Sabac

Zwar gehört die Crew Non Phixion seit Juli offiziell der Vergangenheit an, doch werden sich Ill Bill, Eclipse und Sabac Red auf ihren jeweiligen Solopfaden weiterhin gegenseitig unterstützen. Bevor also die nächste Welle Tonträger aus dem Hause Necro über die HipHop-Szene hereinbricht, ist es an der Zeit für eine kurze Erinnerung an Non Phixion und ein anschließendes Gespräch mit Sabac.
Non Phixion – mal abgesehen von ihren Battle-Lyrics, sexuellen Fantasiegeschichten und fragwürdigen Verschwörungstheorien waren Ill Bill, Gore Tex und Sabac stets bemüht ihrem Namen alle Ehre zu machen. Geradeheraus erzählten die Rapper um Necro und DJ Eclipse von den nicht unproblematischen Umständen, unter denen sie in Brooklyn aufwuchsen. Drogen und Gewalt waren bis in die Familien hinein allgegenwärtig. Uncle Howie z.B., der Onkel der Brüder Ill Bill und Necro, war lange heroinabhängig, ist mittlerweile clean und unersetzlicher Mitarbeiter der hauseigenen Firmen Psychological und Uncle Howie(!) Records. Aber neben persönlichen Problemen wurden auch immer wieder gesellschaftliche Fragen „erörtert“: „Jews, Muslims, Christians / What the fuck’s the difference?”, fragte Ill Bill rhetorisch – und „erklärte“: “We all want money, drugs, & bitches.” Und in ‚Suicide Bomb‚ rappten Non Phixion Seite an Seite mit den Beatnuts, Al Tariq, Marley Metal & Moonshine ein eher patriotisches Bekenntnis als eine sachliche Kritik am Terroranschlag vom 11. September und dessen Folgen. Andererseits, wenn Sabac auf seinem Solodebüt ‚Sabacolypse: A Change Gon’ Come‚ rappt: „For all the Nazis who said the US pops in our wig / To me America is still the greatest country to live / I visited places with no runnin’ water for forces / We’re fortunate to have it clean, the most can’t often afford it“, dann mag das weniger ein Ausdruck von Nationalismus sein, als vielmehr eine Ohrfeige für alle Antiamerikaner, hier: „Nazis“, die den Vorzug des materiellen Lebensstandard in den USA nicht zu schätzen wissen. Ausgeklammert bleibt dabei, worauf dieser Lebensstandard basiert. Folglich wurden auch auf ‚Sabacolypse‚ stets weniger Zusammenhänge erläutert und Lösungen angeboten, als vielmehr Autobiographisches aufgearbeitet und auf Missstände hingewiesen. Zuallererst geht es darum, sich in der Welt zurechtzufinden. Dieser Aufgabe hat sich mehr als jeder andere von Non Phixion Sabac Red verpflichtet – privat, in seiner Musik und darüber hinaus. In folgendem Interview erzählt Sabac, wie ihm das gelingt.


rap.de: In Serbien gibt es eine Stadt namens Sabac. Verbindet dich etwas mit Jugoslawien oder was bedeutet dein Name?

Sabac: Das ist eine gute Frage, denn nur wenige wissen darüber Bescheid. Der Name Sabac ist ein Akronym. Damals wollten wir natürlich nicht, dass unsere Eltern davon was mitkriegten, wenn wir zueinander sagten: „Let’s smoke a blunt and chill!“ Smoke A Blunt And Chill – das Akronym ist Sabac. Also sagten wir nun: „Let’s go sabac!” Später wurde das dann mein Graffitiname, aber mein Graffiti war grässlich. Aber der Name blieb an mir hängen und man fing an, mich Sabac zu nennen. Mir war gar nicht klar, dass es eine Stadt gibt, die so heißt. Erst als ich den Namen mal bei Google eingab, erfuhr ich von Serbien und Jugoslawien.

rap.de: In Songs wie ‚Sabacolypse‚, ‚POW’s‚ oder ‚Positive & Negative‚ sprichst du davon psychische Probleme, z.B. Depressionen, zu haben. Ist das fiktiv oder …?

Sabac: That’s non-fiction. Mein Vater war Alkoholiker usw. In so einer Umgebung wuchs ich auf. Ich neige dazu in verschiedene Zustände von Depression zu fallen. Ich habe bestimmte zwanghafte Geistesstörungen. Heute geht es mir um einiges besser! Aber ich war lange in psychiatrischer Behandlung. All das ist wirklich real. Es hat eine therapeutische Wirkung, darüber zu schreiben und mich auszudrücken, denn ich hab den Eindruck, dass ich nicht der Einzige bin. Eines der Hauptprobleme von insbesondere Jugendlichen in New York City ist Depression. Von meinen Reisen durch die ganze Welt, weiß ich, dass es woanders auch nicht anders aussieht. Wenn ich also meinen Kram auf Papier bringe, denken die Leute vielleicht: „Okay, er steckte in einem Loch. Aber er hat’s auch wieder raus geschafft.“        

rap.de: Stimmt. Normalerweise sind solche Themen ja auch ein Tabu.

Sabac: Genau. Aber es gibt kein Tabu für Non Phixion oder Sabac. Wir sprechen über das, was wir erleben und fühlen!

rap.de: Was würdest du sagen, hat dich zu einem politischen Menschen gemacht?

Sabac: Dahinter steckt eine ganze Geschichte, aber es fing an, als ich auf der High School war. Damals wurde ein junger schwarzer Mann in einer überwiegend von Weißen bewohnten Gegend in Brooklyn getötet. Ich war ungefähr 15 Jahre alt und schrieb Raps. Bis dahin handelten meine Rhymes von Mädchen, Geldmachen, Battle-Rhymes halt. Dann bat unser Lehrer uns einen Aufsatz über einen jungen Mann zu schreiben, der aufgrund rassistischer Vorurteile getötet wurde. Ich fragte, ob ich auch einen Rap schreiben dürfe. Ich schrieb den Rap und gewann erste Preise in ganz New York City! Ich erhielt eine Auszeichnung und stand in der Zeitung. Da dachte ich, dass es eine gute Möglichkeit ist meine Stimme zu nutzen.
1992 dann hab ich dumme Scheiße gebaut und musste im Rahmen einer No-Profit-Organisation namens City Kids Gemeinschaftsarbeit leisten. Dort wurde ich gefordert meine Stimme auf verschiedene Weise zu nutzen und mit Kindern Workshops zu machen. Da wurde über Probleme wie die Medien, Polizeigewalt und Rassismus gesprochen. Durch meine Reisen und dadurch, dass ich anfing mit den Menschen zu sprechen, wurde mir klar, dass es Ungerechtigkeiten überall auf der Welt gibt. Mir wurde klar, wenn ich also die Möglichkeit habe, meine Stimme zu nutzen, um die Probleme von jemandem durchscheinen zu lassen, dann ist es genau das, was ich tun werde!



rap.de: Auf deinem Album sind Features von Jamal Joseph von der einstigen Black Panther Party. Wie kamt ihr zusammen?

Sabac: Jamal Joseph ist ein sehr starker Mensch. Ich traf ihn 1992, als ich die Gemeinschaftsarbeit leisten musste. Er war mein Mentor. Er hat mir immer viel von der Black Panther Party erzählt. Da gibt es viel zu berichten, aber eine Menge Sachen, die er mir sagte, sind geheim. Nicht wirklich geheim, aber Sachen, bei denen es um Assata Shakur und so geht. Du musst wissen, Jamal ist Tupacs Patenonkel (Von ihm erscheint in diesen Tagen die Tupac-Biographie ‚Tupac Shakur Legayc‚; Anm. d. Red.)! Er und Tupacs Mutter, Afeni Shakur, sind sehr tight. Also erzählte er mir auch Geschichten von Tupac als Baby, über Afeni Shakur und über das Aufwachsen in der Partei. Er klärte mich über meine Rechte auf, also darüber, was ich sagen und nicht sagen dürfte, und über meine Rechte im Umgang mit der Polizei. Er war neun Jahre im Gefängnis, wo er die meiste Zeit schrieb. Dann kam er raus und erhielt einen akademischen Grad. Jetzt ist er Professor am Toro College und lehrt über Film. Er ist eine großartige Inspiration. Außerdem ist er Spoken-Word-Künstler. Als ich mein Album machte, wollte ich davon etwas aufnehmen. Aber viele haben das verpennt. Leute, die HipHop mögen oder Non Phixion oder Necro hören, sagten: „Ich hab den Spoken-Word-Scheiß nicht gefühlt“, eben weil sie nicht verstehen, wie stark dieser Mann ist oder wie kraftvoll Spoken-Word sein kann.      

rap.de: Du selbst hast mit ‚Freestyle Freedom‚ etwas in der Art gemacht.

Sabac: Freestyle Freedom‚ war im Grunde etwas experimentelles, das im Studio entstand. Wir hatten Live-Instrumente, Necro spielte den Bass, der Techniker fing an Congas zu spielen, wir spielten ein bisschen herum. Mein Homegirl Cenophia, die auch auf dem Album dabei war, war auch da. Wir machten eine Jam-Session! Ich reimte aus dem Kopf heraus, was mir gerade so einfiel. Danach sagte ich dann: „Wisst ihr was? Das ist Freiheit. Das ist freies Ausdrucksvermögen.“ Also entschied ich mich, den Song aufs Album zu nehmen.  

rap.de: Mich erinnerte der Song an die Last Poets oder Gil Scott-Heron.

Sabac: Absolut. Gil Scott-Heron ist einer, der mich mit am stärksten beeinflusst hat!

rap.de: Wie sieht dein politisches Konzept aus? Es scheint ja sozialistisch geprägt zu sein.

Sabac: Ich will mich nicht als Liberaler, Sozialist oder Kommunist bezeichnen. Ich muss mir keine Etikette verpassen. Ich mag Politik nicht einmal! Ich denke, dass da eine Menge Scheiße vor sich geht und ich bin mit vielem nicht einverstanden. Mein Hauptanliegen ist die Entwicklung und der Auftrieb von allen Menschen. Wenn ich in eine High School gehe und mit den Jugendlichen arbeite, dann tue ich das mit den Reichen und den Armen, den Schwarzen und den Weißen, den Fetten und den Dürren. Mir geht’s darum ihre Selbstachtung aufzubauen, damit sie produktive Erwachsene werden können. Ein Teil davon ist, sie zu befähigen bewusste Entscheidungen und Wahlen zu treffen, wenn es um Politik geht. Aber darauf richtet sich nicht mein Hauptaugenmerk. Wenn ich von Revolution spreche, meine ich die Revolution der individuellen Seele. Denn wenn jeder auf sich selbst achten würde und jeder wüsste, wie er auf sich selbst Acht geben kann, dann wäre die Welt ein besserer Ort! Es geht darum, sich selbst zu entwickeln und seine Probleme erkennen zu können. Wenn sie dann den Entschluss fassen Republikaner, Kommunist oder Liberaler zu werden, dann ist das ihre Sache. Nur selten zeige ich konkrete Sichtweisen auf. Das mach ich in meiner Musik, weil ich die Leute wissen lassen will, wo ich stehe.        

rap.de: So weit ich weiß, ist Gore Tex’ und Ill Bill’s Konfession der Judaismus…

Sabac: Nicht ganz. Gore Tex ist mexikanisch und jüdisch. Sein Vater ist Mexikaner und seine Mutter ist jüdisch. Aber Gore Tex praktiziert nicht wirklich Judaismus. Bill und Necro praktizieren Judaismus mehr als jeder andere. Ihre Familie ist sehr traditionell. 

rap.de: Okay. Auf ‚POW’s‚ rappt Ill Bill eine dope Strophe über den Holocaust und gegen die deutschen Nazis. Wie stark ist Antisemitismus deiner Meinung nach im US-HipHop? Und wurde Non Phixion schon einmal damit konfrontiert?

Sabac: Ich glaube nicht, dass der Antisemitismus stark ist. Bill wollte in dieser Strophe die Leute wissen lassen, welchen Hintergrund er hat und was seine Leute durchgemacht haben.
Zwar sieht man hier in den Staaten nicht viel Antisemitismus, aber wir wurden auch schon ein paar Mal damit konfrontiert. Nicht auf eine negative Weise, sondern so auf die Art: „Ah, das sind diese jüdischen Rapper!“, weil sie denken die ganze Gruppe sei jüdisch. Oder „Das sind diese jüdischen Beastie Boys-Cats!“, verstehst du, Blabla. Es ist nie beleidigend gewesen, denn im Ernstfall könnte dafür jemand ziemlich am Arsch sein.  Wenn jemand auf eine rassistische Art auf uns zukommt, würden wir uns dem stellen und versuchen einen Dialog zu führen. Wenn das nicht funktioniert, kann und will ich auch keinen mehr zurückhalten. Aber im Grunde begegnet uns kein Rassismus aufgrund des jüdischen Aspekts eines Teils der Gruppe.

rap.de: In der Öffentlichkeit wird die 5% Nation als eine Gang dargestellt. Dabei ist sie ja auch für ihre Sozialarbeit bekannt. Was ist dein Eindruck von ihr?

Sabac: Was die Gang angeht, ich meine, man kann eine Gruppe Jugendlicher, die Fußball spielen will, als Gang bezeichnen. Das ist halt die öffentliche Wahrnehmung darüber, was sie ist. Ich denke, in jeder Gruppe von Menschen gibt es Gute und Schlechte. Was die 5% Nation betrifft, glaube ich, dass sie sehr von Lügen behaftet ist. Ich respektiere die 5% Nation. Ich bin nicht unbedingt  mit all ihren Vorstellungen und Sichtweisen einverstanden, aber ich respektiere sie für die Tatsache, dass sie existiert und dass sie Menschen hilft. Sie hilft Leuten im Gefängnis und den Leuten auf den Straßen von New York sehr. Ich erinnere mich, dass sie Ende der 80er bis in die Mitte der 90er sehr prominent war. Du konntest damals in New York, insbesondere innerhalb der HipHop-Kultur, nirgendwo hingehen ohne jemanden zu treffen, der nicht die Science oder Mathematics des Tages droppte oder die Glaubensvorstellungen der Five Percenters verkündete und die Leute in Gespräche verwickelte. Heute sehe ich sie nicht mehr so oft.

rap.de: Du rappst über Rassismus, Unterdrückung und alle möglichen sozialen Probleme. Aber darüber hinaus veranstaltest du soziale Projekte. Kannst du mehr darüber erzählen?

Sabac: Da gibt es mehrere Dinge. So bin ich z.B. mit 170 Kindern aus der ganzen Welt durchs Land gereist. Wir hielten in verschiedenen Städten und machten Workshops, die von der Ungleichheit der Milieus, von den Medien, Gehirnwäsche und Polizeiungerechtigkeit handelten. Was ich zurzeit am meisten mache, ist öffentlich zu sprechen und Workshops in verschiedenen Communities zu veranstalten, wo ich Jugendliche über ihre Rechte unterrichte. Ich halte auch Workshops darüber, welche Wirkung die Medien auf die HipHop-Kultur und dadurch Einfluss auf junge Menschen haben.
Etwas, das ich vor fünf Jahren begann, unmittelbar nach dem 11. September, war, dass ich zwölf High Schools von New York City zusammenbringen konnte, indem ich mich mit den Schulleitern zusammensetzte. Seitdem bilde ich College-Studenten aus. Die werden dann dafür bezahlt einmal die Woche für ein Schuljahr in diese Schulen zu gehen und mit den Schülern Workshops zu machen. Das ist etwas, das ich mir ausgedacht habe und das läuft jetzt schon das vierte Jahr! Es läuft wirklich gut, denn immer mehr Schulen kommen auf uns zu.

rap.de: In dem Song ‚Sabacolypse‚ sagst Du: “Honestly I’m `bout music, sex, money and revolution / You call it contradiction, I call it an evolution.” Ich glaube, ich verstehe das. Widersprüchlicher finde ich da, dass du das Schimpfwort „faggot“ verwendest. Wie stehst du dazu?

Sabac: Hast du mich „Faggot“ auf ‚Sabacolypse‚ sagen hören?

rap.de: Nein, aber auf einem Non Phixion-Album.

Sabac: Ich weiß nicht. Ich weiß, dass Leute meiner Crew und ich das Wort früher benutzten. Letztlich kam ich zu dem Schluss, es nicht mehr zu verwenden, weil ich weiß, dass sich davon Leute angegriffen fühlen. Aber wenn wir das sagen, meinen wir das im Sinne von Leuten, die soft sind. Wir kennen das ganze Klischee eines schwachen Menschen. Wir meinen damit nicht unbedingt einen Schwulen oder Homosexuellen, sondern jemanden, der schwach ist bzw. das ist, was wir auf der Straße für schwach halten. Im Wesentlichen ist es so, dass wir von der Straße kommen, und da gibt es gewisse Begriffe, die wir immer noch verwenden, und gewisse Dinge, die wir immer noch tun. Für mich heißt es nur, so zu sprechen, wie ich spreche. Du findest das überraschend, kann sein, aber der Sinn des Worts hat sich geändert und eigentlich benutze ich es auch nicht.

rap.de: Deinem Albumcover nach scheinst du viel zu lesen. Vielleicht kannst du den Lesern ein Buch empfehlen?

Sabac: Da gibt es viele Bücher! Also ich habe viele Romane gelesen, aber lange Zeit auch politische Bücher, wie z.B. ‚Lies My Teacher Told Me‚ von James W. Loewen. Ich stellte auch ein paar Nachforschungen an über meine Heimat Puerto Rico. Zurzeit lese ich von Dave EggersHeart Felt Work of a Staggering Genius‚.

rap.de: Obwohl die große Ära des so genannten Conscious-Rap vorbei ist, gibt es immer noch einige politische Künstler wie Dead Prez, The Coup oder auch dich, um nur einige zu nennen. Man hört aber nie von größeren Zusammenschlüssen, wie es sie früher gab, z.B. mit der Stop-the-Violence- und der HEAL-Bewegung. Wie denkst du darüber?

Sabac: Ich denke, dass die Leute mehr miteinander kommunizieren müssen. Ich bin immer dafür. Ich meine, nimm Immortal Technique. Er gilt als einer der größten Conscious-Rapper unserer Zeit und gemeinsam haben wir den Song ‚Fight until the end‚ für mein Album gemacht. Vor zwei Monaten war ich auch in San Francisco und habe Boots von The Coup getroffen, habe mit ihm und Davey D ein wenig geredet. Also Möglichkeiten bestehen. Ich glaube aber auch, dass HipHop so ein Fall für sich ist und es immer noch auch rassistische Barrieren gibt. Außerdem ergreift keiner die Initiative. Und daran arbeite ich, die Initiative zu ergreifen, um mehr mit anderen zusammenzukommen und zu zeigen, wie stark eine Bewegung sein könnte, wenn wir denn zusammenkämen. Man braucht nur daran zu denken wie stark doch das Stop-the-Violence- oder HEAL-Movement war. Das ist es etwas, woran ich arbeiten möchte. Es gab zwar schon Zusammenschlüsse, aber die kommen halt nicht so groß raus wie manch anderer Kram.

rap.de: Du warst an dem Track ‚Engage my Words‚ von BLUE SKY BLACK DEATH nebst Wise Intelligent und Jus Allah beteiligt. Wie war die Zusammenarbeit und wie kam sie zustande?

Sabac: Ich habe nicht direkt mit den Leuten zusammengearbeitet, obwohl ich sie und ihre Arbeit sehr respektiere. Kingston, von dem Produktionsteam, sprach mich an, zeigte mir den Beat, erzählte mir von seiner Idee, und ich war dabei. Ich glaube, der Song ist wirklich dope geworden. Außerdem war ich immer ein Riesenfan von Poor Righteous Teachers, und mit denen auf einem gemeinsamen Track zu sein, war dope.

rap.de: Was kannst du zu deinem anstehenden Album ‚The Collabo Collection‚ erzählen?

Sabac: ‚The Collabo Collection Vol. 2‚ ist kein offizielles Album. Letztes Jahr habe ich bereits Vol. 1 veröffentlicht, und das ist jetzt Vol. 2. Das ist eine Mix-CD voller Kollaborationen mit verschiedenen Künstlern aus der ganzen Welt und den USA. Mein offizielles Album, inkl. DVD, heißt ‚The Ritual‚ und wird nächstes Jahr erscheinen. Ich bin immer noch dabei Aufnahmen zu machen. Am 11. September ging meine Website www.sabacred.com  online. Dort, auf meiner Myspace-Seite und auf www.unclehowie.com können die Leute alle wichtigen Informationen erhalten.

rap.de: Und wird ‚The Ritual‚ auch so politisch wie ‚Sabacolypse‚?

Sabac: Im Großen und Ganzen wird es das gleiche sein. Einiges wird auch anders werden. Es wird etwas tiefer gehen, aber ja doch, es wird derselbe Ton sein. Die Beats werden aber schon etwas anders sein.

rap.de: Okay, das war’s dann auch mit meinen Fragen. Willst du abschließend vielleicht noch was zu dem Problem in München loswerden?

Sabac: Da gibt es eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen. Der Promoter, Andreas, ist aus dem Club abgehauen, ohne uns zu bezahlen. Also traten wir nicht auf, und die Fans drehten durch und demolierten den Club. Eclipse und Gore Tex wurden im Backstage-Bereich von der beschissenen deutschen Polizei festgenommen, die erst eine Kaution wollte, bevor sie sie gehen ließen. Wir hatten über nichts Kontrolle, schließlich waren wir in Deutschland, und das Justizsystem dort ist bullshit!!

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