Nika Kramer

Der August steht ganz im Zeichen der Mädels: im Rahmen We B*Girlz-Festival finden den gesamten Monat über diverse Workshops und Veranstaltungen von und für die Damen in unserer wunderbaren Kultur statt. Wir haben uns mit der Organisatorin des Ganzen, Nika Kramer, getroffen, ein sehr öffenes Gespräch über Hip Hop, Feminismus und schlechten Sex geführt und schlußendlich festgestellt, dass es doch Dinge geben mag, von denen Alice Schwarzer keine Ahnung hat. Außerdem haben wir für euch die interessantesten Aussagen der Podiumsdiskussion zum Thema "Frauen im Hip Hop" zusammengetragen. Have Fun.
(Alle Fotos wurden auf der Graffiti Box Jam aufgenommen. Auf den Bildern sieht man Nika Kramer zusammen mit Martha Cooper.)

rap.de: Du hast beruflich ja erst einige andere Sachen gemacht. Wie bist du zu Hip Hop gekommen?

Nika: Hip Hop gehört habe ich immer, aber die Kultur so richtig erfahren habe ich erst mit 34. Da wo ich in Oldenburg gewohnt habe, gab es nicht so viel Hip Hop. Das war ein Dorf draußen auf dem Land, wo dann mal „2Pac“ ans Bushäuschen gesprüht war. (lacht) Also die Kultur wirklich erfahren habe ich erst, als ich mit 34 angefangen habe, bei MZEE Records zu arbeiten. Akim Walta hatte mich damals eingestellt, weil er an einem Hip Hop Buch arbeitete und eine Frau brauchte, die gut Englisch konnte. Da ich Fremdsprachenkorrespondentin bin, war ich geeignet. Kennen gelernt hatte ich ihn auf irgendeiner Party in Berlin und habe dann auch angefangen, alles was auf Englisch geschrieben werden musste, Cover, Texte, und so weiter, nebenbei zu machen. Dann hat er mich gefragt, ob ich für einen Monat nach Köln kommen könnte, weil er mir dieses „Hip Hop Files“-Projekt vorstellen wollte und ich könnte dann von Berlin aus für ihn arbeiten. Also bin ich nach Köln gekommen und wir haben dann dieses Buch zusammen mit Martha Cooper fertig gemacht. So habe ich Martha kennen gelernt. Wir haben uns super gut verstanden, sind sofort Freundinnen geworden. Als wir dann mit den „Hip Hop Files“ auf Promotion Tour waren, haben wir B-Girls getroffen. Martha war sofort von diesen Frauen angetan und fand auch immer, dass die Frauen im Hip Hop viel zu wenig dokumentiert werden würden. Als sie damals in New York angefangen hatte, Hip Hop zu fotografieren, waren das halt hauptsächlich Jungs. Daraufhin hat sie mich gefragt, ob ich mit ihr zusammen dieses Buch „We B*Girlz“ machen will, was wir dann auch gemacht und infolge dessen verschiedene Events organisiert haben. Wir haben Veranstaltungen in New York gemacht, in Frankreich und beim „Battle Of The Year“ machen wir das jährliche We B*Girlz Battle. Ich fand Hip Hop so faszinierend, weil ich das vorher immer nur als Außenstehende gekannt hatte. Praktisch das, was ich in den Medien und im Radio gehört habe, aber dann war ich total begeistert von dieser Kreativität. Früher war ich auch schon mal auf Raves und auch zweimal auf der Love Parade. In der Technokultur war damals der am coolsten, der am meisten Pillen geklinkt hat. (lacht) Im Hip Hop muss man Leistung zeigen und gut werden, um Respekt zu kriegen. Ich finde das gerade für Kids total klasse und wollte das promoten und allen zeigen, wie toll Hip Hop ist.

Staiger: Wann war das genau?

Nika: So vor sechs Jahren.

Staiger: Das hat sich seither stark verändert, oder?

Nika: Nein, finde ich nicht. Hip Hop besteht ja auch nicht nur aus Rap. Wenn ich mir die Bereiche Breakdance und Graffiti angucke, finde ich nicht, dass das alles in Richtung Kapitalismus geht.
Ich finde, Hip Hop ist immer noch eine sehr kreative Kultur. Gerade als wir an dem B-Girl-Buch gearbeitet haben, haben wir ja quasi in ganz Europa und den USA B-Girls gesammelt. Das ist so dynamisch, was die machen und sie verkörpern so ein tolles Frauenbild – gerade Breaken ist extrem hart und schmerzhaft. Diese tollen Frauen haben einem selbst so einen Kick gegeben, dass ich das dann in New York auch selbst versucht habe. Ich hatte dann eine Knie-OP… (lacht) Wenn ich mir meine Nichten anschaue, die ihre Zimmerwände mit Postern von Mary-Kate und Ashley Olsen tapeziert haben, weil sie die so toll finden – da komme ich immer und sage „Ey, da muss ein B-Girl ran!“. Mit dem „We B*Girlz“-Projekt wollen wir dieses Rollenbild auch promoten. Das Buch hat viel Geld gekostet und leider wenig eingebracht, aber die Mädels sind stolz darauf und das ist wichtig.

rap.de: Wann ist die Idee für das We B*Girlz Festival, das jetzt gerade in Berlin stattfindet, entstanden?

Nika: Kleinere Veranstaltungen haben wir ja immer gemacht und es gibt auch in Minneapolis ein Frauen-Hip-Hop-Festival, das „B-Girl Be“. Da war ich mal, fand die Veranstaltung toll und das, was wir jetzt hier machen, ist eigentlich dasselbe. Frauen die breaken, Frauen malen Graffitis, Frauen geben Workshops, nur ist das dort etwas kleiner und die haben nicht so viele Rapperinnen dabei, wie wir sie jetzt hier haben. Am 29.08. im Cassiopeia sind dreißig Acts dabei, was vielleicht etwas übertrieben ist, aber die wollten alle auftreten.

Staiger: In eurem Begleitheft zum Festival sprichst du davon, dass du einen Fehler mit den Veranstaltungen gemacht hast.

Nika: Ich habe den großen Fehler gemacht, dass ich von Anfang an wusste, dass ich mehr Geld brauche für die gesamte Veranstaltung. Ich war mir immer sicher, dass wir noch Sponsoren kriegen, weil wir hier ein tolles Projekt haben, aber das hat nicht ganz geklappt. Wir haben Nike, die geben uns Support und Red Bull, aber das liegt auch daran, dass ich bei Red Bull arbeite. Ich bin seit drei Jahren für die als Texterin tätig und die haben auch ganz klar gesagt „Wir sind so am Markt positioniert, wie wir das wollen. Auch ohne euch!“ (lacht) Auf jeden Fall supporten die uns, weil sie es cool finden, was wir machen. Coca Cola Light hat gesagt „Die Frauen, die ihr da habt, entsprechen nicht unserem Frauenbild". Deren Rollenmodell ist „Ally McBeal“, also magersüchtige Frauen in kurzen Röcken. Die starken Frauen will ja keiner haben, die passen ja auch in keine Marketingkampagne. Klar, wir haben ein paar Sachen von Eastpak und Carhartt bekommen und auch Goodies für die Tänzerinnen und die Leute, die hier arbeiten, das ist natürlich schon schön. Bei Nike passen wir rein, die haben in ihren Videos ja auch immer starke Frauen. Aber gut, vielleicht hätte ich einige Veranstaltungen einsparen und auch das Magazin nicht mehr machen sollen. Das war extrem viel Arbeit. Die ganzen Frauen, die hier bei uns arbeiten, sind entweder Praktikantinnen oder Freiwillige.

Staiger: Die dann nach Beendigung des Praktikums aufs Abstellgleis geschoben werden, wie Bianca Ludewig es in der Podiumsdiskussion mit Alice Schwarzer formuliert hat.

Nika: (lacht) Die aufs Abstellgleis gehen? Hat sie das gesagt?

Bianca Ludewig: Ich würde schon sagen, dass es einen gewissen Gegenwind gibt, man kann sich bei gewissen Sachen ja schon fragen, ob das ein Zufall ist. Gerade im Popjournalismus ist das extrem. Es gibt sehr wenige Frauen, es ist alles männerdominiert. Ich glaube, wenn man jetzt die letzten fünf Jahre bei der Juice oder Backspin betrachtet, könnte man mal eine genaue Analyse machen. Klar gab es hier und da Praktikantinnen, die auch mal was geschrieben haben, aber die, die da regelmäßig was als Redakteurin geschrieben haben, kannst du echt an einer Hand abzählen und das ist ja kein Zufall.

rap.de: Sie meinte, dass Frauen im Popjournalismus eigentlich immer nur Praktikantinnen sind und danach praktisch verschwinden.

Nika: Aber sie ist doch auch da, oder nicht?

rap.de: Ja, sie ist wahrscheinlich die Einzige.

Nika: Also, unsere Praktikantinnen verschwinden auf jeden Fall nicht auf dem Abstellgleis, das sind alles Schulpraktikanten. Teilweise gehen die auf die L4-Akademie, machen eine Ausbildung zur Eventkauffrau und müssen von den drei Jahren Ausbildung, für die sie auch Schulgeld zahlen, eineinhalb Jahre Praktikum machen. Das ist natürlich auch ein tolles Konzept für eine Schule. Die haben sich alle beworben auf dieses Praktikum, das ich bei einer Praktikumsbörse im Internet eingetragen habe, wo sich die Mädels von den Schulen umgucken. Es sind sogar zwei aus der Schweiz da, wo es einen Mindestlohn für Praktikanten gibt, der bei 800 Euro oder so liegt. Aber die haben sich entschieden, hierher zu kommen und das Festival mit zu machen, weil sie da Bock drauf hatten. Ich habe bei Akim damals auch als Praktikantin angefangen, mit 34 Jahren. (lacht) Ich habe da ein halbes Jahr Praktikum gemacht und meinte dann „Entweder, du gibst mir jetzt Geld, oder ich bin weg!“ und da konnte er dann schon nicht mehr anders.

rap.de: Das ist auch mein Plan.

Staiger: Wie läuft es denn so bisher mit dem Festival?

Nika: Die Workshops sind am Anfang etwas mau angelaufen, laufen aber jetzt viel besser. Im Allgemeinen bin ich ziemlich zufrieden. Es ist das erste Mal, dass ich ein Festival in dieser Art mache, ich habe noch nie so ein Riesending organisiert. Ich habe jede Menge Leute, die mich unterstützen, mir helfen, hinter mir und auch wirklich auf Abruf bereit stehen. Das sind alles Leute, die auf diesem Sektor mehr Erfahrung haben als ich und zu denen ich quasi eine stehende Telefonleitung habe. Klar, wenn man so was das erste Mal macht, macht man auch ein paar Sachen falsch und lernt dazu.

rap.de: Warum brauchen Frauen eigentlich ein eigenes Festival? Das gab es so in der Form für Männer ja auch nie.

Nika: Also ich glaube bis letztes Jahr ist zum Beispiel beim Hip Hop Kemp in Tschechien keine einzige Frau aufgetreten. Von daher gab es das schon irgendwie.

Staiger: Aber das wurde ja nicht ausdrücklich als Männerfestival geplant und angekündigt.

Nika: Nein, das ist richtig. Viele Frauen in der Hip Hop Szene sagen mir, dass sie das nicht brauchen. Martha Cooper und ich werden oft dafür kritisiert von Frauen, die stark in der Szene verankert sind, dass wir die Szene aufsplitten wollen. Das wollen wir aber nicht. Hip Hop ist eine Kultur, bei der Männer, Frauen, Kinder und mittlerweile sogar Opas und Omas mitmachen. Wenn ich starke Frauen treffe, die sagen „Brauche ich nicht. Ich brauche auch keinen Feminismus, denn alles ist gut. Wir sind alle gleichberechtigt und können alles erreichen, was wir wollen…

Staiger: Und dabei verdienen Frauen immer noch 29% weniger als Männer.

Nika: Das wissen die aber nicht! Das sind auf jeden Fall starke Frauen und dann sage ich „Du bist immer stark gewesen, hast immer gewusst was du wolltest – das ist doch schön. Das ist sehr bewundernswert. Du bist ein tolles Rollenvorbild und ich würde dich gerne allen Mädchen vorstellen“. Aber was ist denn mit den Mädchen, die immer gehört haben „Das macht man als Mädchen nicht. Frauen dürfen das nicht“? Oder die aus kulturellen oder religiösen Gründen nicht raus und mit den Jungs spielen dürfen? Es gibt auch einfach Menschen, die schüchtern und scheu sind. Ich war superschüchtern, als ich elf, zwölf war. Wenn ich mit dem Fahrrad von der Schule aus nach Hause gefahren bin und da standen Jungs, hatte ich Tränen in den Augen, aus Angst, dass die mich ansprechen. Das merkt man jetzt nicht mehr, aber das war so. Ich möchte diesen Mädchen einfach die Chance geben, sich in einer Kultur, vor der sie vielleicht Schiss haben, weil da immer so viele Jungs sind, selbst zu finden und erst einmal zu sehen, was sie eigentlich können. Ich will ja nicht, dass die dann immer nur mit den Mädchen was machen, aber ihnen einfach die Möglichkeit geben, sich auszuprobieren, ein bisschen stärker zu werden und mehr Selbstbewusstsein zu bekommen. Wenn man das diesen starken Frauen so erklärt, dann verstehen die das auch und sagen „Ok, da hast du ja doch Recht. Vielleicht sehe ich das einfach immer nur aus meiner Sicht, weil ich das nicht brauche.

Staiger: Martha Cooper hat ja auch schon in den Anfangstagen des Hip Hop viel fotografiert. Da gab es ebenfalls nur sehr wenig Mädchen dabei.

Nika: Die wurden einfach zurück gestellt. Ich habe von vielen gehört, dass sie schon was gemacht haben, aber es war einfach ein Jungs-Ding und es war klar: wenn die Kamera oder das Fernsehen kommt, dann mussten sie zurück treten.

Staiger: Aber Martha Cooper war ja jetzt nicht das Fernsehen.

Nika: Aber die war damals schon immer mit dem Fernsehen unterwegs. Sie und Henry Chalfant haben diesen Breakdance-Hype ja quasi ausgelöst und sie wurde dann auch verständigt, wenn gefilmt wurde.

Staiger: Die Frage, die ich mir jetzt stelle, ist: warum haben Jungs so eine Affinität, sich Nerd-mäßig um gewisse Dinge zu kümmern? Sich richtig reinzufrickeln in eine Kultur, bei der damals noch nicht abzusehen war, dass man damit irgendwann mal einen gewissen Status erreicht. Platten zu besitzen, die kein anderer besitzt, ist ja total sinnlos. Es gibt auch wahninnig wenige Modelleisenbahn-Sammlerinnen.

Nika: Aber dafür gibt es viele Barbie Puppen-Sammlerinnen.

Staiger: Gibt es wirklich viele? Warum treffen Männer sich mit anderen pickligen Jungs, um sich mit Dingen zu beschäftigen, für die sich ansonsten niemand interessiert? Machen Mädchen auch sowas?

Nika: Ich weiß es nicht. Was haben wir denn früher gemacht? Was haben wir in dem Alter gemacht, wo wir Teenager waren? Wir saßen rum und haben uns über alles Mögliche unterhalten. Ich hatte auch total Klischee-mäßig ein Pony. Dann haben wir im Zimmer vor einem Kassettenrekorder gesessen und dummes Zeug geredet, das dann aufgenommen, uns angehört, gekichert und das dann auch wieder aufgenommen.

 Alice Schwarzer: Früher sprachen Journalisten-Kollegen, wenn sie mich trafen, mit mir über die Innenpolitik in Frankreich und wie sich das jetzt mit Amerika entwickeln wird. Als ich öffentlich die Frauenfrage angefasst habe, war die erste Reaktion „Hast du doch nicht nötig!“. Hatte ich auch nicht nötig, aber irgendwie hatte ich schon zuviel begriffen und habe dann auch weitergemacht mit der Frauenfrage. Und seitdem ich dieses Etikett habe, sagen die intelligentesten Männer zu mir „Na Alice, willst du immer noch alle Männer umbringen?“.

Staiger: Ihr habt also Rap gemacht? Vor dem Kassettenrecorder sitzen und dummes Zeug reden. Das ist doch Rap. (lacht) Da gibt es dann wohl doch nicht so viel Unterschied, aber warum kommen Frauen denn nicht groß raus? Es gibt ja keinerlei Gesetze, die einer Frau verbieten, mitzumachen.

Nika: Ich kann nicht sagen, warum das so ist, aber ich kann sagen, was ich vermute. Ich schiebe den Schwarzen Peter da auch erst mal auf die Medien, da bin ich so frei. Meine Nichten wohnen in der Gegend, in der ich aufgewachsen bin und wo genau fünf Häuser stehen. Da gibt es keine Graffiti-Workshops und keine B-Girl-Festivals.

Staiger: Aber auch keine Festivals für Jungs.

Nika: Das auch nicht. Aber wenn die den Fernseher anmachen oder allgemein irgendwas über Hip Hop sehen – was sehen die denn? Sehen die irgendwas, woran sie als Frauen gerne partizipieren würden, außer dem Wunsch, Videotänzerin zu werden? Was sieht man denn als junges Mädchen? Ok, meine Nichten wissen jetzt, dass es B-Girls gibt. Ich habe sie mit nach Berlin genommen, die haben mit denen trainiert, haben mit T-Kid an einer Wand gemalt und finden das alles total spannend, aber so was können sie zuhause nicht machen. Ich selbst habe ja auch erst mit 34 Jahren wirklich diese Hip Hop Kultur erfahren.

Staiger: Aber du hast es trotzdem vor sechs Jahren entdeckt und vor zehn, fünfzehn Jahren kannte man teilweise das Wort „Rap“ noch nicht und trotzdem waren damals schon Mädchen dabei.

Nika: Aber seit den letzten sechs Jahren, wo ich dabei bin, sind es definitiv mehr Mädchen geworden.

Staiger: Trotz der Titten und Arsch Bilder im Fernsehen, komischerweise.


Nika: Viele von den B-Girls sagen, dass es ganz viel damit zu tun hat, dass wir Workshops organisieren und uns bemühen, dieses Frauenbild zu promoten. Ich kriege Emails von Mädchen aus der ganzen Welt, die irgendwie auf unsere Website geraten sind, die irgendwo unser Buch gelesen oder unseren Film gesehen haben, und die wissen wollen, wo es bei ihnen in der Nähe so was gibt. Und dann mache ich mir natürlich auch die Mühe und schicke E-Mails an Leute in diesen Ländern und frage nach, wo solche Workshops stattfinden. Es gibt wirklich viele die sagen, dass wir was für sie erreicht haben. Dass es jetzt mehr Events gibt und sie auch mehr Support kriegen. Breaken ist ja auch eine harte Sache und tut weh und ist anstrengend. Es gibt Frauen die sagen, dass es für Mädchen genau so schwierig ist wie für Jungs. Ich sehe das ein bisschen anders und muss dafür auch oft Kritik einstecken. Frauen sind da rein vom Körperbau her im Nachteil, wie beim Hochleistungssport.

Staiger: Aber Power Moves sind doch auch sehr langweilig?

Nika: Die Mädchen haben die Möglichkeit, dafür mit Kreativität und eigenem Style aufzutrumpfen. Das mit den Powermoves ist ja eh so eine Sache: wenn da ein Koreaner vorbei geflogen kommt, kannst du es sowieso vergessen. (lacht) Die Koreaner haben wirklich aufgeholt. Aber die tanzen mittlerweile auch richtig.

Staiger: Auch Koreanerinnen? Vielleicht auch aus Nordkorea?

Nika: Auch Koreanerinnen! (lacht) Aus Nordkorea wäre natürlich toll! Für unseren We B*Girlz-Battle gibt es mittlerweile Qualifier in acht Ländern: Israel, in Japan, Brasilien, Korea, Frankreich, Spanien, Benelux und einen hier in Berlin. Beim Qualifier hier in Berlin können alle Europäerinnen teilnehmen, in deren Ländern es keinen Qualifier gab.

Staiger: Und wo ist das dann?

Nika: Am 30. August in der Universal Hall in Moabit.

Staiger: Entschuldigung, ich bin schlecht vorbereitet.

Pyranja: Die Jugendlichen kennen gar keinen Rap ohne Schimpfwörter und das ist dann schockierend für mich. Aber dann erinnere ich mich an mich selber. Neunte Klasse, 2Live-Crew, habe ich hammer abgefeiert. Die wurden halt auch auf den Index gesetzt, der Unterschied ist nur: die waren absoluter Underground, die Eltern haben es eh nicht mitgekriegt und es war Englisch, das heißt, man hat es nicht so mitbekommen.

rap.de: Aber ist es jetzt, wenn man als Frau im Hip Hop Fuß fassen möchte, dahingehend schwer, dass man wirklich diskriminiert wird oder dass, wie bei deinen Nichten, viele einfach nicht wissen, dass man da auch als Frau alle Möglichkeiten hat und es deshalb erst gar nicht versuchen?

Nika: Ich bin da ja eher Außenstehende, ich dokumentiere das. Ich werde natürlich nicht diskriminiert, obwohl nein, das stimmt auch wieder nicht. Ich wurde diskriminiert, gerade erst wieder im Rahmen des Festivals, wo mir von Männern nicht zugetraut wurde, das alles alleine organisieren zu können. Aber es gibt ja auch unheimlich viele verschiedene Menschen mit verschiedenen Erfahrungen. Pyranja zum Beispiel sagt, sie hat immer viel Support gekriegt von den Jungs, aber ich kenne auch Frauen, die da komplett andere Erfahrungen gemacht haben. Die sind halt nur angezickt worden von den B-Boys, die nicht wollten, dass sie mit ihnen trainieren und sind nur lächerlich gemacht worden, von wegen „Du mit deinem dicken Arsch, den kriegst du doch eh nicht hoch“ und so weiter. Und die auch wirklich in den Medien diskriminiert werden. Diese tollen Frauen, die fest verankert in unserer Kultur sind und die wir auch alle kennen, werden in den Medien einfach nicht gezeigt. Es werden nur die gezeigt, die mit dem Arsch wackeln und das geht mir auf den Sack. Das ist unfair und ich finde es einfach nicht richtig. Ich will jungen Mädchen einfach die Chance geben, mehr zu sehen als nur die Frauen, die mit dem Arsch wackeln. Damit die sagen „Guck mal, was die da machen. Da habe ich auch Bock drauf!“, das ist doch nicht zuviel verlangt.

Staiger: Die Medien reagieren aber natürlich auch auf Themen, von denen sie wissen, dass die Leute sich dafür interessieren.

Nika: Das ist ja auch einer der Gründe, warum ich unter anderem auch diese Diskussion ins Leben gerufen habe. Weil ich es erschreckend finde, wenn junge Mädchen sagen „Wir brauchen keinen Feminismus, es ist doch alles ok.“ Ich wollte einfach verschiedene Generationen mit verschiedenen Herangehensweisen an den Feminismus auf die Bühne setzen. Pyranja, die von sich selbst sagt, dass sie ja eigentlich selbst ein halber Junge ist und Sookee, die dieses ganze Geschlechterding eigentlich komplett überwinden möchte.

Staiger: Zu der Podiumsdiskussion kommen wir später noch. Aber um mal zu dem Thema „Frauendiskriminierung im Hip Hop“ zurück zu gehen: wenn Sookee und Pyranja Männer wären, würden sie von der Qualität ihres Raps her überhaupt nicht beachtet werden.

Nika: Also ich finde eigentlich sehr gut, was sie machen.

Staiger: Eigentlich sind sie nur deshalb ansatzweise bekannt, weil…

Nika: …weil sie den Frauenbonus bekommen, meinst du?

Staiger: Wie ist das, würdest du eine Rapperin unterstützen, weil sie eine Frau ist, obwohl sie schlecht ist?

Nika: Wie viele schlechte männliche Rapper werden denn bitte unterstützt? Hast du dir mal diese „Rap City Berlin“-DVD angeguckt? Da sind keine Frauen dabei, nur Pappnasen!
Ich möchte, dass mehr Frauen im Hip Hop sind, denn je mehr überhaupt da sind, umso mehr Gute sind dann auch dabei. Nehmen wir mal Leute die Graffiti malen, da sind welche dabei, die nicht gut malen, aber trotzdem Hut ab, die machen ihr Ding. Die wollen dabei sein und tun halt was. Sie finden es schön, ich find’s scheiße – egal!

Staiger: Das ist eine gute Einstellung. Sie sind glücklich mit dem, was sie tun.


Nika: Genau. Was war noch mal die Frage?

Staiger: Ob die Qualität entscheidend dafür ist, ob du jemanden unterstützt.

Nika: Es geht erst mal darum, mehr Frauen reinzubringen. Je mehr Frauen da sind, desto größer ist der Prozentsatz derer, die gut sind. Wie gesagt, guck dir diese „Rap City“-DVD an, da sind wirklich nur ganz wenige drauf. Ein paar Frauen, die richtige Scheiße labern sind auch da drauf. Und wo sind die anderen? Da will ich eben zeigen, dass es die auch noch gibt. Ich unterstütze ja eben auch Mitmenschen, damit sie besser werden. Und eine Frau, die jetzt noch nicht so gut ist, wird durch meine Unterstützung vielleicht auch besser. Du machst das ja mit Sicherheit auch: dass du Freunde unterstützt, wenn sie dich darum bitten.

Staiger: Nee! Ich sage „Du bist zwar mein Freund, aber du bist scheiße.

Nika: Die Berliner Mädels waren ja auch zusammen im Studio und haben einen We B*Girlz Track gemacht und das ist auch nicht immer alles mein Geschmack. Ich bin alt, ich bin 40, ich höre lieber irgendwelchen beschwingten Flower-Power-Rap. Die Berliner Rapperinnen sind aber ein bisschen härter geworden und wenn die das auf den Tracks dann auch so wollen und so rüberbringen, dann ist das ok. Ich sage auch, wenn ich was nicht so toll finde.

rap.de: Du hast den Feminismus jetzt mehrmals angesprochen. Wie würdest du diesen Begriff für dich definieren?

Nika: Für mich bedeutet Feminismus einfach, dass Frauen gleiche Rechte und gleiche Möglichkeiten haben. Natürlich gibt es viele verschiedene Definitionen davon, aber das ist meine. Ich finde es halt blöd, wenn Mädels das so direkt abtun. Eine Freundin von mir hat ein Magazin gemacht, das hieß „We Ain’t Hoes“ und das fing an mit dem Satz „We ain’t hoes, we ain’t feminists“. Wir sind keine Huren und wir sind keine Feministinnen, als wären das zwei Dinge, die man auf keinen Fall sein will. Ich lese seit 15 Jahren die Emma und finde nicht immer alles gut, was Alice Schwarzer macht. Muss man ja auch nicht, aber sie hat für Frauen eine Menge erreicht und mich auch über Sachen zum Nachdenken angeregt, über die ich mir sonst nie einen Kopf gemacht hätte. Meine Mutter hat immer gesagt, eine Beziehung würde nur über „die drei großen S“ funktionieren: schenken, schlucken, schweigen. Mit schlucken meinte sie jetzt nicht „schlucken“, sondern runterschlucken. Dass eine Beziehung halt nur funktioniert, wenn eine Frau ihre Gedanken für sich behält. Ich wollte diese Feminismus-Diskussion auch einfach mal wieder so ein bisschen in die Köpfe bringen. Dass verschiedene Frauen mit ihren verschiedenen Standpunkten zusammentreffen und darüber diskutieren. Ich hätte gerne auch Lady Bitch Ray dabei gehabt, die ja auch sagt, sie wäre eine Feministin. Wobei es eine Frechheit ist, dass sie behauptet, man wäre keine Feministin, wenn man sie nicht gut fände. So was würde eine Feministin nie sagen.

Sookee: Mein Auftrag ist tatsächlich, die Kategorie Geschlecht zu überwinden. Es gibt Interessensgemeinschaften. Und es gibt nicht mehr Männer und Frauen, sondern es gibt Leute, die sich für das eine Ding interessieren und Leute, die sich für das andere Ding interessieren und die jeweiligen Gruppen sind ganz heterogen. Schwesternschaft ist eine gute Sache, aber ich will Geschwisterlichkeit.

Staiger: Warum ist das oft so humorlos?

Nika: Wir haben eben nicht alle den gleichen Humor. Ich kenne Feministinnen, die sind locker und entspannt und gehen ganz offen damit um. Das sind gerade ältere Frauen, so wie Martha Cooper zum Beispiel. Viele jüngere Frauen beschäftigen sich nur oberflächlich damit und sagen dann direkt, dass sie nichts damit zu tun haben wollen. Und dann gibt es diesen so genannten „Neuen Feminismus“, der in den Medien z. B. mit Charlotte Roche dargestellt wird.

Staiger: Was hältst du von Pornoseiten für Frauen?

Nika: Ich glaube nicht, dass wir so was brauchen! (lacht) Wenn ich einen Porno will, dann geh ich in die Videothek, dazu brauche ich keine Pornoseiten. Ein Ex-Freund von mir hatte mal eine Telefonrechnung von 600 Euro, weil er sich einen Virus auf einer Pornoseite eingefangen hat und immer, wenn er den PC angeschaltet hat, hat sich dieses Programm eingewählt zu irgendeiner Nummer nach Hawaii oder so.

Staiger: Als es noch keine DSL-Standleitung gab.

Nika: War das damals so? Na ja, zumindest hatte ich ihn dann erwischt!

rap.de: Richtig so!

Staiger: Aber es ist ja auch so, dass Alice Schwarzer schon dieses Bild von einem unsexy Feminismus bedient. Auch diese „PorNO“-Kampagne kommt ja ziemlich lustfrei und schon nahezu puritanisch rüber.

Nika: Findest du?

Staiger: Ja. Auch auf diesem „Arschficksong“ rumzureiten – da wird einfach nur schlechter Sex beschrieben. Generell ist in den Arsch gefickt zu werden, bis man blutet wahrscheinlich eher schlechter Sex… Es gibt sicherlich Menschen, die das mögen, aber an sich ist Analsex ja dann interessant, wenn er anders praktiziert wird. Das muss auch immer alles zum richtigen Zeitpunkt kommen. Das ist auch ein Punkt, wo ich sage, ok, „Auf die Knie und blas mir Einen“ ist ein durchaus interessanter Satz, der im Zuge des Liebesspiels zum richtigen Zeitpunkt auch erotisch sein kann. Aber keinesfalls zum kennen lernen. Aber die Frage ist ja nicht, warum er das rappt, sondern warum sich so viele dafür interessieren und das kaufen. Natürlich propagieren die Medien so was, aber es wird auch einfach gekauft, weil es interessant ist.

Nika: Ich denke nicht, dass ein starker Bedarf an einem "Arschficksong" besteht, sondern dass es deshalb gekauft wird, weil man ja als junger Mensch auch immer diesen Protestbedarf hat. Ich habe früher AC/DC gehört und meine Mutter fand das grauenhaft und dachte, es wäre die Musik des Teufels. Oder auch wenn ich in Schwarz gekleidet auf ein Iron Maiden-Konzert gegangen bin, mit Kajal unter den Augen und die Haare toupiert. Und natürlich habe ich die Musik dann umso lauter aufgedreht. Ich glaube nicht, dass diese ganze furchtbare Lyrik, die es im deutschen Hip Hop gibt, unsere Kinder zwangsläufig ruiniert und ich glaube auch, dass man den Kindern da teilweise zu wenig Intellekt zugesteht. Mir hat das nicht geschadet, ich habe allerdings auch eine gute Erziehung genossen und meine Mutter hat auf mich aufgepasst. Wenn man das jetzt aber alles so laufen lässt, ohne Kontrollinstanz, dann weiß ich nicht, was passiert. Wie entwickeln sich Menschen dann?

Staiger: Aber das Bedürfnis nach dem Thema Sexualität ist da und vielleicht ist es an den Medien oder auch an den Leuten, die da was ändern wollen, das einfach anders darzustellen. Aber ich halte es nicht für den richtigen Weg, das komplett totzuschweigen oder generell zu verbieten.

Nika: Also. Ich bin ein sexuell aktiver, entwickelter und experimentierfreudiger Mensch. Das muss jetzt nicht unbedingt in eurem Artikel stehen! (lacht)

Staiger: Das wird die Schlagzeile, damit dieser Artikel gelesen wird.

rap.de: Wir gehören nämlich auch zu den Medien, die sich an diesen Sex-Geschichten aufgeilen.

Nika: Ich weiß nicht, ob ich ein komplett Porno-freies Leben will, aber ich kann verstehen, warum diese Frauen gegen Pornos sind. Es gibt halt diese Sexualisierung der Gesellschaft und es ist mittlerweile ja auch nachgewiesen, dass diese permanente Beballerung durch Sex wirklich Schäden anrichtet, gerade bei Jugendlichen. Die können so keine gute Sexualität entwickeln. Frauen werden in Pornos eben auch immer dargestellt wie Schlampen und dumme Weiber.

Staiger: Wie puritanische Mormoninnen.

Nika: Ich weiß es nicht. Der Mensch steht im Endeffekt eben auf Poppen, das ist nun mal so. Ist doch so, oder? Ich jedenfalls. (lacht) Ich glaube auch, dass Alice Schwarzer gerne Sex hat, aber es braucht halt auch immer Kontrollinstanzen. Wenn die nicht da wären, würde das vielleicht ausarten. Ich finde es zum Beispiel schlimm, dass auf „Rap City Berlin“ ein Video gezeigt wird, bei der original einer Frau eine Pille ins Glas geschmissen wird und verstehe auch nicht, wie so etwas an der Prüfstelle vorbei kommt. Ich persönlich kenne drei Frauen, denen das passiert ist. Und was sehr erstaunlich ist: jede Frau, mit der ich spreche, kennt auch wieder welche, denen so was passiert ist. Sexuelle Gewalt wird eben auch zu 98 Prozent von Männern ausgeübt und vielleicht ist es einfach so, dass man als Frau immer aufstehen muss, wenn so was passiert. Wenn es gerade um den „Arschficksong“ geht, dass man genau dann aufstehen und sagen muss „Ey, so nicht“, denn wenn man es nicht macht, artet das immer mehr aus.

rap.de: Aber ist es gerade bei so einer Podiumsdiskussion, die vom Grundsatz her richtig und wichtig ist, nicht kontraproduktiv, wenn sich eine Alice Schwarzer da hinsetzt, die ja in ihrem Leben nicht unbedingt so viel mit Hip Hop zu tun hat. Oder sich, das unterstelle ich jetzt einfach mal, nicht so differenziert damit beschäftigt hat, dann aber diese extreme Position einnimmt und sagt, das wäre alles Frauenverachtend und verurteilenswert. Wenn ich das im Publikum als Rapfan höre, dann…

Nika: Das hat sie aber nicht so gesagt!

Alice Schwarzer: Ich habe Anfang der Neunziger die Böhsen Onkelz in Schutz genommen. Ich hatte eine Talkshow im Fernsehen gemacht, zu der ich Stefan Weidner auch eingeladen hatte, weil ich fand, die Kritik an den Böhsen Onkelz wäre nicht berechtigt. Das sind gute Musiker. Die waren hart drauf, aber nicht rassistisch, man muss schon sehr genau hingucken. Rap ist Revolte, da kann es auch mal hart hergehen. Aber DAS ist ja eine Menschenverachtung und die Propagierung einer Brutalität… Wenn ich Hip Hop machen würde, egal ob Mann oder Frau, würde ich mich fragen, was mit unserer Musik los ist.

rap.de: Es klingt bei ihr aber immer mit. Auch dadurch, dass sie immer wieder mit diesem Beispiel, immer wieder mit Sido kommt.

Nika: Ok, Frau Schwarzer ist 65 Jahre alt. Was ich wollte war, verschiedene Frauen, die verschiedene Ansprüche an den Feminismus haben, zusammen auf die Bühne zu setzen und wir machen nun mal ein Hip Hop Festival und deshalb spielt der Hip Hop in dieser Diskussion eine Rolle. Aber für mich persönlich ging es vor allem darum, dass Thema Feminismus aufs Parkett zu bringen. Auch, dass wir eben immer wieder von vorne anfangen müssen. Sookee erzählt was und Alice sagt, dass sie das früher auch schon gemacht haben. Sie hat damals in den 70ern ihre Artikel geschrieben und gedacht, sie hat da was ganz tolles entdeckt und neues geschaffen und Jahre später sieht sie ein Buch, in dem eine Frau vor fünfhundert Jahren genau dasselbe geschrieben hat. Das ist natürlich auch total frustrierend. In den letzten Jahren war Feminismus total verpönt und jetzt kommt das in den Medien gerade wieder hoch und ist total in und wir fangen wieder von vorne an und zwar genau da, wo sie damals vor dreißig Jahren schon standen.

Staiger: Was wäre denn jetzt ein echter, nachhaltiger Fortschritt?

Nika: Also was das Endziel wäre? (lacht) Gleichberechtigung, gleiche Freiheiten, gleiche Löhne, keine Beschneidungen mehr, keine Zwangsehe – das hat eben alles mit Feminismus zu tun und wäre schön. Jetzt in diesem Moment aber ist für mich wichtig, dass mit diesem Festival hinzukriegen. Denn damit habe ich die Möglichkeit, ein bisschen zwischen Alice Schwarzer und den Mädchen, mit denen ich arbeite, zu vermitteln. Viele reden ja vom Generationenkonflikt und Mütter-Töchter-Krieg, aber ich sehe das alles nicht so.  Und wenn ich hier bei einem Hip Hop Festival eine Podiumsdiskussion mit Alice Schwarzer organisiere, dann habe ich das gemacht, weil ich dachte, es wäre eine gute Idee. Und ich fand’s super, auch wenn viele sagen, es wäre eine Scheißdiskussion.

Staiger: Was hältst du von der Textzeile „Unrasierte Türkenfotze, Türken raus!“?

Nika: Das ist eine ziemlich sinnlose Textzeile finde ich. Was hat das eine jetzt mit dem anderen zu tun?

Staiger: Die Zeile ist von den Böhsen Onkelz, die Alice Schwarzer

Nika: …schwer verteidigt hat.

Staiger: Ich wollte es nur einwerfen. Vielleicht hat Alice Schwarzer nicht nur keine Ahnung von Hip Hop, vielleicht hat sie auch von anderen Dingen keine Ahnung.

Nika: Ja… Vermutlich hat sie diese Textzeile nicht gehört.

rap.de: So was kann vorkommen. Vielen Dank für das Gespräch.

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