Jonesmann

Strahlender Sonnenschein. Gefühlte 40 Grad. An einem solchen Tag sollte man nicht im Büro sitzen. Kurzerhand verlegten wir das Jonesmann Interview nach draußen. Am Badeschiff in Treptow trafen wir uns mit dem singenden Rapper bzw. rappenden Sänger und seinen vier, aus Frankfurt mitgebrachten Kumpels. Von erfrischender Sommerlaune war aber leider nicht allzu viel zu spüren, Jonesmann und seine “Chabs“, wie er sie nennen würde, hatten am Abend zu vor wohl ein bisschen zu tief ins Glas geguckt. In Kombination mit der tropischen Hitze, ergab das einen äußerst verkaterten, aber sympathischen Haufen.

Die erste Hälfte des Interviews führten wir noch mit Blick auf das türkisblaue Wasser, die zweite Hälfte lieber im klimatisierten Mercedes C-Klasse, im Hintergrund lief “Echte Musik“, das neue Jonesmann-Album. Irgendwie passend: Atzen, Autos, schöne Frauen in Bikinis, R`n`B-Mucke… Sowie Jonesmann es am liebsten mag…

rap.de: Lass uns doch direkt mal über deine erste Single “Warum Bin Ich Hier“ sprechen. Du zeigst verschiedene Optionen auf warum du überhaupt im Game dabei bist, also zum Beispiel Frauen, Geld… Was ist denn jetzt aber die Antwort auf die Frage, „Warum bist du hier?“

Jonesmann: (lacht) Eigentlich ist es wegen allem was ich in der Hook sage. Es ist weil ich Frauen geil finde, ich Cash geil finde, ich Musik liebe, aber auch weil die Leute auf mich abfahren.

rap.de: Ist denn einer dieser Faktoren Auslöser für dich gewesen überhaupt anzufangen Musik zu machen?

Jonesmann
:
Nee, ich habe halt als Kiddie angefangen Rap zu hören, war dann inspiriert durch Azad und D-Flame und habe dann irgendwann angefangen Texte zu schreiben, erst auf Englisch dann auf Deutsch, durch D-Flame habe ich dann auch Jeyz kennen gelernt, der auch geschrieben hat und so ist das dann zusammen gewachsen.

rap.de: Also in dem Fall war es schon die Musik?

Jonesmann: Ja, auf jeden Fall.

rap.de: Olli Banjo hat zum Beispiel gesagt er habe mit rappen angefangen um Frauen zu imponieren.

Jonesmann: Na gut, klar, ich mache es natürlich auch um Frauen zu flashen, mit dem Zeug, besonders mit den R`n`B Sachen, aber damals war der erste Antrieb tatsächlich die Mucke, der Anspruch deepe Texte zu schreiben, einfach ein guter Lyricist zu sein.

rap.de: Trennst du das eigentlich? R’n’B für die Frauen, Rap für die Männer?

Jonesmann: Nicht wirklich, ich mache ja auch Rap Tracks für Frauen, in denen ich über Ollen schreibe, die anspreche, oder auch über meine Frau schreibe. Trotzdem hören glaube ich mehr Frauen R’n’B, deswegen ist das eher was für die und die Heads fahren aber natürlich mehr auf das Rap Ding ab, glaube ich. Auf dem R’n’B Ding gibt es aber auf jeden Fall mehr Themen, die auch Frauen ansprechen werden.

rap.de: Meinst du nicht, dass das auch eine gewisse Gefahr in sich birgt, dass du die RapHeads mit den R`n`B lastigen Sachen vor den Kopf stößt?

Jonesmann: Das ist mir ja scheißegal. Ich fühle das, ich will das. Wenn die abspringen, dann finde ich halt neue Fans. Ohne jetzt jemanden dissen zu wollen, ich fühle das, ich muss das machen, ich mache das ja mit Herz. Natürlich hoffe ich auch, dass einige Heads, also Jonesmann-Fans, die Platte auch feiern können.

rap.de: Bist du mittlerweile eher ein Sänger oder ein Rapper…?

Jonesmann: Ich würde sagen ich bin beides. Ich bin ein Rapper und ein R’n’B Sänger. Ich bin ein Blues Musiker (lacht). Zur Zeit singe ich einfach lieber als das ich rappe, mein Weg geht dahin, Rap ist aber immer noch in meinem Herzen. Ich werde aber ab dem nächsten Jahr wahrscheinlich nur noch ein Sänger sein.
   
       

rap.de:
Das Ende deiner Rapkarriere?

Jonesmann: Das will ich so nicht sagen, aber ich werde mich ganz stark auf das Gesangsding konzentrieren. Ich bin nicht mehr der jüngste, ich kann nicht mehr rumexperimentieren und erst mal noch fünf Mixtapes machen. Ich mache jetzt mit den Jungs von „Echte Musik“ noch mal einen richtigen RapMove, der ein Kollabo-Album wird. Ich habe aber im Moment nicht vor noch eine Rap Platte zu machen. Vielleicht denke ich Ende 2009 anders, das weiß man nicht, aber eigentlich geht mein Weg woanders hin.

rap.de: Mal zu deinem Label und dem Label Namen Echte Musik. Wieso ist deine Musik echt? Was macht sie „echt“?

Jonesmann: Was Jonesmann ausmacht, sind deepe, ehrliche Text aus seinem Leben. Ich schreibe über alles, was mich negativ und positiv beeinflusst und beschäftigt und das war schon immer so. Und auch wenn ich auf einem Track scheiße laber, dann ist das ein Echte Musik-Track, weil ich halt auch mit meinen Jungs abhänge und scheiße laber. Ich finde Frauen geil und deswegen schreibe ich auch Tracks über Frauen. Und das mein Label und meine Platte "Echte Musik“ heißen, heißt jetzt nicht, dass es nicht auch noch andere Leute gibt die „echte“ Musik machen. Wenn ich aus meinem Umfeld Stories mitbekomme und darüber schreibe, dann ist das immer noch echt, weil die mich auch beeinflussen und meine Jungs auch aus meinem Leben kommen.

      

rap.de:
Aber natürlich ist die erste Assoziation, was ist dann eigentlich unechte Musik? Du betonst damit ja, dass das „echte Musik“ keine Selbstverständlichkeit ist.

Jonesmann: Na ja, es gibt einfach ziemlich Leute die einfach scheiße erzählen, Sachen die nicht echt sind. Ich höre wenig deutschen Rap, aber viele erzählen irgendwas und wollen dann das sein und dann das sein und so weiter, die auf irgendeinen Zug aufspringen und das ist halt nicht „echt“. Ich versuche immer true zu bleiben und meinen eigenen Style zu fahren, deswegen bin ich ein ernst zu nehmender Künstler.

rap.de: Was sagst du eigentlich zu dieser Gangsterrap-Debatte? Solchen Künstlern wird ja oft vorgeworfen, dass das alles nicht echt sei, dass das Image ist.

Jonesmann: Natürlich kenne ich auch krasse Leute. Das Ding ist, wenn jetzt jemand wirklich ein Gangster ist und rappt, ist das für mich ok, wenn er wirklich das ist, was er in seinen Songs erzählt. Aber wenn irgendwelche Kids auf diesen Gangster-Film springen und irgendwas erzählen ist das nicht cool.

rap.de: Darauf wollte ich hinaus. Mit Mc Bogy und Jasha hast du ja auch einen Track aufgenommen, der in diese Richtung geht.

Jonesmann: Ich bin kein Gangster, aber mein Style ist doch irgendwie Straße: woher ich komme, was ich erzähle, was ich sehe, was ich miterlebe und was ich durchgemacht habe. Wenn die Leute das sind, was sie in ihren Raps erzählen, dann respektiere ich das und fühle das auch. Wenn sein Leben so ist, sein Leben so verläuft und er rappt da halt drüber, dass er sein Ding auf der Straße macht und darüber erzählt, dann respektiere ich das und es ist cool für mich. Nur das Ding ist: viele Kids springen halt auf diesen Zug "Boah, Gangster Gangster“ und sind das halt nicht. Das ist einfach nur scheiße, Dreck. Wie gesagt, wenn jemand das ist, was er in seinem Rap erzählt, ist das für mich ok und ich respektiere das dann auch, weißt du?

rap.de: Aber wenn jemand eine Rolle annimmt und die gut verkörpert? Muss es immer autobiografisch sein?

Jonesmann: Guck mal, bei mir ist das so, ich bin so in dieses Rap-Ding gekommen. Ich habe angefangen, deepe Rhymes zu schreiben und war inspiriert von Azad, Asiatic Warriors, die haben auch so ihr Ding gemacht. Und wir haben halt angefangen und da haben wir immer nur das erzählt, was entweder in unserem näheren Umkreis passiert oder was uns selbst passiert. Wenn ich einen deepen Rhyme schreibe, ist das entweder irgendwas von der Straße, oder was ich von meinen Jungs sehe, die in meiner Umgebung sind, was ja auch ein Teil von mir ist. Da versuche ich mich immer dran zu halten, damit ich einfach keine Scheiße erzähle. Natürlich, wenn es jetzt um lustige Geschichten geht, wenn ich sage „Zeig mir deinen Arsch, ich zeig dir mein Haus“ – ich habe gar kein Haus. (lacht) So was ist dann cool für mich, weißt du? Aber mit den anderen Tracks versuche ich einfach, ehrlichen Rap zu machen. Das was ich bin. Wenn ich lustige Tracks mach, in denen ich sag „Wir haben zu sechst ne 200 kg Olle gefickt“, dann ist das natürlich ein Spaß. Aber das andere, das fühle ich halt nicht.

     

rap.de:
Du hattest ja in den letzten Jahren nicht nur Glück. Neben der Labelwechsel-Geschichte gab es ja auch noch andere unangenehme Zwischenfälle. Zum Beispiel ist eine Festplatte komplett kaputt gegangen und alle Songs waren weg…

Jonesmann: Das Jahr 07 war sowieso eine schwierige Zeit. Ich hing so ein bisschen in der Schwebe und wusste nicht wohin. Ich wollte keine weitere Rapplatte machen, hab mich dann aber doch entschlossen noch ein Rap-Mixtape zu machen weil ich noch bei Bozz war. ich wollte das auch Ende 07 rausbringen, doch dann ist ja die Festplatte abgeraucht.
Es war eine harte Zeit. Hat meinen Kopf gefickt …Dann kamen die Fragen: „Will ich noch Musik machen? Will ich mich da immer noch krass reinhängen? Oder schlage ich einen anderen Weg ein? Mach ich das nur noch als Hobby?“ Dann ging es bei Bozz ein bisschen drunter und drüber und man hat sich vom Management getrennt, das war keine gute Zeit. Aber im Endeffekt haben wir uns zusammengesetzt, cool gequatscht und jetzt ging es auch wieder bergauf. Jetzt ist alles cool –eigenes Label, eigene Platte…

rap.de: Als der Vertrag mit Bozz Music auslief, wurde da noch mal über eine Verlängerung geredet, oder stand fest, dass eure Zusammenarbeit beendet ist?

Jonesmann: Nein, vor dem “Echte Musik“ Album, mit dem der Vertrag jetzt ausgelaufen ist, haben wir uns noch mal zusammengesetzt und darüber geredet. „Wo will ich hin, wo will Bozz Music hin?“ Und da sind wir auf dem Buisness-Weg nicht zusammengekommen und haben uns getrennt. dann stand ich mit meiner Platte da und hab gezwungener maßen mein eigenes Label gegründet.

rap.de: Wie läuft es jetzt mit deinem eigenen Label? Hast du Startschwierigkeiten, es sind ja wahrscheinlich viele neue Aufgaben auf dich zugekommen.

Jonesmann: Auf jeden Fall. ich hatte eigentlich auch nicht vor, ein Label zu gründen. Um nicht länger auf meinen Release warten zu müssen habe ich dann aber das “Echte Musik“-Label gegründet. Das macht für mich auch viel Sinn, da um mich auch viele andere talentierte Künstler sind und ich die dann mitziehen kann. Das ist natürlich viel Stress, da ich nicht der Buisnessmann bin, der den ganzen tag am Laptop sitzt und Mails checkt. Aber ich lerne mich da gerade ein und hab auch eine Promoterin und einen Anwalt, der das Label mitbetreut.
 

rap.de: Kommen wir mal zu deinem Lieblingsthema. Bei dir stößt man ja sehr oft auf die Frauenthematik, darüber würde ich ganz gerne ein bisschen mit dir quatschen…

Jonesmann: Ja klar, ich rede gerne über Frauen.

     

rap.de:
Tony Yayo und 50 Cent haben heute auf einer amerikanischen Internetseite über Frauenärsche philosophiert…

Jonesmann (lacht): Find ich cool, mach ich auch oft…

rap.de: Ich weiß, deswegen will ich ja auch mit dir darüber reden…Auf jeden Fall haben die Beiden die Theorie aufgestellt, dass die meisten weißen Männer nicht auf Frauen mit dicken Ärschen stehen, weil sie zu wenig in der Hose haben…(Allgemeines Gelächter von Jonesmann und seinen Kumpels)

Jonesmann: Ist ja geil…Viele andere Homies von mir stehen aber auch eher auf schlanke Frauen. Aber mich turnen so`ne Modelchicks gar nicht an. Ich stehe auf Frauen die fülliger sind und auch einen dicken Arsch haben. Ich find`s einfach geil, wenn da was dran ist. Am Ende isses aber Geschmackssache. Des is Des.

rap.de: Und was sagst du zu der Theorie?

Jonesmann: (lacht) Ob die nicht drauf abfahren weil die kleinere Dinger haben? Kleinere Spätze haben…(Gelächter) Weiß ich jetzt nicht. Aber ich glaube, dass die meisten Schwarzen eher auf Frauen mit dickem Arsch stehen und die anderen Chabs eher auf Schlankere abfahren.

rap.de: Wir haben ja in vielen Tracks von dir Anmachsprüche gefunden. Z.B. „Zeig mir dein Arsch, ich zeig dir mein Haus.“…

Jonesmann: Ist doch ein geiler Spruch, oder?

rap.de: …Bringst du solche Sprüche auch in der Realität?

Jonesmann: Nein, guck mal. Bei den lustigen Tracks kann man nicht immer alles auf die Goldwaage legen was ich sage. Natürlich geh ich nicht zu ner Ollen im Club und sage: „Zeig mir dein Arsch, ich zeig dir meine Crib“.

rap.de: Was sagst du dann?

Jonesmann: Ey keine Ahnung, ich kann mich daran nicht erinnern, weil ich immer besoffen bin im Club (Gelächter)… Wenn ich die geil finde und an ihr rieche dann sage ich: „Man stinkst du gut!“. Entweder die ist dann down, oder halt net… (Gelächter)

rap.de: Bist du so ein offensiver Aufreißertyp?

Jonesmann: Ne eigentlich nicht. Ich bin gaaanz ein schüchterner Typ. Ich warte immer bis die Frauen zu mir kommen und sagen: „Ey kann ich nicht mit zu dir nach hause kommen?“. Und dann sage ich: „Natürlich, klar komm mit!“. Ich bin eigentlich eher chillig.

rap.de: Kennst du keine Anmachsprüche?

Jonesmann:Man stinkst du gut“… „Ich würde gerne mal an dir riechen“…. „Lass mal die Kiste wackeln“… Das kommt immer ganz gut an.

rap.de: Das zieht bei Frauen?

Jonesmann: Ein bisschen nett, ein bisschen frech, lustig und schon ist alles cool!

Kumpel von Jonesmann: Eigentlich musst du `ner Frau `nen Zwanni hinlegen und sagen: „Hol mal drei Bier!“ und dann einfach weggehen, dann kommste auf jeden Fall mit ihr ins Gespräch!

Jonesmann (lacht): Ja auf jeden…aber noch mal zu den Anmachsprüchen, ich bin echt nicht so der über Anmachsprüche-Chab.

rap.de: Du hast gerade gesagt, du bist immer besoffen, wenn du Frauen anmachst…Also hast du ein Problem, Frauen nüchtern anzusprechen?

Jonesmann (energisch): Auf jeden Fall kann ich Frauen auch nüchtern ansprechen. Aber wenn ich im Club bin, dann trinke ich natürlich was und bin angeheitert. Das heißt nicht, dass ich nicht nüchtern mit Ollen sprechen kann…

rap.de: Aber würdest du auch in so einer Situation, am Strand in der Sonne, eine Frau anmachen, oder nur im Club?

Jonesmann: Natürlich…Also wenn ich jetzt sehe, dass die mit irgendnem Chab da ist, dann vielleicht nicht…

Kumpel von Jonesmann: Ey langsam habe ich das Gefühl, dass du mit ihm flirten willst! (lacht)

rap.de (lacht) : Ich? Nein, ich bin ja gar nicht sein Typ.

Jonesmann: Ich kann ja noch mal gucken…(lacht). Aber wenn man sich sieht, man guckt sich an und da geht was, dann kann ich auch die Olle anquatschen. Dazu muss ich nicht besoffen sein, das geht ganz locker.

      

rap.de: Du nennst dich in mehreren Tracks Blues-Musiker. Soll das etwa dein drittes musikalisches Standbein werden?

Jonesmann: Mein Vater hat Blues-Musik gemacht. Blues ist eine Art sich auszukotzen, das Heulen und deepe Rhymes sind ja auch so, man erzählt sein Leben, seinen Abturn. Nicht immer, aber deswegen ist das dann auch irgendwie Blues für mich.

rap.de: Das Album dreht sich also nicht so extrem um dieses Club- und Frauen-Ding…

Jonesmann: Nein, nein. Es sind viele deepe Tracks. Zum Beispiel der Titeltrack mit Banjo, der eigentlich erst ein Solotrack sein sollte, aber ihn hat dann irgendwie im Studio der Song geflasht und er hat dann doch noch drauf gerappt. Mein letztes Jahr war abgefuckt. Ich hatte einen Tiefpunkt, hing ein bisschen in der Schwebe und ich hatte auch überlegt, dieses Musik-Ding zu knicken. Dann habe ich mich doch dafür entschieden und hatte so ein bisschen Höhen und Tiefen und das hört man in den Tracks auch und spiegelt sich in Vielen einfach wieder.

      

rap.de:
Was hat dich dann eigentlich dazu motiviert, weiter zu machen, obwohl alles mehr oder weniger den Bach runter gegangen ist?

Jonesmann: Also in erster Linie wollte ich ja das Rap-Mixtape, was jetzt ein Album geworden ist, eigentlich gar nicht mehr machen. Die Zeit ist verflogen, ich wollte mit dem R’n’B-Ding was Größeres machen und in erster Linie war dann „Ok, Business, soll ich überhaupt noch? Ey, die Uhr tickt, ich arbeite nicht…“, ich habe einfach auch Kohle gebraucht. Die Kids haben auch geschrien und dann habe ich so Larifari-mäßig die Arbeit wieder angefangen. Während der Arbeit habe ich trotzdem einen Flash gekriegt, habe mich krass reingehängt und alles ist geil geworden. Da habe ich mir einfach auch irgendwann diesen Ruck gegeben, so: „Ey, ich mache das jetzt zwei Jahre hardcore, gebe richtig Gas so und gucke dann halt“. Wenn das Business auch gut läuft, ist halt cool. Ansonsten werde ich halt nur noch Songs für mich machen oder rappe in meinem Keller oder singe meinem Homie war vor.

rap.de: Gäbe es für dich berufliche Alternativen?

Jonesmann: Gar nichts, ich habe eigentlich nur die Musik und keine Ahnung.

rap.de: Hast du irgendwas gelernt?

Jonesmann: Überhaupt nichts. Wenn echt alles so schief geht, dass keiner meine Platte kaufen will, dann muss ich halt mal gucken, was ich mache. Ich hab Mucke gemacht, Schule abgebrochen… Ich habe natürlich auch hier und da mal gejobbt und gearbeitet halt, aber ich habe jetzt keine Ausbildung oder so was und auch keinen krassen Schulabschluss.

rap.de: Was hast du für einen Abschluss?

Jonesmann: Hauptschule.

rap.de: Bereust du im Nachhinein, dass du die Schule abgebrochen hast?

Jonesmann: Auf jeden Fall. Früher war ich so dumm und hab ober viel gekifft und war so in diesem Musikding. Ich habe in der Klasse gehockt und gesagt „Ja, was wollt ihr denn von mir?“. Ich hätte jetzt zum Beispiel gerne wie Jeyz, mein alter Partner eine Ausbildung. Wenn er jetzt zum Beispiel sagt „Fick die Musik“ oder „Ich mach’s nur noch als Hobby“, kann er wieder zur Metzgerei gehen und sagen „Ey, ich bin wieder hier!“. Er hat was in der Hand, aber bei mir wird’s da ein bisschen schwieriger. Wenn echt alles schief geht, werde ich aber schon irgendwas machen.

rap.de: Was hältst du von dieser „Rap braucht Abitur“-Geschichte, die F.R. ins Leben gerufen hat?

Jonesmann (aufbrausend): Ey, Rumgelaber. Was heißt denn „Rap braucht Abitur“? Auf keinen Fall. Ich meine, Rap kommt von der Straße, Rap braucht kein Abitur. Was meint er denn?…Nein, auf keinen Fall. Haben denn andere Rapper Abitur gebraucht, um `ne geile Platte zu machen? Nein. Hör dir meine Platte an.

rap.de: Also würdest du eher diesen ursprünglichen Slogan „Rap braucht kein Abitur“ unterstützen?

Jonesmann: Auf jeden Fall.

rap.de: Dann stell ich dir mal die gleiche Frage wie F.R.: Was braucht Rap in deinen Augen?

Jonesmann: Ey, Rap braucht einfach das Leben und Ehrlichkeit. Natürlich ist es cool, wenn ein Typ krass intelligent ist und deepe Rhymes schreibt und irgendwie über sein Leben erzählt und gute Ideen hat und coole Songs macht. Aber ey, auch ein nicht so intelligenter Typ kann `ne geile Platte machen und von seinem Leben erzählen. Ich fühle solche Rapper und ich finde nicht, dass das ein cooler Spruch ist. Ich meine, ich habe die Platte nicht gehört und weiß nicht, was genau er mir da erzählen will, aber ich denke dass das nicht klar geht…

       

rap.de:
Auf dem Album gibt es ja noch diesen MySpace-Track, “Schreib Mir“. Ist es wirklich so, dass dich da reihenweise Frauen anschreiben und sich anbieten?

Jonesmann (grinst): Also es gibt krasse Ollen, die wirklich konkret so krass sind.

rap.de: Bist du auf eine solche Frau schon mal eingegangen? Hast du dich mit einer getroffen?

Jonesmann: Ähm…Es gibt so Ollen und so Ollen…Ob ich schon mal auf so was eingegangen bin? Weiß ich nicht, da kann ich mich nicht mehr erinnern. (lacht laut)

rap.de: Das klingt nach einem Ja…(lacht) Ich denke mir mal meinen Teil…Aber einen ganzen Track über willige MySpace-Luder aufzunehmen, ist ja schon etwas abstrakt…

Jonesmann: Ey, es ist wirklich so! Manchmal schreiben Ollen verrückte Sachen und dann denkt man sich „Komm, machen wir `nen Song“. Das ist ja auch so ein bisschen mit einem Augenzwinkern und lustig gemeint. Das Einzige, was ich jetzt auch in MySpace so mache, ist Fans schreiben und auch Frauen, denen ich dann sage: „Ok, wir quatschen jetzt über Mucke“. Außerdem habe ich sowieso eine Freundin und ich gebe mir so das Frauen-Business dadurch eh nicht so.

rap.de: Am Ende sind wir also doch wieder bei Frauen gelandet… Vielen dank für das Interview und viel Erfolg mit dem Album….

Jonesmann (lacht): Euch auch vielen Dank!

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