Chakuza

Am 02.03.2007 erscheint „City Cobra“. Wir haben uns mit Chakuza im neuen ersguterjunge Büro getroffen und uns mit ihm über sein neues Album und seinen Weg bei ersguterjunge unterhalten.

rap.de: Wie sieht dein persönliches Resümee vom Jahr 2006 aus? Du hast im letzten Jahr zwei Alben und einige Features released. Desweiteren warst du mit Bushido & Co. auf Tour.

Chakuza: Es ist auf jeden Fall krass abgegangen, wir haben als Beatlefield zusammen drei Goldene bekommen. Für „Staatsfeind Nr.1“, „Deutschland gib mir ein Mic“ Tour DVD und „Von der Skyline zum Bordstein zurück“. Desweiteren habe ich noch ein Solostreettape „Suchen & Zerstören“ rausgebracht. Das hat sich sehr, sehr gut verkauft und ist höher in den Charts eingeschlagen, als ich selbst erwartet habe. „Es war auch mein erstes Ding…“ „Blackout“ ist mein zweites Streettape, das ich mit Bizzy Montana veröffentlicht habe. Es ist ebenfalls gut gelaufen. Ich kann mich nicht beschweren, wir haben auch zwei Touren gespielt. „Es ist ein Überhammer gewesen.
rap.de: Wie siehst du deine musikalische Zukunft bei ersguterjunge?

Chakuza: Immer weiter machen, zurzeit läuft alles perfekt. Mal sehen, was kommt. Ich bringe am 02.03.2007 mein neues Album raus und bin echt gespannt, wie es sich verkaufen wird. Und dann kann ich auch für die Zukunft weiterplanen. Egal was kommt, wir werden immer weiter Beats produzieren und Mucke machen.

rap.de: Momentan konnten dich deine Fans immer nur mit Bushido auf Tour erleben. Wird es in naher Zukunft auch eine Chakuza Tour geben?

Chakuza: Auf jeden Fall, die Zeit mit Bushido war cool. Ich hatte auch nicht den Bock und den Drang, etwas alleine zu machen, weil wir viel Arbeit im Studio hatten. Aber jetzt, nach dem Album, werde ich mal gucken, wie viele Leute Chakuza ohne Bushido in eine Halle bekommt.
rap.de: Was denkst du über die Situation im Deutschen HipHop?

Chakuza: Es ist ein bisschen traurig, ich will auch nicht sagen, dass deutscher HipHop generell scheiße ist, ich höre auch selber deutsches Zeug.
rap.de: Was hörst du?

Chakuza: (lacht) Ich will jetzt niemanden Props geben. Zuerst sollen die mal kommen und mir Props geben und dann bekommen die auch welche von Chakuza. Ich höre auf jeden Fall Sachen und bin auch der Meinung, dass sehr gute Sachen dabei sind, aber auch sehr viel Absturz. Bei einigen Sachen denke ich mir: „Wer gibt solchen Leuten die Möglichkeit, so etwas raus zu bringen?“ Und die Leute, die am wenigsten verkaufen, produzieren den größten Müll.


rap.de: Für Tomekks „Nexxt Generation“, haben du und Bushido den Track “Mein Game” beigesteuert. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit DJ Tomekk?

Chakuza: Ich habe für Siamak zwei Features gemacht, eins für sein Album und eins für sein Mixtape. Siamak hängt mit Tomekk rum und daraufhin hat DJ Tomekk bei uns angefragt, ob ich Bock habe. Ich kannte Tomekk vorher nicht und habe nur von anderen Leuten gehört „Der ist cool“. Ich habe ihn dann kennengelernt und ich fand, dass er vom Menschlichen her echt cool drauf ist. Er ist zwar ein bisschen verrückt, aber cool. Über seine Mucke, kann man sich streiten. „Er ist auf jeden Fall ein cooler Typ.
rap.de: Wie sind die Tracks für „City Cobra“ entstanden? Was wird uns in Sachen Lyrics erwarten?

Chakuza: Wir sind vor kurzem von Tempelhof nach Kreuzberg gezogen. Vor dem Umzug hatte ich mein Album komplett fertig geschrieben, aber als wir dann in Kreuzberg waren, dachte ich: „Eh nee Alter, das ist es nicht…“ Ich habe mich noch einmal hingesetzt, das komplette Album neu geschrieben und auch neue Beats selektiert. Ich habe alles verworfen und einen Strich darunter gezogen. Die Texte für „City Cobra“ habe ich in ca. 3 Wochen geschrieben und bin dann erst ins Studio zum Aufnehmen gegangen.
rap.de: Ist „City Cobra“ eine reine Beatlefield Produktion oder hast du dir beattechnisch Unterstützung geholt?

Chakuza: Wenn man das Album mit den letzten Releases von Beatlefield vergleicht, haben wir diesmal sehr wenig selbst produziert. Von 16 Tracks sind sechs von uns und der Rest wurde von Sti, Screwaholic, Crada, Sumo und Tobstarr produziert.


rap.de: Wofür steht der Name „City Cobra“? Und was willst du mit deinem Album sagen?

Chakuza: Ich bin ein krasser Fan von den ganz alten Silvester Stallone und Arnold Schwarzenegger Filmen, auch wenn sie teilweise billig sind. Aber als ich damals den Film „City Cobra“ geguckt habe, war ich echt geflasht und dachte: „Das ist der coolste Typ auf der ganzen Welt.“ Für mich stand fest: „Sollte ich jemals ein Album machen, wird es „City Cobra“ heißen.
rap.de: Wird dein Album ein „Solo- Chakuza– Album“ oder hast du dir Verstärkung in Form von Features geholt?

Chakuza: Von Rappern habe ich Bushido gefeatured, mit ihm habe ich auch „Eure Kinder“ released, Sprachtot aus Mannheim und RAF aus Wien. RAF hat mir aber nur eine Hook gemacht, selber rappt er nicht.
rap.de: Wird es neben der Singleauskopplung von „Eure Kinder“ auch noch weitere Auskopplungen geben?

 

Chakuza: Ich gucke mal, wie das Album läuft. Wenn es gut läuft, kann ich mir vorstellen, dass wir noch etwas machen. Aber das liegt nicht in meiner Hand, das ist dann vom Label abhängig.


rap.de: Nach deinen Streetalben „Suchen und Zerstören“ und „Blackout“ kommt jetzt „City Cobra“. Beschreibe die Veränderung zu deinem neuen Album.

Chakuza: Es ist immer noch Chakuza darin und es hat sich insofern verändert, dass die deepen Sachen noch persönlicher und noch deeper geworden sind. Ich haue noch mehr drauf als früher…
rap.de
: Mit welchem Künstler hättest du gern ein Feature? Und wen hättest du gerne auf deinem Album „City Cobra“ gehabt?

Chakuza
: Ich hätte sehr gerne Sefyu Molotov gehabt, aber das hat leider nicht geklappt.

rap.de
: Warum?

Chakuza: Du weißt ja, was die Franzosen von deutschen Rap denken… Hinzu kommt noch, dass die sowieso total arrogant sind und deshalb geben die einen Dreck darauf. Ich habe aber einen Franzosen bekommen, den zeige ich euch dann auf DJ Stickles Mixtape oder in einem Exklusiv-Song.



rap.de
: Also bist du auch an Musik außerhalb von Deutschland bzw. außerhalb von Europa interessiert?


Chakuz: Natürlich, ich höre ja auch französischen Rap. Die Musik aus Amerika geht mir im Moment voll auf die Nerven, deshalb höre ich auch lieber französischen Rap.
rap.de: Du hast mal in einem Interview gesagt, dass du französischen HipHop wegen seiner Schlichtheit gut findest…

„Was ich an den Franzosen so mag, ist ihre Schlichtheit. Sie reduzieren ihre Produktionen auf das Wesentliche: ein harter Beat, ein Sample, eine Bassline. Fertig.“

Inwieweit probierst du diese Schlichtheit auf Beatlefield, Chakuza und auch auf deine Musik zu projizieren??

Chakuza: Garnicht, wir machen einfach immer nur unser Beatlefield-Ding. Ich mache mir keine großen Gedanken. Es kommt einfach, entweder ist es cool oder nicht. Und genau so ist es mit den Rhymes. Ich schreibe einfach etwas auf und dann gucke ich, ob es gut ist oder schlecht. Ich habe keine Vorbilder und denke mir: „Ich muss jetzt wie ein Franzose klingen.

   

 

rap.de: Ende 2006 haben sich Billy und Bahar aus verschiedenen Gründen von ersguterjunge getrennt. Was denkst du persönlich über die Trennung?

Chakuza: Bei Billy tut es mir echt Leid. Bei Bahar scheiße ich darauf. Es ist mir auch lieber, dass sie ersguterjunge verlassen hat. „Die soll sich mal verpissen und ein Album mit MOK aufnehmen!“ Ich hatte persönlich nie Probleme mit Bahar, aber dass sie gleich eine Woche später, nachdem sie sagt, sie geht, zu MOK rennt und einen Track mit ihm aufnimmt, war in meinen Augen der größte Fehler, den sie machen konnte. MOK ist der einzige, der immer gegen ersguterjunge disst und ausgerechnet zu dem muss sie gehen. Ich hätte es verstanden, wenn sie sich einen guten Rapper ausgesucht hätte, aber na ja. „Das war der größte behinderte Move, den sie machen konnte.
rap.de: Warum sagst du: „Nachdem sie sagt, sie geht“?

Chakuza: Ich kenne die Story nicht genau, ich weiß aber, dass die Trennung nicht einseitig war. Soviel kann ich dazu sagen.




rap.de: Was für Pläne hast du, wenn es mit deiner Rapkarriere nicht mehr funktioniert?

Chakuza: (lacht) Keine Ahnung, Absturz…
rap.de: (lacht) Willst du, wie jeder Rapper, Pornostar werden?

Chakuza: Nein, auf keinen Fall. Ich habe eine Ausbildung als Koch und habe diesen Beruf auch ausgeübt. Dann bin ich arbeitslos geworden. Wie das eben so ist. Ich mache mir eigentlich keine Gedanken darüber. „Ich habe gar keinen Plan“. Als Koch werde ich nie wieder arbeiten. Das steht fest.
rap.de: Hast du private Pläne? Familienplanung?

Chakuza: Ich habe keinen Bock auf Kinder, denn Kinder kosten viele Nerven und viel Geld. Vielleicht heirate ich irgendwann, wenn die Zeit reif dafür ist. Ich gucke aber erstmal was kommt.
rap.de: Abschließend hast du die Möglichkeit, den rap.de-Lesern und deinen Fans etwas zu sagen.

Chakuza: Checkt das Album, auch wenn ihr Vorurteile gegen ersguterjunge-Sound habt. „Und wenn ihr es dann mies findet, seid ihr behindert oder Eierköpfe…

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