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Celo & Abdi feat. King Khalil – Großstadtschakale „2012“

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Die EP "Endzeit" von Celo & Abdi steht  zum freien Download zur Verfügung. Ein Track davon ist "Großstadtschakale" und ist dasa erste offiziele Video zur EP. Gast auf dem Track ist Kreuzberger Rapper King Khalil.

 

Kay One meldet sich zurück

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Früher nannte er sich Lil Kay und war nicht nur "der Motherfucker, der wo rappt", sondern auch einer der schnellsten Rapper Deutschlands. Als Kay One hat er den Fuß etwas vom Gaspedal genommen, was seinen Verkäufen nicht geschadet hat, im Gegenteil: Sein erstes und bislang einziges Soloalbum "Kenneth allein zu Haus" verkaufte sich ausgesprochen gut und stieg in der ersten Verkaufswoche in die Top Ten ein.

Das ist beinahe zwei Jahre her. Erst kürzlich fiel Kays Name im Zusammenhang mit dem Haftbefehl-Album "Kanacki?", auf dem der Junge, der am Bodensee aufgewachsen ist, einen Gastpart haben wird. Nun kündigt Kay sein nächstes Soloalbum an. "Der Prinz von Belvedair" soll am 2. März erscheinen, wie Kay in einer gestern veröffentlichten Videobotschaft ankündigte.

"Es ist Zeit, dass wieder Flaschen geköpft werden, Frauen was zum tanzen haben und die Jungs Musik haben, die sie vor dem Spiegel motiviert."

Zwei Videos hat Kay bereits gedreht, wie er kürzlich auf Facebook wissen ließ: "Am AirPort von Miami Beach!! Beide Videos im Kasten!!"

Die (ausgesprochen amüsante) Videobotschaft zu "Der Prinz von Belvedair" seht ihr hier:
 

Marsimoto – Grüner Samt

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Marsimoto zu hören, ohne dabei auf grünen Wolken zu schweben – eigentlich ein Kardinalfehler. Nicht, weil die Musik ohne Rauschzustand unerträglich wäre, keinesfalls. Aber seien wir ehrlich:  Das Album trägt nicht umsonst den Titel „Grüner Samt“: Das verpeilte, reggae-lastige Intro, das mit Dubeffekten behallte Eingangssample, dann die plakativen Einstiegszeilen:  „Endlich wird wieder gekifft/ Du hast doch längst vergessen wie das ist“ – der Titelsong und letztlich auch das Gesamtwerk, will und tut in erster Linie eins, nämlich den Hörer ganz offensichtlich an alte, süß riechende Laster erinnern.

Aber, wie sich nach einigen spontanen Telefonaten herausstellt, ist im Heimatort des Rezensenten derzeit leider Krise angesagt. Nun denn, dann muss das Werk eben mit nüchternem Kopf gehört und besprochen werden. Ist auch gar nicht weiter schlimm: Obgleich ein grandioses Album zur Bewusstseinserweiterungsbegleitung ist „Grüner Samt“, wie schon die Torch-Anspielung im Titel vermuten lässt, vor allem eines: Ein großartiges HipHop-Album. Nicht bloß Rap, sondern tatsächlich HipHop.

Dabei wird hier weder über Rap gerappt, Ausnahme „Wo ist der Beat“ (dazu später mehr), noch an die oft verklärte goldene Zeit referiert. Das Album ist absolut im Hier und Jetzt verankert, gerade, was die grandiose Produktion angeht. Die erinnert den Hörer nochmal daran, dass HipHop ursprünglich ein künstlerischer Flickenteppich, ein Spiel mit Samples, Zitaten und Querverweisen ist. Und dabei muss sich, entgegen der musikalischen Auffassung so mancher Leute, das ganze nicht auf das zehntausendste Soul- oder Jazzsample beschränken. Man kann’s aber auch wie Marsimoto und sein Producerteam Green Berlin machen: Zeitgenössische Klänge wie Dubstep (am eindrucksvollsten bei „Alice im W-LAN Land“) oder psychedelischen Electro („Angst“, „Absinth“) aufnehmen, umarbeiten und am Ende dann auf ein kompaktes, dickes HipHop-Drumset packen – check.

Und nach jahrelangem HipHop ist tot-Gerede, gerade auch aus aus den Mündern diverser Rapper, ist es echt angenehme, mal wieder eine Hook wie die von „Wellness“ zu hören: „Was ist denn mit der Realness? Wer malt heute noch den Zug?“. Dank des schräg-abgedrehten Beats samt des James-Bond-artigen Sample und den verspielten Lyrics („Ein Männlein dreht im Wald“, „Morgens kauf ich mir die Welt, abends nehm ich mir die Zeit“) interessiert mich als Hörer auch nicht wirklich, inwiefern Marsis realer Hintermann Marten Laciny die nötige Kredibilität für solche Aussagen vorweisen kann. Man freut sich, dass hier gutes, altes HipHop-Feeling aufkommt, ohne von vorgestern zu klingen. Oder nach angestaubtem Neo-Boombap.

Diverse kleine Zitate und Anspielungen tragen ihren Teil dazu bei. Ob mit „In meinem Viertel weiß es jeder: Ich rauch Gras!“ (aus: „Der springende Punkt“) auf altbekannte Blockhymnen von Sido angespielt wird oder der Hörer von „Wo ist der Beat“ vielleicht zweimal überlegen muss, um etwas unbekanntere Glanzstücke der Deutschrapzeit wiederzuerkennen: „Jetzt rollt die Plastiklawine auf uns zu/Begräbt alles und schuld bist nur du!“.

Eigentlich sind die Zitate aber nur ein unglaublich interessanter Nebenschauplatz in den wirren, verschlungenen Welten, in die uns der Interpret entführt. Im Vorfeld durften sich zum Beispiel splash!-Besucher schon von dem Song „Indianer“ irritieren lassen: „Barack Obama, gib den Indianern ihr Land zurück!/Hey!/Sie ham’ es sich verdient!“. Ob in sich geschlossene Story zur bloßen Unterhaltung oder Parabel auf Entwicklungen in der HipHop-Szene („Frag Torch, wo wir unsern Style herhaben“; „Wieso fährst du jetzt dieses Mercedes-Benz?“) – man weiß es nicht. Ebenso offen für verschiedene Interpretationen sind auch andere Songs, „Blaue Lagune“ zum Beispiel, ein Song über einen ehemals Kunststücke vorführenden Wal, der erst von den einen Menschen für seine Kunststücke gefeiert, von anderen dann vertrieben und gejagt wird, kann man getrost als Analogie auf das Showbusiness verstehen. „Spring hoch, mach ne Rolle / die Meute am klatschen (…) Und dann tauch ich wieder auf/ Mach wieder ne Rolle, doch sie lachen mich aus.

Das die Songs ebenso offen wie gelegentlich irritierend sind, macht das Album auch zu einem idealen Soundtrack zum Kiffen, ohne dass der Hörer hier mit 0815-Bonghymnen gelangweilt wird. Die Assoziation zu unserer Subkulturdroge Nummer Eins wird hier über die Umsetzung dieser Stories geschaffen: Der, wenn auch stellenweise impulsive, meist doch sehr entspannte und auf’s Wesentliche reduzierte Flow, die teilweise überraschend gesetzten Pausen und Leerstellen in den Texten – analog zu den abdriftenden, meist nicht zu Ende gedachten Überlegungen im angenehm benebelten Kopf. Es ist kaum zu bestreiten: Das Album macht Lust auf Rauschzustände.

Was nicht bedeutet, dass es hier keine Songs gäbe, die eine klare, eindeutige Richung haben: Und zwar straight nach vorne, wie zum Beispiel auf dem rockigen „Grünes Haus“: „Green Berlin , ich seh die Welt mit andern Augen/ schmeiß die Krücken weg und fang endlich an zu laufen“. Anderes Beispiel: „Wo ist der Beat“, eine augenzwinkernde Abrechnung mit den zahlreichen Hobbymusikern in ihren diversen Kellern: „Bekiffter Loser, wärst gern Hitproducer/ mach doch ersteinmal deine Schule und koch was gutes“ – battlen kann der gute Marsi eben auch.

Grüner Samt“ ist ein unglaublich facettenreiches Album: Kiffersoundtrack ohne Standardkiffertracks, HipHop-Feierei ohne Rap über Rap, musikalischer Trip in abgedrehte Welten. Und hoffentlich ein Wegweiser für deutschen HipHop: Musikalisch nach vorne, innovativ und offen für neue Einflüsse, gleichzeitig aber in einer Linie mit guten, alten Traditionen – sowohl musikalisch als auch textlich. Die Entwicklung weg von eingefahrenen Genregrenzen hin zu einem freien Spiel mit Einflüssen, weg vom krampfhaften Technikfetischismus des Deutschrap hin zu fühlbarer Atmosphäre und Stimmung, gibt es ja schon seit längerem. Aber selten wurde sie so facettenreich, textlich interessant und musikalisch ausproduziert auf den Punkt gebracht. Der moderne deutsche HipHop findet hier sein Manifest.

Vega – Vincent

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Wir schreiben das Jahr 2012. Alle im Deutschrap haben sich lieb. Wirklich alle? Nein. Ein Frankfurter Rapper leistet erbitterten Widerstand. Er hat keinen Bock auf Gruppenkuscheln. Und Röhrenjeans trägt er auch keine. Dann doch lieber eine schwarze Lederjacke, wie er gleich im Intro „Vincent ist da“ verkündet. Vega ist immer noch abgeturnt von der Szene und stellt dies gerne immer wieder klar. „Ich weiß, ihr Punks habt nicht das Herz wie ich„, bellt er in Richtung von Rappern, die „schwul mit der Popmusik“ ficken. Vega fickt ganz sicher nicht mit der Popmusik. Dann doch lieber mit brachialen, pathetischen Synthiebeats, auf denen er seine wütenden, ausdrucksstarken Raps bevorzugt spuckt.

Vega steht überhaupt auf Drama und Pathos, auf starke Worte und harte Ansagen. Die Soundästhetik auf „Vincent“ ist dementsprechend stringent. Geradezu bombastisch blasen die Beats aus den Boxen, gerne mit Streichern, gerne mit Chören, gerne düster und dramatisch. Dazu rappt Vega Zeilen wie „Sagt den Leuten, ich hab Meere durchschwommen/ nein, sagt ihnen, ich hab Berge erklommen (…) geht und sagt ihnen, ich bin durch Stürme gerannt, sagt ihnen keiner von euch führt diesen Mann“ („Dem Himmel so nah„). Seine Sprachbilder sind einfach, aber eingängig und erzeugen, gepaart mit den besagten Beats, ein stimmiges Gesamtbild – und immer wieder Gänsehaut-Atmosphäre. Wie ein roter Faden ziehen sich vier kürzere Songskits durch das Album, die nach den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft benannt sind und durch die Bank zu den Höhepunkten auf „Vincent“ zählen, weil sie Vegas Rezept in besonders verdichteter Form komprimieren. 

Konkrete, auserzählte Geschichten finden sich auf „Vincent“ eher nicht, aber Vegas Texte sind so angelegt, dass sie oft durch ein, zwei rasch hingeworfene Zeilen Bildergeschichten im Kopf des Hörers entstehen lassen. Obwohl kein klassisches Konzeptalbum, erzählt das Album ohnehin insgesamt eine Geschichte. Eine Geschichte von Enttäuschung und Schmerzen, aber auch von Unbeugsamkeit und Durchhaltewillen und von einem unbeirrbaren Stolz und Glauben an sich selbst und die eigenen Werte. Diese muss man übrigens nicht restlos teilen, um dem Album etwas abzugewinnen – lassen wir die Diskussion über vermeintlich oder tatsächlich homophobe Zeilen einfach mal beiseite und klären das lieber im Interview.

Denn: Das ist nun mal Vegas Welt. Sein Männlichkeitsbild ist klassisch und ohne ironische Brechung, es beinhaltet keine tränenreichen Geständnisse der eigenen Verletzlichkeit, kein Ausleben hypersensibler oder vermeintlich weiblicher Seiten und keine Kosmetiktipps für Herren. Vega ist vergleichbar mit dem trutzigen Held eines Actionsfilms, der unbeirrbar seinen Weg geht, hart, aber herzlich, roh und ungeschliffen, immer mit einem klaren Ziel vor Augen und dem Willen im Herzen, dieses um jeden Preis zu erreichen. Verzagtheit, Zögerlichkeit oder Selbstzweifel kommen zwar durchaus vor, werden aber nicht zelebriert, sondern bekämpft und überwunden. Vega setzt auf die ganz großen, ungebrochenen Gefühle. Klar weinen Männer auch mal, aber nur, wenn sie einen richtigen Grund dafür haben: „Vergesse nie die Tränen in der Nacht, in der ich dachte, du stirbst“ („Nur du„, eine Liebeserklärung an seine Frau).

Die Einsamkeit des Protagonisten ist nicht Außenseitertum, sondern selbstgewählt und entspringt einer unbestimmten Sehnsucht nach Erlösung von all dem Dreck, der ihm das Dasein oft vermiest. „Den letzten Abend im Herbst bin ich allein seitdem ich 13 bin/ und wenn der Regen draußen fällt werde ich ein kleines Kind„. Trotz des Labelnamens Freunde von Niemand gibt es in dieser Welt auch Freundschaft. Wie diese auszusehen hat, erklärt Vega in „Freund sein„: „Ob du echt oder nicht bist, ich seh’s im Gesicht„. Was immer wieder anklingt, ist auch ein gewisser Eskapismus, dieses Gefühl von Ich-muss-hier-raus und eine Sehnsucht nach der schroffen, aber ehrlichen Natur, was auch im Coverartwork Ausdruck findet. „Und wenn zuhause ist, wo sie mich verstehen, dann muss ich weg von hier/ Muss zurück zu den Wiesen und Wald“ (ebenfalls in „Freund sein„).

Mit „Vincent“ hat sich Vega endgültig sein eigenes Genre geschaffen, nennen wir es einfach mal Pathos-Rap. Seine Texte lassen vor dem geistigen Auge des Hörers eine eigene Welt entstehen, in der man gerne hin und wieder zu Besuch ist, auch, weil sie, verglichen mit der realen Welt, überschaubar und nachvollziehbar ist – aber vor allem, weil es dort nie langweilig wird.

 

Naughty Dog – Uncharted 3: Drake’s Deception

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Man kennt das: da besichtigt man ein uraltes, verlassenes Schloss, geht in die Katakomben und findet einen Geheimeingang. Man folgt ihm und entdeckt einen Hinweis auf ein großes Geheimnis der Menschheit und schon wird man von einer Armee  viel zu großer Spinnen überrannt. Und während man gerade noch so vor ihnen entkommen kann, bemerkt man am Ausgang, dass das ganze Schloss in Flammen steht und Männer in schwarzen Anzügen das nicht als Anlass sehen, sich zu retten und einen selbst in Ruhe zu lassen, sondern lieber mit leichten, schweren und explosiven Waffen dafür sorgen, dass der Höllenritt noch höllischer wird als die Hölle höchstpersönlich. Und am Ende muss man noch aufpassen, nicht von einem Schlossturm erschlagen zu werden.

So zumindest kann man sich einen normalen Werktag von Nathan Drake vorstellen, der im dritten Teil der Uncharted-Reihe einmal mehr beweist, dass Alltag nicht langweilig sein muss. Nachdem der zweite Teil vor zwei Jahren seinen Vorgänger in jeglicher Hinsicht in die Schranken verwiesen hat, erwartet man natürlich viel vom Entwickler Naughty Dog. Ob sie ihrem guten Ruf gerecht werden, kann man ab sofort exklusiv auf der PS3 herausfinden.
 

Und wie kommt es zu diesem dritten Abenteuer? Nun, der Abenteurer und Protagonist der Serie Nathan Drake und sein ewig loyaler Mentor Victor „Sully“ Sullivan wollen in einem zwielichtigen Hinterzimmer einer schäbigen Bar einen silbernen Ring verkaufen, der dem legendären Sir Francis Drake gehört haben soll. Der Käufer zeigt sich äußerst interessiert, doch mit der Bezahlung scheint etwas nicht zu stimmen. Die Situation eskaliert, plötzlich wollen ein Dutzend Typen Nate und Sully den Kopf abreißen. Prügelnd verduften beide aus der Bar, doch da werden sie eiskalt von einem Lakaien der eigentlich am Ring interessierten Oberbösewichtin erschossen. Und das in den ersten zehn Minuten!
 
Natürlich endet das Spiel nicht an dieser Stelle, doch ich möchte nicht zu viel verraten. Uncharted 3 lebt einmal mehr von seiner spannend erzählten und inszenierten, wenn teilweise auch vorhersehbaren Handlung. Wie in den Filmen um Indiana Jones oder den Tomb Raider-Spielen wird im Laufe der Zeit ersichtlich, welcher Schatz von den Helden und Bösewichten gesucht wird. Doch bis Nathan Drake dort landet, müssen diverse Länder besucht, Geheimnisse gelüftet, Rätsel gelöst und Schurken verhauen werden. Uncharted 3 gestaltet dies alles sehr abwechslungsreich. Immer wieder wechseln sich Schusspassagen mit den Abenteuerpassagen ab, in denen man in erster Linie an allen möglich Dingen herum klettert, um Rätsel zu lösen, tiefer in eine Höhle zu gelangen oder aus den Situationen zu entkommen, in die sich Drake regelmäßig selbst bringt. Das Ganze funktioniert noch dynamischer als im zweiten Teil und ist besser in sich verzahnt. So gibt es Passagen, in denen man sich VERTIKALE Schussgefechte liefert, da man gerade an einem Turm hochklettert, die Gegner das aber nicht so gerne sehen. Ein schönes Storyhäppchen ist der Ausflug in Nates Kindheit innerhalb eines ganzen Kapitels, in dem er erstmals auf seinen Mentor Sully trifft. Wer den ersten und/oder zweiten Teil noch nicht gespielt hat, der sei unbesorgt: Vorwissen wird eigentlich nicht benötigt. Die Handlungen der Teile sind episodenhaft und bauen nicht aufeinander auf. Es tauchen zwar wiederkehrende Charaktere auf, aber die wurden in den vorherigen Teilen auch nicht anders eingeführt. Leider verpasst es Naughty Dog, Nebencharaktere näher zu beschreiben und ihnen ein tieferes Charakterprofil zu geben. So spannend und dynamisch die Handlung und der Spielverlauf auch sind, wie im oder sogar noch mehr als im zweiten Teil ist das Prinzip „Deus Ex Machina“ ein häufig verwendetes und selten verschleiertes Hilfsmittel des Spiels. Zu oft kann sich Nathan Drake auch schier tödlichen Situationen retten, zu oft fallen Säulen oder Trümmer genau so, dass er sich daran aus Gefahr klettern kann und zu oft kann er sich gerade noch so irgendwo festhalten. Und natürlich tauchen die Bösewichte immer da auf, wo man gerade ein Rätsel gelöst hat und problemlos aus der Rätselhöhle laufen könnte. Richtig absurd wird es in einer Mission in einem Flugzeug, aber mehr sollte ich dazu nicht sagen. Das Schöne am Spiel ist ja das erste Durchspielen und die unzähligen Momente, in denen man große Augen macht und sprachlos ist über das, was da gerade auf dem Bildschirm passiert. Und da verzeiht man gerne auch die praktischen Storywendungen. Was allerdings einen leichten blassen Nachgeschmack hinterlässt, ist das Ende, das vergleichsweise wenig furios und spielerisch ohne großen Knall ausfällt. Mal abgesehen davon, dass es ein bis zwei Kapitel zu früh kommt.
 
Im Übrigen funktioniert der Spielfluss so gut, dass man wie bei Metal Gear Solid 4 einen halben Film vor sich hat. Dabei lässt das Spiel dem Spieler allerdings überwiegend die Kontrolle über Nathan und passt die Steuerung an. So kann man in bestimmten Passagen nicht rennen oder andere auffällige Aktionen machen. Dadurch entsteht eine filmreife Singleplayerkampagne, die auch als Zuschauer interessant ist. Aber natürlich ist man lieber direkt am Controller. Die Steuerung funktioniert sehr gut. Nur selten passiert es, dass man falsch springt und in den Abgrund stürzt, die Nahkämpfe sind jetzt noch wichtiger und cineastischer. Natürlich darf man nicht vergessen, dass Uncharted 3 ein halber Shooter ist und auch wenn manche Passagen aufgesetzt wirken, zeigt es dennoch kaum Steuerungsschwächen. Man kann – für einen Konsolenshooter zumindest – präzise zielen und das Deckungssystem bildet durch Blindfeuer, Lehnen und Hinterhalte ein wichtiges Element im Kampf. Apropos Hinterhalte: Im Übrigen kann man bei vielen Kampfpassagen auch heimlich vorgehen und leise einzelne Gegner ausschalten, ohne, dass der Rest alarmiert wird. Die sind nämlich grundsätzlich in der Überzahl und keineswegs dumm, denn die KI flankiert, wirft Granaten und sucht Deckung. Oft befindet man sich im Nahkampf und darf sich an kleinen Quick Time Events austoben, besonders gegen die starken „Unmenschen“.
 
Wer nach dem Storymodus (in bis zu vier Schwierigkeitsgraden) immer noch Lust auf mehr hat, kann sich im Multiplayer austoben. Hier hat Naughty Dog noch mehr in Richtung führender Multiplayershooter geschaut und ein umfangreiches Tool zur Individualisierung des Charakters und seiner Ausrüstung kreiert. Oder eher der Charaktere, denn jeder Spieler hat einen „Helden-“ sowie „Schurken“charakter, die entsprechend in Teams aufgeteilt werden. Man kann dem eigenen Avatar einen Haufen Kleidungsgegenstände kaufen oder gleich ein Modell eines Storycharakters. Die ausgerüsteten Waffen sind modifizierbar und es gibt natürlich auch Perks und Abschussbelohnungen. Und mit diesen kann man sich in denen zahlreichen kompetitiven Modi austoben, die neben den typischen Vertretern auch einen Team-Dreikampf bieten. Wer nicht gegeneinander spielen möchte, kann auch die kooperativen Modi ausprobieren, in denen man in einer Art Survivalmodus Gegnerwellen beseitigt oder ganze Missionen mit  (seichter, aber immerhin vorhandener) Story absolviert. Für die kooperativen Modi hat man ein abgesondertes Ausrüstungssegment, da man wie im Singleplayer Waffen nur finden und nicht von Anfang an ausrüsten kann. Dafür kann man jede aufgehobene Waffe von Anfang an als verbesserte Version aufklauben, wenn man dieses Upgrade denn gekauft und eingeschaltet hat. In allen Multiplayermodi ist es übrigens sehr schön, dass man viele Möglichkeiten hat, herum zu klettern, wodurch sich die Karten viel dynamischer gestalten.

Aber was wäre ein Spiel, das sich wie ein Film spielt, ohne die entsprechende Grafik. Uncharted 3 ist zwar kein PC-Skyrim und macht auch keinen Grafiksprung wie sein(e) Vorgänger, aber trotzdem wurde die Engine verbessert und liefert noch schönere Bilder. Gerade bei den vielen exotischen Schauplätzen macht das verdammt viel her! Oft stand ich einfach nur da und habe die Kamera über die Umgebung geschwenkt. Dass die Hauptcharaktere wesentlich detaillierter sind als die NPCs am Wegesrand, ist ein kleiner Wermutstropfen, aber Naughty Dog hat sich meiner Meinung nach auf die wichtigsten Grafikaspekte konzentriert und aus der mittlerweile 5 Jahre alten Playstation 3 jede Menge Leistung herausgeholt.

Der Sound bewegt sich auf ähnlichem Niveau. Da in diesem Spiel besonders viel in die Luft fliegt oder auch ab- bzw. umstürzt, ist die Geräuschkulisse grandios, zum Glück auch in der Umsetzung. Der Soundtrack wurde einmal mehr von Greg Edmonson komponiert und liefert passende Abenteueratmosphäre. Besonders wichtig ist hier meiner Meinung nach aber die Sprachausgabe. Ich hatte eigentlich vor, dieses Mal die original englische zu benutzen – man hat ja die Wahl. Aber ich habe mich schon so sehr an die deutschen Sprecher von Nate und Sully gewöhnt, dass ich sie viel, viel lieber höre. Darunter leidet die Lippensynchronität, die englische funktioniert einwandfrei. Die Sprecher an sich sind jedoch jeden Zweifels erhaben und leisten exzellente Arbeit. Oft reden die Charaktere nicht nur in Zwischensequenzen, sondern bei jeder Gelegenheit. Gerade die Sticheleien zwischen Nate und Sully sind grandios. An dieser Stelle möchte ich noch kurz das kleine Notizbuch von Nathan Drake erwähnen, welches man sich auf jeden Fall genauer anschauen sollte.  Leider haut die Soundabmischung (zumindest in der deutschen Version) ab und zu nicht gut hin. Da  wird ein Sprachschnipsel gerne mal merklich lauter oder leiser abgespielt als es sollte. Das gilt zum Glück nicht für die Zwischensequenzen.

Uncharted 3: Drake’s Deception erfindet das Rad nicht neu und stellt auch keine Überraschung mehr dar. Jeder, der Uncharted 2 nicht mochte, wird das jetzt nicht anders sehen. Aber es ist eine in jeder Hinsicht konsequente und solide Fortsetzung einer grandiosen Spielereihe, von der ich mir noch viele weitere Teile wünsche. Der Charme von Nathan Drake liegt auf dem Niveau von Indiana Jones, James Bond und ähnlichen Weltenrettern da draußen – vielleicht sogar noch drüber. Auf jeden Fall ist sein Alltag aufregender als von den anderen beiden zusammen. Für den vierten Teil würde ich mir aber eine etwas längere Handlung wünschen.

Fler wird nicht indiziert

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Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, wollte das Album "flersguterjunge" vom Berliner Rapper Fler indizieren. Das Album erschien am 11. Juni 2010 über ersguterjunge. Wie Fler selbst am Samstag via Twitter mitteilte, legte er jedoch Einspruch ein – mit Erfolg. Dies bestätigte auf Anfrage die Pressstelle der BPjM, die rap.de dazu folgende Erklärung gab:

"Die CD "Flersguterjunge“ wurde der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zur Überprüfung der möglichen Jugendgefährdung eingereicht. Nach Auffassung der übersendenden Stelle, einer Polizeidienststelle, ist der Inhalt der CD als jugendgefährdend einzustufen, aufgrund der in den Texten enthaltenen Gewaltschilderungen und aufgrund der Art, wie Frauen in den Texten dargestellt werden.

 Die Bundesprüfstelle hat die betroffene Plattenfirma über das Indizierungsverfahren benachrichtigt und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Der Anwalt des Interpreten hat daraufhin schriftlich beantragt, die Indizierung der CD abzulehnen und hat in seinem Schriftsatz dargelegt, weshalb aus seiner Sicht bzw. aus Sicht des Interpreten eine Jugendgefährdung nicht vorliegt. Begründet wurde dies u.a. mit dem Verweis auf das Genre des Battle-Rap und dessen typischen Inhalten.

Das Zwölfergremium der Bundesprüfstelle hat die CD sodann in seiner Sitzung am 11. Januar 2012 angehört und die Texte begutachtet. Hierbei hatte das Gremium die Kunst- und die Meinungsfreiheit zu berücksichtigen. Das Gremium ist in seiner Beratung zu dem Ergebnis gekommen, dass bei der vorliegenden CD trotz einzelner drastischer Äußerungen in den Liedern insgesamt der Rahmen des Battle-Rap nicht überschritten ist. Die CD wurde daher nicht indiziert."

Fler selbst erklärte dazu gegenüber rap.de: "Da können sich ersguterjunge und die Sony Music GmbH mal bei meinem Anwalt bedanken. Die waren nämlich der Meinung, dass es keine großen Erfolgschancen gäbe."

Am 9. März erscheint zusammen mit Silla der zweite Teil von "Südberlin Maskulin". Die erste Single mit dem Titel "Bleib Wach" erscheint am 24. Februar. Letzte Woche wurde die Tracklist bekannt gegeben.

1. Irgendwann kommt alles zurück
2. Es war einmal in Südberlin
3. Nich mit Maskulin
4. Bleib wach
5. Pitbull feat. Tsunami
6. Umut – Skit
7. Underground
8. Jeden Tag Silvester
9. Ich heb ab
10. Nice
11. Umut – Skit 2
12. Nenn es wie du willst
13. Geh beiseite
14. Du willst ein Rapper
15. Solo
16. Maskulin 2012 feat. G-Hot, Nicone, Dizztino
17. Du weisst wie wir machen
18. Herzschmerz
19. Charlie Sheen

Das Cover ist eine offensichtliche Hommage von Lil Waynes Cover zu "Tha Carter 2" .

Im April gehen die Jungs auf "Exclusiv"-Tour.

05.04.2012 Essen
06.04.2012 Basel
07.04.2012 Osnabrück
11.04.2012 Frankfurt am Main
12.04.2012 Nürnberg
13.04.2012 München
14.04.2012 Hamburg

Vega: Durchbruch mit „Vincent“?

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Seine bisherige Karriere verlief alles anderes als einfach, aber mit seinem zweiten Album "Vincent" scheint der Frankfurter Vega die Geister der Vergangenheit endgültig hinter sich lassen zu können. Er ziert nicht nur das Cover der aktuellen Ausgabe des Branchenmagazins Musikwoche, sondern ist auch Künstler des Monats bei Amazon, in den Verkaufscharts des Internetversandhandels schlägt "Vincent" sich gut.

Im rap.de-Interview äußerte er sich denn auch vorsichtig optimistisch, was die bisherigen Verkäufe seines vergangenen Freitag erschienen Albums angeht. "Was wir bisher von den Vorverkäufen wissen, ist wirklich top." Was eine mögliche Chartplatzierung angeht, gibt er sich jedoch bescheiden. "Alles, was innerhalb der Top 25 ist, ist für uns ein Riesenerfolg. Das wäre der erste Charterfolg für mich, es ist ja auch mein erstes chartrelevantes Album."

Über das Album selbst sagte Vega: "Es ist einfach stimmiger, auch die Beats, das Soundbild, alles passt besser zusammen. Es ist mehr aus einem Guss als der Vorgänger, was auch daran liegt, dass die Entstehungsphase wesentlich kürzer war."

Auch zu der Diskussion um angeblich homophobe Textstellen (die auch in den Kommentaren zu unserer Review von "Vincent" tobt) äußerte sich Vega, und zwar klar und eindeutig. " Ich habe kein Problem damit, ist mir komplett egal. Ich habe mit Schwulen zusammengearbeitet, ich kenne Schwule, mich interessiert das nicht."

Was Vega über seine bisherige Karriere, den Frankfurter Pathos, seine Herangehensweise an Texte, sein Verhältnis zur Natur, seine Meinung über andere Rapper und seine Werte zu sagen hat – morgen im ausführlichen Interview auf rap.de.

Ahzumjot X Chimperator

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Das Stuttgarter Label Chimperator blickt auf ein ausgesprochen gelungenes Jahr 2011 zurück: Ein Major-Deal mit den Orsons und neues vielversprechendes Signing namens Cro.

Und auch im Jahr 2012 will man anscheinend weiter wachsen und hat sich dafür noch etwas breiter aufgestellt. Der Hamburger Rapper und Produzent Ahzumjot, der letztes Jahr sein Debütalbum "Monty" vorstellte, wird ab sofort von der Booking-Abteilung von Chimperator, Chimperator Live betreut, was im Klartext bedeutet, dass Chimperator seine Live-Auftritte betreut und organisiert.

Und die Zusammenarbeit fängt gar nicht mal so schlecht an: Ende Januar spielt Ahzumjot drei Gigs mit niemand geringerem als den Gym Class Heroes (genaue Dates siehe unten).

Steffen Posner, Chef von Chimperator Live, begrüßte die künftige Zusammenarbeit mit folgenden Worten: "Mit Ahzumjot haben wir einen der spannendsten Newcomer des Jahres und sind zusammen mit den Orsons und Cro perfekt für 2012 aufgestellt. Ahzumjot passt musikalisch wie menschlich perfekt zu uns und wir freuen uns ihn in unserer Familie begrüßen zu dürfen."

Und auch Ahzumjot selbst ist guter Dinge ob der neuen Konstellation: "Ich freue mich sehr jetzt ein Teil von Chimperator zu sein. Ich fühle mich nicht nur sehr wohl hier, sondern denke, dass es auch eine perfekte Chance ist, mich als fähiger Live-Act innerhalb dieses großartigen Rosters zu beweisen."

Hier die Dates von Gym Class Heroes mit Ahzumjot:

25.01 Hamburg, Headcrash

26.01 Berlin, Festsaal Kreuzberg

28.01 Köln, Luxor

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