T.I. – King

Er hatte es angekündigt! Nachdem „Urban Legend“ draußen war, mit guten, aber nicht überragenden Kritiken versehen wurde und von einigen Seiten Zweifel aufkamen, ob sich der Trapper denn wirklich als „King Of The South“ titulieren dürfe, nahm T.I.P. es sich zur Aufgabe, sein Rappersynonym T.I. zu dem allseits geforderten Klassiker zu führen. Gefühlte Eintausend langgezogene „Ey“s und 3 Bentley’s später darf der Rapliebhaber sich nun mit T.I.‘s „King“ auseinander setzen.

Warum das Ding als Klassiker durchgehen sollte? CD in den Player und bitte erstmal nur das Intro „King Back“ laufen lassen, danach die Stop-Taste betätigen. Was ist passiert? Just Blaze hat sich kurzer Hand gedacht, er müsse ein Brett zwischen 70er Blaxplotation-Funk und psychopathischem Glockenspiel lacen, dazu noch ein dick auftragender T.I., der sich, wie er selbst zu Protokoll gibt, ohnehin nur von Gott was diktieren lässt und fertig ist der erste Big Tune. Aufregend geht es weiter mit der ersten Single „Front Back“ mit Houston’s Underground Kingz in Bestform – natürlich mit Pimp C – und einer Felgenkorrektur von 24 auf 26 inches. Die Meßlatte liegt nun auch bei T.I. höher.

Südliche Soundschemen bieten zumal „What You Know“, welches klar an Young Jeezy’s „Trapstar“ angelehnt ist, „Ride With Me“, „Told You So“ und das für alle „Rider“ in naher Zukunft unabdingbare „Top Back“, dass einen Mannie Fresh in gewohnter Bestform an den Studioreglern präsentiert. Schwere Bässe, die sich tief in die Magengegend bohren und peitschende Snares weisen diesem Stück definitiv einen sehr hohen Stellenwert bei den mit über 1500 Watt ausgestatteten HiFi-Anlagenbesitzen zu.

Mit Just Blaze’s Komposition zu „I’m Talkin To You“ sollten auch die Hustler und Pusher in der New Yorker Bronx demnächst heftig am T.I. pumpen gesichtet werden können. Swizz Beatz macht momentan sowieso nichts verkehrt und so darf sich auch T.I.P. einer weiteren Tanzflächenrakete mit „Get it“ sicher sein. Das ein Zusammenspiel der Neptunes und T.I. funktioniert, ist ja schon seit „I’m Serious“ aus dem Jahre 2001 bekannt. Wenn jedoch noch Common Sense auf dem Track Platz nimmt, ist man anfangs doch etwas verwundert – wohlgemerkt im positiven Sinne. Was dabei rum kommt, ist eines der typischen neptunischen Midtempo-Stücke, auf welchem den beiden Protagonisten genug Spielraum gelassen wird, um ihren eigenen Style nicht großartig verändern zu müssen.

Eher mellow zeichnet sich auch „Why You Wanna“, für welches das wunderschöne EuroHouse-Stück von Crystal Waters, „Gypsy Woman“, runter gepitcht und geloopt wurde. T.I. mimt hier den Womanizer und überzeugt („now you confused / ain’t decided which way she go yet / so how you keep sayin „no“ when your panties are so wet“). Persönlicher geht es da schon auf dem schönen, mit Pianolicks versehenen „Live In The Sky“ zu, auf dem Oskargewinner Jamie Foxx die Hook übernimmt. Auch „Hello“ mit dem neuesten Signing von Grand Hustle, dem Sänger Governor, eröffnet dem Hörer tiefe Einblicke in das Innerste T.I.‘s.

Um zum Sex Appeal zurück zu kehren, so macht T.I. in einem weiteren Clubtrack, der bezeichnender Weise „Stand Up Guy“ heißt, klar, dass die Ladies sich wohl eher auf eine lange Nacht vorbereiten müssen. Das es ihm nicht unbedingt an Millionen von Liebschaften gelegen ist, erzählt er gemeinsam mit Young Jeezy und B.G. auf dem sehr laidback klingenden „I’m Straight“. Immerhin zählt man ja schon einige Besitztümer sein eigen. Zu guter Letzt huldigt er noch seinem Viertel „Bankhead“, welches als mitunter schlimmstes Ghetto Atlantas gehandelt wird.

Was sich bei „King“ sehr angenehm feststellen lässt, ist dieser ungezwungene Vibe, der diese Album umgibt. Bei „Urban Legend“ hatte T.I. noch sehr hohen Druck auf seinen Schultern gehabt und gab an, er hätte nicht unter den besten Bedingungen daran arbeiten können. „King“ lässt einem die Gelassenheit und Freude bei der Arbeit spüren – Instant Classic!     

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