Roey Marquis II

Als Calo in der rap.de/redaktionslounge auftaucht, müssen wir ihn erst mal wieder wegschicken, weil er einfach eine Stunde zu früh ist. Basti und ich haben noch etwas Daily Business vor uns, und ich wollte auch noch ein bisschen was zu Trinken besorgen. Auf dem Weg zu Edeka komme ich dann wieder an ihm vorbei – gechillt sitzt er mit seinem Promoter auf einer Mauer in der Sonne. Überhaupt scheint diesen Typen aus Frankfurt nichts aus der Ruhe zu bringen, wofür viele seiner Homies aus der Bankenstadt ja nicht unbedingt bekannt sind. Auch er hat bis zu diesem Mindstate einige Zeit gebraucht – mittlerweile macht er täglich mehrere Stunden Taiji, und wer ihm begegnet, weiß: Es wirkt. Abgesehen von seinen unzähligen HipHop-Aktivitäten und seinem ersten Solo-Album "Ming" aus dem Jahr 2000 steht Calo v.a. auch für HipHop-fernere Geschichten wie z.B. sein Jazz Con Bazz- oder das MK2-Projekt. Bei letzterem handelt es sich um eine HipHop-Drum&Bass-Fusion-Platte, die gerade international für erhebliches Aufsehen sorgte, in Deutschland aber mehr oder minder hinten runter fiel: "
MK2 hatte ja Riesen-Presse, und wir haben da auch drei Singles gemacht. Die erste war ´ne Drum & Bass-Single, die über Kabukis Label kam. Die lief in England rauf und runter und wurde dort von den bekanntesten Typen gespielt. Die zweite kam über mein Label in New York und lief auch super. Nur in Deutschland lief das nicht, weil die Leute das nicht verstanden haben" – womit mal wieder bewiesen wäre, dass der Prophet im eigenen Land nichts gilt. Lest unten, weshalb Primo nach Calos Meinung in der Krise steckt, weshalb er Timbaland und die Neptunes genial findet, welches Standing Ton-Ingenieure wie Toni Dawsey in den Staaten haben, dass Wu-Tang wie Schrott klingen; erfahrt etwas über seinen Weg zu Tai Chi und findet raus, weshalb er mit Azad Tee trinkt. 
rap.de: Du hast mit der Produktion deines Albums "Herzessenz" in Frankreich angefangen – war das so ein Vibe-Ding?

Calo: Auf jeden Fall – dieses Rausfahren bedeutet für mich so eine Art "Jetzt fange ich an", weil es sonst sehr schwer ist, die Grenze zu ziehen. Ich produziere ja viel für andere Leute, und da will ich dann einen Cut machen. Es geht auch darum, sich klar zu machen, dass das keine Beats für andere Leute sind, sondern diese Sachen auf meinem Album stattfinden werden. Ich hab´ dann in Frankreich in drei Wochen 50 Beats gemacht, um erst mal alles loszuwerden.

rap.de: Wo genau warst du denn da?

Calo: In Chelly. Die Eltern meiner Freundin haben da ein Anwesen im Weingebiet Burgund. Dort ist es superchillig, du hast da Natur, und ich kann da in mich gehen und sehen, was passiert.
rap.de: Über "Herzessenz" meintest du ja, es hätte einen größeren Ying-Anteil. Beruht das auch auf Beiträgen von Leuten wie Dende oder den Töpfen, die doch stark für positive Lyrics stehen?
Calo: Ich meinte damit auch, dass auf "Ming" vergleichsweise eher eine Richtung von Emotion und Stimmung vorherrschte. Lyrisch war der Standard ja sehr sehr hoch, aber es war eben alles sehr depressiv, endzeitmäßig. Bei "Herzessenz" habe ich auch viele Frauen drauf, und dadurch gleicht sich das auch aus. Dann sind da Dendemann und Blumentopf neben Aphroe und Azad, und so wurde es sehr vielfältig. Das meinte ich eben auch mit Herzessenz – es gibt viele verschiedene Emotionen, die ich dieses Mal auch zugelassen habe, was auf Ming nicht der Fall war. Da habe ich sozusagen noch das gemacht, was ich immer getan habe.
rap.de: Neben straighten HipHop-Dingen hast du ja auch andere Sachen wie Jazz Con Bazz oder MK2 gemacht – gibt es da produktionsmäßig Unterschiede im Zugang?

Calo: Von der Grundstruktur her ändert sich erst mal nichts. Du arbeitest mit Samples und spielst einen Teil ein. Wenn du aber so freie Projekte hast, gibt es keinen Druck, du hast nichts zu erfüllen. In HipHop musst du bestimmte Parameter erfüllen, damit du dort stattfinden kannst, so ist es zumindest in Deutschland.
rap.de: Ist das in den Staaten denn anders?

Calo: Ja, sonst gäbe es Timbaland ja nicht, sonst gäbe es auch Dr. Dre in der Form nicht mehr. Dann gäbe es auch dieses neue Ding von Eminem nicht. Bei MK2 war es natürlich insofern anders, als da eben kein Rapper reinkam und ich angefangen habe, mehr mit Sounds und Filtern usw. zu arbeiten, was die Sache interessant gemacht hat. Insofern ist es schade, dass man im HipHop so eingesperrt ist. Aber da ist die Akzeptanz in Deutschland eben noch nicht da. Das gilt auch für so Konzept-Sachen, wie z.B. die Spiritual Warriors – da haben sie uns ja vorgeworfen, das sei eine Sekte, weil sie überhaupt nicht gepeilt haben, worum es geht. Auch die Sache mit dem Comic, was ich aber niemandem übel nehme, denn wir sind ja eine Konsumgesellschaft. Aber ich meine schon, dass wir im HipHop momentan eine Krise haben, gerade auch eine kreative Krise. Das muss man dann irgendwie aufbrechen, was aber auf eine Art geschehen muss, die noch etwas mit dir zu tun hat. Man kann z.B. nicht plötzlich anfangen, Timbaland zu kopieren. Der Mann ist auch auf einem so hohen Level…

rap.de: Das ist interessant – Vadim sieht das ja auch so, obwohl von dem erst mal niemand denken würde, dass er ein Timbaland-Fan ist…

Calo: Ein Produzent sieht das einfach anders als ein Konsument oder ein HipHop-Liebhaber. Wenn du dir als Produzent Timbaland anhörst, dann ist das einfach unfassbar. Allein schon, wie dessen Arrangements auf den Vocalisten abgestimmt sind, oder diese Elemente, die nur einmal und dann nie wieder auftauchen. Auch der Sound, wie er gemixt ist, einfach krass, auch sein Spektrum. Du hörst ´ne Timbaland-Sache und denkst erst mal "Aha – so hört der sich also an". Dann hörst du was Neues von ihm, und das ist dann plötzlich völlig anders, so dass du denkst "Was hat er da wieder gefreakt?" Im Gegensatz zu Premier. Den kann ich mir nicht mehr anhören, weil er mir seit zwei Jahren denselben Shit liefert. Der ist zwar solide, aber er benutzt ja mittlerweile die Samples schon zum zweiten und dritten Mal, nur dass er sie eben anders flippt. Da denke ich eben "Der Mann hat ´ne Krise."
rap.de: Leider herrscht diese Stagnation teilweise ja auch im sogenannten Underground…

Calo: Im Independent-HipHop-Bereich sind von 50 Scheiben im Moment vielleicht zwei gut. Früher war der Underground ja immer innovativ, aber das ist er halt nicht mehr – im Moment ist der Mainstream innovativ, das ist erstmals so, und das ist erschreckend. Ich hab gerade gestern wieder Stücke gehört, da läuft der Beat mit einen Sample vier Minuten durch ohne jeden Break – furchtbar. Und das ist halt bei Timbaland, den Neptunes und Rockwilder anders, weil die musikalisch immer noch etwas einbauen, was du nicht erwartest.
rap.de: Oft sind da ja aber die Vocalisten furchtbar…

Calo: Schon – aber ich höre das eben auch anders. Ich höre nur den Beat, dann höre ich nur den MC, und dann sehe ich, wie das zusammen passt. Da haben die Deutschen ja auch einen großen Schritt gemacht. Sie schreiben jetzt Lyrics auf den Beat, schreiben Hooks… Früher war ja alles eine Soße, jetzt versucht man, Songs zu machen.
rap.de: Viele deiner Kollegen, auch die MCs, behaupten ja, sie hörten eh´ keinen deutschen HipHop… 

Calo: Ich höre sehr viel deutsche Sachen, aber eben nicht nur die Glanzlichter, sondern auch den Rest, weil ich sehen will, wo das Ganze im Moment steht. Bei den Beats ist das genauso. Ich bekomme sehr viel zugeschickt, und da höre ich dann auch: Aha – da sind die gerade. Da hörst du z.B.: Der eine hat sich gerade ´ne SP gekauft und denkt dann, er macht deswegen geile Beats. Da kommen dann auch viele Fragen von den Jüngeren, und natürlich liegt es auch an uns Älteren, die Dinge zu vermitteln. Ich versuche, Produktionsmäßiges schon zu vermitteln, versuche aber auch, klar zu machen, dass ich 12, 13 Jahre gebraucht habe, um überhaupt da zu sein, wo ich bin. Man soll das nicht in ein, zwei Jahren verlangen.

rap.de: Wie hörst du denn Musik? Kannst du überhaupt noch genießen oder überwiegt dieses analytische Hören?
Calo: Ich kann das sehr genießen, weil das auch gerade erst Inspiration bringt. Erst wenn du deinen Geist abschalten kannst, wirst du inspiriert, und nicht, wenn du abgelenkt bist. Wenn du hörst, dann höre, und wenn du Hunger hast, dann iss, mach aber nicht alles gleichzeitig. Wenn du etwas tust, dann widme dich dem, und wenn du merkst, dass deine Konzentration nachlässt, mache was anderes. Das ist auch so ein Grundding im Zen-Buddhismus. Wenn ich z.B. ´ne neue Timbaland höre, dann setze ich mich hin und höre bewusst zu. Ich höre dann auch, dass ich da nie hinkommen werde, weil das einfach beyond ist. Ich sehe da auch meine Grenzen.
rap.de: Du bist ja nun endlich mal einer in dieser Serie, der tatsächlich in den Staaten hat Mastern lassen. Lohnt sich das wirklich, oder geht es doch nur darum, von der Plattenfirma den New York-Urlaub bezahlt zu bekommen?

Calo: Schön wär´s. Erst mal bezahlt die Plattenfirma den Trip nach New York ja nicht in dem Sinne, denn du musst das recoupen – was Mastering betrifft im günstigsten Falle 50%. Es ist also auch mein Geld, das da draufgeht. Ich hab´ mich mit Mastering ja sehr lange beschäftigt und war auch mit der Erste, der es in Deutschland zusammen mit Toolhouse angefangen hat. Zunächst wurde man da noch belächelt, weil das hier Anfang der 90er noch nicht Gang und Gäbe war. Irgendwann lag aber auch ein Nutzen darin, zu Mastern, alleine schon, um die Tracks lautstärkemäßig anzugleichen. Anfang 97 habe ich dann gesagt "Ich mastere jetzt mal bei Tony Dawsey" und war dort dann der erste deutsche Kunde, gerade um da auch zu lernen. Du kommst da dann rein und siehst erst mal die ganzen goldenen und platinen Platten von Rap, mit dem du aufgewachsen bist. Von LL über Methodman, Redman – das hängt alles da, das hat der Typ alles gemastert, und das sind schon Welten. Man kann das auch nicht so vergleichen – Mastering, Mixing und der Ton-Ing sind da einfach Part of the Game. Das gehört dort so dazu wie der Produzent und der MC – die gehören zusammen, sind ein Team, und das gibt es hier halt nicht.
rap.de: Oft wird ja kritisiert, dass die ´nen deutschen Künstler eh nicht für voll nehmen und ihm dann halt ´nen Durchschnittsjob machen…
Calo: Das hängt auch davon ab, wie du dort auftrittst. Machst du, wenn du in den Raum kommst, klar: "Das ist mein Produkt, ich komme aus Deutschland und ich möchte das fett haben"? Das Problem ist auch, dass viele Deutsche rüber gehen und Wunder erwarten. Er kann auch nur das nehmen, was du ihm gibst, und versuchen, es besser zu machen. Das schafft er immer. Du kannst da aber nicht mit der letzten DMX oder der letzten Methodman & Redman hin und sagen "Das hast du gemacht – da will ich hin." Bei allem Respekt, da musst du es vorher erst mal mixen.

rap.de: Du warst ja nicht nur zum Mastern da, sonst hast dort auch einige Stücke gemixt…

Calo: Ja – ich habe mit Axel Niehaus gemixt, der z.B. Foxy Brown und The Roots gemixt hat – krass, was der macht. Wie die Stimmen klingen, was er aus den Sounds macht, wie er eigentlich den Song erst zum Song macht. Da haben wir auch über The Roots und deren Sound gesprochen, und ich meinte "Ej – die kommen doch bestimmt mit krassen Sounds an." Da hat der gelacht und meinte "Die kommen mit genau solchen Sounds an, wie du. Das Einzige, was die machen, ist, dass die sich ´ne Library von dem Gemixten machen und die dann beim nächsten Mal schon die gemixte Library benutzen". Und so haben sich auch Timbaland und die Neptunes nach und nach so krasse Sounds angeeignet. Wenn du dir mal bewusst die ersten Neptunes-Sachen anhörst und dann die von heute, merkst du das auch. Bei den Roots meinte er dann "Die haben teilweise grottenschlechte Sounds, aber dafür ist eben der Ton-Ing. da." Dann samplen sie es noch mal ab und basteln weiter. Letztlich müssen wir es ja aber auf lange Sicht doch hier machen, weil es einfach zu teuer ist. Das war für mich jetzt auch einfach ´ne Lernphase. Jetzt heißt es wieder back to the Roots, das Wissen nehmen und es hier einsetzen. Ich kann da nicht mit jeder Maxi rüberfliegen, damit muss man sich abfinden, und das ist schwer. Zu sagen: Man kann es in Amerika so dick machen, aber es ist halt nicht bezahlbar. Letztlich zählt ja auch der Spirit in der Musik – Wu Tang klingt ja auch wie Schrott. Oder M.O.R. – tontechnisch ist das schlecht, aber die Seele war halt drin, und so kam eins zum anderen.
rap.de: Wie bringst du dich denn in die nötige kreative Atmosphäre, um einen guten Beat zu machen?
 
Calo: Philosophisch gesehen glaube ich gar nicht, dass es so sehr meine Kreativität ist, die den Ausschlag gibt. Als ich an dem Album gearbeitet habe, habe ich z.B. viele Interviews gelesen, Autobiographien von Schriftstellern, Sachen von Typen, die kreativ sind. Da kam dann immer ein Aspekt – die meisten meinen da Dinge wie "Ich war völlig in tune, habe mich geöffnet oder hatte das Gefühl, Eintritt ins kollektive Unbewusste oder die Weltenseele zu haben." Das kommt überall vor. Premier nennt es halt "in tune sein", und der Psychologe Carl Gustav Jung nennt es das kollektive Unbewusste. Das heißt, dass es irgendwo eine Schnittmenge gibt, in der eh´ alles gespeichert ist und die ein Kanal ist. Ich weiß zwar technisch, wie ich einige Sachen gemacht habe, aber nicht inhaltlich im Sinne von "Da habe ich dann die Platte genommen usw. …" Das kann ich dir nicht erklären. Ich kann zwar sagen "Ich hab´ da drei Snares benutzt" – aber wo habe ich die her? Oder weshalb kommt auf einmal dieser Sound her? Beim Creutzfeld & Jakob-Stück war es z.B. so, dass der Beat zuerst ganz anders war. Irgendwann habe ich dann da irgend ´ne Sequenz, irgendetwas ausgeschaltet, und plötzlich schreien alle "Ja!". Das sind dann diese Momente, diese Zufälle, die aber eben keine Zufälle sind, weil du alles ausschaltest, deine Intelligenz, du lässt nur noch wirken. Deshalb glaube ich daran, das erzählen ja auch alle, z.B. auch Nirvana damals.
rap.de: Produzierst du eher nachts oder tagsüber?

Calo: Ich glaube, die Nacht sucht sich ein Künstler aus, weil ihm die Nacht die Bestätigung gibt, dass er etwas Besonderes und Außergewöhnliches macht, da das alltägliche Geschäft ja nine-to-five ist, und damit hat man ja nichts zu tun. Das war bei mir früher auch so, jetzt fange ich so um 11, 12 Uhr an und mache auch nie länger als bis 19, 20 Uhr. Ich brauche einfach auch meinen Ausgleich, und wenn ich den nicht habe, dann funktioniert nichts mehr. Ich stehe relativ früh auf, mache ein, zwei Stunden Tai Chi und fahre dann ins Studio. Abends mache ich dann noch mal ´ne Stunde Tai Chi, und dann ist es gut.

rap.de: Machst du das eigentlich schon immer?

Calo: Damit habe ich in New York angefangen, weil ich da einen gesundheitlichen Einbruch hatte. Ich habe damals sehr viel gedeejayt, bin viel gereist, hatte schlechte Ernährung usw. Dann hatte ich Ohrenprobleme und ganz viele andere Sachen, und da hat mich dann einer, der sich mit traditionell-chinesischer Medizin auskennt, in Chi eingewiesen und mir geraten "Mach Tai Chi". Vor vier, fünf Jahren habe ich dann damit angefangen und gemerkt "Das ist gut."
rap.de: Bist du da schnell reingekommen?

Calo: Nee – natürlich nicht, weil du dir da erst mal wie ein Depp vorkommst. Am Anfang hast du einfach null Körpergefühl und Körperbeherrschung, man ist völlig verspannt und nimmt gar nicht wahr, dass man eigentlich nur ein Wrack ist, da man jeden Tag immer nur diesem gesellschaftlichen Drang nach Bestätigung und dem Job nachrennt. Man denkt, das wäre das Ultimative, und damals habe ich erstmals gesehen, wie krass das ist. Das war schon eine harte Erkenntnis, aber mit der Zeit tauchst du da immer tiefer ein. Ich bin jetzt auch so weit, dass ich teachen will, weil ich denke, dass dieser Ausgleich wichtig ist, gerade auch für Künstler.
rap.de: Das finde ich sehr interessant, weil du ja auch einen extrem entspannten Eindruck machst. Wenn man deinen Frankfurter Hintergrund sieht, dann assoziiert man damit ja eher Leute, die tendenziell etwas aggressiver sind…

Calo: Das ist auch so…
rap.de: Wie läuft das so ab, wenn z.B. Azad ins Studio kommt und einrappt – da treffen ja mentalitätsmäßig doch zwei Welten aufeinander?

Calo: Ich selbst habe mich persönlich stark entwickelt, das gilt aber auch für Azad. Der war früher ja viel krasser. Oder guck dir D-Flame an, wenn du die Anfang der 90er gesehen hast – da haben sie ja alles kaputt geschlagen. Wenn du aber selber ´ne große Ruhe hast und dir auch sehr bewusst ist, was energetisch passiert, weil wir Menschen eben aus messbarer Energie bestehen, dann werden auch andere Leute automatisch ruhiger. So habe ich immer sehr gute Sessions mit Azad und auch allen anderen. Das Studio ist ja auch von sich aus sehr ruhig – die Leute fühlen sich da sehr wohl, und deswegen entstehen da auch ganz andere Sachen, als wenn ich irgendwo hinfahre. Da trinkst du dann ´nen Tee, und es wird erst mal geredet, gerade auch über Sachen, die gar nichts mit Musik zu tun haben.
rap.de: Wo kommen deine Samples her?

Calo: Wenn ich weiß, ich mache ein Album, dann fahre ich sehr oft in die Schweiz und kaufe dann auch richtig ein – für 1.000 Euro oder so, kaufe intuitiv alles Mögliche. Ich durchstöber dann von Jazz bis ganz abstrakten Sachen einfach alles.
rap.de: Wieso gerade in die Schweiz?

Calo: Ich hab´ da viel aufgelegt und habe viele Freunde in Bern. Ich bin dann dort in einen Laden geraten, der Oldie-Shop heißt und über 100.000 Scheiben plus drei weitere Lager hat. Ich hab´ damals viel Soundtracks gesammelt und die dort zu günstigen Preisen gefunden. Das ist auch nur viereinhalb Stunden von Frankfurt entfernt. Da hab´ ich dann für ´nen Taui eingekauft. Ganz querbeet, auch Rock, New Wave, und davon konnte ich dann sehr lange zehren. Ich sample aber auch nie so offensiv. Das hab´ ich bei Eiszeit noch gemacht, und da war mir auch ein bisschen mulmig.
rap.de: Danke für das Gespräch.

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