich ziehe mir jemanden zu Rate, der sich damit auskennt, oder ich frage nach dem Grund der Absage. Niemand wird vor den Kopf gestoßen, wenn er nach einer Absage höflich fragt, warum er nicht genommen wurde. Im Gegenteil, die Chance erhöht sich, dass es beim nächsten Mal besser klappt. Wenn man wirklich keine Wunschlehrstelle bekommt, kann man sich auch nach ähnlichen Berufszweigen in derselben Branche umschauen. Deshalb würde ich keinem so schnell raten, die Flinte ins Korn zu werfen.
In Deiner Info bei NewDEF steht, dass du immer sagst, was dich stört. Du hast 50 Sekunden Zeit, ab jetzt! Sag uns, was dich stört!
Oberflächlichkeit, Unzuverlässigkeit, Undankbarkeit, Arroganz, Besserwisser, Neid und Missgunst, das Finanzamt, Benzinpreise, tiefer gelegte Golf 1 Cabrios und die Proleten am Lenkrad, aufgetakelte Püppchen, Techno und Schlager, das Fernsehprogramm
bis auf N24 und King of Queens, Rentner die im Straßenverkehr trödeln und fehlerhafte Vergaser auf V8 Motoren!!!!
Vielen Dank für das Interview und hier kommt "Kamikaze“ von Kamikaze:

Jay Z ein schlechter Vermieter?

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Das wird den frischgebackenen Vater in spe gar nicht freuen. Wie Fox News gestern berichtete haben mehrere Mieter eines Gebäudekomplexes in Philadelphia Beschwerden gegen den Jiggaman hervorgebracht. Hov ist Teilhaber der SCC North American Realty, die unter anderem Luxuswohnungen vermietet. Den Anschuldigungen zufolge werden nun aber diverse Mieter seit geraumer Zeit schikaniert und belästigt. Ziel soll es anscheinend sein, die Mieter zum Auszug zu bewegen. Eine ehemalige Mieterin äußerte sich gegenüber Fox News folgendermaßen: "Das Ganze war so verwirrend. Ich war mehr als den Tränen nahe. Sie zogen gegen mich vor Gericht, obwohl sie wussten, dass ich die Miete bezahlt hatte. Das hat der Anwalt mir gegenüber zugegeben und dennoch prozessierten sie gegen mich. Das ist ungeheuerlich und reine Schikane“.

Die Immobilienfirma geht aber offenbar sogar noch einen Schritt weiter. Angeblich werden die Privatnummern der Mieter an lokale Makler vergeben, die sich dann um Besichtigungstermine für noch gar nicht zur Verfügung stehende Wohnungen bemühen. Seit Mai sollen bereits fünfzehn Mieter ausgezogen sein. Das Ganze schlug nun derart hohe Wellen, dass sich die wütenden Mieter an Philadelphias Senator Larry Farnese wandten, der daraufhin Jay Z und seine Firma in einem Brief, zur Einhaltung gesellschaftlicher und gesetzlicher Richtlinien aufforderte.

Auch Damon Dash, Ex-Geschäftspartner von Jay Hova hat Ärger, allerdings mit dem Gesetz. Der einstige Mitbegründer von Roc-A-Fella Records wird in New York in sechs Punkten angeklagt.
Angeblich soll er in seiner Kunstgalerie DD172 illegal Alkohol gelagert und vertrieben zu haben.

Ermittler wollen nun herausgefunden haben, dass es von November letzten Jahres bis Mai diesen Jahres diverse Male zum unerlaubtem Alkohol-Ausschank kam. Des Weiteren wird die Kunstgalerie generell von der Stadt eher kritisch beäugt. Für sie stellt DD172 ein Ärgernis dar, das sie lieber heute als morgen beseitigen würde. So vermuten die Behörden, die Galerie diene nur als Fassade für einen illegalen Club.

Dash und seine Belegschaft haben die Räumlichkeiten, Berichten zufolge, zwar bereits im Juni verlassen, trotz allem müssen sie sich am 14. September für die Vorfälle vor Gericht verantworten.

T.I. und Soulja Boy Updates

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Don't fuck with the US-Army. Den langen Arm der US-Streitkräfte bekommt jetzt US-Rapper Soulja Boy Tell Em zu spüren, dessen Produkte nun in über 3.000 Einzelhandelsläden des US Militärs  nicht mehr vertrieben werden sollen. Grund dafür ist die Zeile "Fuck the FBI and the army troops … fighting for what?“, die sich auf dem Song "Let's Be Real“ befindet, der wiederum auf dem neuen Album von Soulja Boy sein sollte. Nun erklärte aber ein Sprecher der US-Army, dass das Album nicht in den, vom US-Militär betriebenen Army and Air Force Exchange Service Läden verkauft werden soll, wenn sich der Song darauf befinden würde.
Beschwerten sich zu Beginn der Affäre lediglich ein paar Veteranen-Vereinigungen, so scheint der Akt unterdessen im Blickfeld der nächst höheren Autoritäten zu stehen, weswegen Soulja Boy und sein Management nun auch um Schadensbegrenzung bemüht sind.

Bereits vor zwei Tagen entschuldigte sich der Rapper bei den Truppen und betonte, dass er niemals die Absicht gehabt habe, die Gefühle von irgendjemanden zu verletzten. (Wir berichteten)
Nun ließ der Swaggerboy ebenfalls erklären, dass man bemüht sei, den Song auch wieder aus dem Internet zu bekommen. Zusammen mit der Plattenfirma sei man bemüht alle digitalen Spuren des Videos zu verwischen. Darüberhinaus erklärte sich der 21-Jährige, laut einem Bericht der New York Daily Mail, auch bereit, kostenlos Konzerte für die US-Armee zu geben und für Meet and Greet Veranstaltungen zur Verfügung zu stehen.

Ebenfalls mächtig Ärger mit den US-Behörden hat immer noch der gute T.I., der eigentlich schon diese Woche aus der Haft entlassen und in den offenen Vollzug kommen sollte. Wie wir berichteten war dessen Ausflug in die Semi-Freiheit relativ kurz und wurde schon nach einem Tag wieder beendet. (Wir berichteten)
Als neuen Grund für die schnelle Rückführung des Südstaatenrappers zurück in den Knast, wurde nun von Behördenseite bekannt gegeben, dass T.I. auf dem Weg zu seinem Halfwayhouse in  Atlanta unerlaubt Geschäfte getätigt habe.

Hieß es zunächst noch, der MC habe das falsche Transportmittel gewählt und statt einem bereit gestellten Van, seinen eigenen luxuriösen Reisebus benutzt, so heißt es nun, T.I. habe auf der Fahrt seinen Manager und zwei Produzenten des Fernsehsenders VH1 getroffen, und mit ihnen geschäftliche Details besprochen. Dies sei nicht erlaubt gewesen und deshalb musste Clifford Harris eben wieder zurück hinter schwedische Gardinen.

Ist ja auch verständlich, oder?  

Birdman dementiert Gerüchte

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Verkaufszahlen sind derzeit mal wieder ein großes Thema. Wenn es denn jemals anders war. In den USA wird dieser Tage ein Rekord nach dem anderen gebrochen.
Nachdem "Watch the throne" von Jay und Ye erwartungsgemäß auf eins chartete, wurden die werten Herren jedoch eine Woche später kurzerhand von Games "The RED Album" wieder verdrängt.
Derzeit läuft allerdings Lil Wayne den oben Genannten den Rang ab. Die offiziellen Erwartungen von Cash Money waren sage und schreibe eine Million abgesetzte Einheiten von "Tha Carter IV" in der ersten Woche. "A Milli" halt.
Kürzlich wurden jedoch Stimmen laut, die Cash Money, und insbesondere Birdman vorwarfen, diverse Platten selbst aufgekauft zu haben um so eine höhere Chartplatzierung und dementsprechend mehr Hype zu erreichen. Der Cash Money Gründer wies die Anschuldigungen gegenüber MTV vehement zurück.
Ihm reiche es die Platten zu pressen und zu vertreiben, selber kaufen wäre dann doch zu viel des Guten, so Baby. Man hätte zu hart gearbeitet, um dem Produkt jetzt nicht zu vertrauen.
Generell würde das auch kaum Sinn ergeben, es wäre eher so wie „Rückwärts- Hustlen“ so der Labelchef.
 "Nah, man, that really don't make no sense. Why would we do that? I press and distribute 'em. Ain't no need for me to buy 'em. That's hustling backwards; we ain't in it for that. I ain't ever been a part of that type of scheme to be buyin' records. We don't do that, homey. We be working too hard to be — that don't go with what we do. We truly what we do. We're real about what we do, we work hard every day at it, and we work for the people. That's what we do music for: for people. And we appreciate the love they give us back. But no such thing as me buying no CDs. I wouldn't even play it like that."
Laut eigenen Angaben verdient Cash Money an jeder CD um die 10$. "Tha Carter IV" wurde bislang etwa 960000 mal verkauft. Der erst von "Watch the throne" aufgestellte itunes Verkaufsrekord von 290000 Einheiten wurde bereits am vierten Tag, quasi im Vorbeigehen gebrochen. So oder so, hungern muss bei Cash Money keiner.

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