Ursula Rucker

Ursula Rucker veröffentlicht dieser Tage ihrer drittes Studio-Album über !K7 Records. Nach „Supa Sista“ (2001) und „Silver Or Lead“ (2003) deckt die Amnesty-Unterstützerin mit den Poems auf „Ma´ At Mama“ thematisch erneut breites Spektrum ab. Beginnend mit dem Song „The Unlocking“, des 95er-Albums „Do You Want More”, hat sie sich durch ihre Beiträge für insgesamt drei Longplayer der Roots aus ihrer Heimatstadt Philadelphia auch in der HipHop-Szene einen Namen gemacht. Wer Stücke wie das rockig-wütende „Rant [Hot In Here]“ hört, ist von ihrer ausgeglichen Art im direkten Gespräch möglicherweise etwas überrascht. Rucker über gleichwohl auch bei ihr vorkommende Ausraster, gemisch-rassige Beziehungen und 50 Cent.    

rap.de: Dein neues Album ist von einem alt-ägyptischen Prinzip beinflusst – Ma `at. Was ist nach diesem Prinzip zu beachten?

Ursula: Es ist recht einfach: Man muss versuchen, ein guter Mensch zu sein. Ich denke immer an diesen Spike Lee-Film „Do The Right Thing“ und sage das oft: „Mach das Richtige, um ein guter Mensch zu sein“, was auch immer das für dich persönlich bedeutet. Das mag sehr kitschig klingen, für mich ist es aber wichtig. Es geht nicht darum, perfekt oder ein Heiliger zu sein. Es geht darum, Leute richtig zu behandeln, denn alles kommt zu dir zurück. Auch wenn du gemein bist – und das kann ich auch sein.  

rap.de: Das kann wohl jeder.

Ursula: Stimmt, aber ich habe eine besondere Art, gemein zu sein.  

rap.de: Wie muss man sich das vorstellen?

Ursula: Ich musste neulich gerade darüber nachdenken und hatte letzte Nacht auch einen Traum darüber. Ich war wirklich gemein zu meinem Ehemann. Ich schrie ihn an „Motherfucker, get the fuck outta the car. I fuckin´ hate you“. Als ich dann aufwachte, dachte ich mir „Scheiße, so gemein warst du auch in der Realität schon“. Das ist nicht cool. Manchmal ist es wichtig, Leuten die Meinung zu sagen und ihnen zu erklären, was man nicht mehr hinnehmen wird. Man sollte das aber auf respektvolle Art tun, es gibt eine Balance – darum geht es. Es geht darum, die Balance aufrecht zu erhalten. Das ist es, was ich zurzeit versuche.  

rap.de: Was hältst du von der Tendenz, dass gerade unter Künstlern bestimmte Religionen wie z.B. der Buddhismus in Mode geraten?

Ursula: Ich bin in erster Linie katholisch, das war immer so und ich werde meine Glauben auch sicher nicht ändern. Ich bin allerdings keine Hardcore-Katholikin – ich praktiziere bestimmte Rituale nicht und teile auch die Meinung der katholischen Kirche in vielen Fragen nicht, beispielsweise in Sachen Empfängnisverhütung und Abtreibung. Mein bester Freund ist allerdings Buddhist, und er hilft mir oft. Er hat diesen inneren Frieden, und ich respektiere ihn dafür. Ich absorbiere bestimmte positive Dinge des Buddhismus auch für mein Leben, aber ich werde nicht anfangen, Buddhismus auch zu praktizieren.  

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