Jasha

Jasha ist in Berlin seit Jahren ein fester Bestandteil der Szene. Früher war er noch mit den Jungs von PX-Records und der 030 Gangxta Clikk am Start, jedoch hat sich nun einiges bei ihm getan. Sowohl karrieremässig also auch in persönlicher Hinsicht. Was genau, das erzählte er uns in unserem rap.de Headquarter in Berlin-Kreuzberg.

rap.de: 2006 kam ja dein Album „Ein Junge aus dem Hauptstadtdschungel“ raus. Wie ist es rückblickend gelaufen? Wie ist dein Resumé von diesem Projekt?

Jasha: War eigentlich ganz gut. Dafür, dass ich alles selber gemacht habe. Groove Attack hat den Vertrieb gestellt. Und es wurden auch so zwischen 2000 und 3000 CDs verkauft. Mit Untergrund zusammen, weil die ja eigentlich nicht registriert sind, aber es war eigentlich ganz okay.
rap.de: Und wie war das Feedback von den Leuten? Hast du Feedback bekommen?

Jasha: Ja, ich habe Mails bekommen, „Ist ein cooles Ding“ und ob wieder was Neues kommt. (Lacht) Fragen immer das gleiche: „Wann kommt wieder was Neues?“ und „Mit wem machst du was?“. Damals wusste ich halt noch nicht so, wie alles läuft und meinte halt: „Ich muss jetzt langsam mal gucken.“
rap.de: Du hast ja jetzt dein eigenes Label „Geld In Die Taschen Musik“. Seit wann gibt es das genau? Und wer genau steckt dahinter?

Jasha: Seit genau zwei Monaten gibt es das. Pino Caruso, mein Manager, hat mir geholfen, es anzumelden und seitdem sind wir offiziell als Label am Start. Ich bin der Boss und daneben arbeitet noch der Manager mit und Stan und Kalif, die auch ihre Sachen darüber rausbringen, helfen trotzdem noch mit. Noch läuft es nämlich so familienunternehmenmäßig und wenn wir größer werden sollten, dann wird das anders.



rap.de: Du hast jetzt das neue Projekt „Strassensachen“ am Laufen. Erzähl mal bisschen darüber. Man hat ja schon was davon gehört. Was wird das genau?

Jasha: „Strassensachen“ ist der erste Teil einer Serie, wo unbekannte und bekannte Leute die Chance haben, Features miteinander zu machen und sich deutschlandweit zu präsentieren. Zum Beispiel sind Features von Deso Dogg drauf, Dissput, Jonesmann, VS Mafia, Sentino, meine ganzen Leute, Stan, Kalif, BK-BC, Sensei. Auch aus Italien sind welche dabei, die dort 20.000 Mixtapes verkauft haben, also richtige Stars. Und aus Frankfurt sind noch Real Jay und r.a.f mit dabei.
rap.de: Wann kommt dieser „Strassensachen“-Sampler?

Jasha: Ich denk mal, der wird in 4 oder 6 Wochen kommen.
rap.de: Ist das schon fertig produziert oder muss da noch was aufgenommen werden?

Jasha: Alles schon im Kasten.
rap.de: Von wem wurde es produziert?

Jasha: „Strassensachen“ wurde von Woroc und Sensei produziert. Von PhreQuincy, der bei G-Unit gesigned ist, sind auch Beats drauf, und von DJ CI und 34er Geis.
rap.de: Und wie sieht es vertriebsmäßig aus?
 
Jasha: Wir haben einen richtigen Deal mit Intergroove unterschrieben und können nun im Jahr 32 CDs releasen.

         
rap.de: Wie kam die Zusammenarbeit mit Jonesmann auf „Grün oder Blau“ zustande?

Jasha: Über meinen Manager, der ist Frankfurter. Azad, Jonesmann und Jeyz haben mich dann zu einem Konzert eingeladen. Dann haben wir da abgehangen, gechillt, gequatscht, und dann kam es von einem zum anderen und ich hab ihnen meine CDs gegeben. Dann kam auch Feedback und Jonesmann hat gemeint, er will was mit mir machen. Azad war gerade ziemlich beschäftigt, da wird aber bestimmt auch noch was kommen und mit Jeyz von Warheit hab ich auch noch einen Track gemacht.
rap.de: Ihr habt ja auch ein Video zu „Grün oder Blau“ gedreht, das qualitativ ziemlich hochwertig ist. Wo hattest du die ganzen Mädels her?

Jasha: Die ganzen Mädels haben wir so gecastet, einfach angesprochen in Diskos. Mein Manager hat sie mit seiner Freundin im Club angesprochen, so: „Wer hat Bock von den Mädels?“. Dann über Internet, Model-, Castingagenturen, da habe ich gefragt, wer Lust hat, natürlich umsonst mitzumachen. Vor Ort haben wir dann natürlich ein Büfett gehabt und Alkohol und alles. Für die war es dann halt wie eine Party nur mit Kamera. War schon ganz cool.
rap.de: In dem Track sprichst du ja auch dieses ganze Internet-Ding an. Wie sieht es bei dir mit Myspace-Groupies aus? Gibt es da viele Geschichten?

Jasha: Läuft auf jeden Fall sehr an. (Lacht) Ich chatte jeden Tag mit irgendwelchen Mädels, Groupies. Ich muss ehrlich sagen, ich schreib natürlich auch welche an, wenn sie mir gefallen. Manche kennen mich auch nicht, aber die meisten, die mich anschreiben, kennen mich auch und wollen mich treffen. Weißt ja, wie das ist.

 
rap.de: Was planst du, was plant ihr für die Zukunft, also du, Jasha, und „Geld In Die Tasche Musik“?

Jasha: Ich werde auf jeden Fall nach dem Sampler mein Album an den Start bringen. Ob ich das jetzt über Intergroove oder über mein eigenes Label mache, entscheidet sich noch, oder ob ich zu einem Major geh, das steht noch in den Sternen. Ich habe auch mehrere Angebote von anderen Labels bekommen. Wir werden halt sehen. Wenn sich jetzt aber alles gut rentiert und gut Geld kommt, dann mach ich es natürlich selber, wäre dumm, wenn nicht. Aber wenn nicht und es so standardmäßig ist, dann halt nicht.
rap.de: Hast du eigentlich noch Kontakte zu den alten Weggefährten von PX-Records?

Jasha: Ja, mit Deso musikalisch und mit Riad noch so kumpelmäßig, treffen uns halt und quatschen ab und zu, was abgeht. Mit Meiko hab ich mal gesprochen, aber habe keinen wirklichen Kontakt. Und mit Charnell gar nicht mehr.
rap.de: Gab es da eigentlich irgendwelche persönlichen Differenzen zwischen euch, was das ganze Ding aufgelöst hat oder wie war das?

Jasha: Eigentlich nicht. Naja, jeder hat seinen eigenen Kopf und wenn so viele Köpfe auf einander, ist es ziemlich schwer. Der eine wollte das, der andere das. Der eine hat Scheiße gebaut, dann hat wiederum der andere irgendwas gemacht, was dem nicht gefallen hat und so ging es dann einfach auseinander.

         
 rap.de: Nochmal zurück auf dieses Groupie-Thema. Wie sieht es bei dir privat aus? Du bist ja auch mittlerweile Vater geworden, wie hat sich dein Leben damit verändert?

Jasha: Ist auf jeden Fall ruhiger geworden, ich habe mehr Verantwortung. Ich sehe die Dinge anders, ich überlege mir jetzt zweimal, ob ich jetzt irgendwie auf eine Party gehe und saufe. Wenn man säuft, ist es ja immer so bisschen … weisste? Es kann schon viel passieren. Und ich geh auch nicht mehr so viel mit den Jungs raus, irgendeine Scheiße bauen, da sag ich lieber, „Nee, ich bleib zuhause“. Das einzige, was ich mache ist: Ich kümmere mich den ganzen Tag um mein Kind, mache meine Musik und abends gehe ich halt ins Internetcafe oder in die Shishabar, oder so.
rap.de: Bist du mit der Mutter deines Kindes zusammen?

Jasha: Nicht mehr.

rap.de: Wie ist es dann mit dem Sorgerecht?

Jasha: Es ist zwar Hälfte-Hälfte, aber das Kind wohnt halt schon seit fast einem Jahr bei mir und wird auch, denk ich mal, bei mir bleiben.
rap.de: Wie sieht dann dein Alltag aus?

Jasha: Gott sei dank unterstützt mich meine Mutter, die den Kleinen auch voll krass liebt. Oder wenn ich arbeite und meine Mutter arbeitet auch noch nebenbei, kümmert sich halt mein Management um das Kind. Alena, die Freundin von meinem Manager Pino, kümmert sich viel um den Kleinen. In der Zeit, wo ich arbeite halt, sonst nehme ich ihn eben mit. Und abends hab ich dann meine Freizeit. Wenn er um acht Uhr schlafen geht, geh ich raus. Und am Wochenende, wenn die Groupies kommen. (Gelächter)

rap.de: Hat dein neues Familienleben auch einen gewissen Einfluss auf deine Musik?

Jasha: Ich bin in manchen Texten vielleicht ein bisschen erwachsener geworden. Aber in den normalen Sachen von der Straße erzähl ich ja eh von damals, da verändert sich ja nichts. Aber wenn ich persönlichere Texte, deepere, tiefgründige Sachen mache, dann überlege ich auch zweimal. Ich hab auch teilweise in die Texte eingebaut, „Ich hab einenn Sohn, ich muss jetzt ein bisschen erwachsener werden.“ Natürlich spiegelt sich mein Leben da ein bisschen wider.
rap.de: Dann bedanken wir uns für das Interview, viel Erfolg mit „Strassensachen“ und mit „Geld In Die Taschen Musik“!

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