Kaisaschnitt

Leute die sich im Berliner Untergrund auskennen, kommen an diesem Mann nicht vorbei. Mit seinem einprägsamen Namen und seinem respekteinflößenden Aussehen ist Kaisaschnitt wohl der Kaisa im Untergrund. Doch jetzt reicht ihm der Untergrund nicht mehr aus. Er möchte mehr erreichen, und zusammen mit seinen Jungs den Hassmonstas und seinem Label Streetlife Entertainment scheint der Plan zu funktionieren…


rap.de: Man hört ja in letzter Zeit viel von dir, für Leute die dich nicht kennen, aus was für einem Umfeld kommst du?

Kaisaschnitt: Ich komme aus dem Untergrund. Daher wo eigentlich alle herkommen, die jetzt aus Berlin oben schwimmen. Genau da komme ich her. Ganz am Anfang habe ich angefangen Musikvideos zu drehen für diverse Künstler, so habe ich Orgi kennengelernt. Mit der Zeit hat sich zu Orgi ein enges Verhältnis aufgebaut. Sozusagen das engste von den Künstlern für die ich Musikvideos gedreht habe. Früher oder später habe ich dann über I Luv Money mein erstes Album veröffentlicht. Zu der Zeit ging es auch noch klar, dass du im Zimmer oder Keller dein Schrottalbum aufnimmst, in der schlechtesten Qualität und die Leute es richtig krass feiern. Das könntest du heute nicht mehr. So habe ich angefangen Musik zu machen.

 

rap.de: Bist du denn wie viele auch über Graffiti zum Rap gekommen?

Kaisaschnitt: Nee. Ich kann mit noch erinnern `99 war die Zeit, wo ich mir niemals gedacht habe, jemals selber einen Text zu schreiben oder auf einem Beat zu rappen. Ich hatte auch mit Graffiti und diesem Kram nie was zu tun. Ich habe mich immer mehr um andere Sachen gekümmert – man kann sagen, dass ich schwerstkriminell war. Ich habe mir immer gedacht, dass ich mir lieber Geld klarmachen gehe, bevor ich mein Geld für Dosen ausgebe. Ich bin halt überhaupt nicht über diese Szene da rein gekommen. Dadurch, dass ich irgendwann dann halt nicht mehr Kriminell sein konnte, weil ich früher oder später im Knast gelandet wäre, hab ich angefangen Musikvideos zu drehen. Durch diese Musikvideos bin ich da rein geraten.

rap.de: Wie bist du zu diesem Musikvideo-Ding gekommen? Hast du dich schon immer mit Musikvideos beschäftigt?

Kaisaschnitt: Es war halt schon immer so, dass ich Filme, und wie diese gemacht sind, sehr interessant finde. Ich gucke mir einen Film nicht einfach nur an, sondern schaue eben auch, wie die gemacht sind. Ich gucke genau auf die Kameraführung und so weiter. Ich war eigentlich schon immer daran interessiert, was hinter dem Film steckt – das Making Of und die benutzten Effekte. Es war im Jahr 1998, da hatte ich ein Jahr Aufenthalt in Afrika. Als ich in Afrika war, hat es sich der Gedanke entwickelt, was mach ich wenn ich wieder in Deutschland bin. Dann bin ich wieder gekommen und wollte gleich ein Hollywood Film drehen (lacht) Damit bin ich voll auf die Fresse gefallen, dass hat gar nicht geklappt. Dann bin ich erst mal wieder in den tiefsten kriminellen Sog rein geraten, aber mein Ziel das zu machen was mich interessiert habe ich nie aus den Augen verloren. Die meisten Regiseure fangen ja schon mit 7 oder 8 Jahren an ihre ersten Kurzfilme zu drehen. Die ersten Kurzfilme habe ich in Kursen und Schulungen gemacht. Das ganze habe ich mir autodidaktisch selber beigebracht.

rap.de: Für wen hast du schon Musikvideos gemacht?

Kaisaschnitt: Angefangen hat das ganze, als ich damals über einen Freund Orgi kennengelernt habe. Für den habe ich das erste Video gedreht zu seinem Song „Fick Die Ex“ dann gleich danach habe ich für Bass Sultan Hengzt„Du Bist Freund, Ich Bin Feind“ gemacht. Ich habe für Aggro Berlin „Westberlin“ gemacht, dass ist dieses Love Parade Lied. Außerdem habe ich für Mc Basstard  "Fegefeuer" gedreht. Natürlich habe ich auch für mich selber Clips gemacht. Ja, das waren dann auch schon die Künstler.

rap.de: Was denkst du, wen sprichst du mit deiner Musik an, wer gehört zu deiner Zielgruppe?

Kaisaschnitt: Also mit der Musik vor meinem neuen Album „Traumfabrik“ hab ich, so glaube ich, eher so kaputte Leute angesprochen. Natürlich wurden die warscheinlich nur abgefuckt, weil sie irgendwelche Probleme hatten. Es war nicht direkt von mir so gewollt, dass ich gezielt die abgefucktesten Leute anspreche wollte, um denen zu sagen „Ey fickt Deutschland“, sondern ich habe irgendwelche Probleme dargestellt. Ich habe wie in einem Film erzählt aber auch fast autobiografisch von mir selbst. Das habe ich extrem dargestellt, dass ich glaube das ich damals schon irgendwie Gesindel war. Ich nenn dir mal ein Beispiel: Ich komme in den U-Bahnhof runter, will mir eine Fahrkarte ziehen, dann stehen am Fahrkartenautomaten ja immer irgendwelche Leute die gebrauchte Fahrkarten verkaufen. Ich denk mir okay, bevor ich jetzt für 2 Euro der BVG das Geld spende kaufe ich mir bei diesem Typen die Fahrkarte. Die Typen die, die Fahrkarten verticken sind ja alles Penner. Ich gehe also zu diesem Typen und sage zu ihm: „Ey zeig mal die Fahrkarte“. Dann sagt dieser Penner am U-Bahnhof Turmstr. zu mir: „Ey man, bist du nicht Kaisa?“. Ich sag so: „Ja, Ja“ und auf einmal holt der Penner einen Niegelnagelneuen MP3 Player aus der Tasche und meint: „Guck mal ich habe deine Lieder dabei.“ Da zeigt er mir gleich „Saurer Regen“ (Anmerk. d. Redaktion. Vom 2005 erschienenden „Zuchtmaista“ Album) und der Typ hat das richtig gefeiert. Ich glaub, dass das die Zielgruppe ist die ich vor „Traumfabrik“ angesprochen habe.. Es gibt da noch krassere Storys von Leuten die meine Musik hören, das glaubst du nicht. Ich denke jetzt mit „Traumfabrik“ habe ich jeden angesprochen. Nicht das ich es unbedingt wollte, aber ich denke dass sich damit jeder auf eine bestimmte Weise mit „Traumfabrik“ identifizieren kann. Ich glaube auch bei den alten Sachen habe ich nicht gezielt für bestimmte Leute Musik gemacht. Es ist so wie es ist, ich mache ein Lied und es gefällt dem einen und mit „Traumfabrik“ mache ich das in diese Richtung und es gefällt den anderen. Ich freue mich über jeden der meine Musik hört, auch meine alten Sachen.

 

 

 

 

 

 
rap.de: Ich persönlich kenne nicht so viele deiner Songs. Optisch ist mir aufgefallen das das Artwork deiner CDs früher eher in Richtung „Splatter“ ging. Bei "Traumfabrik" ist das nicht mehr so vordergründig, war das ein gewollter Wechsel?

Kaisaschnitt: Es war schon immer so das ich ein Album wie „Traumfabrik“ machen wollte. Mit meinem 1., 2. und 3. Album wollte ich das schon immer machen. Damals war mein Umfeld und die Storys die um mich rum passiert sind noch anders. Die Leute waren andere, so dass man immer irgendwann den roten Faden verloren hat. So bin ich dann wieder ins krass extreme abgewichen. Dann habe ich es erneut probiert und habe dann das nächste Album gemacht. „Zuchtmeista“„Stacheldrahtmörda“ und irgendwann verliert man sich da drin und macht nur noch solche Sachen. Ich bin dann tief in mich gegangen und habe mich daran erinnert was ich eigentlich schon immer machen wollte. Deshalb hat es auch 8 Monate gedauert bis ich „Traumfabrik“ fertig hatte. Ich habe mir Zeit gelassen und Schritt für Schritt jedes Lied begutachtet. Aber nun habe ich genau das gemacht, was ich immer machen wollte.

rap.de: Was macht für dich ein guten Rapper aus?

Kaisaschnitt: Ich würde sagen sein Flow ist auf jeden fall stark ausschlaggebend, genau wie die Wahl der Worte. Ich bin jetzt nicht so auf Doublerhymes oder Freestyle aus, ich weiß bestimmt noch nicht mal genau was das ist. Ich finde man sollte sich nicht immer auf diese 1 x 1 Reime festlegen. Wie zum Beispiel „er geht, er steht, er weht“ und so, wo jeder schon weiß was als nächstes kommt. Ich find so Reime, wo man nicht mit rechnet gut. Genau das macht einen guten Rapper aus. Ein Rapper der auch einfach gute Geschichten erzählen kann. Aber auch in erster Linie sollte das was er macht auch zu ihm passen. Wenn du ihn siehst, musst du wissen, dass was er macht passt zu ihm und trifft auf ihn zu. Nicht wie viele Leute hier in Berlin agieren. Nicht nur weil du von früher die Geschichten kennst, sondern du siehst die Typen und du denkst dir: „Ey Dicker, komm mal wieder zu deinen Leisten.“ Das macht einen guten Rapper aus, dass er bei seinen Leisten bleibt und dass er sich nicht übernimmt und sein Image wechselt wie die Jahreszeiten. Wenn er gestern noch rumläuft wie 50 Cent und morgen rennt er rum wie ein Gangbanger aus Kreuzberg. Ich finde, dass das nicht passt.

rap.de: Was denkst du warum ist der Berliner Rap zur Zeit angesagt ?

Kaisaschnitt: Naja, ich würde sagen Hamburg hatte seine Zeit, Stuttgart hatte seine Zeit, die waren wohl alle zu Harmonisch. Das war alles so Friede, Freude, Eierkuchen mäßig. Das war so Hippie Hip Hop. Es war auch die Entstehungszeit wo sich deutscher Hip Hop etabliert hat. Ich meine, Konkurrenz belebt das Geschäft, wenn es keine Konkurrenz gibt und sich alle gegenseitig die Eier lecken dann kommst bei keinem Gegner vorbei, sondern nur noch bei deinen Freunden. Das wollen die Leute nicht sehen, die Leute gucken sich Boxkämpfe an, weil sich da die Leute gegenseitig die Fresse einhauen. So ist es auch beim Hip Hop in Berlin. Es ist einfach so, das der Hip Hop gewandert ist. Jetzt ist er nach Berlin gekommen. Würden die Berliner genau das selbe machen wie Stuttgart oder Hamburg würde er auch hier nicht lange bleiben. Ich glaube Hip Hop wird hier sehr lange bleiben, weil hier einfach die Konkurrenz ist. Viele gönnen dem einen nichts, der andere gönnt dem nichts. Hier ist es nicht wie in Amerika, wo Disses wirklich inszeniert werden. Hier ist es halt so, dass man beef mit jemanden hat. Die Leute kennen sich von früher, und früher war der ein Spast der heute ein Superstar ist. Und da gibt viele Typen, die dem das nicht gönnen. Die haben den früher abgezogen, warum soll er heute der Superstar sein. Dann kommen sie, dissen ihn und wollen ihm sein Fame nehmen. Ich halte von diesem ganzen sowieso nichts, ich habe Leute nur gedisst, ich meine guck dir die Leute an die ich gedisst habe, jeder von den hat eine Aktion gebracht. Egal ob der eine bei Rosenstolz im Video auftreten geht, obwohl der damals gegen Schwule gerappt hat. Oder sei es der andere, der sich in Strumpfhosen ablichten lässt. Das sind Leute die ich dafür gedisst habe. Mir muss keiner sagen ich wollte mich hochziehen um mir einen Namen zu machen. Da hätte ich auch ganz andere Leute dissen können. Warum habe ich nie „Aggro Berlin“ gedisst? Ganz einfach, weil die Leute einfach keine schwulen Aktionen gebracht haben. 

rap.de: Denkst du das der große Erfolg von Aggro Berlin der gesamten Berliner Szene zugute kommt?

Kaisaschnitt: Auf jedenfall, ganz klar. Sobald eine Szene existiert die sich etabliert hat, ist es so, dass die Leute früher oder später kein Bock haben, sich nur die eine reinzuziehen. Irgendwann wird es langweilig. Also Aggro Berlin zum Beispiel bringen ständig neue Künstler raus, wechselnde Künstler, dass sie sich halt immer wieder neu erfinden, oder die Leute schauen sich irgendwann nach einer Abwechslung um. Und wenn Berlin da sowieso eine so große Plattform bietet, hören sie halt Untergrund Musik von Künstlern die sich ja auch schon etabliert haben. Die Leute kennen ja auch schon viele Künstler. Früher oder später werden sie auch auf anderen Leute übergreifen und sagen das ist uns jetzt zu langweilig was ihr uns die ganze Zeit präsentiert. Oder die werden es noch trotzdem weiterhin gut finden und nebenbei noch was anderes hören. Ich glaube schon, dass es uns allen hilft wenn das Licht auf Berlin scheint. Dann ist es eben jedem selbst überlassen sich hervorzutun und sich mit seiner Sache zu etablieren um draußen den Fame der Leute zu bekommen.

rap.de: Dein Label „Hellraiza Records” arbeitet ja mit „Streetlife Entertainment“ zusammen, wie kam es dazu?

Kaisaschnitt: Ich bin einfach mal für ein Feature was ich für Deso Dog aufnehmen sollte zu „Streetlife Entertainment“ gegangen, weil er da gesignt ist. Ich habe für sein Album ein Feature aufgenommen das war an einem Tag wo „Montana Beats“ da war. Das ist der Produzent der macht die Aufnahmen und so. Ich glaube ich habe an diesem Tag einfach einen sehr gut Text gekickt, ich hab glücklicherweise einen guten Text geschrieben der den Leuten gefallen hat. Dann waren wir auch schon im Gespräch. Dann haben sie auch gesehen, dass ich schon Sachen draußen hatte, also kein unbeschriebenes Blatt mehr, dann war es für sie auch recht interessant. Sie fanden es gut, dass ich ein Künstler wie Deso bin der einfach knallhart und direkt das vertritt was er sagt und dabei auch kein Blatt vor den Mund nimmt. Sie wollten mich dann auch noch an Bord nehmen. Ich war auch gerade da mit einem anderen Label in Verhandlung, weil ich „Traumfabrik“ auch in die größeren Läden bringen wollte. Die waren wiederum… wie soll man sagen? Die kannste abhaken, weil die nicht hilfreich waren. Die haben mich eher verschaukelt anstatt einen ernst zu nehmen. So bin ich halt bei „Streetlife Entertainment“ gelandet. Das war vom ersten Tag an klar, Montana und ich haben uns bombig verstanden. Ich bin ich dann die nächsten Tage ins Studio gegangen usw.

rap.de: Ach so, du hasttest bereits an „Traumfabrik“ gearbeitet. Ich dachte, dass durch den Subdeal mit Streetlife das Album „Traumfabrik zustande kam.


 

 Kaisaschnitt: Nein, nein überhaupt nicht, die Idee war vorher schon da, ich hatte auch bereits 9 Tracks aufgenommen, bevor ich wegen dem Feature mit Deso bei Streetlife war. Ich hatte den Plan das Album so zu machen schon lange, habe aber nach einen Label gesucht, welches dann die CD an den Mann bringen kann wenn es fertig ist. Da ich 8 Monate Zeit investiert habe für das Album wollte ich nicht einfach wieder über „Distributionz“ das Album untergrundmäßig vertreiben lassen. Das war auch so geplant mit „Hellraiza Records“, es wäre ja früher oder später auch rausgekommen wenn es kein Label genommen hätte.

rap.de: Hast du denn versucht mit „Hellraiza Records“, deiner eigenen Plattenfirma, einen größeren Vertriebsdeal zu klären?

Kaisaschnitt: Das erste was ich klären wollte war mit einem anderen Label, einen Sublabel Deal für Hellraiza Records. Wie gesagt ich war vorher mit einem anderen Label in Verhandlung wo es ja dann nicht geklappt hat. Ich bin jetzt aber krass froh muss ich sagen, dass ich dort nicht gelandet bin. Aber ich wünsch denen trotzdem viel Erfolg.

rap.de: Das Album „Traumfabrik“ ist nun seit einiger Zeit erhältlich, bist du mit den bisherigen Verkäufen zufrieden?

Kaisaschnitt: Auf jedenfall, das hat sich so bombastisch gesteigert und wird sich auch noch steigern. Das, was ich noch auf uns zukommen sehe, wird sich noch extremer steigern. „Streetlife Entertainment“ hat mehr als das Auge sieht. Man denkt vielleicht jetzt Streetlife ist nicht so groß, aber Streetlife ist so ein gigantisches Teil. Alles was sich dahinter verbirgt, dass können sich viele Leute nicht ausmalen. Ihr könnt euch sowieso sicher sein, dass wir früher oder später diesen Markt übernehmen. Da bin ich mir jetzt schon ziemlich sicher. Es passiert alles Schritt für Schritt, man braucht sich auch nicht wundern –  wenn wir es mit dem Album noch nicht schaffen, schaffen wir es dann mit dem nächsten.

 

 

 

 

 rap.de: Du hast ja auch schon angesprochen, das du von „Montana“ Beats gepickt hast, nach welchen Kriterien suchst du deine Beats aus?

Kaisaschnitt: Es darf kein fröhlicher Beat sein. Wenn man bei uns mal eine Track auf einem fröhlichen Beat gehört hat, dann ist da auch etwas krankes und sickes dran. Die Beats müssen immer in das Konzept des Albums passen. Was heißt „Konzept“, in Anführungszeichen „Konzept“. Das Konzept was bei mir nur steht ist Düster, einfach düstere, melancholische Beats. Das ist das, was ich brauche, und es muss knallhart sein, es darf nicht irgendwie Funky sein. Das kommt bei mir gar nicht an.

rap.de: Du sagst halt düster, melancholisch muss es sein. Eher ein Sample, was dieses Melodie vorgibt, oder auch Synthies die einfach nur Deep klingen?

Kaisaschnitt: Ich find es sowieso am geilsten wenn der Beat selbst eingespielt ist, es gibt so viele Plugins heutzutage. Aber wenn der Beat gesampled ist und mir am Ende gefällt, ist es mir dann auch egal. Dann würde ich den trotzdem nehmen. Es muss aber immer diese Schiene sein, da ich nur solche Lieder mache wie auf „Traumfabrik“ oder wie auch meine vorherigen Alben. Meine Texte kommen immer mit dem Beat. Ich kriege diesen Beat und mach dann dieses Lied. Ich weiß von vornherein das ich kein fröhliches Lied mache und es auch nicht will. Ich will nie ein fröhliches Lied machen deshalb suche ich immer nach bestimmten Beats die mir diese Stimmung geben damit ich die und die Texte machen kann.

rap.de: Ist es so das du deine Hauptproduzenten hast? Oder ist es dir egal von wem der Beat kommt?

Kaisaschnitt: Sagen wir mal so, der Name des Produzenten macht mir nicht groß was aus. Ich lerne die Leute kennen, wenn die cool sind und was cooles produzieren sag ich okay. Den Namen habt ihr verdient. Es ist cool das ihr so bekannt seid. Aber ich mach das in erster Linie wirklich so, wenn mir einer eine CD schickt und die Beats übergeil sind dann nehme ich die. Egal ob der Typ in Schleswig-Holstein oder in Polen wohnt. Hauptsache die Beats sind Hammer. Dann lasse ich mir von mir aus auch das ganze Album von dem Produzieren. Früher wo ich noch Untergrund Musik gemacht hab, hab ich halt manchmal aus Düsseldorf und Frankfurt Beats geschickt gekriegt. So lernt man auch Leute kennen. Mit den Beats ist es nicht so wie mit dem Rap, da sage ich dass ich nur mit bestimmte Leuten, die ich auch kenne, Features mache. Bei den Beats ist das anders, wenn sie mir gefallen dann nehme ich sie.

rap.de: Wer hat die Beats auf deinem aktuellen Album produziert?

Kaisaschnitt: In erster Linie fange ich immer selber an mit dem Produzieren von meinem Album. Ich bin auch nicht immer auf der Suche nach jemanden. Es kommt wie es kommt, durch Zufall kam es das mir Beathoavenz was produziert haben bevor ich zu Streetlife kam und Montana kennen gelernt habe. Weil ich dort auch gleich vom ersten Tag an gesignt war hat er mir gleich fünf Lieder produziert. Durch diese Zusammenarbeit habe ich auch Plattenpapzt kennen gelernt der den Sampler „Auf Chrome“ gemacht hat. Dann hatte er mir für diesen Sampler paar Beats geschickt wo ich ihn gefragt hatte, ob ich den einen Beat für mich benutzen kann. Er hat ihn mir dann überlassen, ein Überbeat. Bevor ich zu Streetlife Entertainment kam hatte ich halt Druss, der heilige Druss, der Überproduzent aus dem Untergrund. Der hatte mir damals auch mal einen Beat gegeben den ich wiedergefunden habe. Das war ein Überhit und den habe ich dann benutzt. Woroc von VS Mafia, mit dem ich auch so chille, hatte mir auch was gegeben. Auch Blokkmonsta nicht zu vergessen. Das mit Blokkmonsta war auch eine ganz ulkige Geschichte. Wem der Name Blokkmonsta was sagt weiß, wofür diese Musik steht, da kannst du nicht mal Kaisaschnitt von früher mit vergleichen. Das ist noch schlimmer als alles andere, noch mehr zerstückeln, das Mieseste vom Miesen. Der kam zu mir und hat diesen Beat für „Kinder an die Macht“ dabei. Er wollte auf den Beat ein Lied machen wo es um Bullenmörder und Bullenschlachter usw. geht. Dann höre ich mir diesen Beat an und dachte: „Das kann es nicht sein, der geile Beat der so ein Gefühl vermittelt?“ ich habe ihm dann den Beat abgeschwatzt und „Kinder an die Macht“ gemacht. So kam es auch zu dieser Zusammenarbeit.

 

 

 

rap.de: Was habt ihr für Equipment am Start, womit produziert ihr?

Kaisaschnitt: Wir haben Cubase, Reason, Fruity Loops, wir gehen da auf alles über. Kommt halt darauf an mit welchem Programm du zur Zeit am meisten arbeitest. Ich schalte mir die Programme ein, pack ein paar Samples rein, paar Plugins so ganz normal wie man Beats macht.

rap.de: Hast du Hardware Equipment? Benutzt du ein Masterkeybord?

Kaisaschnitt: Nee nee, klar, wir spielen das schon mit Midi ein. Mit einem Keybord aber wir haben keine Hardware, also die Sounds kommen nicht von außen die sind alle im Computer.

rap.de: Du arbeitest ja intensiv mit dem „Hassmonstas“ zusammen, und das „Traumfabrik“ Album machst du ja auch mit ihnen zusammen. Wer sind die „Hassmonstas“?

Kaisaschnitt: Das sind 3 Männer von „Hellraiza Records“. Wir wohnen alle in Moabit in den gleichen Straßen. Wir haben Tag und Nacht immer Sachen zusammen gemacht, auch wo ich kleine Erfolge gefeiert habe mit meiner Musik. Die fanden es immer interessant das zu sehen aber hatten nicht direkt was damit zu tun. Irgendwann wollten sie dann auch mal was machen. Da es nicht funktioniert von einen auf den anderen Tag aus jemanden einen Rapper zu machen, haben sie langsam angefangen und irgendwann ist dann dieses Konzept bei rausgekommen. Die Hassmonstas sind „Cino“„Breity“ und „Projekt 21“ ich kann nicht viel zu denen sagen, ohne die würde es nicht funktionieren.

rap.de: Wie kam diese Idee mit diesen Horrormasken?

Kaisaschnitt: Das war von Anfang an geplant, wir hatten letztes Jahr schon mal ein „Hassmonstas“ Projekt, da war es noch eine andere Gruppierung. Da war X-Trem noch dabei und GPC aus Franktfurt. Wir haben das eher als Gruppe zusammen gemacht. Nun sitzt der eine im Knast, der andere wohnt halt in Frankfurt und ist jetzt im Ausland. Da habe ich mir gedacht, ich habe den Namen schon etabliert und greife auf diesen Namen zurück. Das Konzept war diesmal schon von vornherein so, dass wir das so machen wollten mit den Masken. Die Hassmonstas sind Türken, bei den gibt es noch das ein oder andere Problem, dass sie nicht überall erkannt werden dürfen. Das ist in erster Linie das Wichtigste warum sie diese Masken tragen. Natürlich hätten wir auch irgendwelche Masken nehmen können aber wir wollten welche die zum Konzept passten. Hass, Hässlich.

rap.de: Sind die Masken aus einem bestimmten Film, ich glaube mich daran erinnern zu können sie schon mal irgendwo gesehen zu haben?

Kaisaschnitt: Das sind ausrangierte „Texas Kettensägen Massaker“-Masken, die sind so aus einem ganz besonderem Stoff. Die Masken kannst du 3 Stunden auf einem Konzert tragen, ohne dass die sich lösen oder im Gesicht kratzen.

rap.de: Was kann man von dir und den Hassmonstas  in Zukunft noch erwarten, hast du schon irgendwelche neuen Projekte in Planung?

Kaisaschnitt: Klar, bis jetzt irgendwann die Konzerte anstehen sind wir schon wieder am machen. Wir nehmen so gerade die letzen 2 – 3 Dinger auf für Skinny Al’s Solo Album, Skinny Al, Demonenpark, das kommt im Juli. Ist halt auch produziert von mir größtenteils, Plattenpapzt hat auch was dazugesteuert, DJ Desue, da machen wir die letzen Feinschliffe dran. Dann geht es auch gleich weiter mit dem Hellraiza Labelsampler, wo ich auch meine Künstler präsentieren werde Demonenpark, DNA, Ghazy, X-Trem und ich werden zum größten Teil nur zu hören sein. Wird halt ein richtiger Labelsampler und dann geht es mit unser DVD richtig los. Die soll zu Weihnachten, also Ende des Jahres, in die Läden kommen. Das soll halt dann so ein ganz abgefahrendes Teil werden. Nicht so wie meine erste DVD „Splatter Generation“ sondern auch so richtig professionell gedreht. Soll das ganze toppen und auch nicht so Dokumentation, sondern soll die Leute wirklich unterhalten. Also ich kann nur sagen ihr werdet überkrass geschockt sein, aber ihr werdet auch ohne Ende lachen.

rap.de: Dann wünschen wir dir von rap.de auf jeden fall viel Erfolg mit deinem Album „Traumfabrik“ und mit den weiteren Projekten die du machst, willst du abschließend den rap.de Usern noch irgendetwas mitteilen?

Kaisaschnitt: Ich bedanke mich erst mal bei rap.de für dieses Interview und für den Support. Checkt unsere Radioshow auf rap.de aus Kaisa, Hassmonstas und Hellraizas. Ich bedanke mich das ihr mein Album gekauft habt. Ich wünsche rap.de genau soviel Erfolg wie sie mir wünschen.

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