Beathoavenz

Nachdem der Name „Beathoavenz“ mit dem legendären „Mein Block“-Remix im Jahr 2004 zur bundesweit bekannten Marke wurde, und die beiden Berliner in 2005 mit „Isyankar“ von Mustafa Sandal (feat. Gentleman) einen waschechten Pophit landeten, haben sie sich für 2006 ein wahres Mammut-Programm vorgenommen. Zunächst veröffentlichen sie mit „Der Neue Standard“ über Aggro Berlin nun ein von den Lieblingsrappern gehostetes Mixtape, welches auf exklusiven Beathoavenz-Instrumentals halb Berlin featuret. Außerdem wollen sie ein Album mit Jasmin Shakeri releasen, vor allem aber auch einen ersten Beathoavenz-Produzenten-Longplayer vorlegen, der in der Kategorie „Producer-Alben“ eine neue Dimension eröffnen soll. Da sie all das scheinbar nicht auslastet, wollen Perez und Smolface schließlich noch als DJ-Team durch ´s Land ziehen und nach dem Vorbild Timbalands, der in den USA dafür einen Deal mit Vodafone hat, in größerem Rahmen in ´s Klingelton-Business einsteigen.  

Die Beathoavenz über ihre Pläne für den US-Markt, Ihr Equipment und die Indizierungsdiskussion in Deutschland.  

rap.de: Wir sitzen hier in eurem neuen Studio – weshalb seid ihr umgezogen? 

Perry: Wir hatten vorher im Wedding unterirdisch 150 m²  in einem Keller ohne richtige Belüftung und Fenster. Dafür gab es einen Zweijahresvertrag, der ausgelaufen ist, und den wir wegen der Umstände dann nicht verlängert haben. Ursprünglich wollten wir dort eigentlich auch ausbauen und zwei Studios mit einer Aufnahmekabine kombinieren, außerdem ´nen Chillraum einrichten. Als unser erster Studioraum dann fertig war, hatten wir aber nur noch mit Produzieren zu tun, und so ergab sich das mit dem Ausbau nicht mehr. Im Moment überlegen wir, noch ein weiteres Studio zum Vorproduzieren zu bauen.  

rap.de: Von euch heißt es doch jetzt schon, dass ihr zwei, drei Beats pro Tag macht. Ist mehr Effizienz da wirklich nötig? 

Perry: Wenn du merkst, dass du mehr machen kannst, dann reicht Dir das halt nicht. Natürlich können wir hier zusammen sitzen und unsere Dinger machen, aber da gibt es einfach den Faktor „Verlorene Zeit“. Mit zwei Räumen könnten wir parallel Aufnehmen oder Mischen und neue Beats vorproduzieren. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass wir unseren Output verdoppeln können, wenn wir noch einen zweiten Raum haben.

Smolface: Es müssen hier einfach nicht zwei Leute gleichzeitig sitzen, wenn Aufnahmen gemacht werden.  

rap.de: Das klingt ja nach einem starken Anspruch in Sachen Arbeitsmoral. Habt ihr feste Arbeitszeiten? 

Perry: Seit 2006 (beide lachen).

Smolface: Nee wirklich, wir haben im Dezember angefangen, morgens um 10 Uhr hier her zukommen, alles aufzuräumen und abends um 19 Uhr wieder abzuhauen. Für uns macht das Sinn. Unsere Freundinnen würden auch abkotzen, wenn wir einfach so arbeiten würden, wie wir Bock haben, weil die uns dann nicht sehen. Wir mussten eine Regelung reinbringen, und so sind wir auch definitiv produktiver.  

rap.de: Schlägt es denn nicht auf die Kreativität, wenn man sich so reglementiert und nicht mehr frei rumspinnen kann? 

Perry: Nein. Wir haben auch gemerkt, dass man durch Frei-Rumspinnen extrem viel Zeit vertrödelt. Ab einem gewissen Rahmen – gerade wenn die Aufträge immer mehr werden und viele Sachen gemacht werden müssen – muss Du einen Art Plan haben. Um 14 Uhr eintrudeln, um 17 Uhr anfangen, weil man vorher noch ein bisschen X-Box zockt, und anschließend dann bis Nachts um 2 oder 3 Uhr nur einen Beat schaffen – das geht jetzt nicht mehr. Wir müssen uns auch selbst etwas Druck machen, sonst kommt da so eine Liederlichkeit rein.  

rap.de: Im Gegensatz zu den USA gibt es hier ja keine Produzenten, die für wirklich viele verschiedene Leute arbeiten. Woran liegt das eurer Meinung nach?

Perry: Dafür gibt es auf jeden Fall mehrere Gründe. Einer ist die Cliquen-Wirtschaft in Deutschland, die Leute hocken aufeinander und können sich nicht freimachen.

rap.de: Worauf beruht das?

Perry: Um es mal etwas übertrieben und pauschal auszudrücken: In Deutschland hast du eine Hatergesellschaft. In Amerika ist es logisch, sich von jemandem, der gerade einen Hit hatte, den nächsten zu holen. Hier ist es eher so, dass die Leute sagen „Scheiß mal auf den, was der kann, können wir auch.“ Hier wird eben weniger mit ´nem Namen, einem Hype und Images gearbeitet. Ich weiß auch nicht, wo der Ursprung dafür liegt, dass man keinem was gönnt. Im Prinzip ist das ja ein Netzwerk – wenn ich mit jemandem zusammen arbeite, der gerade einer Hit hat, ob MC oder Produzent, dann baut sich das ja auf. Wenn du das größer spinnst, hat am Ende immer jeder etwas davon.  

rap.de: Hat es vielleicht auch mit unfähigen Managements zu tun? 

Perry: Produzenten haben in Deutschland oft ja gar kein Management. Unser Management trägt definitiv viel dazu bei, dass wir auch über den Tellerrand kucken – so kam z.B. auch die Sache mit Mustafa Sandal zustande. Wir sind da inzwischen sehr offen, denn unser Ziel ist es ja, unseren Sound zu verbreiten. Wer sich bloß hinstellt und nur über die deutsche Musikszene und das, was in den Charts gespielt wird, abkotzt, überlässt dieser belanglosen Musik und ihren Produzenten das Feld. Man muss dagegen arbeiten – und zwar überall, wo es möglich ist.

Smolface: Ich finde es auch wichtig, dass credibile Leute aus dem Underground versuchen, in die Popszene rein zu kommen, denn sonst wird sich nichts verändern. Nur Meckern hilft nichts.

Perry: Die Management-Geschichte hat in Deutschland allerdings auch einen Haken, denn wenn Du hier sagst „Sprich mit unserem Management über ´s Geld, wir machen die Musik“, wird dir das oft vorgehalten. In den USA ist das Gang und Gäbe. Hier wollen immer alle auf Homie-Basis reden.

Smolface: So kann sich halt auch kein Level herausbilden.

Perry: Richtig, wenn jeder für den anderen was umsonst macht, hat keiner was davon. Das sagen übrigens alle, die es in Deutschland gerafft haben. Das Finanzielle ist hier aber immer so ein Tabu-Thema. Die Leute denken immer, es ginge nur um Spaß und Faxen.  

rap.de: A propos Produzenten in Deutschland – was haltet Ihr denn von euren Kollegen von Bugatti? Die haben zum LieblingsrapperAlbum ja auch ein paar Dinger beigesteuert, u.a. „Sommer In Meinem Block“.

Smolface: Wir feiern die voll ab.

Perry: Bugatti haben ´nen coolen Clubsound. Für uns sind aber Paul NZA und Kilian das A und O, auch Desue. Wir haben an Silvester gerade wieder zusammen gesessen, und uns geht es untereinander auch ein bisschen darum, produzentenmäßig einen Einheitsfilm in Berlin zu finden. Nicht vom Sound her, aber in der Art, wie man rausgeht. Man bekommt zurzeit so ein bisschen mit, dass Leute von außen versuchen, zwischen den Produzenten Missgunst zu erzeugen. Wir wollen klar machen, dass wir da nicht mitspielen.  

rap.de: Bushido hat euch in der Backspin bei seinem Interview für das CCN-II-Album ja ziemlich gedisst. Wie habt ihr das empfunden?

Perry: Wir haben darauf geschissen, und es ist uns auch immer noch scheiß egal.

Smolface: Genau, Hauptsache wir kriegen unser Gold (lacht).  

rap.de: Euer größter HipHop-Hit war bisher sicher „Mein Block“ von Sido. Wegen dieses Tracks hattet ihr aber auch eine Menge Stress. Erklärt doch noch mal möglichst einfach, worauf das beruht.

Perry: Das Problem bestand darin, dass die Originalversion von „Mein Block“ von Headrush produziert wurde und unsere Version ein Remix war. Im Endeffekt geht es darum, dass man mit einem Remix keine Rechte an einem Song erwirbt. Du hast die Einheit Sido/Text-Headrush/Musik – das ist das Original und dieses Original ist bei der GEMA gesichert. Wir hätten da zwar trotzdem einen Rechtsstreit vom Zaun brechen können, aber darauf hatten wir keinen Bock, weil das dann auch Aggro betroffen hätte. Jede Partei hat in der ganzen Story Fehler gemacht, und wenn wir da vor Gericht gezogen wären, wäre das uncool gewesen. Für Headrush war natürlich alles locker, denn die hatten ja das Original. Die haben gesagt „Was wollt ihr? Ihr bekommt davon nichts.“ Das wir uns mit Aggro streiten, kam für uns überhaupt nicht in Frage.

rap.de: Und die haben das dann auch durchgezogen? Die hätten ja auch sagen können „Wir haben zwar Recht, sehen aber euren Punkt und beteiligen euch“.

Smolface: Haben sie aber nicht. Ich weiß ehrlich gesagt auch gar nicht, um welche Summen es da ging, weil ich nicht weiß, wie oft sich der Song verkauf hat. Insofern weiß ich auch nicht, wie viel Geld über die GEMA geflossen ist. Für mich war aber auch viel wichtiger, dass wir den Erfolg gefeiert haben. Der Song hat uns auf jeden Fall Türen für weitere Sachen geöffnet.

Perry: Das war auf jeden Fall unser Startschuss. Egal, ob man „Mein Block“ mag oder nicht – für HipHop in Deutschland war das ein einschneidendes Lied. Vom Sound, von dem, was Sido gesagt hat, und insgesamt von der Authentizität her. Als Sido sagte „Beathoavenz-Remix“ – das war der Startschuss.  

rap.de: Auf der letzten Juice-CD gab es einen Track, bei dem es hieß „Beathoavenz feat. Jasmin und Celina“. Tatsächlich war das der Neptunes-Beat von Snoop Dog„Drop It Like It ´s Hot“. Wie kam es dazu?

Perry: Die Idee kam von Jasmin und Celina [von Sedoussa, auch Background bei Max Herre, Anm. d. Red.]. Als „Drop It Like It ´s Hot“ rauskam, haben die sich zusammengesetzt und eine Comedy-Nummer geschrieben. Die ist super, du siehst halt, dass die Bräute krass schreiben und ´nen krassen Wortwitz haben. Die Nummer haben wir schon lange im Rechner und die musste jetzt mal raus. Wir hatten auch mal überlegt, die als Whitelabel an DJs zu schicken, hatten aber zu viel zu tun – am Schluss war die Juice-CD dann eine coole Möglichkeit, das zu präsentieren. Das erscheint sonst auch nirgends.

rap.de: Ist das denn geklärt?

Perry: Ja – das wurde von unserem Management mit Universal geklärt. Wir haben auf jeden Fall die Rechte eingeholt, dass das Instrumental benutzt werden darf. Für uns war das einfach eine coole Möglichkeit, Jasmin, mit der wir dieses Jahr eine Platte machen wollen, mal zu präsentieren.  

rap.de: Nach dem KMC-Projekt habt ihr angefangen, euch „Beathoavenz“ zu nennen. Gab es damals eine bewusste Entscheidung zugunsten eines eigenen, anderen Sounds, oder hat sich das einfach entwickelt? 

Smolface: Nein, wir haben gezielt überlegt, einen neuen Sound zu kreieren.

Perry: Wir haben uns irgendwann entschieden, bestimmte Sounds, bestimmte Drums und bestimmte Strukturen im Song bewusst öfter zu benutzen, und das hat funktioniert. Man darf halt nicht vergessen, dass wir – bevor das Beathoavenz-Ding losging – schon sieben, acht Jahre Mucke gemacht haben. Uns hat es einfach angekotzt, dass jeder Beat, den du machst, im Prinzip auch von jemand anderem kommen könnte. Es macht uns glücklich und stolz, wenn die Leute sagen „Euren Sachen hört man an, dass sie von Euch sind“. Uns sind die ganzen Vorurteile auch egal – es gibt ja immer wieder Leute, die sagen „Ihr klingt wie Scott Storch, Lil Jon oder Timbaland“. Aber Leute, die Ahnung haben, werden bei uns nichts finden, das so klingt. Viele Leute sagen ja, dass unser Sound durch dieses Fette und Massive bestimmt wird. Wenn man darauf  mal scheißt, sieht man bei uns die Liebe zum Detail. Das fängt schon beim Hi-Hats-Einspielen an.  

rap.de: Womit produziert ihr mittlerweile? 

Perry: Wir haben unser gesamtes Outboard-Equipment verkaufen und arbeiten nur noch mit dem Rechner.

Smolface: Wir haben ´nen G5-Rechner, eine Digidesign „Digi 002“-Soundkarte und ´nen fetten Monitor, damit man alles im Blick hat (lacht).

Perry: Du brauchst heute auch wirklich nicht mehr viel. Sieh dir 9th Wonder an: Der macht mit Fruity Loops Beats und landet mit ´nem Beat auf dem letzten Album von Jay-Z. Mit einem 90-Dollar-Programm! Mach deine Beats womit du willst, abgemischt können die dann auch immer noch woanders werden. Du bist das Talent und musst das Handwerk beherrschen.

rap.de: Ich finde 9th Wonder etwas overrated, seine Sachen klingen meiner Meinung nach vom Gesamtsound her auch immer etwas flach.

Perry: Ich weiß, was du meinst, das hört man auch bei den Snares. Generell finde ich ihn vom Drum-Ding her sehr ähnlich wie Premier. Wenn man sich diesen Track „Threat“ vom Black Album anhört, dann sind das im Prinzip Premier-Drums, und die Samples schneidet er oft wie Kanye West. Ich finde aber, dass er den Sound immer noch nicht so hinbekommt, wie die beiden das jeweils für sich schaffen.  

rap.de: Ihr habt vor, dieses Jahr noch ein „richtiges“ Produzentenalbum raus zu bringen. Begreift ihr das Mixtape in erster Linie als Teaser dafür?

Smolface: Wir wollen auch einfach mal sehen, was passiert.

Perry: Man kann das schon als Teaser sehen, muss es aber nicht. Das BeathoavenzAlbum muss etwas komplett Anderes werden, ohne schmälern zu wollen, was wir auf dem Mixtape gemacht haben. Da müssen ein gutes Konzept und große Namen her, internationales Level. Wir diskutieren da untereinander noch, denn das Konzept ist wichtig. Wir wollten nun erst mal ein Mixtape mit Berliner Künstlern rausbringen, an die wir glauben und die wir authentisch finden. Das Mixtape ist aber auch insoweit etwas Neues, als es sich ausschließlich um neue Beats handelt, die sonst nirgendwo veröffentlicht sind. Da rappt keiner über amerikanische Instrumentals. Außerdem wird es gehostet. Man muss jetzt mal sehen – wenn die Leute das annehmen, hauen wir so Dinger in Zukunft vielleicht quartalsweise raus.  

rap.de: Einer der Songs auf dem Mixtape heißt „Weder… Noch…“ und featured Bektas. Er disst da in ´nem Nebensatz auch die Beastie Boys

Perry: Alle, die den Track gehört haben, finden ihn entweder total scheiße oder richtig geil. Viele fragen, was das nun bedeuten soll. Soll das heißen, dass alle schwarzen Rapper gut und alle weißen kacke sind? Aber wenn Bektas das so sieht, sieht er das halt so. Es gibt ja auch sonst Leute, die die Beastie Boys von Anfang an scheiße fanden, andere haben sie schon immer gefeiert. Das ist halt Bektas´ Meinung, und der Track soll sicher auch ein bisschen provozieren. Was er dann aber letztlich bisher schon für Emotionen ausgelöst hat, hätten wir uns nie vorstellen können. Ich find das Ding schon fast genial.  

rap.de: Mit Bektas hattet ihr vor ein paar Jahren ja auch ein ganzes Album produziert, von dem aber nur die Single „Was Losn?“ erschienen ist. Was war da los? 

Perry: Jive hat pleite gemacht und damit hatte sich das erledigt.

rap.de: Hätte man das Album dann nicht woanders raus bringen können? 

Smolface: Nein, denn die Rechte lagen bei BMG, und die haben sie nicht rausgerückt. Bektas hat lange gekämpft, bis er die Rechte zurückbekommen hat. Offenbar war es denen damals auch nicht interessant genug, die Sache woanders raus zu bringen. Da waren plötzlich auch ganz andere Leute da, und für die war das kein Thema mehr.  

rap.de: Ihr habt ja schon mal erzählt, dass ihr gerne auch in den Staaten Fuß fassen würdet. Habt ihr da schon etwas unternommen?

Perry: Wir waren letztes Jahr im April drüben und haben die ersten Schritte gemacht. Man  muss allerdings dazu sagen, dass du da nicht einfach rüber gehst und dann gleich mit ´nem Deal zurückkommst. Es ist schwer, in Amerika was an den Start zu bekommen, weil du die Leute ja erst mal dazu bringen musst, dir überhaupt zuzuhören. Anschließend müsstest du dann eigentlich auch ständig vor Ort sein, um nachzuhaken. 2006 werden wir nun einem guten Freund aus New Jersey Sachen rüber schicken, der uns dann vor Ort repräsentiert. Wir fliegen dann rüber, wenn es nötig wird. Wir wollen dort auf jeden Fall was reißen, und ich halte das auch nicht für unrealistisch. Du liest doch ständig, dass die A&Rs, die Manager und Leute, die Beats verticken, auf der Suche nach einem neuen Sound sind. Es gibt keinen, der so ´nen ähnlichen Sound wie wir hat, und wenn du es schaffst, dass dir jemand zuhört, dann haut das auch hin. Du liest das in jedem Interview – neulich meinte Sha Money XL von der G-Unit wieder „Schickt mir Beat-CDs!“. Die hören sich angeblich alles an.

rap.de: Wie waren denn die ersten Reaktionen? 

Perry: Gut. Auch in den USA sind alle auf „Mein Block“ abgefahren. Wenn wir da unser EPK [Electronic Press Kit, Anm. d. Red.] vorgespielt haben, haben sie das alle immer lauter gedreht und gefragt, ob der Typ auch auf Englisch rappen kann. Das war schon richtig krass.  

rap.de: Was haltet Ihr als Produzenten, die ja eher geringeren Einfluss auf die Texte haben, von der ganzen Indizierungsdiskussion?

Smolface: Überall wird um Arbeitsplätze gekämpft, an der Stelle werden sie zerstört. Was ist los mit Euch?

Perry: Die gefährden Existenzen, ohne darüber nachzudenken. Mir kann auch keiner erzählen, dass ein Eminem, nur weil er Englisch rappt, die Rechtfertigung hat, in Deutschland nicht zensiert zu werden. Wenn ich sehe, dass Aggro und die Berlin Crime-Leute angegriffen und indiziert werden, wünsche ich mir, dass ein Ruck durch Deutschland geht. Egal, wer wen mag oder nicht mag – da müssen schon alle aufstehen, denn hier wird das Wort in einer Demokratie zensiert. Die tun ja gerade so, als ob das eine neue Sprache wäre. Die Leute haben auf der Straße aber schon immer so geredet, und da macht sich auch keiner ´nen Kopf um Political Correctness. Jetzt haben diese Leute ein Forum, gehen nach draußen und nun werden sie als diejenigen dargestellt, die die Jugend verrohen. Das ist so doppelmoralisch, ich verstehe es nicht. Nun warten die ja schon auf jede neue Aggro-Platte, um einmal „Ich fick dich“ zu hören und zu indizieren. Eine Indizierung zerstört die Platte. Das ist schon krass – die Platte ist zerstört und irgendein Kinderficker bekommt dann wieder nur ein Jahr. Das ist keine Relation mehr.  

rap.de: Was zockt Ihr denn im Moment so? 

Perry: Zu zweit spielen wir jetzt gerade Medal Of Honor

Smolface: Überspiel!

Perry: Da gibt es diese Death Match-Kategorie, in der man gegeneinander spielen und sich abschießen kann. Darauf bleiben wir regelmäßig hängen. Splinter Cell ist zum zu zweit zocken auch geil. Wenn ich solo spiele, dann steh´ ich auch auf die ganzen EA-Sports-Games, also Basketball, Tennis, Eishockey. Smolface: Ich spiel´ immer Tony Hawk, aber nur zehn Minuten, dann wird mir übel.

Perry: Das ist so geil, dem wird immer schlecht. Aber bei Death Match hältst du durch, wa!?

Smolface: Ja, damit bin ich cool.

Perry: Ich mag halt auch Jump & Run-Games und davon gibt es voll viele auf dem Game Cube. Was bei der X-Box ja auch geil ist, ist dass du dir die ganzen Emulatoren einbauen kannst. Eigentlich brauchst du nur ´ne X-Box. Da kannst du auch alte SEGA-Spielhallen-Sachen und C 64-Shit zocken.                  

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