J-Zone

Wer die Augen aufmacht wird bemerken: HipHop ist ein Majorplayerbusiness geworden. Warum sollte man also einen amerikanischen Underground MC, wie J-Zone interviewen? Warum nimmt man sich die Zeit und macht sich die Mühe, mit einem Künstler zu sprechen, der niemals die Verkaufszahlen eines 50 Cent oder den Status eines Eminems haben wird?
Vielleicht weil Zone eine schillernde Persönlichkeit ist (wa sman übrigens in jedem seiner Lieder bemerken darf.) Sei es in Sachen Raps (macht er natürlich selbst) und in Sachen Beats (macht er natürlich auch selbst). Trademarksound? Frag J-Zone. Ironische Texte, bis nach dort hinaus? Hör J-Zone zu!  Und jetzt lest selbst, es lohnt sich.

rap.de: Einige unserer Leser kennen dich vielleicht nicht, stell dich doch bitte kurz vor.

J-Zone: Ich bin J-Zone aka Chief Chinchilla, Mr. Don’t Holla, Kenny Hoggins, The Tom Jones of Rap, Fax Phone, früher war ich als Captain Back$lap unterwegs. Ich bin Producer, DJ, Journalist, Labelbesitzer und gelegentlich sogar als Künstler aktiv.
rap.de: Warum heißt dein Label Old Maid (alte Jungfer) Entertainment?

J-Zone: Ich habe es „old maid” genannt, weil das Logo auf meinem ersten Album nach einem alten Foto meiner Großmutter designt wurde. Auf dem Foto sah sie aus wie eine alte Jungfer und deshalb habe ich auch mein Label dann gleich so genant. „Old Maid Entertainment.“
 
rap.de: Nochmal eine Frage, für alle die Leute, die mit deiner Musik nicht vertraut sind. Wie würdest du deinen Sound beschreiben.

J-Zone:  $leazy Li$tening. Es ist etwas Eigenes, etwas Eienständiges, aber ich würde niemals so weit gehen und meine Musik als „experimentell“ bezeichnen. „Its funky, perverted, twisted and humorous, I would say”.

rap.de: Für wen hast du den schon produziert?
J-Zone: Biz Markie, Sadat X, Lil Fame (M.O.P.), Akinyele, Tha Alkaholiks, Casual, Apathy, Louis Logic, Prince Po (Organized Konfusion), Vast Aire, RA the Rugged Man, Del, Tame One, MF Grimm, The Juggaknots
rap.de: Wenn du selbst hinterm Mic stehst: Wie wichtig ist dir Ironie?

J-Zone: Sehr wichtig und das zeigt sich auch in meiner Musik. Ich versuche Spass zu haben und habe keine Angst, verschiedene Sachen auszuprobieren. Ich kann über mich selbst und andere lachen und übertrete gerne Grenzen und breche Regeln. „You gotta break rules and can’t be afraid to fail.”
rap.de: Bei deinen Liedern habe ich oft das Gefühl, dass du Ironie nutzt, um über ernsthafte Themen zu sprechen, ohne den Zuhörer zu belehren und zu langweilen. Ist das eine richtige Annahme?

J-Zone: Yeah, das würde ich auf jeden Fall unterschreiben. Der Mensch schenkt einer Sache durchschnittlich 20 Sekunden Aufmerksamkeit. Da muss man tun, was man kann, um diese Zeitspanne zuverlängern, mann will ja seine Botschaft rüber  bringen.
Das hat aber auch seine Schattenseiten. Manche Leute sehen mich bestenfalls als absolute Neuheit aber eher  als Spinner an. Meine Musik ist eben nicht für jeden Zuhörer geeignet, aber diejenigen, die mich verstehen, lieben sie.

rap.de: Auf deinem letzten Album “A Job Ain’t Nuthin But Work” war dieses Lied über New York “Bullshit City”. Hast du den jemals in NYC live gespielt? Wie haben die Leute reagiert?

J-Zone: Nein, ich habe den nie live gespielt, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Ich habe seit einem Jahr keine Show mehr in NYC gespielt. Deshalb kann ich das jetzt auch nicht nachholen. Einmal habe ich aber erlebt, wie ein DJ den Song aufgelegt hat. Sofort brach eine größere Schlägerei aus und die Türsteher sind durchgedreht. Leider musste der Club schließen, aber ich fand das auf jeden Fall lustig.

rap.de: In deinem Track “A friendly game of basketball” (rap.de/media/705">check den Song in unserer Download Section!) forderst du ja jede Menge Rapper und Baskeballt Profis zum 1 on 1 im B-Ball heraus. Hat jemand auf die Herausforderung reagiert?

J-Zone: Nah, ich bezweifle, dass die ganzen Leute, die ich da erwähne, den Song jemals gehör haben. Allerdings war ich schockiert weil einige Leute das Lied doch wirklich ernst genommen haben. I used to play ball for fun a little bit, but people actually thought I had beef with those artists.” Das war ein Witz und das habe ich auch in dem Lied gesagt. Für mich sind ernsthafte Reaktionen bei dem Lied weitere Beweise für a) Leute verstehen weder Humor, noch Sarkasmus und b) Leute lieben es aus gar nichts Beef  anzufangen.
rap.de: Wer sind die Boss Hob Barbarians und was hat es mit denen auf sich?

J-Zone: Die Boss Hob Barbarians sind Celph Titled und ich. Das ist unsere Supergroup. Unser Album heißt “Every Hog Has Its Day”. Alles in allem ist das ein sehr humorvolles Album, jede menge Trashtalk und “crazy ass beats.” Dieses Album wurde auch von jeder Menge Leute falsch verstanden. Viele dachten, das wäre eine Gangstarap-Parodie. Aber das war’s nicht. Wir haben einfach ein Rapgenre auf unsere Art und Weise umgesetzt. Das Album ist zugleich eine Homage und eine sehr extreme Interpretation. Ich denke, Celph und ich sind die einzige, die das aber wirklich verstanden haben. haha.
rap.de: Und wie geht es deinem R’n’B-Crooner “Dick Stallion“ und deinen Mädchen, den Zone-ettes?

J-Zone: I fired them hoes the Zone-Ettes haha. Sie waren faul und talentfrei. Dick $tallion chillt gerade in Kalifornien. Er singt nur, wenn ich ihn darum bitte. Er ist ein Spezialist. That’s my dawg! Der Pharell des Untergrundrap!



rap.de: Hast du jemals daran gedacht ein, Dick Stallion Album zu veröffentlichen?

J-Zone: Ich würde sehr gerne. Aber die Leute würden das nicht verstenen, den meisten fehlt für derartige Musik der Humor. Ich würde nicht ein Album verkaufen, aber ich hätte dermaßen viel Spass und es würde sicherlich mein bestes Album werden. Vielleicht mach ich es ja doch.

rap.de: Welchen der folgenden Künstler würdest du mal gerne Featuren: X-Tina, Britney Spears oder Goldkelchen Celine Dion?

J-Zone: Es sind alle drei interessant. Aber eigentlich ist das keine Frage: Britney. Diesen glatzköpfigen Freak. Sie und meine Beats, das ware ein Platinum Comeback. Wir würden richtig gut Platten verkaufen und Kohle machen. Sagt ihr, dass sie mich anrufen soll.
 
rap.de: Du bist ja Pornomusik-Produzent und samplest auch schon mal aus 70er Jahre Pornos. Wie gefallen dir eigentlich die dazugehörigen Filmchen?

J-Zone: Ich bin kein großer Porno Fan. Ob du es glauben willst oder nicht. Aber ich liebe die Musik. Das ist eine größere Herausforderung, was die Produktion angeht, als der übliche Boom Bap Shit. Ich finde, das mein Sound da auch super dazu passt. Trotzdem ich schaue keine derartigen Filme, ehrlich.
 
rap.de: Also kein Lieblingsfilm, kein Lieblingsschauspieler.

J-Zone: Haha, wie ich schon gesagt habe, ich schau mir das nicht an, aber ich habe Musik für all diese Freaks, kein Thema.
rap.de: Warst du eigentlich schon mal hier in Deutschland?

J-Zone: Ja. In Düsseldorf, Trier, Weinheim, Berlin und Kassel. Mein absolutes Lieblingsrestaurant auf dieser Welt ist das Falafel UFO in Berlin.
rap.de: Zum Schluss eine absolute Standardfrage, die aber gestellt werden muss: Was sind deine Pläne für die Zukunft?

J-Zone: Ich werde meinen Fokus aufs Produzieren legen und eher hinter den Kulissen aktiv sein. Ich will mehr auflegen, gerne auch in Europa und Australien. Außerdem würde ich gerne mehr über Musik schreiben, vielleicht auch irgendwann als Musiklehrer aktiv werden. Aber egal, was ich tun werde, ich werde dabei definitiv Spaß haben.

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