Black Eyed Peas – The End

“The End“! Warum denn eigentlich nicht? Ein Sprichwort besagt ja schließlich, dass man aufhören soll, wenn es am schönsten ist und je mehr Alben die Black Eyed Peas veröffentlichen, desto mehr bin ich geneigt, jenem Sprichwort Recht zu geben. Nachdem man zwei weniger erfolgreiche, dafür aber ziemlich gute und zwei übertrieben erfolgreiche Alben veröffentlichte, könnte man das Mikrofon langsam mal an den Nagel hängen.

Doch zunächst möchte ich auf die positiven Aspekte des Albums eingehen. Beim Artwork haben sich die Jungs und das Mädel rund um Will. I. Am diesmal richtig Mühe gegeben. Auch ist es ihnen gelungen, eine in sich schlüssige Platte abzuliefern, die mit einem eigenen Sound daher kommt, was heutzutage nicht selbstverständlich ist. Da hört es dann aber auch schon auf.

Nichts gegen die Black Eyed Peas an sich, ich mochte die sogar mal, aber das neue Album klingt wirklich, als hätten die 2 Live Crew, Modern Talking und das “808s & Heartbreak“ Album gemeinsam einen Synthesizer und einen  Drumcomputer vergewaltigt. Warum haben die Peas eigentlich nicht zugehört, als Jay- Z höchstpersönlich Autotune für tot erklärte? Ungeachtet der Autorität des Rocafellas, kommt der Effekt auf nahezu jedem Track zum Einsatz und damit noch nicht genug, auf einem Song wird zusätzlich noch die Stimme von Fergie gepitcht. Das hört sich dann ungefähr so an, als würde man die Stimmen der Chipmunks rauf pitchen. Wer kommt nur auf solche geisteskranken Ideen?

Auch dieses ganze Achtziger-Ding sollte doch mittlerweile einmal ausgelutscht sein. Sicherlich gab es in den Achtzigern auch Positives zu vermelden, immerhin begann in jener Dekade der Siegeszug von Def Jam, Michael Jackson war noch ein schwarzer Halbgott und kein gebleichter  Ranchbesitzer mit fragwürdigen sexuellen Vorlieben und im Kino liefen Filme, die auch gar nicht so schlecht waren. Nur sind das genau die Achtziger Jahre, die die Black Eyed Peas mit ihrem neuen Album nicht zurückbringen. “The End“ nimmt uns mit auf eine Zeitreise in jene Epoche, in der Neonfarbene Karottenhosen noch zum guten Ton gehörten und  A- Ha und die zahlreichen Bands der Neuen Deutschen Welle jeden Tanzflur fest in der Hand hatten. Vielleicht ist das mittlerweile wieder hip, vielleicht sogar eine zukunftsweisende, notwendige Neuerfindung von Hip Hop, vielleicht aber auch einfach nur behinderte Scheiße. Nach mehrmaligem Hören der CD, tendiere ich ganz klar zu letzterem, politisch korrekt hin oder her.

Angesichts des neusten Streichs des Quartetts wirken ihre vorherigen Alben wie puristische Hip Hop Blaupausen, bei denen DJ Premier persönlich die Drums mit seinen Timberland Boots programmiert hat. Zugegebenermaßen war das Kollektiv noch nie für staubtrockene Banger verantwortlich, sondern für tanzbare Nummern mit Ohrwurmcharakter und jeder menge Popappeal, aber so kitschig, Schmalz triefend und nervig, ging es noch auf keinem Langspieler der Band zu. Natürlich kann man mir jetzt vorwerfen, dass das alles mit Absicht geschieht und ich die künstlerische Intention dahinter schlicht weg nicht verstanden habe, allerdings ist mir das reichlich egal, denn ob absichtlich scheiße oder einfach nur so scheiße – scheiße bleibt scheiße.

Für mich jedenfalls, war es das vorerst mit den Black Eyed Peas. “The End“.
 

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