Selfmade Records

Am 06.07 – und damit pünktlich zum diesjährigen splash! – erscheint der Labelsampler "Chronik I". Uns geben die Jungs von Selfmade Records die Möglichkeit, allen Festival Besuchern ein exklusives Meet & Greet mit Kollegah, Favorite und Shiml am rap.de-Stand präsentieren zu können. Außerdem gibt´s da noch weiteren für diese Gelegenheit exklusiven Stuff zum Album-Release.

Rap.de: Der eigentliche Beef mit Separate liegt ja schon eine Weile zurück, trotzdem soll „Ein Guter Tag Zum Sterben“ mit auf „Chronik I“. Wird es nicht langsam Zeit, für Ruhe zu sorgen?
  Slick One: Der Track ist als Bonus auf dem Sampler, weil er eine Menge Fans gefunden hat und so ein guter Track verdient auch ein echtes Release. Die Sache ist schon länger vorbei und es geht nicht darum, etwas aufzuwärmen. Allerdings erinnern wir auch gern daran, dass die Sache weder von uns begonnen noch beendet wurde. Separate ist für uns an sich uninteressant, es ging hierbei um den Track.
Rap.de: Der Disstrack trägt den gleichen Titel wie Separates nächstes Album. Warum diese Entscheidung?

Slick One: Als der Track fertig war, war er namenlos. Dann haben wir erfahren wie sein Album heißen wird und der Titel hat zur Wirkung des Tracks am besten gepasst. Für ihn war es auch ne super Promo, jetzt kennen ihn zumindest eine ganze Menge mehr Leute. Was die Leute jetzt denken, wenn sie den Titel hören, ist wieder eine andere Sache…
Rap.de: Wie steht es heute um Favorites früheren Partner Jason?

Slick One: Bei Jason ist alles cool, er arbeitet zurzeit an einem Mixtape. Wer weiß, eventuell kommt irgendwann „Rappen kann tödlich sein 2“. Favorite und Jason sind Homies. Dass Favorite danach Solo kommen würde, war von Anfang an klar.

         

Rap.de: Slick One kann uns vielleicht am ehesten etwas über die Gründungsgeschichte des Labels und die Idee hinter dem Namen Selfmade Records erzählen.

Slick One: Ich hatte Ende 2003 die Idee, das Label zu gründen und habe dann mit Flipstar gemeinsam beschlossen, es umzusetzen. Ich zog nach Bochum und wir richteten uns ein Studio ein, kurz darauf bekamen wir ein Kooperationsangebot von Subword. Der damalige Labeldirector und Gründer Jan Mehlhose teilte unsere Ansicht über ein mögliches Label im Ruhrpott. Also machten wir „Schwarzes Gold“, um Leuten dort eine Plattform zu geben, zu diesem Zeitpunkt hatte ich Rizbo und Favorite gesignt. Kurz darauf verließ Jan Subword und Sony BMG hatte einige Probleme mit ihren Veröffentlichungen und Subword gab es dann auch nicht mehr lang (als aktives Label mit Mitarbeitern). Unsere Kooperation war vorbei und ich signte in der Zwischenzeit Shiml und wir veröffentlichten „Rappen kann tödlich sein“. Wenige Monate nach „Hinterm Horizont“ signte ich Kollegah und der nächste „nicht-Pottkünstler“ war gesignt. Ich wollte Selfmade nicht auf irgendwelche Grenzen limitieren, das funktioniert eventuell auch wenn du reines Marketing betreibst, aber mir war das besondere Talent der Künstler sehr wichtig. Somit war Selfmade auch kein Ruhrpottlabel mehr, dennoch wird Favorite durch seine Heimat Essen auch immer für einen Teil des Potts stehen. Zwischendurch sicherten wir uns noch die Vertriebsrechte für Edo Maajka für den deutschsprachigen Raum. Er ist mit Abstand der erfolgreichste Balkanrapper und mittlerweile ein guter Freund. Flipstar hatte von Anfang an nicht wirklich mit der eigentlichen Labelarbeit zu tun und war zeitlich in seine Arbeit sehr stark eingebunden, deswegen haben wir uns entschlossen, das zu trennen. Wenn man sich seinen Job genau anschaut, dann muss man sich wundern, dass er es zeitlich überhaupt noch schafft, musikalisch etwas beizusteuern. Er hört sich aber auch heute noch jeden Track an und das bedeutet mir auch sehr viel, er ist auch wieder mit uns auf dem diesjährigen splash!. Zuletzt gab es dann den Zugang von Jan Mehlhose, der uns als gestandener Profi natürlich eine Menge wertvoller Erfahrungen zugänglich macht.
Selfmade steht für „Aufstieg aus eigener Kraft“. Wir haben sehr junge Künstler unter Vertrag die zuvor in Deutschland noch kein Album veröffentlicht haben, Selfmade steht für deren Talent und unsere Arbeit, die wir jeden Tag verrichten, um unsere Musik zu pushen. Wir sind ein echtes Independent Label und niemand schenkt uns etwas, also supportet die Musik, indem ihr die CDs kauft!


Rap.de: Seht ihr das Ruhrgebiet, den Pott, und damit eher die Mitte Deutschlands auch als nächstes Rap-Zentrum?

Slick One: Der Pott hat einiges an Aufmerksamkeit erhalten und das ist auch gut so für eine so große Region. Ob sich überhaupt noch ein weiteres Rapzentrum entwickelt, wird sich zeigen. Im Endeffekt wird es immer eine Labeldominanz geben.

         

Rap.de: Wie ist der Kontakt zu Rizbo, euern Hausproduzenten, gekommen?

Slick One: Ich habe über Kollegen aus der Ex-Jugoslawischen Rapszene ein Demo von ihm gehört  und war mir schnell bewusst, dass er ein außerordentlich talentierter Producer ist. Der Beat von „To the Top“ auf dem Sampler ist zum Beispiel der erste Beat, den ich von Rizbo gehört habe, das ist nun über 3 Jahre her. Er hatte bis dato noch nicht für Rapper aus Deutschland produziert, obwohl er seit über 10 Jahren in Frankfurt lebte. Wir trafen uns und er war so gesehen das erste Selfmade Signing.
Rap.de: Warum habt ihr so wenig Features von Außen auf dem Album?

Slick One: Es war ein externes Feature geplant, was aber zeitlich nicht hingehauen hat. So ist es natürlich auch ein reiner Selfmade Sampler geworden, aber fest geplant war das nicht.
Rap.de: Wenn ihr dann für die Zukunft die freie Wahl hättet, was wären Traum Kollabos für euch? Egal ob in Deutschland oder Außerhalb.

Kollegah: Niemand.
Favorite: Kollegah und ich tun es uns sehr schwer mit externen Features. Wir haben einfach keinen Drang danach. Trotzdem werden wir in Zukunft den einen oder anderen featuren. Abwarten.
Rap.de: Hört ihr eigentlich eher deutschen Rap, oder mehr Ami-Sachen? Kurz gesagt, was hört ihr privat für Musik?

Slick One: Selfmade deckt meinen Rapbedarf fast gänzlich. Ansonsten Jugomusik, Rocksachen oder auch Klassik. Ein guter Song ist ein guter Song.
Favorite: Ich höre auch nur noch Beats. Ab und zu Lil´ Wayne, der kann rappen.

 
Rap.de: In der aktuellen JUICE habt ihr angesprochen, wie wichtig Authentizität bei einem Rapper für euch ist. Was bedeutet das für euch?

Slick One: Damit ist gemeint, dass der Rapper von seiner Einstellung her in den Tracks wieder zu finden ist. Favorite gibt im echten Leben keinen Fick, Shiml ist eher der Denker und Kollegah ist recht kühl und abgeklärt. Jeder Charakter kommt im Rap durch, so ist das zu verstehen.

          

Rap.de: Shiml ist Student, Kollegah Abiturient, insgesamt seid ihr eher Akademiker. Wie kommt es, dass ihr trotzdem ein gegenteiliges Image pflegt? Angst vor der Schublade „Studentenrap“?
 
 
Slick One: George Bush und Osama Bin Laden haben ebenfalls Abitur, pflegen Sie ein gegenteiliges Image?
Bildung sagt wenig über eine Person aus. Dieses Gerede von wegen „Bildung ist schlecht“ etc. ist hier in Deutschland bei Kids beliebt, die gerade zur Schule gehen und keine Lust darauf haben – kennt jeder normale Mensch. Im Endeffekt ist es aber so, als würdest du versuchen, einen Obdachlosen davon zu überzeugen, dass es cooler ist, im Winter draußen zu schlafen. Ich beende gerade einen Masterabschluss nach 5-jährigem Studium und alle meine Kollegen, die ihr Geld illegal verdienen, haben davor großen Respekt. Außerhalb dieser Deutschrapwelt wird niemand ernsthaft versuchen, dir das weiszumachen.

Rap.de: Oldschooler beschweren sich über das mangelnde „Geschichtsbewusstsein“ der jungen Generation. Was sagt ihr dazu?

Favorite: Irgendwann sind wir ja auch Oldschooler, werden 30 und müssen dann auch einsehen, dass die 20jährigen "Kinder" Welle schieben und so langsam unsere Jobs übernehmen. Bis dahin hab ich aber eh schon was Besseres zu tun. Kein Plan was….aber was Besseres.
Rap.de: Habt ihr konkrete Ziele, die ihr mit eurem Rap erreichen wollt – abgesehen vom Geldmachen?

Kollegah: Ich möchte den Leuten gute Musik geben. Genau das tue ich ja auch.
Rap.de: Im Herbst steht Kollegahs Album „Alphagene“ auf dem Programm. Was steckt hinter dem Titel?

Kollegah: Der Titel drückt Überlegenheit aus.
Rap.de: Die nächste Frage würde ich gerne in mehrere Teile splitten:
Zum einen, wo seht ihr die Zukunft des Labels? Wohin wollt ihr in den nächsten Jahren mit Selfmade gehen? Habt ihr konkretes vor?

Favorite: Selfmade wird n edles Label. Wer auch immer auf Selfmade gesignt wird – er wird gut sein. Wir werden Label Nummer 1 und die anderen Labels werden uns dafür hassen. Sollte ich mich irren, bin ich am Arsch. Die nächsten Jahre werden zeigen, wer das Rennen macht.
Kollegah: Wir sind ganz weit vorne.
Rap.de: Zweitens, wie sieht bei jedem einzelnen von euch um die Zukunftspläne aus? Ihr seid ja alle auch Solo aktiv.

Kollegah: Wie gesagt, mein Album kommt im September. Ganz Selfmade wird außerdem im Oktober auf große Tour gehen.
Favorite: Ich mach neuerdings n paar Beatz nebenbei. Die sind aber alle scheiße bis auf einen. Egal. Scheiß drauf.
 

         
           

Rap.de: Habt ihr noch eine abschließende Message an die rap.de-Leser?

Favorite:"CHRONIK I" is verdammt gut geworden. Ich werds kaufen. Tut dasselbe. Lohnt sich.
Kollegah: Fav hat recht.
Slick One: Am 6.7. erscheint „CHRONIK I“, die CD ist voll gepackt mit Klassikern, enthält ein Überraschungsvideo und einen Sonderdruck. Für alle, die diesen Freitag auf dem splash! sind, kommt zu Favorites Auftritt um 17:30 auf der Hauptbühne, direkt danach gibt es ein Meet & Greet am RAP.DE Stand. Hier könnt ihr euch den Sampler und anderen Stuff inklusive Autogramm von Favorite, Kollegah & Shiml abholen. Kommt vorbei!

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