„Wir haben nichts gemeinsam“ – Eine Liebeserklärung an „Aschenbecher“ von NMZS & Danger Dan

Eigentlich wollte unser Autor eine Review zu Danger Dans neuem Album „Reflexionen aus dem beschönigten Leben“ schreiben. Dabei verglich ich das neue Werk immer wieder mit älteren Releases, insbesondere mit der NMZS-Kollabo „Aschenbecher“. Und auf einmal wurde aus dem Artikel eine Liebeserklärung an das gemeinsame Album, das 2012 erschienen ist.

„Aschenbecher“ ist in das beste Deutschrap-Album aller Zeiten. Zumindest meiner Meinung nach. Man kann aber nicht über dieses Machwerk reden, ohne über den Rapper NMZS und dessen viel zu frühes Ableben zu sprechen. Der Tod des Künstlers, welcher mit bürgerlichem Namen Jakob Wich hieß, ist überaus tragisch. Ich kannte den Mann aber nicht und möchte daher aus Respekt keine Verbindungen und Theorien zwischen dem Album und seinem Suizid herstellen. Ich werde das Album rein musikalisch besprechen und anmerken, dass NMZS ein großartiger Künstler war und ich mir wünschte, er würde den deutschen Rap weiterhin mit seinem einmaligen Stil und seiner Attitüde bereichern.

Aschenbecher erschien 2012 und ist kein Album der Antilopen Gang, die zu diesem Zeitpunkt noch kein einziges Gang-Release vorzuweisen hatte und eher als Zusammenschluss agierte, sondern ein Kollaboalbum zweier ihrer Mitglieder, Danger Dan und NMZSDan und NMZS standen einander sehr nahe, waren Gründungsmitglieder der Antilopen Gang und sind beide auf Soloreleases des jeweils anderen vertreten. In ihren eigenen Werken gibt es auch Features von anderen Antilopen, wie Koljah und Panik Panzer sowie anderen Künstlern. Nicht so auf „Aschenbecher“, hier rappen nur die beiden. Warum das eine großartige Entscheidung war und keineswegs irgendeine Form von Disrespekt an ihre Freunde, will ich jetzt klären.

7 KOMMENTARE

  1. Sorry aber Dan rappt die Line! nicht NMZ (ich bin anderst als der Rest…) Gruß ps: trotzdem schön geschrieben alles

  2. Simon, mir erging es da ganz ähnlich. Danger Dans Soloalbum mag gut sein, aber kommt an den Aschenbecher nicht heran. Tatsächlich höre ich seit das Album von Danger Dan draußen ist nur 3 Lieder davon (die letzten 3 auf dem Album) und dann doch wieder den alten Aschenbecher. Dabei merke ich aber, dass auch Aschenbecher mir nicht mehr so entspricht wie früher – früher war es etwas wie die Vertonung meiner Ansichten, meiner Existenz, meiner Verzweiflung. Heute bin ich anders, habe mich zumindest teilweise verändert („verwandelt“, um das böse Wort zu bemühen.) Man merkt Danger Dans Album an, dass auch er weiter gekommen ist. Einerseits ist das schade, denn das Album catcht mich nicht so wie damals Aschenbecher (oder auch Danger Dans frühere EPs, die ebenfalls ganz großartig sind), andererseits gönne ich ihm die Weiterentwicklung natürlich. Und wäre das Album wie Aschenbecher geworden, würde es mir aufgrund meiner Entwicklung auch nicht zusagen. Lange Rede, kurzer Sinn: Aschenbecher ist ein monumentales Album (das vor allem genau zu einer gewissen Lebensphase passt… ) aber letztlich wünsche ich jedem, dass er diesen gewissen Teil der Depression usw hinter sich lassen kann und nie wieder zurück in den Aschenbecher „fällt“.

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